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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Band 1

Auf dem Weg zu Swann

Bis tief ins 20. Jahrhundert wurde die Suche als ein Sittengemälde der Belle Époque gelesen, als ein Schlüsselroman der frivolen Pariser Oberschicht der vorletzten Jahrhundertwende. Aus heutiger Sicht geht es jedoch um Tieferliegendes, um die unaufhebbare Einbindung des Individuums in die Gesellschaft und seine Abhängigkeit von deren Entwicklung. Dabei gibt Proust das Wirken auch der unmerklichsten Einflüsse auf der Ebene des Unter- oder Unbewussten zu erkennen. Das erfordert einen ganz neuen Blick auf den Text.
Eine zeitgemäße Übersetzung muss moderne Hilfsmittel der Textanalyse anwenden. Sie muss davon ausgehen, dass Proust sich gern in Etymologien verliert und über das Wirken der Zeit auf die Sprache nachdenkt. Dass er seine Wörter nicht setzt, ohne sich über deren historischen und assoziativen Hintergrund im Klaren zu sein. Aus diesem Grund ist die Übersetzung neben den notwendigen Texterläuterungen mit einem Anmerkungsapparat ausgestattet, der jene historischen und kulturhistorischen Informationen enthält, die der moderne Leser erwartet.
Portrait
Bernd-Jürgen Fischer war nach dem Studium von Mathematik und Linguistik elf Jahre am Germanistischen Fachbereich der Freien Universität Berlin in Forschung und Lehre beschäftigt. Als freier Autor befasste er sich anschließend eingehend mit Thomas Mann und veröffentlichte ein Handbuch zu dessen Josephsromanen. In den letzten zehn Jahren wendete Fischer sein Interesse vorwiegend der französischen Literatur zu und konnte schließlich der Herausforderung nicht widerstehen, die Proust für jeden Sprachliebhaber darstellen dürfte. 2002 hat er für DTV das zweisprachige Proust-Lesebuch »Trois places, trois femmes, trois metiers« herausgegeben.

Marcel Proust (10.7.1871 Paris – 8.11.1922) kommt als ältester Sohn eines wohlhabenden Arzt-Ehepaares zur Welt, was ihm zeitlebens eine von ökonomischen Sorgen unbeschwerte Existenz ermöglichen wird. Bis er Mitte dreißig ist, führt er das mondäne Leben eines Dandys, danach widmet er sich ausschließlich seinem Romanwerk, an dem er bei Nacht in seinem korkgetäfelten, vom Rauch des Asthmapulvers durchzogenen Schlafzimmer am Boulevard Haussmann arbeitet. Die sieben Bände »À la recherche du temps perdu« kreisen um die Reflexionen eines Erzähler-Ichs über Erinnerung, Wahrheit und Bedeutung, die nur im Mittelteil des ersten Bandes »Un amour de Swann« (dt. »Eine Liebe von Swann«) durch die auktoriale Erzählung um Charles Swann unterbrochen wird. Im Frühjahr 1922 setzt Proust das Wort FIN – ENDE – unter das Manuskript des letzten Bandes »Le temps retrouvé« (dt. »Die wiedergefundene Zeit«), ein halbes Jahr später stirbt er, nur 51 Jahre alt.
Proust verkehrte im literarischen Salon Madeleine Lemaires in Paris, ein kultureller Hotspot, in dem namhafte Politiker wie Raymond Poincaré, Paul Deschanel oder Léon Bourgeois, Adelige wie Prinzessin Mathilde Bonaparte oder die Comtesse Greffulhe sowie Schriftsteller wie Jacques Bizet, Guy de Maupassant, Paul Bourget und Robert de Montesquiou zusammenkamen. In diesem Milieu lernte er auch seinen späteren Geliebten und Lebensmenschen Reynaldo Hahn kennen, mit dem ihn ein lebenslanger Briefwechsel von rund 220 Schriftstücken verbindet.

Der Übersetzer:
Bernd-Jürgen Fischer war nach dem Studium von Mathematik und Linguistik elf Jahre am Germanistischen Fachbereich der Freien Universität Berlin in Forschung und Lehre beschäftigt. Als freier Autor befasste er sich anschließend eingehend mit Thomas Mann und veröffentlichte ein Handbuch zu dessen Josephsromanen. In den letzten zehn Jahren wendete Fischer sein Interesse vorwiegend der französischen Literatur zu und konnte schließlich der Herausforderung nicht widerstehen, die Proust für jeden Sprachliebhaber darstellen dürfte.
2002 hat er für DTV das zweisprachige Proust-Lesebuch »Trois places, trois femmes, trois metiers« herausgegeben.
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  • Auf dem Weg zu Swann

    Erster Teil:
    Combray

    Zweiter Teil:
    Eine Liebe von Swann

    Dritter Teil:
    Ländliche Namen: Der Name

    Anhang

    Zur Textgrundlage
    Anmerkungen
    Literaturhinweise
    Inhaltsübersicht
    Namenverzeichnis
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 694
Erscheinungsdatum 27.09.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-010900-7
Reihe Reclam Bibliothek
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 19,5/12,6/3,8 cm
Gewicht 575 g
Übersetzer Bernd-Jürgen Fischer
Verkaufsrang 67345
Buch (gebundene Ausgabe)
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29,95
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Buchhändler-Empfehlungen

