Im Namen des Volkes

Ermittlungs- und Gerichtsverfahren in der DDR gegen Nazi- und Kriegsverbrecher

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Noch immer sitzt man in Deutschland über Nazitäter zu Gericht. Seit über siebzig Jahren. Die ersten Verfahren fanden im Sommer 1945 statt. Die Strafverfolgung von Kriegsverbrechern und KZ-Mördern ist inzwischen selbst Geschichte. In Amsterdam wurde sie erforscht. Prof. Rüter und sein Team dokumentierten in 63 Bänden die Strafprozesse in Europa. Mit seiner Unterstützung und in jahrelanger akribischer Arbeit entstand das hier vorliegende Kompendium. Erstmals werden in einem Band sämtliche Ermittlungs- und Gerichtsverfahren gegen Nazi- und Kriegsverbrecher von 1945 bis 1989 in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR aufgelistet, die Tötungsverbrechen betrafen. Beide Autoren arbeiteten seit den 60er Jahren selbst als Ermittler. Sie sind sachkundig und legen hier ein Standardwerk vor, auf das man noch in Jahrzehnten zurückgreifen kann.
Portrait
Dieter Skiba, geboren 1938, Diplomjurist, über zwei Jahrzehnte führend tätig bei der Verfolgung und Aufklärung von Nazi- und Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Reiner Stenzel, geboren 1942, Untersuchungsführer und Vernehmer von etlichen namhaften und später hingerichteten Nazitätern, darunter Josef Blösche, der im Warschauer Ghetto tausende Menschen ermordete.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 464
Erscheinungsdatum 18.07.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-360-01850-2
Reihe Edition Ost
Verlag Das Neue Berlin
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/4,5 cm
Gewicht 613 g
Auflage 1. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
29,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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IM NAMEN DES VOLKES - Akribische Auflistung der ostdeutschen Ermittlungs- und Gerichtsverfahren gegen Nazi- und Kriegsverbrecher
von j.h. aus Berlin am 31.07.2016

26 Jahre nach dem Ende des zweiten deutschen Staates wird in einem bewussten medialen Konsens mehr und mehr verdrängt, dass die DDR in Sachen Verfolgung faschistischer Verbrechen und der daran Beteiligten deutlich konsequenter war als ihr westliches Pedant. "Die Deutsche Demokratische Republik war ein antifaschistischer Staat. Er wurde von... 26 Jahre nach dem Ende des zweiten deutschen Staates wird in einem bewussten medialen Konsens mehr und mehr verdrängt, dass die DDR in Sachen Verfolgung faschistischer Verbrechen und der daran Beteiligten deutlich konsequenter war als ihr westliches Pedant. "Die Deutsche Demokratische Republik war ein antifaschistischer Staat. Er wurde von aktiven Nazigegnern aufgebaut und gestaltet. Die juristische Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechern gehörte ebenso zum Staatscredo wie die Überwindung jeglichen rassistischen, antisemitischen, chauvinistischen und militaristischen Denkens. ... Nicht erst mit dem Ende der DDR, aber seither in besonderem Maße, wird deren antifaschistischer Charakter von ideologischen Gegnern und Kritikern infrage gestellt und als 'Gründungsmythos' denunziert. Vor allem soll damit die Legitimation dieses Staates bestritten und die BRD weißgewaschen werden." (S. 7) Um derartiger Legendenbildung entgegenzuwirken, haben die Autoren Dieter Skiba (*1938) und Reiner Stenzel (*1942) akribisch die zwischen 1945 und 1989 in der sowjetisch besetzten Zone sowie nachfolgend in der DDR erfolgten Ermittlungs- und Gerichtsverfahren dokumentiert. Beide waren im Ministerium für Staatssicherheit im Bereich der Aufklärung von Nazi- und Kriegsverbrechen tätig und sind daher auch mit einem Teil der Fälle schon aus jener Zeit vertraut. Insgesamt 12881 Nazi- und Kriegsverbrecher sind zwischen 1945 und 1989 in Ostdeutschland ermittelt und verurteilt worden. Dabei wurde 127 Mal das Todesurteil vollstreckt. In der Einführung erläutern die Autoren neben Grundlagen der Verurteilungen die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit bei der Suche und Verfolgung von Nazi-Verbrechern. Nachfolgend werden einige ausgewählte Verfahren zu bestimmten Verbrechenskomplexen und Tätergruppen dargestellt. Die zwischen dem 21. April und 29. Juni 1950 im Zuchthaus von Waldheim durchgeführten Prozesse werden an 91 herausragenden Fällen gezeigt. Im Hauptteil des Buches (ab Seite 146) sind in einer Gesamtübersicht jene 839 Vorgänge aufgelistet, die zwischen 1945 und Mai 1990 vor Gericht verhandelt wurden, wobei wegen der Erfordernisse des bundesdeutschen Datenschutzes die Namen der meisten Angeklagten nur verkürzt wiedergegeben werden können. Neben der Anklage in Kurzform werden Urteil und Datum des Gerichtsentscheids sowie eventuelle Revisionen nach 1990 benannt. Der Auflistung liegen die Dokumentationen des holländischen Experten Prof. Christiaan F. Rüter zu Grunde, aus denen die ostdeutschen Fälle herausgelöst wurden. Das in der edition ost im Verlag Das Neue Berlin veröffentlichte Buch hat als Standardwerk zur Dokumentation des antifaschistischen Erbes der DDR in Zukunft ähnliche Bedeutung wie das 1965 erstmals veröffentlichte "Braunbuch".