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Frühling der Barbaren

Novelle. Ausgezeichnet mit Franz-Hessel-Preis 2014

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Taschenbuch
gebundene Ausgabe

Der Protagonist dieser raffiniert gebauten Debütnovelle von Jonas Lüscher, der Schweizer Fabrikerbe Preising, wird auf einer Geschäftsreise in einem gehobenen tunesischen Oasenresort Zeuge aufwendiger Hochzeitsvorbereitungen.

Reiche junge Engländer aus der Londoner Finanzwelt haben Freunde und Familie für ein großes Fest um sich versammelt und feiern schon im Voraus ausschweifend, als sich die wirtschaftlichen Krisensignale zur Katastrophe verdichten: Das britische Pfund stürzt ab, kurz danach ist England bankrott, mit unabsehbaren Folgen, die auch Tunesien nicht unberührt lassen. Preising, als Schweizer zwar von den schlimmsten Folgen ausgenommen, muss miterleben, wie dünn die Decke der Zivilisation ist, und lernt seine ganz eigene Lektion in Globalisierung, denn seine Firma lässt in Tunesien fertigen. Auch Preising bleibt nicht ungeschoren.

Spannend, klug konstruiert, durchaus auch komisch, mit unvergesslichen Bildern und einer reichen, beweglichen Sprache erzählt, seziert dieses Buch menschliche Schwächen und zielt dabei mitten ins Herz der Gegenwart.

Portrait

Jonas Lüscher, geboren 1976 in der Schweiz, wuchs in Bern auf, wo er 1994 - 1998 am Evangelischen Lehrerseminar Muristalden zum Primarlehrer ausgebildet wurde. Nach einigen Jahren als Stoffentwickler und Dramaturg in der Münchner Filmwirtschaft studierte er an der Hochschule für Philosophie München (2005 bis 2009). Nebenbei arbeitete Lüscher als freiberuflicher Lektor.

Sein Studium schloss er 2009 mit der Erlangung des Magistergrades ab. Anschließend folgten zwei Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) der LMU München, gleichzeitig arbeitete er als Ethiklehrer an der Staatlichen Wirtschaftsschule München/Pasing.

2011 wechselte Jonas Lüscher an die ETH Zürich. Er schrieb dort bei Michael Hampe an einer Dissertation über die Bedeutung von Narrationen für die Beschreibung sozialer Komplexität vor dem Hintergrund von Richard Rortys Neo-Pragmatismus. 2012/13 verbrachte er, mit einem Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds, neun Monate als Visiting Researcher am Comparative Literature Department der Stanford University. Zum Jahresende verließ Lüscher die ETH, ohne seine Dissertation abzuschließen.

Lüscher lebt seit 2001 in München.

"Frühling der Barbaren" wurde 2013 für den Deutschen Buchpreis nominiert, ebenso für den Schweizer Buchpreis.

2013 erhielt er den Franz-Hessel-Preis, den Berner Literaturpreis und den Bayerischer Kunstförderpreis, 2016 den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 125
Erscheinungsdatum 22.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-64694-2
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 21,1/12,3/1,7 cm
Gewicht 244 g
Auflage 8. Auflage
Verkaufsrang 25402
Buch (gebundene Ausgabe)
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Ein absolut herausragendes und großartiges Debüt! Wie schnell wohlerzogene Menschen zu Barbaren werden können – wenn ihnen ihre Existenzgrundlage entrissen wird!?

Gott des Gemetzels in der Wüste

Matthias Preuschoff, Thalia-Buchhandlung Wuppertal

Es ist eine wahre Meisterleistung wie Jonas Lüscher es schafft auf nur wenigen Seiten die Bankenkrise 2008 zu entlarven. Ein Kammerspiel in der Wüste, bissig, zynisch und gruselig real!

Kundenbewertungen

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Spannend
von H. Widmer aus Thalwil am 14.02.2014
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Dieser Roman von Jonas Lüscher hat mir ausgezeichnet gefallen. Gute Unterhaltung und Einsicht in eine andere Welt. Flüssiger Erzählstil. Bei allem Ernst des Themas bleibt viel Raum zum Lachen.

»Was ist Barbarei in der Wirklichkeit?«
von einer Kundin/einem Kunden aus Jena am 25.01.2013

Jonas Lüscher stellt den Untergang der zivilisierten westlichen Welt recht treffend dar: Es genügt ein internationales Finanzdebakel und schon kehrt die piekfeine Gesellschaft samt intellektuellem Anhang zur Barbarei zurück. Wer hier Zeitkritik vermutet, liegt nicht ganz falsch, auch wenn Lüschers Novelle eher einem düster-sarka... Jonas Lüscher stellt den Untergang der zivilisierten westlichen Welt recht treffend dar: Es genügt ein internationales Finanzdebakel und schon kehrt die piekfeine Gesellschaft samt intellektuellem Anhang zur Barbarei zurück. Wer hier Zeitkritik vermutet, liegt nicht ganz falsch, auch wenn Lüschers Novelle eher einem düster-sarkastischem Kommentar gleicht. »Frühling der Barbaren« ist ein anspruchsvolles Lesevergnügen, das hoffentlich Fiktion bleibt.