So viel Zeit ... Zeit um

Ingo Roza, Thalia-Buchhandlung Velbert

früh schlafen zu gehen! "Longtemps, je me suis couché de bonne heure.", "Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.", diesen berühmten ersten Satz aus Marcel Proust "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" kennt wohl jeder. Mehr aber auch nicht! Ich auch nicht, habe diese Lektüre immer auf die Rente verschoben, wenn man ganz viel Zeit hat. Die hatte ich aber jetzt, und ein Anfang ist gemacht! Und ein Ende bei insgesamt ca. 4000 Seiten auch nicht in Sicht: wunderbar!

Kundenbewertungen

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Durch die Vielzahl
von einer Kundin/einem Kunden am 20.11.2016

an Kommentaren, die man zu der Suche nach der verlorenen Zeit liest, hatte ich eine Menge Respekt vor dem Lesestoff, fürchtete mich, mich auf 4000 Seiten im Stile eines abschweifenden Hugo zu verlaufen. Nichts da! Proust liest sich flüssig, ist leicht verständlich, baut neue Charaktere über ausgedehnte, detaillierte Erlebnisse e... an Kommentaren, die man zu der Suche nach der verlorenen Zeit liest, hatte ich eine Menge Respekt vor dem Lesestoff, fürchtete mich, mich auf 4000 Seiten im Stile eines abschweifenden Hugo zu verlaufen. Nichts da! Proust liest sich flüssig, ist leicht verständlich, baut neue Charaktere über ausgedehnte, detaillierte Erlebnisse ein, wodurch diese dem Leser auch in Erinnerung bleiben und ihn keinesfalls durch ihre Vielzahl überfordern. Ein Genuss! Ich lese den Proust in der Reclam-Ausgabe, also in einer neueren Übersetzung, da ich mir einen festen Einband wünschte, kann daher keine Vergleiche zu der ursprünglichen Suhrkamp-Übersetzung anstellen. 4000 Seiten im Taschenbuchformat mochte ich mir nicht geben. Das Buch selbst ist sehr handlich, beinhaltet zwei Bändchen, damit man sich sowohl die aktuelle Textstelle wie auch die aktuelle Seite bei den ausführlichen Anmerkungen im hinteren Teil markieren kann. Dazu gibt es ganz zum Abschluss noch eine Inhaltsübersicht, in der thematisch angeordnet die wichtigsten Ereignisse mit zugehöriger Seitenzahl stichpunktartig aufgelistet sind. Ein grossartiger Service, kann sich der Leser so die Handlung immer wieder schnell zurückrufen. Und falls einem ein Punkt doch mal völlig in Vergessenheit geraten ist findet man die betreffende Passage schnell wieder. Nach ein par Zeilen kommt dann der "ach ja"-Effekt. Tolle Ausgabe! Ich habe mir schon längere Zeit überlegt, nach den alten Russen und Franzosen den Proust vorzunehmen, es aber immer wieder aufgrund der angeblich schwierigen Verständlichkeit seiner Texte aufgeschoben. Dass ich jetzt endlich angefangen habe war die absolut richtige Entscheidung, ich bin glücklich. Ich lese ihn daher bewusst langsam, sinniere gerne über das mir erlesene; was hätte ich auch davon, ihn in nur zwei Nächten durchzunehmen?

100 Jahre "Du côté de chez Swann"
von einer Kundin/einem Kunden am 09.10.2013

Hundert Jahre nach dem Erscheinen von "Du côté de chez Swann", als dem ersten Band des Romanwerks "A la recherche du temps perdu", beginnt der Reclam Verlag mit Herausgabe einer Neuübersetzung der Romanbände "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Ein Projekt, das allemal große Anerkennung gebührt. Die letzte Übersetzung des... Hundert Jahre nach dem Erscheinen von "Du côté de chez Swann", als dem ersten Band des Romanwerks "A la recherche du temps perdu", beginnt der Reclam Verlag mit Herausgabe einer Neuübersetzung der Romanbände "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Ein Projekt, das allemal große Anerkennung gebührt. Die letzte Übersetzung des Werks von Marcel Proust publizierte die renommierte Eva Rechel-Mertens für den Suhrkamp Verlag. Das war in den Jahren 1953 bis 1957. Der Übersetzer ist Bernd-Jürgen Fischer und unterrichtet am Fachbereich der Germanistik an der FU-Berlin. Schon im Jahr 2002 fiel er mit der Herausgabe des Proust-Lesebuches "Trois places, trois femmes, trois metiers" auf, in dem er einige neuübersetzte Proust-Texte vorstellte. Auch wenn es für die Leserin mühsam wäre, die verschiedenen Übersetzungen zu vergleichen und abzuwägen, so kann ein erneutes Lesen der proustschen Romane nie ein Fehler sein.