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Richard Wagner und die Deutschen

Eine Geschichte von Hass und Hingabe

Sven Oliver Müller

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Beschreibung


Richard Wagner ist der Komponist, über den die deutsche Gesellschaft bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist. Nach Wagners Tod holte sie sich den Vergangenen in ihre Gegenwart zurück. Denn Wagner konnte beinahe allen alles verheißen. Sven Oliver Müller erzählt in diesem Buch die aufregende Geschichte des Wagner-Mythos zwischen Verklärung und Verdammung, zwischen Hass und Hingabe.

Politisch ließ sich Richard Wagner noch nie neutral bewerten. Und was wurde nicht alles aus ihm und seinem Werk gemacht. Monarchen und Präsidenten, Unternehmer und Kleriker, Bürger und Adelige, Linke und Rechte, sie alle liebten ihn, verachteten ihn und betrieben mit ihm und seinen Opern Politik. Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis hin zur Bundesrepublik, der DDR und dem wiedervereinigten Deutschland war und ist Wagners Nachleben ein Brennspiegel der deutschen Geschichte. Müller schildert auf breiter Quellenbasis, wie Wagner nicht nur in Bayreuth und anderen Opernhäusern, sondern auch im politischen und gesellschaftlichen Leben, auf Staatsempfängen, in Denkmälern, in Filmen und in Kitschwaren immer präsent blieb. Fast jeder Sehnsucht und jedem Abscheu diente er als Fluchtpunkt und wurde dabei immer wieder neu entdeckt.

Sven Oliver Müller ist Historiker und Leiter einer Forschungsgruppe über Musik und Emotionen am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Zu den Schwerpunkten seiner Forschungen gehören die Geschichte des Nationalismus und das Musikleben im 19. und 20. Jahrhundert.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 351
Erscheinungsdatum 13.03.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-64455-9
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 22,2/15/3 cm
Gewicht 569 g
Abbildungen mit 41 Abbildungen
Auflage 1

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  • OUVERTÜRE IM FEBRUAR 1883

    Der Tod in Venedig und die Geburt eines Genies


    ERSTER AUFZUG

    Viel Feind, viel Ehr – Wagner im Deutschen Kaiserreich


    1. Freunde und Feinde des "Gesamtkunstwerks"

    2. Staatsbesuche: Ästhetische und politische Visionen König Ludwigs II. und
    Kaiser Wilhelms II.

    3. Nationalismus und Antisemitismus in der Wagner-Rezeption

    4. Die Entzauberung des Bühnenweihfestspiels: Vom Streit um die
    Exklusivitätsrechte am Parsifal 1913

    5. Der Wagner-Mythos in Europa. Zum kulturellen Transfer des "Gesamtkunstwerks"
    in London und Paris

    ZWEITER AUFZUG

    Verletzter Stolz – Wagner in der Weimarer Republik


    1. Die Nation als Waffe und Vorstellung: Die Meistersinger bei der
    Eröffnung der Bayreuther Festspiele 1924

    2. Der Stoff, aus dem die Träume sind? Fritz Langs monumentales Kino-Epos Die
    Nibelungen


    3. Auf der Suche nach dem verlorenen Vorbild: Wagner-Denkmale

    4. Arturo Toscanini in Bayreuth – eine emotionale Herausforderung

    DRITTER AUFZUG

    Verherrlichung und Zwang – Wagner im Nationalsozialismus


    1. Zwei Charismatiker: Adolf Hitler begegnet
    Richard Wagner

    2. Emotionale Besatzungspolitik: Wagners Werk in Frankreich im Zweiten
    Weltkrieg

    3. Schicksalsmacht und Durchhaltemusik: Zur Wirkung Wagners in der Propaganda

    VIERTER AUFZUG

    Schuld und Sühne – Wagner in der frühen Bundesrepublik und in der DDR


    1. Nachkriegsgesellschaften: Kulturelle und politische Grenzziehungen in
    den 1950er Jahren

    2. Inszenierungen der Vergangenheitsbewältigung – Debatten über einen (
    un)politischen Wagner und der Streit um die Neubewertung

    3. "Das Böse der Banalität" – Hans-Jürgen Syberbergs
    Film über Winifred Wagner

    FÜNFTER AUFZUG

    Sinn und Sinnlichkeit – Deutschland nach der Wiedervereinigung


    1. Wer ist das Publikum? Sinnsuche und Selbstinszenierung der Opernbesucher

    2. Wagner-Rezeption in der Postmoderne: Das institutionalisierte
    Wagnerianertum konkurriert mit musikalischen Massenevents

    3. Stars und Staatsbesuche bei den Bayreuther Festspielen

    FINALE

    Verliert sich die Spur Richard Wagners im 21. Jahrhundert?




    ANHANG

    Anmerkungen

    Dank

    Literaturhinweise

    Bildnachweis

    Personenregister