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Leben

«Wann passiert es schon, daß einem die Verlängerung des eigenen Lebens angeboten wird?»
Der Anruf kommt um kurz nach zwei. Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon, und eine Stimme sagt: Wir haben ein passendes Spenderorgan für Sie. Auf diesen Anruf hat er gewartet, diesen Anruf hat er gefürchtet. Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und läßt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren.
Von der Geschichte und Vorgeschichte dieser Organtransplantation handelt «Leben»: von den langen Tagen und Nächten im Kosmos Krankenhaus neben den wechselnden Bettnachbarn mit ihren Schicksalen und Beichten - einem Getränkehändler etwa, der heimlich seine Geliebte besucht, oder einem libanesischen Fleischer, der im Bürgerkrieg beide Brüder verlor. Beim Zuhören bemerkt er zum ersten Mal, daß auch er schon ein Leben hinter sich hat. Und da, in seinem weißen Raumschiff Krankenbett, unterwegs auf einer Reise durch Erinnerungs- und Sehnsuchtsräume, kreisen die Gedanken: Wen hat er geliebt? Für wen lohnt es sich zu leben? Und welcher Mensch ist gestorben, so daß er weiter leben kann, möglicherweise als ein anderer als zuvor?
David Wagner hat ein berührendes, nachdenklich stimmendes, lebenskluges Buch über einen existentiellen Drahtseilakt geschrieben. Ohne Pathos und mit stilistischer Brillanz erzählt er vom Lieben und Sterben, von Verantwortung und Glück - vom Leben, das der Derwisch eine Reise nennt.
«David Wagner berührt die ganz großen Fragen. Was heißt es, auf der Welt zu sein? Was ist das Leben?»
Dirk Knipphals, die tageszeitung
Rezension
«Leben» ... ist das literarische Ereignis des Frühjahrs. Das Buch ist in all seinem Raffinement und seiner Beschreibungskunst die organische Fortschreibung eines Werks, das bereits zu den bemerkenswertesten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zählte.
Portrait

David Wagner, 1971 geboren, debütierte mit dem Roman «Meine nachtblaue Hose». Es folgten der Erzählungsband «Was alles fehlt», das Prosabuch «Spricht das Kind», die Essaysammlungen «Welche Farbe hat Berlin» und «Mauer Park», die Kindheitserinnerungen «Drüben und drüben» (mit Jochen Schmidt), der Roman «Vier Äpfel», der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, und «Ein Zimmer im Hotel». 2013 wurde ihm für sein Buch «Leben» der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war erster «Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor für Weltliteratur» an der Universität Bern. «Der vergessliche Riese» brachte ihm 2019 den Bayerischen Buchpreis und eine Platzierung auf der Shortlist für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis ein. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin.

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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.02.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783644028111
Verlag Rowohlt Verlag
Dateigröße 807 KB
Verkaufsrang 40256
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Buchhändler-Empfehlungen

Gewinner des Leipziger Buchpreis 2013

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

David Wagner ist ein mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneter Autor und Journalist, der zeitweise für die „FAZ“ und „Die Zeit“ geschrieben hat. Er leidet unter einer Autoimmunhepatitis und war deshalb auf eine Lebertransplantation angewiesen. Diese Erfahrung hat er in seinem Roman „Leben“ verarbeitet. Dieser Roman besteht aus 277 Schnipseln, die die unterschiedlichsten Themen behandeln. Er beginnt mit der Zeit, als er ins Krankenhaus kommt, weil er innerlich zu verbluten droht. Er beschreibt seine Krankheit, die bei ihm schon als Kind festgestellt wurde, seine Empfindungen. Und er erinnert sich zurück an seine Kindheit und Jugend. Als er gesundheitlich wieder einigermaßen stabil ist, wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Nachdem endlich ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, geht er wieder für lange Zeit ins Krankenhaus und danach in die Reha. Was sich hier so einfach anhört, ist es natürlich nicht. Der Autor ist zeitweise extrem geschwächt, kann nicht wirklich etwas machen. Nach der Transplantation muss er extrem vorsichtig sein, damit das neue Organ nicht wieder abgestoßen wird. Und natürlich macht er sich Gedanken darüber, wo dieses Organ herkommt. Denn schließlich musste dafür ein Mensch sterben. Wer war dieser Mensch? Wie ist er zu Tode gekommen? Und übernimmt man mit einem Organ auch etwas von der Psyche des Menschen? Das Buch ist sprachlich gut geschrieben, es war interessant zu lesen und ich habe viel zum Thema Organtransplantation gelernt. Es ist ein sehr persönliches Buch, aber trotzdem hat es mich nie wirklich berührt. Irgendwie hat es mich aber trotzdem kalt gelassen. Vielleicht liegt der Fehler darin, dass es als Roman bezeichnet wird. Es liest sich nämlich nicht wie ein Roman, sondern als sehr persönlichen und gleichzeitig philosophischen Erfahrungsberichts eines unmittelbar Betroffenen.

