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Der Mann ohne Gesicht

Wladimir Putin - Eine Enthüllung

Masha Gessen

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Beschreibung

Wladimir Putin hat mit Hilfe einer kleinen, aber mächtigen Gruppe des russischen Geheimdienstes KGB, alten kommunistischen Potentaten und neureichen Oligarchen eines der größten Länder der Erde in eine Diktatur zurückverwandelt. Masha Gessen entlarvt den unscheinbaren Mann ohne Gesicht als das, was er wirklich ist: ein skrupelloser Machthaber, umgeben von Korruption und Terror.

"Wer liest, unter welch dubiosen Umständen Putins Gegner ihr Leben ließen (...) bekommt es beim Lesen phasenweise mit der Angst zu tun.", Falter (A), 03.06.2015

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Altersempfehlung 20 - 100 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 13.08.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30279-1
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19,1/12,1/3 cm
Gewicht 324 g
Originaltitel The Man Without A Face: The Unlikely Rise Of Vladimir Putin
Auflage 5. Auflage
Übersetzer Henning Dedekind, Norbert Juraschitz
Verkaufsrang 147728

Kundenbewertungen

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Weitschweifig und analytisch schwach
von Dr. M. am 18.02.2019

Unter einer Enthüllung hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Was man in diesem Buch über Wladimir Putin zu lesen bekommt, kann man sehr kurz zusammenfassen: Putin sei ein unbeherrschter und gefühlsarmer Mensch, der gerne eine vulgäre Sprache benutzen und unter seiner geringen Körpergröße leiden würde. Mit seiner diktatorische... Unter einer Enthüllung hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Was man in diesem Buch über Wladimir Putin zu lesen bekommt, kann man sehr kurz zusammenfassen: Putin sei ein unbeherrschter und gefühlsarmer Mensch, der gerne eine vulgäre Sprache benutzen und unter seiner geringen Körpergröße leiden würde. Mit seiner diktatorischen Herrschaft würde er Russland zurück in Zustände bringen, die man aus Sowjetzeiten bereits kennen würde. Obendrein soll er einer der reichsten Männer der Welt sein. Die Autorin gibt sein Privatvermögen mit über 40 Milliarden US-Dollar an. Woher sie diese Information hat, bleibt ihr Geheimnis, wie vieles andere in diesem Buch auch. Darüber hinaus beschreibt die Autorin Putins KGB-Karriere, soweit sie öffentlich bekannt ist, und seinen Werdegang bis ins Jahr 2012. Man mag über Putin denken, was man will - dieser Text wird dazu nichts wirklich Neues hinzufügen. Wenn man sich durch dieses fast immer langatmig und weitschweifig geschriebene Buch endlich durchgequält hat, kommt man nicht um die Feststellung herum, dass seine Autorin dem Thema intellektuell nicht gewachsen war. Zunächst einmal fällt auf, dass sie nirgendwo auf die innere und äußere Lage Russlands wirklich tiefgründig eingeht. Es geht ständig nur um Personen und deren Beziehungen. Aber damit nicht genug: Statt von einem distanzierten und analytischem Standpunkt aus die Dinge zu beleuchten, verfängt sich die