Bunt und gesund. Alles mit Tomaten.

Das beste Rezepte Kochbuch

Susanne Reininger

Über die Begeisterung für Ochsenherzen, Bananenbeine und Schwarze Prinzen

„Finger weg!“ steht auf dem kleinen Schild mitten in einem
vielfarbigen Tomatenmeer – von Schneeweiß, Zitronengelb und
Orange über Grasgrün und Violett bis Rotbraun. Eine Warnung
an Langfinger? Aber wo soll ich den „Mundraub“ verstecken,
wie der Diebstahl von Essbarem in der Juristensprache heißt?
In meiner Jackentasche? Zwischen meinen Einkäufen im Rucksack?
Die Beute wäre im Nu zerdrückt und im schlimmsten Falle
Matsch. Denn die Tomate ist eines der empfindlichsten Gemüse.
Deshalb „Finger weg!“ – Anfassen verboten! An diesem Samstagmorgen
auf dem Offenbacher Wochenmarkt habe ich gelernt,
mit respektvollem Abstand auf die Tomatensorte meiner Wahl zu
deuten.
Zuvor war ich ein bekennender Nichtesser des sensiblen Nachtschattengewächses,
das meiner Erfahrung nach rot, rund und
fade war: eine aromatische Nullnummer, die bestenfalls grasigbitter
schmeckte, ein „holländischer Wasserspeicher“. Doch an
jenem Tag war ich reif für die kulinarische Offenbarung. Meine
Überzeugung „Tomaten mag ich nicht!“ ließ Marktfrau Heidi
Jung nicht gelten und konterte: „Mädsche, schwätz net, erst
wird probiert!“ Sie hält mir ein Stück Ochsenherz-Tomate entgegen.
Ich beiße in herzhaftes Fruchtfleisch mit saftig-süßem Aroma.
Heidi und das Ochsenherz bekehren mich auf der Stelle: So
gut können Tomaten schmecken? Ich kuriere meine Phobie mit
fünf prallen Papiertüten, weil ich mich einfach nicht entscheiden
kann zwischen „Chocolate Stripes“, „Banana Legs“, „Black
Prince“, dem „Tanz mit Schlümpfen“ und all den anderen Sorten,
deren exotische Namen auf den kleinen Schildern zu lesen sind.
Gärtnerin Jung beschriftet in dieser Saison fast 140 Schildchen,
deren Namensträger fast ebenso viele Farbnuancen und die unterschiedlichsten
Geschmacksrichtungen aufweisen.
Über die Begeisterung für Ochsenherzen, Bananenbeine
und Schwarze Prinzen
Vorwort | 9
Lauter kleine kulinarische Reisen rund um die Welt: Die „Banana
Legs“ zum Beispiel ist eine Neuheit aus Australien, die Samen
der „glick 18“ wurden im Mittleren Westen der USA gezüchtet,
die „gregoris altai“ stammt aus Polen.
In den Sommermonaten, von Juni bis September, ist Heidis
riesiges Tomatenuniversum an ihrem Marktstand versammelt.
Doch wer in der Saison erst nach elf Uhr vorbeischaut, steht vo r
fast leeren Körben. Denn die Kunden kommen scharenweise zum
Staunen, Probieren und Mitnehmen. So wie ich, als ich zum ers -
ten Mal vor Heidis Tomatenmeer stand. Seitdem bin ich süchtig
nach Tomaten grown by Heidi.
„Andere gehen in die Stadt Schuhe kaufen, ich schaue in
Samengeschäften
nach neuen Tomatensorten“, beschreibt sie
ihr ungewöhnliches Hobby. Angefangen hat Heidis Leidenschaft
im Jahr 2007, als sie zum ersten Mal gelbe Tomaten anbaute. Ein
Jahr später legte sie sich einen Computer zu und gab „Tomaten“
in eine Suchmaschine ein. „Ich hab‘ dann einfach Samen
aus allen möglichen Teilen der Welt bestellt, weil ich ausprobieren
wollte, welche Sorten auch hier in der Region wachsen
können.“ Der Versuch war mehr als erfolgreich: Fast alle Sorten
gediehen prächtig unter Heidis „rotem Daumen“. Jahr um Jahr
wuchs ihr Tomatenuniversum von einem Dutzend bis hin zu weit
über 100 verschiedenen Sorten. „Kein anderes Gemüse bietet
diese unglaubliche Sorten- und Geschmacksvielfalt“, sagt die
Gärtnerin aus dem Frankfurter Stadtteil Oberrad, der nur einen
Katzensprung vom Offenbacher Wochenmarkt entfernt ist. Dort
verkauft sie in vierter Generation erntefrisches Gemüse aus ihrer
Familiengärtnerei.
„Tomaten musst du mit Hingabe pflegen!“, kommentiert Heidi
Jung ihren Ruf als ungekrönte hessische „Tomatenkönigin“.
Ihr Hobby erfordert viel Zeit, Geduld und Fingerspitzengefühl.

