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Sunset

Roman

Klaus Modick

(28)
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Beschreibung

Feuchtwanger, Brecht und das kalifornische Exil - der Roman einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Weltberühmt und wohlhabend, aber argwöhnisch beschattet von den Chargen der McCarthy-Ära, lebt Lion Feuchtwanger 1956 noch immer im kalifornischen Exil - der letzte der großen deutschen Emigranten. Als ihn an einem Augustmorgen die Nachricht vom plötzlichen Tod Bertolt Brechts erreicht, ist er tief erschüttert. Er hatte Brechts Genie entdeckt, hatte ihn gefördert, war ihm eng verbunden gewesen.

In stummer Zwiesprache mit dem toten Freund ruft Feuchtwanger die Stationen dieser Freundschaft wach, ihren Beginn im München der Räterepublik, die literarischen Triumphe der Zwanzigerjahre, die Flucht und das Leben im Exil. Aus seinen Erinnerungen kristallisieren sich zugleich die Antriebsfedern des eigenen literarischen Schaffens heraus: die Trauer um die als Säugling verstorbene Tochter, seine Schuldgefühle und sein Ehrgeiz, die Traumata seiner Kindheit - und schließlich die Liebe und die Vergänglichkeit. Am Ende des Tages, als die Sonne im Stillen Ozean versinkt, ist der alte Feuchtwanger sich seiner Stärken und Schwächen hell bewusst und hat eine Bilanz des eigenen Lebens gezogen.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Altersempfehlung 16 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 01.12.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783838723365
Verlag Lübbe
Dateigröße 1999 KB
Verkaufsrang 74500

Buchhändler-Empfehlungen

Ein Buch, in das man eintaucht und sich zusammen mit Feuchtwanger durch diesen Tag treiben lässt...

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

1956 befindet sich Lion Feuchtwanger, einer der letzten deutschen Schriftsteller im Exil, in Los Angeles. Ein Tag wie jeder andere, der wie immer mit dem immer sonnigen Wetter und seinen morgendlichen Gymnastikübungen beginnt. Ein Postbote unterbricht diese jäh und überreicht ihm ein Telegramm mit der Nachricht, dass Bertolt Brecht in Berlin gestorben ist. Völlig erschüttert hält Feuchtwanger inne und erinnert sich an „seinen“ Brecht, denn er hatte ihn gefördert und sich um ihn gekümmert, war sein väterlicher Mentor geworden. Beide standen sich nahe, obwohl sie in vielen Dingen grundverschieden waren. Während Feuchtwanger seinen üblichen amerikanischen Alltag durchlebt, kreisen seine Gedanken und Erinnerungen nicht nur um Brecht, sondern wandern zurück in die 20er Jahre in Deutschland, in die Zeit seiner ersten schriftstellerischen Erfolge, aber auch die politisch schwierige Zeit des Dritten Reichs, die ihn schließlich wie so viele andere Schriftsteller ins Exil nach Amerika führt. Hier entsteht eine große deutsche Gemeinde, ein Treffpunkt intellektueller und künstlerischer Größen wie Einstein, Chaplin, die Brüder Mann, Zuckmayer, Werfel und vielen anderen. Eine Zeit, erfüllt von lebhaften und geistvollen Diskussionen, aber auch immer wieder vergiftet von Neid und Missgunst untereinander. Zumal der dunkle Schatten der McCarthy-Ära drohend über allen hängt und die einzelnen Befindlichkeiten oft den Rand des Unerträglichen steigert. Der Tag zieht langsam an Feuchtwanger vorbei, seine Gedanken versinken auch in seine eigene Vergangenheit, an die schwierige Zeit, als seine kleine Tochter starb, an seine Trauerphase und seine Schuldgefühle. So ist dieser denkwürdige Tag, der mit Brechts Todesnachricht begann, auch ein zuweilen erschütterndes Resümee seines Innenlebens. Am Ende zieht der Nebel der Nacht zur Tür hinein und legt sich wie ein tröstlicher Schleier über den Tag. Klaus Modick hat über Lion Feuchtwanger promoviert, ist ein exzellenter Kenner dieses großen Schriftstellers – und das spürt man einfach in jedem Satz. Ein Buch, in das man eintaucht, sich zusammen mit Feuchtwanger durch diesen Tag treiben lässt und bei dem man am Ende, wenn die Sonne untergeht, auch ein wenig traurig zurückbleibt, weil die letzte Seite gelesen ist. Wer mehr über diese bewegende Zeit der deutschen Exilgemeinde in den 50er Jahren in Amerika erfahren will, dem sei auch das großartige Buch „Das unbelehrbare Herz“ von Salka Viertel empfohlen.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Dresden

Für Liebhaber biographischer Romane ist dieses Buch ein Muss: Brecht und Feuchtwanger im Exil - mit all ihren Befindlichkeiten.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
28 Bewertungen
Übersicht
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7
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Ein Tag in Kalifornien
von einer Kundin/einem Kunden aus Augsburg am 23.08.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft und über das Leben eines von der Vergangenheit gezeichneten, Autors. Immer wieder versinkt Lion Feuchtwanger in seine Gedanken und wir mit ihm. Wir treffen die Manns, Einstein und Chaplin. Wir diskutieren und trauern gemeinsam mit dem Schriftsteller. Eine Geschichte über einen Tag i... Ein Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft und über das Leben eines von der Vergangenheit gezeichneten, Autors. Immer wieder versinkt Lion Feuchtwanger in seine Gedanken und wir mit ihm. Wir treffen die Manns, Einstein und Chaplin. Wir diskutieren und trauern gemeinsam mit dem Schriftsteller. Eine Geschichte über einen Tag im Leben eines Autors im Exil und doch gleichzeitig so viel mehr.

von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Eine kurze Episode aus Feuchtwangers Leben im Exil, mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Eleganz erzählt.

von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Deutsche Schriftsteller leben scheinbar sorglos im amerikanischen Exil. Modick zeigt aber das Fragile, den Zwang und die politischen Pressionen dieses unfreiwilligen Lebens. Lesen!


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