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Der Überdruss

Roman

Mo Yan

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Beschreibung

Mo Yans Roman beginnt am 1. Januar 1950 in der Hölle. Kurz zuvor ist durch Mao Tsetungs Landreformbewegung die traditionelle Ordnung des ländlichen China abgeschafft worden.Zwei Jahre lang hat Fürst Yama, der Herrscher der Unterwelt, den Grundbesitzer Ximen Nao jeder möglichen Folter unterworfen, um ihn zu zwingen, die Anklagepunkte zu akzeptieren, die zu dessen Hinrichtung durch die Kleinbauern führten. Aber Ximen Nao beteuert hartnäckig seine Unschuld.Widerwillig lenkt Yama schließlich ein und erlaubt Ximen, auf die Erde zu seinem früheren Besitz im verarmten Shandong zurückzukehren. Aber als dieser dort ankommt, findet er zu seiner Enttäuschung heraus, dass er nicht als Mann wiedergeboren wurde, sondern als Esel. Mit den Augen des Tieres verfolgt er nun das Schicksal seiner früheren Familie, seiner Freunde, Rivalen und Feinde. Weitere Wiedergeburten lassen ihn zu einem Stier, einem Schwein, einem Hund und einem Affen werden und schließlich zu einem Jungen mitgroßem Kopf, der ein verblüffendes Gedächtnis und ein Talent für Sprachen hat. Aus der derben und außerordentlich unterhaltsamen Perspektive eines jeden Charakters – sowie von Mo Yan selbst, der immer wieder unterbricht, um Ereignisse zu kommentieren – erzählt dieser Roman die letzten 50 Jahre der stürmischen Geschichte Chinas.

Mo Yan (Pseudonym, das sinngemäß "der Sprachlose" bedeutet)Mo Yan, geboren 1956 in Gaomi, Provinz Shandong, verließ während der Kulturrevolution die Schule, um in einer Fabrik zu arbeiten. Mit 20 Jahren trat er in die Volksbefreiungsarmee ein, wo er noch als Soldat sein literarisches Schaffen begann. Zu Beginn der 80er Jahre fiel er dann mit ersten Veröffentlichungen auf. Der literarische Durchbruch gelang ihm 1987 mit der Veröffentlichung von „Das Rote Kornfeld“, mit dem er auch im deutschsprachigen Raum bekannt wurde. Der Roman fand große internationale Anerkennung durch die gleichnamige Verfilmung von Zhang Yimou. Mo Yan kann als Schriftsteller der ungeschminkten Darstellung des ländlichen Lebens in China betrachtet werden, der schon früh die Zwänge des offiziell sanktionierten Realismus hinter sich ließ und dessen literarisches Schaffen unverkennbar und zunehmend von der Strömung des magischen Realismus beeinflusst ist.Mo Yan erhält im Jahr 2012 den Literaturnobelpreis, weil er "mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint".

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 812
Erscheinungsdatum 31.10.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89502-344-6
Verlag Horlemann
Maße (L/B/H) 23,5/16,4/6,3 cm
Gewicht 1260 g
Originaltitel Shengsi Pilao
Abbildungen mit Abbildungen
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Martina Hasse

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Skurriler Roman über chinesische Verhältnisse
von Herbert Löscher aus Buchs SG am 21.11.2012

Manches ist diesem Buch ist ziemlich brutal, gleich zu Beginn etwa, wenn der Held in der Hölle frittiert und aufgespiesst und mit Eselsblut abgefüllt wird. Ich weiss nicht so recht, ob Mo Yan an Seelenwanderung glaubt oder ob das nur ein fantastisches Element ist, das ihm erlaubt, aus der Perspektive verschiedener Tiere zu schre... Manches ist diesem Buch ist ziemlich brutal, gleich zu Beginn etwa, wenn der Held in der Hölle frittiert und aufgespiesst und mit Eselsblut abgefüllt wird. Ich weiss nicht so recht, ob Mo Yan an Seelenwanderung glaubt oder ob das nur ein fantastisches Element ist, das ihm erlaubt, aus der Perspektive verschiedener Tiere zu schreiben. Es geht natürlich um die chinesischen Verhältnisse, wie zum Kommunismus gewechselt wird und danach doch wieder die Privatwirtschaft eingeführt wird, was mit etlichen Problemen verbunden ist; aber das sind Probleme, die ich nicht wirklich interessant finde, weil sie mich nicht betreffen. Geschrieben ist das Buch gut: lebendig, anschaulich, unkompliziert. Nur die chinesischen Namen sind gewöhnungsbedürftig und bleiben nicht so im Gedächtnis haften.


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  • "Es scheint mir um die Moral der Chinesen so bestellt zu sein, wie es mir ein gut befreundeter Artgenosse sagte, als ich später als Hund wiedergeboren unter den Menschen lebte. Er war Wachhund der städtischen Leichenhalle, deutscher Schäferhund mit schwarzem Deckhaar, viel herumgekommen und immer redselig. Er fasste es so zusammen: In den Fünfzigern waren die Leute unverdorbener, in den Sechzigern von einem manischen Fanatismus besessen, in den Siebzigern verzagte Feiglinge, in den Achtzigern verkamen sie zu Schnüfflern und Intriganten. Seit den Neunzigern aber besitzen sie ein nicht zu überbietendes Maß an Ruchlosigkeit."