Die Unermesslichkeit

Roman

(7)
Gary und Irene wollen sich ein letztes Mal zusammenraufen, ihre verkorkste Ehe retten, nicht jeder für sich zugrunde gehen. Gary hatte einst einen Traum: Sie lebten in einer einfachen Holzhütte auf Caribou Island, einer kleinen Insel vor Alaska, sie waren glücklich, die Schrecken der Vergangenheit hatten sie hinter sich gelassen. Während eines Unwetters machen sie sich auf den Weg.

Schon kurz nach ihrer Ankunft packt Irene die Angst. Sie sind schlecht vorbereitet, um sie herum ragt die Wildnis, gewaltig, unbarmherzig und von undurchdringlicher Schönheit. Als der Winter kommt, treibt die Einsamkeit der Insel das Paar immer weiter auseinander, Beklemmung stürzt um in Wut. Auch ihre Tochter Rhoda, die mit ihrem eigenen Leben, ihrer eigenen Beziehung alle Hände voll zu tun hat, vermag die beiden nicht zu beruhigen. Hingebungsvoll, aber hilflos muss sie vom Festland aus zusehen, wie ihre Eltern sich langsam, aber sicher zerfleischen.

»Die Unermesslichkeit« erzählt eine dunkle, wahrhaftige Geschichte von den Kämpfen zwischen Mann und Frau – ein packendes Meisterwerk über die letzte Gewissheit, dass wir uns selbst nicht entrinnen können.
Portrait
Miriam Mandelkow, 1963 in Amsterdam geboren, war nach ihrem Studium der Anglistik, Amerikanistik und Jewish Studies zunächst mehrere Jahre als Lektorin tätig, ehe sie sich dem literarischen Übersetzen zuwandte. Zuletzt erschienen in ihrer Übersetzung Werke von David Vann, NoViolet Bulawayo, Pat Barker und Anne Landsman. Miriam Mandelkow lebt in Hamburg.

David Vann wurde 1966 auf Adak Island/Alaska geboren. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und erscheinen in 22 Ländern. David Vann lebt in Neuseeland und ist derzeit Professor an der University of Warwick in England.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 351
Erscheinungsdatum 20.05.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46438-0
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 18,8/11,9/2,5 cm
Gewicht 326 g
Originaltitel Caribou Island
Auflage 1
Übersetzer Miriam Mandelkow
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„Gehaltvolle Kost über den alltäglichen familiären Wahnsinn“

Christian Oertel, Thalia-Buchhandlung Düsseldorf

Gary und Irene. Mitte fünfzig, dreißig Jahre verheiratet, in Pension, die Kinder sind aus dem Haus. Gary und Irene haben sich (s)einen Traum erfüllt. Ein Ufergrundstück auf Caribou Island. Ihr Grund und Boden. Mit Blick auf den Berg und den See, hinter dem Grundstück Wald. Das Haus würden sie von Grund auf selber bauen. Beneidenswert, nicht? Doch der Neuanfang im vermeintlichen Idyll ist hart, unversöhnlich und brutal. Die Ehe ist nicht die Beste, der Schaden ist irreparabel. Eine Dynamik, die über Jahre in Schwung gekommen war, entlädt sich.

DIE UNERMESSLICHKEIT ist mitnichten ein Roman, den man ein Melodiechen summend zuschlägt. Vielmehr hinterlässt es einen Kloß im Hals der in fis-Moll brummt. Erwarten Sie keine loriot'schen Szenen einer Ehe. In diesem Buch herrscht ein anderer Ton.


"Scheiße noch mal, sagte er. Redest du überhaupt noch mal mit mir? -
Dir würde nicht gefallen, was ich dir zu sagen habe."

"Du hast mich von allen abgeschnitten. Und damit meine ich nicht erst jetzt. Ich meine seit dreißig Jahren. ... Du hast mich einsam gemacht, und jetzt ist es zu spät. ... Du hast mein Leben zerstört, du Scheißkerl."

