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Vielen Dank für das Leben

Roman

Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung - das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris. Ein wütender, schriller Roman einer großen Autorin über das Einzige im Leben, was zählt.
Portrait
Sibylle Berg, geboren in Weimar, lebt heute als Dramatikerin und Autorin in Zürich und Tel Aviv. Bisher veröffentlichte sie 15 Romane, 17 Theaterstücke und unzählige Essays. Ihre Werke wurden in 34 Sprachen übersetzt. Bei Hanser erschienen Der Mann schläft (Roman, 2009), Vielen Dank für das Leben (Roman, 2012), Wie halte ich das nur alles aus? (Fragen Sie Frau Sibylle, 2013), Der Tag, an dem meine Frau einen Mann fand (Roman, 2014) und zuletzt Wunderbare Jahre (Als wir noch die Welt bereisten, 2016).
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 30.07.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783446240612
Verlag Hanser
Dateigröße 4022 KB
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Buchhändler-Empfehlungen

Voltaires "Candide" reloaded

M. Dupré, Thalia-Buchhandlung Limburg

Auf Seite 392 von Sibylle Bergs neuem Roman "Vielen Dank für das Leben" findet sich folgende Textstelle: "Toto war glücklich. Sie konnte nicht wissen, wie es gewesen wäre, hätte sie von einem geliebt werden können, aber es war müßig, darum zu trauern. Sie konnte auch nicht wissen, wie es gewesen wäre, in einer anderen Zeit gelebt zu haben, als ein anderer Mensch, oder ein Tier. Man kann alle Möglichkeiten betrauern, die man nie gehabt hat, oder sich daran freuen, dass man kurz aufgetaucht ist aus der Großen Dunkelheit der Unendlichkeit, die sonst immer herrscht, vor der Geburt und nach dem Tod, ein kurzer Moment Licht, das ist doch viel, und Milliarden, Trilliarden Eizellen war nicht einmal das vergönnt. Meist saß Toto auf dem Bett, wiegte sich hin und her und lächelte. So ein Geschenk, dieses Leben, und wie interessant, dass gerade während ihres Aufenthaltes auf Erden so viel passiert war." Und was während Totos Aufenthalt auf der Erde so alles passiert ist, ist Gegenstand dieses wunderbaren Romans von Sibylle Berg. Geboren im finstersten Sozialismus der DDR, aufgewachsen in einem lieblosen Waisenhaus, schlägt sich Toto, ein großgewachsener, gutmütiger Hermaphrodit, durch ein Leben, das geprägt ist von Elend, Armut und kurzen trügerischen Andeutungen von Freundschaft oder Liebe. Wie ein neuzeitlicher Candide bekommt Toto ständig eins drauf, wird von anderen Menschen ausgenutzt, geschlagen und verspottet, doch Toto macht immer weiter, stoisch das Schicksal hinnehmend, das ihm/ihr von anderen Menschen aufgedrückt wird. Ein Buch über die Albernheit der menschlichen Existenz, über verpasste Gelegenheiten und über die Frage, wann ein Leben gut ist: Wenn es für einen selbst okay war? Oder zählt nur, was die anderen über einen denken und wie sie einen bewerten?

Sinnsuche

Silke Walther, Thalia-Buchhandlung Radebeul

Sybille Berg gehört für mich zu den kritischsten Stimmen moderner deutscher Literatur.Ihr neuer Gesellschaftsroman beginnt im Sommer 1966. Triste,graue DDR, ein im Suff gezeugtes Kind kommt auf die Welt. Nach dem Tod der Mutter landet es im Waisenhaus. Durch Zufall kommt der junge Toto in den Westen der Republik. Hier entdeckt er seine Gabe: das Singen... Trotz aller Widrigkeiten schlägt sich Toto mühevoll durchs Leben(der Leser will ihn beschützen und leidet mit den Orten und Gegebenheiten des Protagonisten). Als Toto Kasimir aus dem Waisenhaus nach vielen Jahren begegnet, erwacht ein Hoffnungsschimmer...

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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Schwache Menschen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bonn am 07.07.2015

Dieses Buch lässt ein wenig die schönen Seiten des Lebens vermissen; dafür ist es aber letztlich auch nicht geschrieben. Die Schriftstellerin beschreibt Charakter, die zerstörerisch, wütend, ängstlich oder völlig kaputt sind - Produkte der Gesellschaft. Sich damit auseinanderzusetzen, ist sicherlich nicht nach jedermanns Geschma... Dieses Buch lässt ein wenig die schönen Seiten des Lebens vermissen; dafür ist es aber letztlich auch nicht geschrieben. Die Schriftstellerin beschreibt Charakter, die zerstörerisch, wütend, ängstlich oder völlig kaputt sind - Produkte der Gesellschaft. Sich damit auseinanderzusetzen, ist sicherlich nicht nach jedermanns Geschmackt; muss es aber auch nicht. Oft schonungslos beschreibend ist es ein interessantes, lesenswertes und nachdenklich stimmendes Buch. S. Steinke

Totos Leben!
von Marion Olßon aus Reutlingen am 23.03.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Toto ist ein ES! Ohne erkennbare Geschlechtsorgane geboren, ist dieser Mensch weder männlich noch weiblich, also in den Augen der „ normalen“ Leute, ein Nichts. Diese Geschichte erzählt von Toto, die in den 60igern in der DDR aufwächst und als Nichts aufwachsen muss, ohne Identität, ohne Liebe. Die Autorin beschreibt geschickt... Toto ist ein ES! Ohne erkennbare Geschlechtsorgane geboren, ist dieser Mensch weder männlich noch weiblich, also in den Augen der „ normalen“ Leute, ein Nichts. Diese Geschichte erzählt von Toto, die in den 60igern in der DDR aufwächst und als Nichts aufwachsen muss, ohne Identität, ohne Liebe. Die Autorin beschreibt geschickt und gefühlvoll, desillusioniert und wütend, das Leben dieses Mischwesens zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Eine Erzählung, die bewegt und nachdenklich stimmt. Wer sind wir und was sind wir? Und vor allem: Wodurch werden wir das, was wir sind? Ist es wirklich vom Geschlecht abhängig?

Gibt es ein Recht auf Glück ?
von Marlene Frerichs aus Emden am 09.10.2012
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein treuer Kunde hat mich auf Sybille Berg aufmerksam gemacht, deren Werke für mich bisher nicht so zugänglich waren. Es hat sich gelohnt ! Sie hat eine eigene Sprache, einen speziellen Rhythmus, um Sachen darzustellen. Das Grundgerüst erinnert (mich) ein bißchen an das erste Buch von Nick Cave - mit den Grobheiten der Mit-... Ein treuer Kunde hat mich auf Sybille Berg aufmerksam gemacht, deren Werke für mich bisher nicht so zugänglich waren. Es hat sich gelohnt ! Sie hat eine eigene Sprache, einen speziellen Rhythmus, um Sachen darzustellen. Das Grundgerüst erinnert (mich) ein bißchen an das erste Buch von Nick Cave - mit den Grobheiten der Mit-Menschen, denen ein Außenseiter sich gegenübersieht. Frau Berg plaziert diesen Außenseiter in Ostdeutschland, ihrer früheren Heimat also, und kann damit ein wenig von ihrer Biographie abarbeiten. Dazu wirft sie mit dem Abstand von einigen Jahren einen hellsichtigen Blick auf die damaligen Realitäten. Für mich war das aber nicht der wichtigste Teil dieses Buches. Viel ausdrucksvoller fand ich, wie das Elend der Welt sich in dem womöglich einzigen unschuldigen Wesen sein Ziel gesucht hat: ein starkes Bild !