Nacht ist der Tag

Roman

(10)
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 26.08.13
Gillian ist eine Frau, die den Lebensfaden verloren hat und versucht, ihn wieder zu finden. Das Buch stellt somit die Frage: Was ist, wenn man lebt, einem das Leben aber abhanden gekommen ist? Von diesem Schicksal handelt der neue Roman vom feschen Schweizer Peter Stamm. Klar, fein, einfühlsam, so schreibt Peter Stamm. Seine Eleganz des Erzählens von menschlichen Gefühlswelten, von Liebenden und Trauernden, ist literarische Kunst. Nacht ist der Tag will einem sagen, horch was das Leben dir aufzeigt. Auch aus scheinbar unlösbaren Problemen lässt sich ein Weg finden, wenn man ein Künstler des Lebens ist, auch wenn es viele Fallstricke gibt. Peter Stamm schreibt Literatur in seiner schönsten Form.
Portrait

Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt »Agnes« 1998 erschienen sechs weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt die Romane »Weit über das Land« und »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« sowie unter dem Titel »Die Vertreibung aus dem Paradies« seine Bamberger Poetikvorlesungen. »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« ist nominiert für den Schweizer Buchpreis 2018.

Literaturpreise:

Rheingau Literatur Preis 2000
Bodensee-Literaturpreis 2012
Friedrich-Hölderlin-Preis 2014
Cotta Literaturpreis 2017
ZKB-Schillerpreis 2017
Solothurner Literaturpreis 2018
Nominiert für Schweizer Buchpreis 2018

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 25.07.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-075134-8
Verlag S. Fischer
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/2,7 cm
Gewicht 390 g
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Ein Paar streitet, baut einen Unfall, nur die Frau überlebt. Langsam kommt sie mit einem zerstörten Gesicht wieder zurück ins Leben. Behutsam und doch gnadenlos geschrieben. Ein Paar streitet, baut einen Unfall, nur die Frau überlebt. Langsam kommt sie mit einem zerstörten Gesicht wieder zurück ins Leben. Behutsam und doch gnadenlos geschrieben.

Christina Dumke, Thalia-Buchhandlung Brühl

Gillians Schicksal wird von Stamm kühl und dennoch berührend geschildert. Ein ernster, leiser Roman der sich mit existenziellen Lebensfragen auseinander setzt. Gillians Schicksal wird von Stamm kühl und dennoch berührend geschildert. Ein ernster, leiser Roman der sich mit existenziellen Lebensfragen auseinander setzt.

„Leises Kammerspiel“

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Wenige Protagonisten und eine angenehme, kühle Distanz zu den Figuren zeichnen die Werke von Peter Stamm seit Jahren aus. Auch in dem neuen Roman bleibt der Plot überschaubar, obgleich der Autor sich mit dem anspruchsvollen Thema existenzieller Krisen auseinandersetzt. Neu und interessant dabei ist der Wechsel der Sichtweisen zwischen zwei Hauptakteuren (Gillian und Hubert), die beide ihr Leben neu ausrichten müssen. Die Schreibweise des Autors ist gewohnt elegant, stilistisch sauber und schlicht.
„Nacht ist der Tag“ ist vielleicht nicht der beste Peter Stamm. Wie die früheren Werke aber ist der Roman ein gekonnt inszeniertes Kammerspiel, das sich ohne große Überraschungen in die Reihe der anderen Werke des Autors einreiht.
Wenige Protagonisten und eine angenehme, kühle Distanz zu den Figuren zeichnen die Werke von Peter Stamm seit Jahren aus. Auch in dem neuen Roman bleibt der Plot überschaubar, obgleich der Autor sich mit dem anspruchsvollen Thema existenzieller Krisen auseinandersetzt. Neu und interessant dabei ist der Wechsel der Sichtweisen zwischen zwei Hauptakteuren (Gillian und Hubert), die beide ihr Leben neu ausrichten müssen. Die Schreibweise des Autors ist gewohnt elegant, stilistisch sauber und schlicht.
„Nacht ist der Tag“ ist vielleicht nicht der beste Peter Stamm. Wie die früheren Werke aber ist der Roman ein gekonnt inszeniertes Kammerspiel, das sich ohne große Überraschungen in die Reihe der anderen Werke des Autors einreiht.

