Nicht ganz schlechte Menschen

Roman

(3)
1915 kommt ein Zwillingspaar zur Welt, das gegensätzlicher nicht sein könnte: Max und Karl sind zeit ihres Lebens Kontrahenten und bleiben doch eng verbunden. Als es ihnen im Deutschland der dreißiger Jahre zu eng wird, fliehen sie mit der Prostituierten Ellie nach Frankreich. Als Illegale suchen sie in Paris ihr Glück – und finden das Leben. Zwischen liebeshungrigen Hoteliers und Schach spielenden Buchhändlern, zwischen Mordanschlägen und Affären geraten die drei in einen rasenden Reigen, der sie schwindelig werden lässt. Dass Karl aufbricht, um im Spanischen Bürgerkrieg für eine bessere Welt zu kämpfen, macht die Lage nicht einfacher.
Helmut Kraussers neuer Roman verflicht meisterhaft die Erschütterungen der 1930er-Jahre mit den turbulenten Lebensläufen dreier Menschen.
Rezension
Ein quirliges Buch, das die politischen, ideologischen und geistesgeschichtlichen Strömungen einer Epoche mit Rasanz aufnimmt und anhand der Biographien der Brüder Loewe durcherzählt.“
BUCHJOURNAL

„Jeder Romancier müsse lernen, ‚dass der Leser vor allem liest, was er auf sich bezieht‘ – und dafür macht Kraussers Buch ein wirklich großes Angebot.“
KÖLNER STADT-ANZEIGER/ RHEIN-SIEG AUSGABE

„Ein grandioser Roman über Umstürze, Ideen, den Krieg und die Liebe“
ANNABELLE

„Mit liebenswürdigen wie unvollkommenen Figuren gelingt es Krausser, die Zeit aufleben zu lassen und das Klima jener Epoche genau zu erfassen.“
BERLINER MORGENPOST

„Ein rauschhafter Großroman.“
NIDO

„Helmut Kraussers neuer Roman verflicht meisterhaft die Erschütterungen der 1930er-Jahre mit den turbulenten Lebensläufen dreier Menschen.“
BUCH-MAGAZIN

„Krausser hat ein unterhaltsames, wohltuendes Buch geschrieben. Witz und Leichtigkeit und eine angenehme Bettwärme zeichnen es aus. Die Stärke des Buchs ist seine Leichtgewichtigkeit, die Beschreibung des Lebens als Folge von Unabwägbarkeiten.“
BERLINER ZEITUNG

„Ein packender, überaus interessanter Streifzug durch das Europa der fiebrigen dreißiger Jahre.“
KLEINE ZEITUNG EMSTAL

„Es ist ein origineller Blick auf die Phase vor dem Zweiten Weltkrieg. […] Besonders der Blick auf den Spanischen Bürgerkrieg als Vorläufer des Zweiten Weltkriegs bringt dem Leser viele wenige geläufige Einsichten. Auch verfolgt man gebannt die Schicksale der Hauptfiguren, die nie ganz gut, aber eben auch nie ganz schlecht reden und handeln: Schlichte Schwarz-Weiß-Malerei ist trotz klarer und einfacher Sprache Kraussers Sache nämlich nicht.“
MAIN ECHO

„Krausser erzählt von diesen Jahren mit Freude an kuriosen Wendungen, mit Lust an der Kolportage, durchaus auch mit großer Leichtigkeit und Witz (…) eine stilistische Parodie und Hommage an die Literatur der Zwanziger- und Dreißiger Jahre. Als Vorlage für einen turbulenten Kostümfilm in den Kulissen des swingenden Berlin und Paris ist das Buch jedenfalls wunderbar geeignet.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

„Ein unterhaltsames Buch, geschrieben voller Witz und Leichtigkeit. Die Stärke des Romans ist sein Humor, die Beschreibung des Lebens als Folge von Unabwägbarkeiten.“
SCHWERINER VOLKSZEITUNG

„Ein lebendiges, mitreißendes Panorama der 20-er und 30-er Jahre. Ein sprachlicher und intellektueller Genuss!“
MDR DREI LÄNDER NACHT

„Wie Krausser die komplizierten menschlichen und sexuellen Verhältnisse und Winkelzüge seiner Protagonisten schildert, zeugt von großer psychologisch-analytischer Einsicht.“
BR DIWAN
Portrait
Helmut Krausser, geboren 1964, lebt in Berlin. Bei DuMont erschienen neben dem Gedichtband ›Plasma‹ (2007), ›Verstand und Kürzungen‹ (2014), die Romane ›Eros‹ (2006), ›Die kleinen Gärten des Maestro Puccini‹ (2008), ›Einsamkeit und Sex und Mitleid‹ (2009) ›Die letzten schönen Tage‹ (2011) und ›NIcht ganz schlechte Menschen‹ (2012) sowie die Tagebücher ›Substanz‹ (2010) und ›Deutschlandreisen‹ (2014) und der Kriminalroman ›Aussortiert‹ (DuMont Taschenbuch 2011). Seine Romane ›Der große Bagarozy‹, ›Fette Welt‹ und ›Einsamkeit und Sex und Mitleid‹ wurden fürs Kino verfilmt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 576
Erscheinungsdatum 13.02.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-6257-3
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 19,1/12,6/3,6 cm
Gewicht 500 g
Auflage 1. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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„Geschichte anders“

