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Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt

Eine Kindheit in Berlin (West)

(6)
«Wir nahmen die Linie 1, die nur kurz unter der Erde und danach die ganze Zeit oben entlangfuhr, was an diesem Tag gar nicht so gut war. Olivia, ihre Mutter und die anderen Engländer blickten durch die Fenster auf einen grauen Himmel über kaputten Häusern, auf überwucherte Brachen und Gleisanlagen, die seit Ewigkeiten außer Betrieb waren. Die Engländer sahen gesund und rotbackig aus, sie strahlten und waren bereit, alles ‹lovely› und ‹fantastic› zu finden, während die Leute in der U-Bahn tendenziell so grau und trüb und manchmal auch so kaputt wirkten wie die Stadt draußen, was mir ohne Engländer noch nie so sehr aufgefallen war. Leider reichte mein Englisch nicht aus, um das Kaputte und Graue mit Worten interessant zu machen.
Am Schlesischen Tor in Kreuzberg stiegen wir aus und gingen bis nah ran an die Mauer. Die Engländer staunten sehr. Sie murmelten wieder: ‹The Wall› und machten viele Fotos, von der Mauer und von sich vor der Mauer. Dann stiegen wir alle noch auf eine Aussichtsplattform und guckten rüber in den Osten, wo es eindeutig nicht weniger trüb aussah als im Westen. ‹This is such a shame›, sagte Olivias Mutter. Ich erkannte diese Worte wieder aus dem Lied ‹Such A Shame› von der britischen Gruppe Talk Talk.»
Zwischen der Karl-Marx-Straße in Neukölln, Kudamm-Kinos und KaDeWe, zwischen dem Schrebergarten in Britz, Forum Steglitz und Europa–Center - eine Zeitreise zu einem verschwundenen Archipel und den Menschen, die ihn bewohnten: West-Berlin. Schillernd komische Geschichten aus der halben Stadt, die es nicht mehr gibt.
«Wenn einer eine Stadt wie Berlin volley nehmen kann, dann ist es Ulrike Sterblich.» (Wolfgang Herrndorf)
Portrait
Ulrike Sterblich

Ulrike Sterblich, geboren 1970 in Berlin (West), lebt, mit Zwischenstationen in den USA, den Niederlanden, Brasilien und München, immer noch in ihrer Heimatstadt, wo sie Bücher und Kolumnen schreibt und Gastgeberin der Talk- und Lesebühne «Berlin Bunny Lectures» ist.

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Kundenbewertungen

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Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt
von dorli am 15.01.2014
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In "Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt" nimmt Ulrike Sterblich den Leser mit auf einen Ausflug in die 1980er Jahre und erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in West-Berlin. Was sie erlebt hat und wie sie es erlebt hat. Von Plätzen, Straßen, Stadteilen, Sehenswürdigkeiten und dem ganzen Alltagsgeschehen... In "Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt" nimmt Ulrike Sterblich den Leser mit auf einen Ausflug in die 1980er Jahre und erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in West-Berlin. Was sie erlebt hat und wie sie es erlebt hat. Von Plätzen, Straßen, Stadteilen, Sehenswürdigkeiten und dem ganzen Alltagsgeschehen drumherum wird berichtet - viele kleine Episoden reihen sich aneinander zu einer wundervollen Zeitreise. Ich selbst lebe seit 1987 in Berlin und es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn die für mich sehr unterhaltsamen Rückblenden haben mich an zahlreiche kleine Ereignisse und Begebenheiten erinnert, die ich ähnlich erlebt habe. Äußerst gelungen ist auch die Aufmachung des Buches. So gibt es zu jeder Geschichte am Anfang einen entsprechenden Ausschnitt aus dem Stadtplan und am Ende ein paar zusätzliche interessante Informationen. Ein herrliches Buch, das ich jedem 80er-Jahre-Interessierten empfehlen kann.

Endlich!
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 19.03.2013
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Toll, dass es nun endlich auch mal ein Buch für uns Berliner aus dem Westteil gibt !Als Neuköllner fühle ich mich einfach in eine Zeit zurück versetzt, die uns, von den Besuchen bei den Verwandten im Osten und den Transit-Fahrten in den Urlaub mal abgesehen, als Kindern und Jugendlichen... Toll, dass es nun endlich auch mal ein Buch für uns Berliner aus dem Westteil gibt !Als Neuköllner fühle ich mich einfach in eine Zeit zurück versetzt, die uns, von den Besuchen bei den Verwandten im Osten und den Transit-Fahrten in den Urlaub mal abgesehen, als Kindern und Jugendlichen nie wie in einem Gefängnis vorkam. Wie vermisse ich die alten Diskotheken, Kneipen und die Szene; irgendwie war es urban, ohne jedoch den neuen hippen Schick zu haben. Keine 'Latte to go' und keine dreirädrigen Designer-Kinder-Kutschen. Das ganze Lebensgefühl wird hier sensibel, 100%ig, schlicht authentisch eingefangen. Darauf im Sektor, Metropol oder in der Dachluke einen Futschi!

(M)eine Kindheit in Berlin
von Christina Fischer aus Bremen am 22.01.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das Buch ist einfach toll. Eigentlich braucht es keine weiteren Worte. Ulrike Sterblich ist mit diesem Buch etwas gelungen was ich so vorher noch nicht kannte. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugendzeit in Berlin. Da ich nur wenige Jahre jünger bin als die Autorin wurde sozusagen auch meine... Das Buch ist einfach toll. Eigentlich braucht es keine weiteren Worte. Ulrike Sterblich ist mit diesem Buch etwas gelungen was ich so vorher noch nicht kannte. Sie erzählt von ihrer Kindheit und Jugendzeit in Berlin. Da ich nur wenige Jahre jünger bin als die Autorin wurde sozusagen auch meine Kindheit und Jugendzeit erzählt. An so viele Sachen habe ich wieder denken müssen als ich das Buch gelesen habe, die ich zwar nicht vergessen habe, aber an die ich mich schon ewig nicht mehr erinnert habe. In vielen kleinen Kapiteln, die mit einem Strassenkartenausschnitt eingeleitet und mit kurzen Fakten zu den im Kapitel vorkommenden Ereignissen oder Gebäuden beendet werden, druchlebt man diese Zeit quasi noch einmal. Man hat die 80er Jahre Klamotten förmlich wieder an und erinnert sich an die ersten "Feten", die Schulzeit oder die ersten Schwärmereien für Jungs ;). Die Autorin erzählt von ihrer Kindheit in Berlin, daher bekommt man auch einige "Ost-West" Geschichten mit, aber im großen und ganzen ist kein großer Unterschied zu einer Kindheit in der Großstadt zu einer in einer Kleinstadt zu erkennen. Als ich zu Ende gelesen habe dachte ich mir: So ein Tagebuch über mein Leben hätte ich auch gerne geschrieben. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen. Es ist für alle Generationen geeignet: Gleichaltrige finden sich selber im Buch wieder, die Kinder von "uns" erfahren was über ihre Eltern, und "unsere" Eltern haben einen Einblick in die Gedanken ihrer Kinder. Ich muss mich wiederholen: Das Buch ist einfach Klasse!!!