"Warum schlägst du mir nicht ins Gesicht. -
Weil ich dich liebe, du Arschloch. Und dann weinte sie."


David Vann wühlt dem Leser das Innerste auf, bis zum Unwohlsein. Jedem Satz schwingt etwas Unheilvolles, Düsteres, Feindseliges, Drohendes mit. Familie, Nähe, Gespräche, Erfahrung, Privatsphäre, Beziehungen; alldem setzt Vann ein Negativ-Vorzeichen vor. Alles ist spröde und zerbrechlich, bedrückend und schmerzhaft. Ständiges Klagen, permanente Versagensangst, Enttäuschungen, ewiges Bedauern, Verzweiflung. Die Ehe reduziert Vann in DIE UNERMESSLICHKEIT auf "die schrittweise Verweigerung aller Begierden, der frühe Tod des Selbst und aller Möglichkeiten. Die frühzeitige Beendigung des Lebens." Der Bund für´s Leben eine Wunde, die jeden Tag schmerzt. Der Wert gemeinsamer Jahre: wertlos.
Gary und Irene. Mitte fünfzig, dreißig Jahre verheiratet, in Pension, die Kinder sind aus dem Haus. Gary und Irene haben sich (s)einen Traum erfüllt. Ein Ufergrundstück auf Caribou Island. Ihr Grund und Boden. Mit Blick auf den Berg und den See, hinter dem Grundstück Wald. Das Haus würden sie von Grund auf selber bauen. Beneidenswert, nicht? Doch der Neuanfang im vermeintlichen Idyll ist hart, unversöhnlich und brutal. Die Ehe ist nicht die Beste, der Schaden ist irreparabel. Eine Dynamik, die über Jahre in Schwung gekommen war, entlädt sich.

DIE UNERMESSLICHKEIT ist mitnichten ein Roman, den man ein Melodiechen summend zuschlägt. Vielmehr hinterlässt es einen Kloß im Hals der in fis-Moll brummt. Erwarten Sie keine loriot'schen Szenen einer Ehe. In diesem Buch herrscht ein anderer Ton.


"Scheiße noch mal, sagte er. Redest du überhaupt noch mal mit mir? -
Dir würde nicht gefallen, was ich dir zu sagen habe."

"Du hast mich von allen abgeschnitten. Und damit meine ich nicht erst jetzt. Ich meine seit dreißig Jahren. ... Du hast mich einsam gemacht, und jetzt ist es zu spät. ... Du hast mein Leben zerstört, du Scheißkerl."

"Warum schlägst du mir nicht ins Gesicht. -
Weil ich dich liebe, du Arschloch. Und dann weinte sie."


David Vann wühlt dem Leser das Innerste auf, bis zum Unwohlsein. Jedem Satz schwingt etwas Unheilvolles, Düsteres, Feindseliges, Drohendes mit. Familie, Nähe, Gespräche, Erfahrung, Privatsphäre, Beziehungen; alldem setzt Vann ein Negativ-Vorzeichen vor. Alles ist spröde und zerbrechlich, bedrückend und schmerzhaft. Ständiges Klagen, permanente Versagensangst, Enttäuschungen, ewiges Bedauern, Verzweiflung. Die Ehe reduziert Vann in DIE UNERMESSLICHKEIT auf "die schrittweise Verweigerung aller Begierden, der frühe Tod des Selbst und aller Möglichkeiten. Die frühzeitige Beendigung des Lebens." Der Bund für´s Leben eine Wunde, die jeden Tag schmerzt. Der Wert gemeinsamer Jahre: wertlos.

