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Die Marquise von O... . Das Erdbeben in Chili

Erzählungen (Reclams Universal-Bibliothek)

Reclams Universal-Bibliothek

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Beim Erscheinen im Jahr 1808 wurde Heinrich von Kleists "Die Marquise von O..." wegen der angedeuteten Vergewaltigung als Skandalgeschichte empfunden. Heute gilt die Erzählung als ein frühes Beispiel weiblicher Emanzipation. Am Schicksal der Marquise, die in einem existenziellen Konflikt zu sich selbst findet und Selbstständigkeit gewinnt, hinterfragt Kleist traditionelle Werte und die Konventionen familiären Lebens. In der "Marquise von O..." erzählt Kleist nicht linear, sondern - wie in einer Kriminalgeschichte - werden erst nach und nach die Zusammenhänge enthüllt und immer neue Spannungsbogen aufgebaut.
"Das Erdbeben in Chili", erschienen im Jahr 1807 unter dem Titel "Jeronimo und Josephe. Eine Scene aus dem Erdbeben zu Chili, vom Jahr 1647", ist die erste gedruckte Erzählung Heinrich von Kleists. Eine fürchterliche Naturkatastrophe, die mit dem Schicksal von Jeronimo Rugera und Donna Josephe verknüpft ist, führt zu einer Rettung der beiden aus dem Gefängnis; doch die Geschichte endet in einer schrecklichen menschlichen Katastrophe.
Texte aus Reclams Universal-Bibliothek mit Seitenzählung der gedruckten Ausgabe.
Portrait
Heinrich von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Er schlug zunächst die Offizierslaufbahn ein, begann später sein Studium der Rechtswissenschaften und unternahm Reisen durch Frankreich und die Schweiz. In Dresden gründete er 1808 die Zeitschrift "Phöbus", in der einige seiner Dramen und Erzählungen erschienen. Am 21. November 1811 nahm er sich am Wannsee bei Berlin das Leben.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 88 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 27.07.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783159600352
Verlag Reclam Verlag
Dateigröße 813 KB
Verkaufsrang 65.983
eBook
1,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Ein witziger Klassiker
von Anna Stiefel aus Freiburg im Breisgau am 21.01.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Die Marquise von O. wird mit ihrer Familie im Krieg überfallen, aber ein stattlicher, freundlicher Offizier lässt die Familie gehen. Einige Zeit später ist die Marquise schwanger und gibt eine Anzeige auf, um den Vater des Kindes zu finden. Kleist hat hier ein witziges, sozialkritisches Stück geschrieben, das trotz seines... Die Marquise von O. wird mit ihrer Familie im Krieg überfallen, aber ein stattlicher, freundlicher Offizier lässt die Familie gehen. Einige Zeit später ist die Marquise schwanger und gibt eine Anzeige auf, um den Vater des Kindes zu finden. Kleist hat hier ein witziges, sozialkritisches Stück geschrieben, das trotz seines Alters immer noch Parallelen zur Gegenwart hat.

In der Famile
von Polar aus Aachen am 04.10.2008
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Unterschiedlicher kann die Ausgangssituation nicht sein. Die beiden Erzählungen von Heinrich von Kleist erscheinen wie von feiner wie grober Feder geschrieben. Während in der Marquise von O. das Geheimnis lange gewahrt wird, die unbekannte Schwangerschaft über die Marquise wie ein Mysterium hereinbricht, beschreitet Kleist im Erdbeben von Chili gleich... Unterschiedlicher kann die Ausgangssituation nicht sein. Die beiden Erzählungen von Heinrich von Kleist erscheinen wie von feiner wie grober Feder geschrieben. Während in der Marquise von O. das Geheimnis lange gewahrt wird, die unbekannte Schwangerschaft über die Marquise wie ein Mysterium hereinbricht, beschreitet Kleist im Erdbeben von Chili gleich das große Tableau von leidenschaftlicher Liebe, Naturkatastrophe und menschlicher Tragödie. Wo er in der Marquise von O. ein feines Gespür für die gehobene Gesellschaft, ihre Scham vor der Bloßstellung in überzeugenden Charakteren spiegelt, den Schandfleck der Vergewaltigung in den Mittelpunkt rückt, ein Tabuthema gleichermaßen zum literarischen Spiel erhebt, scheint im Erdbeben von Chili vor allem das Holzschnittartige, die Faszination für die Katastrophe die Oberhand zu behalten – sei es menschlicher Art, sei sie in der Natur zu suchen. In beiden Erzählungen kommt es zum Konflikt zwischen Eltern und Kindern, sei es die Ehre, sei es die falsche Wahl, die Eltern versuchen ihre Sicht der Welt, ihre Lebensweise rücksichtslos zu wahren. Die Marquise droht nur, verstoßen zu werden, Josephe und Jeronimo hingen bezahlen mit ihrem Leben dafür. Der weitere Weg des Heinrich von Kleist zeichnet sich hier schon ab.