„Leerstellen“

Florian Kuhrt, Thalia-Buchhandlung Ingolstadt

Peter Stamm schreibt karg und tief. Seine Sätze haben Schatten, die man unterschwellig spürt und fühlt. Was er nicht schreibt - darin steckt die Kunst.

Gefächert in drei Teile sieht der Leser erst durch die Augen der verunglückten Gillian, deren Rekonvaleszenz sie zu sich kommen und begreifen lässt, wer sie eigentlich nicht war.
Jahre nach dem Genesungsprozess schauen wir Hubert, der damaligen Affäre Gillians, über die Schulter. Ein abstoßender Charakter, der in der Rückschau anders wirkt als zunächst durch Gillians Augen.
Zuletzt begegnen sie sich unter anderen Vorzeichen wieder.

Trotz ihrer doppelten Häutung bleibt eine Entwicklung Gillians irgendwie aus; als Leser bleibt man mit dem schalen Gefühl zurück, daß Erfüllung für beide Figuren ein Fremdwort bleiben wird.
Dieser Realismus macht das ruhig kluge Buch aber nicht schlechter, sondern leuchtet aus, was ein Mensch sein will, ist und kann. Nicht ganz so stark wie der Vorgängerroman "Sieben Jahre", aber nahe dran.
Peter Stamm schreibt karg und tief. Seine Sätze haben Schatten, die man unterschwellig spürt und fühlt. Was er nicht schreibt - darin steckt die Kunst.

Gefächert in drei Teile sieht der Leser erst durch die Augen der verunglückten Gillian, deren Rekonvaleszenz sie zu sich kommen und begreifen lässt, wer sie eigentlich nicht war.
Jahre nach dem Genesungsprozess schauen wir Hubert, der damaligen Affäre Gillians, über die Schulter. Ein abstoßender Charakter, der in der Rückschau anders wirkt als zunächst durch Gillians Augen.
Zuletzt begegnen sie sich unter anderen Vorzeichen wieder.

Trotz ihrer doppelten Häutung bleibt eine Entwicklung Gillians irgendwie aus; als Leser bleibt man mit dem schalen Gefühl zurück, daß Erfüllung für beide Figuren ein Fremdwort bleiben wird.
Dieser Realismus macht das ruhig kluge Buch aber nicht schlechter, sondern leuchtet aus, was ein Mensch sein will, ist und kann. Nicht ganz so stark wie der Vorgängerroman "Sieben Jahre", aber nahe dran.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
2
7
0
1
0

Neuanfang
von einer Kundin/einem Kunden am 25.10.2013

Gillian, die Protagonistin des Romans, ist eine erfolgreiche Frau, Fernsehmoderatorin, führt eine schöne Beziehung, tja, was will man mehr. Doch nach einem Streit mit Matthias ist plötzlich alles ganz anders, ein Unfall geschieht. Er überlebt nicht, sie wacht im Krankenhaus mit zerschnittenem Gesicht auf. Und beginnt sich mit ihrem... Gillian, die Protagonistin des Romans, ist eine erfolgreiche Frau, Fernsehmoderatorin, führt eine schöne Beziehung, tja, was will man mehr. Doch nach einem Streit mit Matthias ist plötzlich alles ganz anders, ein Unfall geschieht. Er überlebt nicht, sie wacht im Krankenhaus mit zerschnittenem Gesicht auf. Und beginnt sich mit ihrem Leben intensiv auseinander zu setzen.

der Wahrheit nahe
von einer Kundin/einem Kunden am 10.09.2013

Zwei Menschen, die sich suchen, die sich verstehen möchten. Die Jahre vergehen und ihr Suchen wandelt sich. Finden können sie sich nicht; vielleicht einmal loslassen? - Ein wertvolles Buch über das Einsambleiben und die nie endenwollende Sehnsucht nach Nähe, Verstehen, Verstandenwerden.

Etwas langatmig, jedoch trotzdem einen Blick wert
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 20.08.2013

Das Buch ist etwas langatmig, das Thema ist auch nicht so neu. Das ausgetretene Thema nach der Suche nach dem Sinn des Lebens einer Frau wird erneut strapaziert. Die Antworten auf den Sinn des Lebens sind nicht unbedingt überzeugend.Für Freunde des Autors oder des Genres aber lesenswert.