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Von der Guillotine zur Giftspritze

Die Geschichte der Todesstrafe. Fakten - Fälle - Fehlurteile

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Was sich jahrhundertelang vor staunendem, geiferndem oder erschüttertem Publikum abspielte, geschieht heute meist hinter hohen Gefängnismauern und mit Giftspritze: eine Hinrichtung. Macht es das besser? So oder so entscheidet der Staat über das Leben von Menschen. Nicht erst seit Saddam Husseins Tod durch den Strang ist die Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Todesstrafe wieder losgebrochen. Eine packende Geschichte des brutalen Geschehens im Namen der Gerechtigkeit. Anhand unzähliger Fälle zeichnet der Journalist und Historiker Martin Haidinger die Blutspur der Justiz durch die Geschichte nach, nennt die Namen von Henkern und Opfern und gibt Einblicke in die erschütterndsten Fälle. Die Todesstrafe – das letzte staatliche Argument im Ringen um Sühne für Kapitalverbrechen, und zugleich das am öftesten missbrauchte Instrument politischer Willkür.
Portrait
Martin Haidinger, Mag. phil., wurde 1969 in Wien geboren und absolvierte dort ein Studium der Geschichte. Seit 1990 arbeitet er als Journalist für österreichische und deutsche Rundfunkanstalten und schreibt für Zeitungen und Magazine. 1996 erhielt Haidinger den Österreichischen Staats-Förderpreis für Wissenschaftspublizistik. Der Buchautor, Romancier und Kabarettist ist außerdem Lehrbeauftragter der Karl-Franzens-Universität Graz und der Katholischen Medienakademie in Wien.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.09.2007
Sprache Deutsch
EAN 9783711050434
Verlag Ecowin
Dateigröße 1604 KB
eBook
3,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Von der Guillotine zur Giftspritze - die Todesstrafe im Wandel der Zeit
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 27.09.2007
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wie einem aber eigentlich klar sein sollte ist die Todesstrafe nicht allein ein amerikanisches Phänomen und so hat sie auch wenn sie heute in den meisten europäischen Ländern abgeschafft wurde, auch auf unserem Kontinent Tradition. Diese Geschichte beleuchtet Martin Haidinger in seinem Buch, das uns vom blutigen Volksspektakel zur Hinrichtung... Wie einem aber eigentlich klar sein sollte ist die Todesstrafe nicht allein ein amerikanisches Phänomen und so hat sie auch wenn sie heute in den meisten europäischen Ländern abgeschafft wurde, auch auf unserem Kontinent Tradition. Diese Geschichte beleuchtet Martin Haidinger in seinem Buch, das uns vom blutigen Volksspektakel zur Hinrichtung im kleinen Kreis hinter hohen Gefängnismauern führt. Vor allem den Befürwortern der Todesstrafe versucht er bewusst zu machen, wofür sie sich da einsetzen und auch wenn er nicht explizit auf die Fehlurteile mit tödlicher Folge für Unschuldige eingeht, so ist doch klar, dass es sie gibt. Die Revolutionierung der Todesstrafe durch die Guillotine ist ein eigenes Kapitel, dem er besondere Aufmerksamkeit widmet, denn sie ist unweigerlich mit der französischen Revolution verbunden, wo neben König und Königin, nach der Reihe auch die einst führenden Köpfe von Revolution und Republik wie am Fließband ihr kopfloses Ende fanden. Einen Großteil dieser Hinrichtungen von "Landesverrätern" vollstreckte der Scharfrichter von Paris, Charles-Henri Sanson, der sowohl unter Louis XVI. als auch der Republik sein Amt ausüben musste und einer der größten Scharfrichterdynastien Europas entstammte. Das Besondere an Sanson ist zweifellos dass er der Nachwelt seine Tagebücher hinterlassen hat und weit vom kaltblütigen Mörder entfernt war, denn der Henker Louis XVI. und Marie Antoinettes war insgeheim doch ein treuer Royalist der in diesem Fall gegen seine Überzeugung zu handeln hatte, aber es war nun einmal sein Schicksal in diesen eigenen Stand hineingeboren worden zu sein. Durch diese Tagebücher und Ergänzungen des Autors erfährt der Leser erstmals auch aus der Perspektive eines lang gedienten Henkers, was der "Mord im Namen der Republik" zu bedeuten hat. Wie die Sansons gab es im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts viele Scharfrichterdynastien, darunter auch in Österreich, wo auch besonderer Wert auf die Henkersmahlzeit gelegt wurde. Am Beispiel Frankreichs jedoch lässt sich besser aufzeigen in welchem Verhältnis Demokratien zur Todesstrafe stehen. Etwas schlichter nimmt sich da freilich der Bezug auf Österreich aus, dessen Verbindung zur Todesstrafe aber eingehend von der Monarchie über die erste Republik, dem Ständestaat, die Nazi-Diktatur bis zu den Kriegsverbrechertribunalen dargestellt wird. Trotz den augenscheinlich sehr wenigen 200 Seiten ist die Themenvielfalt doch sehr überraschend und begeistert vor allem im zweiten und letzten Drittel, wo der aktuelle Bezug wiederhergestellt wird und den Hinrichtungspraktiken des sowjetischen Russlands, des "neuen" Chinas und den USA jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Auch die Exekution Saddam Husseins und das Rechtssystem der Scharia werden in eigenen Kapiteln analysiert. Manches Thema, dass vielleicht auch interessant gewesen wäre wird leider nur kurz beleuchtet, wie die Glorifizierung von Hingerichteten, die erst durch ihren Tod große Berühmtheit erlangen konnten. Aber bei dem enormen Themenumfang ist das nicht weiter verwerflich. Dank umfangreicher Literaturhinweise ist es sogar möglich sich über interessante Themen selbstständig weiterzuinformieren. Wer sich für die geschichtlichen Hintergründe der Todesstrafe interessiert und nach einer idealen Einstiegsliteratur sucht ist mit "Von der Guillotine zur Giftspritze" auf jeden Fall gut beraten.