Autorin in einer merkwürdigen Parteilichkeit. Besonders deutlich wird dies, wenn sie über die Präsidentschaft Jelzins schreibt. Sie hält diese Periode für eine wunderbare Zeit demokratischer Wandlungen, die erst durch den Tyrannen Putin beendet wurde. Doch die Wirklichkeit sah für das russische Volk ganz anders aus. In dieser Zeit wurden die Ressourcen Russlands auf kriminelle Weise in die Hände weniger Leute verscherbelt, die dadurch in sehr kurzer Zeit sehr reich wurden und Teile dieses Vermögens ins Ausland brachten. Das gemeine Volk hingegen sah sich einer Hyperinflation ausgesetzt und verarmte. Solche Tatsachen kommen in diesem Buch jedoch nur am Rande vor. Die Autorin schreibt, dass Jelzins Familie einen Nachfolger im Amt des Präsidenten suchte, der eben diese Familie nicht dahin bringen würde, wo sie nach russischen Gesetzen eigentlich hingehören würde. Putin war dafür genau der richtige Kandidat. Wie man bei einer solchen Beschreibung gleichzeitig von Demokratie sprechen kann, bleibt mir ein Rätsel. Man kann diese Peinlichkeit nur begreifen, wenn man versteht, dass die Autorin offene Sympathie für Leute empfindet, die man im Westen gerne als Dissidenten bezeichnet. Man gewinnt durch die mediale Hofierung dieser Leute im Westen oft den falschen Eindruck, als würden sie irgendeine bedeutende Rolle in Russland spielen. Doch das Gegenteil ist wahr. Man kennt sie dort in der Regel gar nicht. Da einige der Oligarchen solche Dissidenten unterstützt haben, wird wiederum die Sympathie der Autorin für diese Neureichen verständlich. Mit einer objektiven Betrachtungsweise hat das aber leider überhaupt nichts zu tun. Der gesamte Text wurde jedoch unter diesem engen und schiefen Blickwinkel verfasst. Er ist, um es ganz klar zu sagen, einfach nur eine schmähende Abrechung mit Putin aus der Sicht dieser Leute. Inwieweit dies den Tatsachen wirklich gerecht wird, kann man von außen kaum beurteilen. Zweifel kommen allerdings bei einer solchen Herangehensweise schon auf. Da die Autorin viele Geschehnisse in Russland offenbar nicht wirklich durchschaut, ersetzt sie Tatsachenbeschreibungen und die anschließende Analyse durch seitenlanges Beschreiben von Aussagen anderer Dissidenten, deren Probleme oder wilde Spekulationen. Sie geht auch nicht allgemein auf die Transformation der russischen Gesellschaft in westliche Verhältnisse ein, und sie fragt sich auch nicht, ob das überhaupt so einfach geht. Russland kennt keine nachhaltigen demokratischen Traditionen. Und offenbar versteht die Autorin auch nicht, dass sich die westlichen Demokratien zum Teil über Jahrhunderte in den heutigen Zustand gekämpft haben, den sie nun aller Welt als das Nonplusultra verkaufen möchten. Dieses Buch schildert die Geschehnisse der letzten 20 Jahre in Russland und Putins Rolle dabei leider nur unter einem sehr eingeschränkten Blickwinkel. Und enthüllt wird eigentlich auch nichts. Die meisten Behauptungen über Putin in diesem Buch, die nicht auch sowieso schon bekannt waren, erweisen sich nämlich bei genauerem Hinsehen erst einmal nur als Vermutungen und Spekulationen.