Leben

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

„Leben“ ist ein berührendes Protokoll einer Krankheit. Wagner erzählt die Geschichte einer Organtransplantation. „Kurz nach zwei kommt der Anruf: Wir haben eine Leber für sie“. Auf diesen Anruf hat er gewartet und zugleich gefürchtet. Mit einer sehr direkten Sprache, Humor und Melancholie beschreibt er diese existenzielle Erfahrung. Der Ich-Erzähler lässt uns an seinen Gedanken, die größtenteils im Krankenbett entstehen, intensiv teilhaben. Die Zeit ist nicht mehr greifbar – sie steht scheinbar. Der Roman ist auch in seiner äußeren Form außergewöhnlich. Neben dem gelungenen Schutzumschlag hat das Buch mittig zwei unbedruckte graue Seiten. Damit zeigt der Autor gefühlvoll und ohne Pathos das Leben vor und nach der Organtransplantation. Sensibel wandern die Gedanken des Erzählers zu dem anderen Menschen, durch dessen Tod sein Leben ermöglicht wird. Was war es für ein Mensch? Für wen lohnt es sich zu leben? Wagners Thema geht uns alle an. Mit Brillanz erzählt er vom Lieben und Sterben und vom Glück am Leben zu sein. Zu Recht bekam Wagner für seinen grandiosen Roman den Preis der Leipziger Buchmesse 2013!

Kundenbewertungen

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Aus privatesten Krankheitserlebnissen wird richtig gute Literatur für Alle!
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 30.09.2014
Bewertet: Einband: Taschenbuch

David Wagner macht mit seinem Buch "Leben" die ganz persönliche Grenzerfahrung einer Lebertransplantation zu einer allgemeingültigen Leseerfahrung für Alle. Bei der letzten Seite merke ich, wie froh ich bin, dass der Autor das alles so gut überstanden, überlebt hat.

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben
von einer Kundin/einem Kunden am 21.03.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eines der stärksten Bücher in diesem Frühjahr. In Leipzig zu Recht als Gewinner gewählt. Die Geschichte des Autors, vor, und nach seiner Lebertransplantation geht nicht nur deswegen unter die Haut, weil so spannend geschrieben, sondern weil man sich mühelos in das Schicksal Wagners einfühlen kann, mitleidet, mit erfreut. Das Leb... Eines der stärksten Bücher in diesem Frühjahr. In Leipzig zu Recht als Gewinner gewählt. Die Geschichte des Autors, vor, und nach seiner Lebertransplantation geht nicht nur deswegen unter die Haut, weil so spannend geschrieben, sondern weil man sich mühelos in das Schicksal Wagners einfühlen kann, mitleidet, mit erfreut. Das Leben mit all seinen Facetten, ein großartiges Werk!

Lebens- und Lesenswert
von Jens Paller aus Neuss am 06.03.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es ist ja nicht einfach, mit Büchern, die das Thema Krankheit oder gar Transplantation (was vom Autor im Buch etymologisch seziert wird) behandeln. Das ganze noch als Roman, als Unterhaltung. David Wagner ist hier ein grosses Buch gelungen. Es beginnt zu Hause mit einem Glas Apfelmus und viel Blut. Dem Autor ist schon seit sei... Es ist ja nicht einfach, mit Büchern, die das Thema Krankheit oder gar Transplantation (was vom Autor im Buch etymologisch seziert wird) behandeln. Das ganze noch als Roman, als Unterhaltung. David Wagner ist hier ein grosses Buch gelungen. Es beginnt zu Hause mit einem Glas Apfelmus und viel Blut. Dem Autor ist schon seit seiner Kindheit bekannt, dass seine Leber nicht richtig arbeitet und nur ein Spenderorgan helfen kann. Allein das Kapitel des WARTENS auf diese Spende gehört zum zeitgenössisch stärksten, was ich seit längerem gelesen habe. Dann der rettende Anruf. Eine schwarze Doppelseite in der Mitte leitet das neue Leben und die neue Leber ein. Wie wird der Körper hierauf reagieren, wer war wohl der Spender? Was ist ihm oder ihr passiert? Eine grosse Reflexion, ein starkes Buch.