Warenkorb
 

Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Die vergessene Generation

Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen

(12)
Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 60- bis 75jährigen. Doch man weiß wenig über sie, man redet nicht über sie - eine unauffällige Generation. Jetzt beginnen sie zu reden, nach langen Jahren des Schweigens.

Die Kriegskindergeneration ist im Ruhestand, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus. Bei vielen kommen jetzt die Erinnerungen allmählich hervor und mit ihnen auch Ängste, manchmal sogar die unverarbeiteten Kriegserlebnisse. Sie wollen nun über sich selbst nachdenken und sprechen.

Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht von einer »verschwiegenen, unentdeckten Welt«. Mit den Holocaust-Opfern habe man sich eingehend beschäftigt, mit der Kriegskindergeneration nie.

Ihnen wurde gesagt: »Sei froh, daß du überhaupt überlebt hast. Vergiß alles und schau lieber nach vorne!« Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Diese Erinnerungen haben sie bislang in sich verschlossen gehalten, sie trösteten sich mit der Einstellung: »Andere haben es noch viel schlimmer gehabt als wir.«

So wurde eine ganze Generation geprägt: Man funktionierte, baute auf, fragte wenig, jammerte nie, wollte vom Krieg nichts hören - und man konnte kein Brot wegwerfen.
Rezension
»... Sabine Bode hat viele von ihnen zum Sprechen gebracht, das ist ein großes Verdienst. Und sie hat Stellen aus der biografischen Literatur und aus Lebensberichten hinzugezogen, die die affektiven Leerstellen bei vielen Kriegskindern mit emotionalem Leben erfüllen. Sie macht zu Recht deutlich, dass das unverarbeitete Leid der ehemaligen Kriegskinder noch eine große gesellschaftliche Aufgabe darstellt, weil mit dem Beginn des Rentenalters die Überdeckung der Traumata durch Beruf und Arbeit endet. ...«
Tilmann Moser, Psychologie heute, 8/2004

»... Sabine Bode hat viele Kriegskinder in ihrem Buch zu Wort kommen lassen. Diese berichten nach häufigem Abwehren ("es ist doch damals allen schlecht gegangen" oder "sie werden mir doch jetzt kein Trauma einreden wollen"), voll Flucht, Verschüttung, Tieffliegern und Bombenhagel ziemlich distanziert und im Nachhinein wenig betroffen. Gleichzeitig aber kann man häufig besondere Unsicherheiten, Krankheiten, Schwankungen in deren Lebensweg beobachten.«
Marianne Kerres, Pflegemagazin 4.8.2004

»So gelesen, ist Sabine Bodes Buch ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung.«
Gabriele von Arnim, Die Zeit, Literaturbeilage, 19.5.2004

»... Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete.«
Welt am Sonntag, 21.3.2004

»... ein aufschlussreiches und oft anrührendes Buch zum Thema ...
Dass auch die deutsche Zivilbevölkerung unter dem von ihrer Führung begonnenen Krieg gelitten hat, ist zwar schon in den letzten Jahren ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten - vor allem durch die Bücher von Günter Grass und Jörg Friedich -, aber die längerfristigen seelischen Auswirkungen von Bombardierungen und Vertreibung sind bisher kaum erörtert worden. ...
Eine der ersten Publikationen überhaupt zum Thema«
Frank Gerbert, Focus, 1.3.2004
Portrait
Sabine Bode, Jahrgang 1947, begann als Redakteurin beim »Kölner Stadt-Anzeiger«. Seit 1978 arbeitet sie freiberuflich als Journalistin und Buchautorin und lebt in Köln.
Sie ist eine renommierte Expertin auf dem Gebiet seelischer Kriegsfolgen. Ihre Sachbücher »Die vergessene Generation«, »Kriegsenkel«, »Nachkriegskinder« und »Kriegsspuren« sind Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Prof. Dr. med. Luise Reddemann ist Nervenärztin und Psychoanalytikerin.
Seit gut 30 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Trauma und Traumafolgestörungen. Von 1985 bis 2003 war sie Leiterin der Klinik für Psychotherapie und psychosomatische Medizin des Ev. Johannes-Krankenhauses in Bielefeld und entwickelte dort ein Konzept zur Behandlung von Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen, die »Psychodynamisch imaginative Traumatherapie« (PITT).