Gut geschrieben aber Mangel an Tatsachen
von Roxx00r aus Breuberg am 07.04.2016

Sehr gut geschrieben aber leider auch sehr einseitig. Primär beschreibt dieses Buch :" Putin = Böse, Nato = Gut" Was das ganze etwas unangenehm zu lesen macht. Wer tatsächlich etwas über Putin erfahren möchte sollte zu anderer Literatur greifen.

  • Artikelbild-0
  • Prolog
    Ich erwachte, weil mich jemand rüttelte. Kates Gesicht wirkte entsetzt. "Im Radio bringen sie etwas über Galina", sagte sie halb flüsternd. "Und über eine Schusswaffe. Ich glaube ich verstehe das nicht."
    Ich stand auf und taumelte in die winzige Küche, wo Kate das Frühstück zubereitet und dabei Echo Moskwy gehört hatte, den besten Talkradio- und Nachrichtensender des Landes.
    Es war an einem für Moskauer Verhältnisse ungewöhnlich hellen und klaren Samstagmorgen im November. Ich machte mir keine großen Sorgen: Aus einem unerfindlichen Grund berührte mich Kates Angst nicht. Was immer sie gehört oder mit ihrem dürftigen Russisch missverstanden hatte, konnte der Beginn einer weiteren spannenden Geschichte sein. Als Chefkorrespondentin des führenden russischen Nachrichtenmagazins Itogi glaubte ich, einen rechtmäßigen Anspruch auf alle großen Geschichten zu haben. Und es gab jede Menge solcher Geschichten. In einem Land, das sich gerade wieder neu erfand, waren jede Stadt, jede Familie und jede Institution gewissermaßen unerforschtes Gebiet. Seit Beginn der Neunzigerjahre waren praktisch alle Stories, die ich schrieb, Geschichten, die vor mir noch niemand erzählt hatte. Ich verbrachte die Hälfte meiner Zeit außerhalb Moskaus, reiste in Konfliktgebiete, besuchte Goldminen, Waisenhäuser und Universitäten, verlassene Dörfer und aufblühende Ölstädte. Über all das schrieb ich Reportagen. Die Zeitschrift, die demselben Magnaten und Finanzier gehörte wie Echo Moskwy, belohnte mich dafür, indem sie meine extravagante Reiseaktivität niemals infrage stellte und meine Geschichten regelmäßig auf der Titelseite brachte.
    Mit anderen Worten: Ich gehörte zu den jungen Leuten, die in den Neunzigern alles erreicht hatten. Viele jüngere und ältere Menschen hatten in den Jahren des Umbruchs viel verloren. Der älteren Generation hatten die Hyperinflation ihre Ersparnisse und die Zerschlagung sämtlicher Sowjet-Einrichtungen ihre Identität genommen. Die jüngere Generation wuchs auf im Schatten der Angst und häufig auch des Versagens ihrer Eltern. Ich hingegen war 24 Jahre alt, als die Sowjetunion zusammenbrach. Meine Altersgenossen und ich hatten die Neunziger für unseren beruflichen Erfolg genutzt und dabei die Strukturen und Institutionen einer neuen Gesellschaft erfunden. Zumindest dachten wir das. Selbst als Gewaltverbrechen in Russland zur Epidemie zu werden drohten, fühlten wir uns noch sicher. Wir beobachteten das organisierte Verbrechen und schrieben gelegentlich auch darüber, ohne jemals auf den Gedanken zu kommen, dass die Kriminalität Einfluss auf unsere eigene Existenz bekommen könnte. Darüber hinaus war ich überzeugt, dass alles nur besser werden könnte. Vor Kurzem hatte ich eine heruntergekommene, ehemals kommunale Wohnung direkt im Herzen Moskaus gekauft, die ich nun renovierte. Bald wollte ich aus dem Apartment ausziehen, das ich mit Kate bewohnte, einer britischen Journalistin, die für die Publikation einer Ölfirma arbeitete. Ich malte mir aus, in der neuen Wohnung eine Familie zu gründen. Genau an jenem Samstag hatte ich eine Verabredung mit dem Bauunternehmer, um die Ausstattung des Badezimmers auszusuchen.
    Kate deutete auf den Ghettoblaster, als verströme er giftige Gase, und sah mich fragend an. Galina Starowoitowa, deren Namen der Nachrichtensprecher ständig wiederholte, war Mitglied des Unterhauses im Parlament, eine von Russlands bekanntesten Politikerinnen und eine Freundin. Ich will sie hier kurz vorstellen:
    Als die russische Großmacht Ende der Achtziger vor dem Zusammenbruch stand, wurde aus der Ethnografin Starowoitowa eine pro-demokratische Aktivistin und eine äußerst prominente Fürsprecherin der Menschen von Berg-Karabach, einer armenischen Enklave in Aserbeidschan, in der nun einer der ersten ethnischen Konflikte ausgebrochen war, die mit der Auflösung des Ostblocks einhergingen. Wie viele Akademiker, die politisch aktiv wurden, stand sie anscheine
  • Inhalt

    Prolog
    Der Zufallspräsident
    Der Wahlkrieg
    Die Autobiografie eines Schlägers
    Einmal Spion, immer Spion
    Ein Putsch und ein Kreuzzug
    Sobtschak - das Ende eines Reformers
    Der Tag, an dem die Medien starben
    Die Demontage der Demokratie
    Schreckensherrschaft
    Unersättliche Gier
    Back to the USSR
    Epilog: Eine Woche im Dezember

    Dank
    Anmerkungen