Florian Kuhrt, Thalia-Buchhandlung Ingolstadt

Ein unterhaltsamer Roman in Zeiten beider Weltkriege; ein Spiegelbild der Geschichte mit dokumentarischen Einsprengseln, ein Sittenpanorama aus der Sicht dreier deutscher - im Ausland lungernder - Lebenskünstler, die sich von den Geschehnissen ihrer Zeit treiben lassen und immer weiter machen, ohne wirkliches Ziel.
Dies ist beileibe nicht einer von Kraussers besten Romanen; es fehlen die Pointen, die Druckpunkte, die Wucht vergangener Werke.
Was diesen Roman dennoch empfehlenswert macht, ist die geradezu ungeheuerliche Macht Kraussers über die deutsche Sprache.
Wie einen Thomas Bernhard oder einen Nietzsche muss man sowas einfach mal gelesen haben.
Komischerweise wirkt die Sprache nie gestelzt (wie bei Pleschinskis "Königsallee") und zugleich wird in diesem - durchaus auch politischen - Roman nicht mehr versprochen als man bekommt (wie bei Hennings "Ein deutscher Sommer").
Dies ist schlicht ein netter Pageturner in Zaubersprache für politisch und historisch interessierte Leser.
Ein unterhaltsamer Roman in Zeiten beider Weltkriege; ein Spiegelbild der Geschichte mit dokumentarischen Einsprengseln, ein Sittenpanorama aus der Sicht dreier deutscher - im Ausland lungernder - Lebenskünstler, die sich von den Geschehnissen ihrer Zeit treiben lassen und immer weiter machen, ohne wirkliches Ziel.
Dies ist beileibe nicht einer von Kraussers besten Romanen; es fehlen die Pointen, die Druckpunkte, die Wucht vergangener Werke.
Was diesen Roman dennoch empfehlenswert macht, ist die geradezu ungeheuerliche Macht Kraussers über die deutsche Sprache.
Wie einen Thomas Bernhard oder einen Nietzsche muss man sowas einfach mal gelesen haben.
Komischerweise wirkt die Sprache nie gestelzt (wie bei Pleschinskis "Königsallee") und zugleich wird in diesem - durchaus auch politischen - Roman nicht mehr versprochen als man bekommt (wie bei Hennings "Ein deutscher Sommer").
Dies ist schlicht ein netter Pageturner in Zaubersprache für politisch und historisch interessierte Leser.

„Meisterwerk.“

Moritz Revermann, Thalia-Buchhandlung Neuss

Fangen wir mal ganz vorne an: Die Covergestaltung des neuen Krausser ist ein Eyecatcher und wurde thematisch und ästhetisch auf den Roman abgestimmt. Da hat sich mal jemand Mühe gegeben, so dass der Anzug zum Inhalt passt. Bemerkenswert insofern, als dass dies heutzutage kaum noch vorkommt.

Romane mit mehr als 450 Seiten sind mir eigentlich per se suspekt, da so manches literarisches Leichtgewicht erzählerische Qualität durch Quantität verwässert. Krausser ist inzwischen ein Schwergewicht der Szene, der ohne Mühe über 12 Runden gehen kann. Nach 572 Seiten hätte ich mir weitere 500 gewünscht, - nicht eine Zeile lies Langeweile aufkommen. Krausser in Höchstform, angespannt über die volle Distanz, durchtrainiert und sehnig, Bonmots wie Jabs abfeuernd, und das Ganze mit Eleganz und Lässigkeit erzählt.

Die Zwillingsbrüder Max und Karl Loewe, völlig unterschiedlich in ihren Ansichten, aber eben doch Brüder im Leben, bilden die dialektischen Pole des Romans; trifft pragmatischer Kommunist (Karl) auf theoretischen Faschist (Max, - eigentlich romantischer Nihilist), so entspannen sich wundervolle Dialoge:

"Nietzsche hatte überhaupt sehr viel, wenn nicht alles vorhergesagt, giftete Karl. Der erste Satz des Zarathustra werde irgendwann noch als Ankündigung der Quantenmechanik gelten. Kleingeist! rief Max. Großkotz! schrie Karl zurück."

Das Salz in der End-Weimaraner Suppe ist Ellie, durch und durch lebenstüchtige Prostituierte, die neben ihren weiblichen Qualitäten auch noch eine Mutterrolle für Max (aber auch Karl) ausfüllt. Berlin, durch das sich zuschnürende Nazi-Korsett wird es den Dreien dort zu luftarm und so fliehen sie in das noch pulsierende Paris. Karl zieht weiter nach Spanien, kämpft auf seine Weise mit gegen Franco, kehrt ziemlich desillusioniert nach Paris zurück... Man kann diesen Roman nicht nacherzählen...