„Alaska“

Erika Föst, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Die Einsamkeit der Landschaft spiegelt die Einsamkeit der Menschen. Ein traurig stimmender Roman über die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen und die Schönheit und Unbarmherzigkeit der Natur.
Sehr zu empfehlen.
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Kundenbewertungen

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beeindruckend, bewegend, unbarmherzig, hart
von einer Kundin/einem Kunden am 28.05.2013

Lange schon sind Gary und Irene miteinander verheiratet. Weder erfüllten sich ihre Lebenspläne, noch ihre Vorstellungen von einer liebevollen, partnerschaftlichen Beziehung. Ihr Alltag wird bestimmt von kleinlichen, verletzenden Auseinandersetzungen und lieblosen, frustrierenden Missachtungen. Zur Trennung fehlt beiden die Energie. Noch ein letztes Mal wollen es Irene und Gary miteinander... Lange schon sind Gary und Irene miteinander verheiratet. Weder erfüllten sich ihre Lebenspläne, noch ihre Vorstellungen von einer liebevollen, partnerschaftlichen Beziehung. Ihr Alltag wird bestimmt von kleinlichen, verletzenden Auseinandersetzungen und lieblosen, frustrierenden Missachtungen. Zur Trennung fehlt beiden die Energie. Noch ein letztes Mal wollen es Irene und Gary miteinander probieren. Sie versuchen Gary's Traum von einer selbstgebauten Holzhütte auf Caribou Island, einer kleinen Insel vor Alaska, zu verwirklichen. Es ist schon spät im Sommer. Gary's Pläne sind unausgereift und es ist wie es immer ist, - sie sind schlecht vorbereitet. Schnell werden die guten, wohlwollenden Vorsätze von Wut, Verzweiflung, Beklemmung und Einsamkeit verdrängt. Der Schlechtwettereinbruch macht eine Rückkehr zum Festland unmöglich und das Grauen nimmt seinen Lauf. Nichts für schwache Nerven, aber ein großes Leseerlebnis.

Gnadenlose Beziehungshölle
von Verena Gwosdz aus Offenbach am 14.08.2012
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

David Vann zaubert, auf dem Papier und in den Köpfen der Leser. Schon sein erstes Buch "Im Schatten des Vaters" habe ich in fast einer Nacht verschlungen. Sein nächster Geniestreich "Die Unermesslichkeit" hat mich ebenso gefesselt. Vor der atemberaubenden Kulisse Alaskas nimmt die Tragödie um das Ehepaar (das eigentlich... David Vann zaubert, auf dem Papier und in den Köpfen der Leser. Schon sein erstes Buch "Im Schatten des Vaters" habe ich in fast einer Nacht verschlungen. Sein nächster Geniestreich "Die Unermesslichkeit" hat mich ebenso gefesselt. Vor der atemberaubenden Kulisse Alaskas nimmt die Tragödie um das Ehepaar (das eigentlich keines mehr ist) Gary und Irene ihren Lauf. Vanns Sprache ist plastisch, eindringlich und absolut einnehmend. Mittlerweile kann ich sagen, dass David Vann einer meiner absoluten Liebelingsautoren ist!

Die Hoffnung stirbt
von Martin Gaiser aus Ulm am 09.07.2012
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Nach "Im Namen des Vaters" hat David Vann erneut zugeschlagen und wieder dokumentiert, wie zwischenmenschliche Beziehungen scheitern können. War es im Debüt das Geflecht Vater-Sohn, ist es im neuen Buch die Ehe. Einerseits eine seit 30 Jahren bestehende, andererseits eine im Aufbau befindliche. Toll, wie der Autor Spannung und... Nach "Im Namen des Vaters" hat David Vann erneut zugeschlagen und wieder dokumentiert, wie zwischenmenschliche Beziehungen scheitern können. War es im Debüt das Geflecht Vater-Sohn, ist es im neuen Buch die Ehe. Einerseits eine seit 30 Jahren bestehende, andererseits eine im Aufbau befindliche. Toll, wie der Autor Spannung und Dramatik einzusetzen weiß, wie er die Veränderungen in der Natur in Beziehung setzt zum Fortgang der Geschichte... Und wieder grandios umgesetzt von Christian Brückner, dessen Nuancierung so verblüffend ist, dessen Einfühlen so punktgenau passt, dass man sich nur wundern kann, wie sehr man auch am Schrecken Gefallen finden kann.