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Der Metzger bricht das Eis

Kriminalroman

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Taschenbuch
Ein prophetischer Obdachloser, eine todessüchtige Mutter und eine scharf schießende Schneekanone – Restaurator Willibald Adrian Metzger ermittelt wieder. Begleitet von seiner furchtlosen Herzdame Danjela Djurkovic steigt er in die eisigen Höhen eines Skiörtchens – und kommt dort gewaltig ins Rutschen. Schuld daran ist weniger sein unausgereiftes sportliches Talent als vielmehr sein tiefer Blick in die menschlichen Abgründe …
Rezension
"Thomas Raab erzählt mit dem ihm eigenen Sprachwitz und wahrlich rabenschwarzen Humor.", Siegener Zeitung, 01.08.2012
Portrait
Raab, Thomas
Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, zuletzt den Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich.
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    Manchmal ist das Leben einfach ganz schön kompliziert, manchmal ist es ganz einfach schön, ja und manchmal, manchmal ist es auch ganz schön einfach.
    Da zeigt dann der Himmel auf Erden sein simples Gesicht, kommt auf Gummireifen ums Eck und katapultiert den Menschen zum Gipfelpunkt seiner Glückseligkeit: der erste eigene Wagen.
    Er gibt es ja nur ungern zu, der Metzger, aber in seinem Innersten regt sich ein ungewohnter, bisher streng unter Verschluss gehaltener Gefühlszustand: Stolz.
    Und wirklich recht ist ihm das nicht, denn der Stolz und ein Unkrautvernichter, die haben nicht selten ähnliche Wirkung, das eine Pflänzchen richten sie auf, die anderen zugrunde. Nur was soll er machen, als Steuermann dieses Gefährts heben sich sein Kinn und seine Brust gleichermaßen wie von selbst, festigt sich sein Gang, breitet sich ein Lächeln aus in seinem Gesicht. Allerdings ist es nicht das Lächeln eines Erstzulassungsbesitzers, denn weder der Wagen noch der Inhalt gehören ihm, lediglich die Verantwortung.
    Entsprechend vorsichtig bewältigt er also die Gehsteigkante, hebt behutsam die Vorderräder, lässt sanft die Hinterräder hinuntergleiten, überquert die matschige Straße und erreicht sein Ziel. Zeitgleich erreicht ihn auch ein Anruf.
    Und das versteht sich von selbst, seit Willibald Adrian Metzger diese einzigartige Lenkerberechtigung erteilt wurde, ist er ein Paradebeispiel an Abrufbereitschaft.
    Aktuelle Kontaktaufnahme seiner Herzdame Danjela Djurkovic: "Bist du schon in Park?", dröhnt es dem Metzger in der von ihm so geliebten akzentreichen Aussprache ins Ohr."Ja, Danjela. Stell dir vor, es ist mir gelungen, diese eine kaum befahrene Straße unfallfrei zu überqueren. Du darfst mir gratulieren!""Na, dann gratuliere. Passt du jetzt bitte gut auf, meine Held, auf eisige Weg und auf Schnee, was fällt runter von Äste und Dächer."Letzter Anruf seiner Herzdame Danjela Djurkovic, vor circa zehn Minuten: "Hast du gut eingepackt in Overall, Schlafsack und Decke, weil kommt heute nix raus Sonne?"Vorletzter Anruf seiner Herzdame Danjela Djurkovic, vor circa zwanzig Minuten: "Hat Lillimaus Flasche getrunken leer und schlaft schon. Wenn ja, dann ist Zeit für Spaziergang!"Selbst der mit noch so großer Abkürzungs-Verunmöglichungs-Absicht ausgewählte Vorname ist vor Verlängerung nicht gefeit. Lillimaus also, immer noch besser als Lillifee, weiß der Metzger mittlerweile, tatsächlich aber: Lilli Matuschek-Pospischill, Tochter der Witwe Trixi Matuschek-Pospischill und des Kommissars Eduard Pospischill, Willibalds verstorbenem Freund. Ein Vater, den die kleine Thronfolgerin zu Lebzeiten niemals wird kennenlernen dürfen, obwohl sie bereits jetzt schon nicht verleugnen kann, wer ihr Erzeuger ist. Zu übereinstimmend sind die Babyfotos in den Alben zweier Generationen. Im Grunde ist bei näherer Betrachtung des Säuglings einzig der Vater zu erkennen, als hätte sich der Kommissar auf diesem Weg zurück ins Leben geschummelt.
    Und wenn sie nicht quietscht, dann schläft sie oder trinkt sie oder schaut sie nur. Und wenn sie schaut und der Metzger kommt auf sie zu, dann lächelt sie. Und weil sie das tut und weil der Metzger so große schaufelartige Hände hat, in die ihr Kopf so schön hineinpasst, und so starke Arme, in die ihr Körper so schön hineinpasst, und so eine Engelsgeduld, in die ihre Neugierde so schön hineinpasst, weil das eben alles so schön ist und einfach so passt, hat Lilli Matuschek-Pospischill die Erlaubnis, sich gelegentlich nur von Willibald Adrian Metzger durchs Leben wiegen oder tragen oder schieben zu lassen. Zu diesem Anlass kommt Mama Trixi Matuschek-Pospischill mindestens einmal pro Woche zeitig morgens in der Werkstatt vorbei, verlautbart: "In spätestens zweieinhalb Stunden bin ich wieder da. Ich dank dir so!", und lädt daraufhin während der Pilates-Stunde im Fitnesscenter ums Eck ihre Batterien auf, was bedeutet: Sie braucht sich nicht sorgen, der Metzger darf sorgen, und die Djurkovic ma
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 17.09.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30288-3
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18,5/12/2,5 cm
Gewicht 249 g
Verkaufsrang 63877
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
8
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1
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von Lesebegeisterte am 29.09.2016
Bewertet: anderes Format