Tomatenpflanzen brauchen einen guten, humusreichen Boden
mit Spurenelementen wie Kalium, Magnesium und Kalzium. In
den ersten drei bis vier Wochen bloß nicht düngen. Höchstens
mit etwas Hornspänen und auf keinen Fall mit Stickstoffdünger,
der geht ins Blatt, aber nicht in die Frucht“, weiß Heidi und
ergänzt: „Als organischen Dünger verwende ich auch Steinmehl.
Das verbessert den Boden und das Eigenaroma der Tomaten.“
Aus Heidis Know-how und meiner Experimentierfreude als
leidenschaftlicher Gerneköchin ist dieses Buch entstanden. Im
Laufe einer Tomatensaison habe ich mehr als 70 Kilo Paradiesäpfel
verarbeitet, um sie in Salate, Suppen, köstliches Fingerfood,
Gerichte mit und ohne Fleisch, Brot, Kuchen und Desserts zu
verwandeln. Ich habe über 100 Rezepte entwickelt, verfeinert
oder zurück in die Gegenwart geholt, wie zum Beispiel die ge -
füllten „Tomaten im Retro-Look“. Über 90 der besten sind auf den
folgenden Seiten versammelt: Rezepte, in denen Tomaten stets
die aromatische Hauptrolle spielen – ob gebacken, im Ofen ge -
trocknet, püriert, geschmort oder einfach pur. Dass die Gerichte
überwiegend vegetarisch sind, hat sich einfach so ergeben.
Auf 200 Seiten wollen wir Ihnen Lust auf Tomaten machen und
zeigen, wie vielfältig dieses Gemüse ist. Erfahren Sie Wundersames
und Wissenswertes über die Welt der Tomaten, erproben Sie
Heidis Profi-Tipps für die bestmögliche Zubereitung der sensiblen
Früchtchen, kochen und genießen Sie einfach!
Viel Spaß beim Entdecken und Essen!
Susanne Reininger
Buch (Kunststoff-Einband)
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16,80
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Beschreibung

Die 100 Sorten der Frankfurter Tomatenkönigin

Die Frankfurter Gärtnerin Heidi Jung baut über 100 Sorten Tomaten in ihren Gewächshäusern an und hat mit ihrer Leidenschaft auch die Autorin Susanne Reininger begeistert. Denn Tomaten sind nicht nur rot. Sie gedeihen in ganz verschiedenen Farben und Formen – und bieten überraschende Aromen: Von
der sonnengelben Ananastomate über die pechschwarze „Miss Kennedy“ bis zur rotbraunen, herzhaften Toman.
Dieses Koch- und Lesebuch versammelt mehr als 90 tolle Tomatenrezepte zum Entdecken und Genießen für jede Jahreszeit. Zum Löffeln, zum Gabeln, zum Naschen und zum Mitnehmen. Wie wär‘s mit Tomaten im Schlafrock oder einem fruchtig-süßen Tomaten-Tiramisu?
Die Zubereitung ist ganz leicht! Neben pfiffigen Gerichten, fotografiert von Markus Kirchgessner, bietet das Buch alles Wissenswerte und viel Spannendes rund um die gesunde Liebesfrucht.

Produktdetails

Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 200
Erscheinungsdatum 17.07.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86314-233-9
Verlag CoCon-Verlag
Maße (L/B/H) 21,8/18/2,2 cm
Gewicht 636 g
Abbildungen mit farbigen Abbildungen
Auflage 1
Fotografen Markus Kirchgessner

Kundenbewertungen

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  • Artikelbild-0
  • Rezeptverzeichnis 26
    Von Konserven, Kernen und Kneipchen 28
    10 rote Gebote 30
    Tomaten und Wein 32
    Vielfalt der Tomaten 34
    Tomate zum Löffeln 36
    Wussten Sie, dass ... 55
    Tomate zum Reinbeissen 58
    Wussten Sie, dass ... 76
    Tomate zum Gabeln 78
    Salat 80
    Wussten Sie, dass ... 98
    Gemüse 100
    Wussten Sie, dass ... 119
    Fisch & Fleisch 120
    Wussten Sie, dass ... 136
    Pasta & Risotto 138
    Tomate zum Naschen 154
    Wussten Sie, dass ... 171
    Tomate zum Aufbewahren 172
    Danke 200