Das Biographische ist von je her Kraussers Stärke und wenn es ein Genre 'Romanbiographie' gäbe, so wäre er Großmeister auf diesem weiten Feld. Menschliche Tiefe, politisches Geschehen, - Krausser versteht es, jedwede Strömung auszuloten und in einer packenden Geschichte darzubieten. Genau wie der Titel des Romans ist dieser Stoff das unprätentiöseste sprachliche Gebilde des Bücherherbstes 2012. Wertvoll. Lesen!
Fangen wir mal ganz vorne an: Die Covergestaltung des neuen Krausser ist ein Eyecatcher und wurde thematisch und ästhetisch auf den Roman abgestimmt. Da hat sich mal jemand Mühe gegeben, so dass der Anzug zum Inhalt passt. Bemerkenswert insofern, als dass dies heutzutage kaum noch vorkommt.

Romane mit mehr als 450 Seiten sind mir eigentlich per se suspekt, da so manches literarisches Leichtgewicht erzählerische Qualität durch Quantität verwässert. Krausser ist inzwischen ein Schwergewicht der Szene, der ohne Mühe über 12 Runden gehen kann. Nach 572 Seiten hätte ich mir weitere 500 gewünscht, - nicht eine Zeile lies Langeweile aufkommen. Krausser in Höchstform, angespannt über die volle Distanz, durchtrainiert und sehnig, Bonmots wie Jabs abfeuernd, und das Ganze mit Eleganz und Lässigkeit erzählt.

Die Zwillingsbrüder Max und Karl Loewe, völlig unterschiedlich in ihren Ansichten, aber eben doch Brüder im Leben, bilden die dialektischen Pole des Romans; trifft pragmatischer Kommunist (Karl) auf theoretischen Faschist (Max, - eigentlich romantischer Nihilist), so entspannen sich wundervolle Dialoge:

"Nietzsche hatte überhaupt sehr viel, wenn nicht alles vorhergesagt, giftete Karl. Der erste Satz des Zarathustra werde irgendwann noch als Ankündigung der Quantenmechanik gelten. Kleingeist! rief Max. Großkotz! schrie Karl zurück."

Das Salz in der End-Weimaraner Suppe ist Ellie, durch und durch lebenstüchtige Prostituierte, die neben ihren weiblichen Qualitäten auch noch eine Mutterrolle für Max (aber auch Karl) ausfüllt. Berlin, durch das sich zuschnürende Nazi-Korsett wird es den Dreien dort zu luftarm und so fliehen sie in das noch pulsierende Paris. Karl zieht weiter nach Spanien, kämpft auf seine Weise mit gegen Franco, kehrt ziemlich desillusioniert nach Paris zurück... Man kann diesen Roman nicht nacherzählen...

Das Biographische ist von je her Kraussers Stärke und wenn es ein Genre 'Romanbiographie' gäbe, so wäre er Großmeister auf diesem weiten Feld. Menschliche Tiefe, politisches Geschehen, - Krausser versteht es, jedwede Strömung auszuloten und in einer packenden Geschichte darzubieten. Genau wie der Titel des Romans ist dieser Stoff das unprätentiöseste sprachliche Gebilde des Bücherherbstes 2012. Wertvoll. Lesen!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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Nicht ganz schlechte Menschen
von Monika Schulte aus Hagen am 10.10.2012
Bewertet: Buch (gebunden)

Helmut Krausser Nicht ganz schlechte Menschen Die 30er Jahre. Die Zwillingsbrüder Max und Karl Loewe und die Prostituierte Ellie. In Deutschland wollen und können sie nicht beiben. Sie fliehen gemeinsam nach Frankreich und leben fortan als Illegale in Paris. Die Brüder, zwar Zwillinge, unterscheiden sich vom Wesen her jedoch sehr stark.... Helmut Krausser Nicht ganz schlechte Menschen Die 30er Jahre. Die Zwillingsbrüder Max und Karl Loewe und die Prostituierte Ellie. In Deutschland wollen und können sie nicht beiben. Sie fliehen gemeinsam nach Frankreich und leben fortan als Illegale in Paris. Die Brüder, zwar Zwillinge, unterscheiden sich vom Wesen her jedoch sehr stark. Immer stehen sie irgendwie in Konkurrenz zueinander. Der Leser nimmt die Geschichten der Brüder wie eine Biografie wahr. Immer besser lernt man die beiden kennen. Der Autor lässt aber auch die Zeichen der Zeit nicht außer Acht. Krieg, Umstürze, aber auch die Liebe kommen nicht zu kurz. Ein Roman, in dessen Erzählweise ich mich erst hineinfinden musste, dann aber immer begeisterter gelesen habe. Mein erster Krasser-Roman und bestimmt nicht mein letzter!