Wie immer ist auch dieser Metzger-Krimi ein Genuss! Viel zu schnell war das Buch wieder zu Ende.

von einer Kundin/einem Kunden aus Grieskirchen am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Wie immer ist auch dieser Metzger-Krimi ein Genuss! Viel zu schnell war das Buch wieder zu Ende.

Schneekanone ab!
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 15.11.2013

Blutig gehts zu auf und abseits der Piste im idyllischen Alpendorf, wohin es den Metzger samt Unterstützung seiner beiden Damen verschlägt. Ein scheinbar wirres Notizbuch führt die Hobbyermittler zwecks Erbschaftsangelegenheiten und ungelösten Fragen zu einem Gasthof, der neben dem besten Apfelstrudel im Aprés-Ski-Zirkus auc... Blutig gehts zu auf und abseits der Piste im idyllischen Alpendorf, wohin es den Metzger samt Unterstützung seiner beiden Damen verschlägt. Ein scheinbar wirres Notizbuch führt die Hobbyermittler zwecks Erbschaftsangelegenheiten und ungelösten Fragen zu einem Gasthof, der neben dem besten Apfelstrudel im Aprés-Ski-Zirkus auch allerlei Geheimnisse im Überfluss anbietet - ohne Aufpreis. Für sein Geld bekommt der Metzger dann doch mehr als ihm lieb ist, die rot glühenden Ohrwaschl nicht einberechnet. Perfekt als Einstimmung für den kommenden Winterurlaub und den Liegestuhl auf der Panoramaterrasse, schickt Thomas Raab seinen sympathischen Restaurator den Berg rauf und runter, zu Fuß, mit der Gondel, mit der Rodel und auch raupenähnlich verpackt in... ja... lesen Sie doch selbst. ;) Schneekanonen werden sie nach der Lektüre sicher mit einem anderen Auge betrachten, nicht nur wegen ihrer fatalen Funktion für einen der ortsansässigen Stänkerer, auch für die Umwelt bleibt der weiße Spaß nicht ohne Konsequenzen, was Thomas Raabs kritische Stimme ab und zu einstreut. Sehr souverän und unterhaltsam, wie man ihn kennt und mag, darf uns der Metzger gerne noch lange erhalten bleiben. Ich hoffe Thomas Raab sieht das genauso. ;)