Luise Reddemann führt zahlreiche Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen durch. Im Rahmen ihrer Honorarprofessur an der Universität Klagenfurt für medizinische Psychologie und Psychotraumatologie widmet sie sich den Arbeitsschwerpunkten Resilienz sowie Folgen von kollektiven Traumatisierungen.
Luise Reddemann war Mitglied im Weiterbildungsausschuss der Deutschen Akademie für Psychotraumatologie, im Wissenschaftlichen Beirat der Lindauer Psychotherapiewochen und in der wissenschaftlichen Leitung der Psychotherapietage NRW.
Luise Reddemanns Bücher und CDs im Verlag Klett-Cotta haben auch bei Betroffenen weite Verbreitung gefunden und vielen Menschen geholfen, mit einer traumatischen Erfahrung besser fertig zu werden.
Zitat
»... Sabine Bode hat viele von ihnen zum Sprechen gebracht, das ist ein großes Verdienst. Und sie hat Stellen aus der biografischen Literatur und aus Lebensberichten hinzugezogen, die die affektiven Leerstellen bei vielen Kriegskindern mit emotionalem Leben erfüllen. Sie macht zu Recht deutlich, dass das unverarbeitete Leid der ehemaligen Kriegskinder noch eine große gesellschaftliche Aufgabe darstellt, weil mit dem Beginn des Rentenalters die Überdeckung der Traumata durch Beruf und Arbeit endet. ...« Tilmann Moser (Psychologie heute, 8/2004) »... Sabine Bode hat viele Kriegskinder in ihrem Buch zu Wort kommen lassen. Diese berichten nach häufigem Abwehren ("es ist doch damals allen schlecht gegangen" oder "sie werden mir doch jetzt kein Trauma einreden wollen"), voll Flucht, Verschüttung, Tieffliegern und Bombenhagel ziemlich distanziert und im Nachhinein wenig betroffen. Gleichzeitig aber kann man häufig besondere Unsicherheiten, Krankheiten, Schwankungen in deren Lebensweg beobachten. Wir könnten, schreibt in einem Nachwort Luise Reddemann, die traumatischen Erfahrungen imaginativ zu einem guten Ende bringen. Wir könnten dafür sorgen vielleicht auch fachliche Hilfe zu bekommen. Auch Freunde können dabei helfen uns anzuhören. Wir könnten dem Kind in uns sagen, dass es recht hat mit seiner Angst und seinem Schmerz. ...« Marianne Kerres (Pfelgemagazin 4.8.2004) Sabine Bodes anrührendes Buch über die Traumata der Kriegskinder ... Und sogleich stellt sich die Frage, ob auch hier der neuen deutschen Lust am Opfersein gefrönt werden soll. Die Skepsis ist nicht berechtigt. Denn der Autorin geht es nicht um moralische Aufrechnung und schon gar nicht um einen neuen Opferkult. Ihr geht es darum, etwas auch benennen zu dürfen, was bisher zu wenig benannt wurde: die Traumata der Kriegskinder. ... So gelesen, ist Sabine Bodes Buch ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung.« Gabriele von Arnim (Die Zeit, Literaturbeilage, 19.5.2004) »... Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete.« (Welt am Sonntag, 21.3.2004) »... ein aufschlussreiches und oft anrührendes Buch zum Thema ... Dass auch die deutsche Zivilbevölkerung unter dem von ihrer Führung begonnenen Krieg gelitten hat, ist zwar schon in den letzten Jahren ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten - vor allem durch die Bücher von Günter Grass und Jörg Friedich -, aber die längerfristigen seelischen Auswirkungen von Bombardierungen und Vertreibung sind bisher kaum erörtert worden. ... Eine der ersten Publikationen überhaupt zum Thema« Frank Gerbert (Focus, 1.3.2004)
… weiterlesen
eBook kaufen
eBook verschenken

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 07.11.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783608105049
Verlag Klett Cotta
Dateigröße 3844 KB
Verkaufsrang 7.017
eBook
7,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
eBook kaufen
eBook verschenken
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

C. Gäbke, Thalia-Buchhandlung Heidenheim an der Brenz

Auch dieser Titel wurde mir von einer Kollegin schmackhaft gemacht. Und wieder lag sie goldrichtig. Ein Thema, das viel zu oft vernachlässigt wird, sehr interessant geschrieben. Auch dieser Titel wurde mir von einer Kollegin schmackhaft gemacht. Und wieder lag sie goldrichtig. Ein Thema, das viel zu oft vernachlässigt wird, sehr interessant geschrieben.

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Wer wissen will, warum man über gewisse Dinge mit den Eltern/Großeltern nicht reden kann, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Sie werden die eigene Familie danach besser verstehen. Wer wissen will, warum man über gewisse Dinge mit den Eltern/Großeltern nicht reden kann, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Sie werden die eigene Familie danach besser verstehen.

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Ein wahnsinnig gutes Buch, das uns Nachfolge-Generationen Verständnis für das Schweigen unserer Eltern gibt... und vielleicht bricht der eine oder andere nach Lektüre sein eigenes. Ein wahnsinnig gutes Buch, das uns Nachfolge-Generationen Verständnis für das Schweigen unserer Eltern gibt... und vielleicht bricht der eine oder andere nach Lektüre sein eigenes.

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Ettlingen

Ein wichtiges Buch mit dem familiäre Zusammenhänge und Verhaltensweisen verdeutlicht werden, die die Kriegskinder bis heute prägen Ein wichtiges Buch mit dem familiäre Zusammenhänge und Verhaltensweisen verdeutlicht werden, die die Kriegskinder bis heute prägen

„Wichtiges Buch“

Susanne Schach, Thalia-Buchhandlung Worms

Der Titel "Die vergessene Generation" begegnete mir zufällig, traf aber einen Nerv, da ich in letzter Zeit über die Kindheit und Jugend meiner eigenen Eltern nachgedacht hatte. Sabine Bode lässt die Menschen sprechen und was sie als Kinder erlebt hatten, würde heute als sehr behandlungswürdig eingestuft, musste damals aber um zu überleben hingenommen und übergangen werden. Auch wollte diese Geschichten natürlich keiner hören, weil wir als Volk eben so viel Schuld auf uns geladen hatten, was Sabine Bode natürlich in keinster Weise in Abrede stellt.
Mir hat das Buch bei der Suche nach der Vergangenheit meiner Familie sehr geholfen.
Der Titel "Die vergessene Generation" begegnete mir zufällig, traf aber einen Nerv, da ich in letzter Zeit über die Kindheit und Jugend meiner eigenen Eltern nachgedacht hatte. Sabine Bode lässt die Menschen sprechen und was sie als Kinder erlebt hatten, würde heute als sehr behandlungswürdig eingestuft, musste damals aber um zu überleben hingenommen und übergangen werden. Auch wollte diese Geschichten natürlich keiner hören, weil wir als Volk eben so viel Schuld auf uns geladen hatten, was Sabine Bode natürlich in keinster Weise in Abrede stellt.
Mir hat das Buch bei der Suche nach der Vergangenheit meiner Familie sehr geholfen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
8
3
1
0
0

von Michaela Gehrke aus Essen am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ein wichtiges Werk zum Verständnis der Kriegskindgeneration, ihren Ängsten und Gedanken, die bisher stumm geblieben sind.

von einer Kundin/einem Kunden aus Bayreuth am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Interessante Studie, die schockierende Details der Kindheit in dieser Phase aufdeckt und bestimmte Verhaltensweisen bis ins höhere Alter erklärt.

Ein wichtiges Buch...
von einer Kundin/einem Kunden aus Mutlangen am 24.11.2015
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ich möchte nur eines sagen: Durch das Lesen in diesem Buch findet meine Mutter -geboren 1943- Antworten auf Fragen, die sie nie stellen konnte und lernt, dass "Wegschieben" keine Lösung war und ist...