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Der Gang vor die Hunde

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Fabian ist Erich Kästners Meisterwerk. Doch der Roman wurde vor seinem Erscheinen verändert und gekürzt.

Jetzt liegt er zum ersten Mal so vor, wie ihn Kästner geschrieben und gemeint hat - unter dem Titel, den Kästner ursprünglich vorgesehen hatte: Der Gang vor die Hunde.

1931 lieferte Erich Kästner seinem Verlag ein Manuskript mit dem Titel Der Gang vor die Hunde: die Geschichte des arbeitslosen Germanisten Jakob Fabian, der durch das überhitzte Berlin der späten zwanziger Jahre streift, eine Stadt, die sich politisch und erotisch im Ausnahmezustand befindet.

Der junge Kästner, der freche Shootingstar der Berliner Literatur-Szene, hatte in seinem ersten Roman alle Register gezogen. Das machte seinen Roman für den Verlag zu einem Sprengsatz, den das Lektorat mit spitzen Fingern entschärfte und der dann - entgegen Kästners ursprünglicher Intention - unter dem Titel Fabian erschien.

Noch in der verharmlosten Fassung galt das Buch vielen als dekadent und obszön. Kästner selbst sagte dazu: "Dieses Buch ist nichts für Konfirmanden, ganz gleich, wie alt sie sind." Vom Kästner-Experten Sven Hanuschek Wort für Wort rekonstruiert und mit einem umfassenden Nachwort versehen, bietet Der Gang vor die Hunde nicht nur einen faszinierenden Einblick in die Werkstatt eines der größten deutschen Autoren, sondern auch ein Leseerlebnis, das seinesgleichen sucht.
Portrait
Erich Kästner (1899 - 1974) wurde in Dresden geboren. Nach Militärdienst und dem Ende des Ersten Weltkrieges studierte er Geschichte, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft und promovierte. Er arbeitete als freier Journalist und Theaterkritiker für verschiedene Zeitungen und Magazine, u.a. für die berühmte "Weltbühne". 1928 veröffentlichte er sein erstes Buch, die zeitkritische Gedichtsammlung "Herz auf Taille", 1929 sein erstes Kinderbuch "Emil und die Detektive". Beide Werke begründeten bereits seinen späteren Weltruhm. Allein "Emil und die Detektive" wurde bisher in Deutschland millionenfach verkauft und in rund 60 Sprachen übersetzt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Erich Kästner aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen, seine Bücher wurden verbrannt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges widmete sich Erich Kästner vorwiegend dem literarischen Kabarett und der Kinderliteratur, für die er u.a. mit dem internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet wurde. Längst gehören seine Romane wie "Das doppelte Lottchen", "Pünktchen und Anton" oder "Der 35. Mai", um nur einige zu nennen, zu den Klassikern im Kinderzimmer und faszinieren unvermindert Leser und Publikum, im Buch, auf der Bühne und auf der Kinoleinwand.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 340 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 09.10.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783037920435
Verlag Atrium Verlag AG Zürich
Dateigröße 1663 KB
Verkaufsrang 9.753
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10,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Endlich in seiner ursprünglich vom Autor gedachten Form“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

2013 war es eine ziemliche Sensation, dass der Schweizer Verlag Atrium endlich die originale Version des vormals unter dem Titel „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“ (ebenfalls im Atrium Verlag erhältlich) erschienen Werkes auf den Markt brachte. Der Autor Erich Kästner war zu diesem Zeitpunkt bereits 39 Jahre tot. Ich selbst bin jetzt durch den Fernsehfilm „Kästner und der kleine Dienstag“, den es bereits auf DVD gibt, endgültig auf dieses Buch neugierig geworden. Ich habe in der Kindheit natürlich „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“ und „Das doppelte Lottchen“ gelesen. Ebenso waren mir einige seiner Gedichte bekannt. An das Buch „Fabian“ hatte ich mich bisher nicht herangetraut, da mir der Untertitel „Geschichte eines Moralisten“ etwas Angst gemacht hatte. Moralist hörte sich für mich so moralinsauer an. Doch nun war ich neugierig geworden.

Erich Kästner erzählt in seinem Roman, den er ursprünglich 1931 bei seinem Verlag DVA abgeliefert hat, die Geschichte des Jakob Fabian, geboren und aufgewachsen in Dresden, jetzt in Berlin lebend. Am Anfang arbeitet Jakob, der im Buch zumeist nur als Fabian bezeichnet wird, als Propagandist für eine Tabakfabrik. Er ist ein Beobachter, der durch Berlin streift, viel wahrnimmt, aber sich wenig engagiert. Sein bester Freund ist Labude, ein junger Mann, der aus reichem Elternhaus stammt und auf seine Habilitation wartet. Entgegen Fabian ist Labude ein Mensch, der die Welt verändern will. Auf einem der Streifzüge lernt Fabian die junge Juristin Cornelia kennen. Und gerade, als er sich endlich einmal auf etwas einlassen möchte, ändert sich sein Leben komplett, und er muss sich in das Heer der Arbeitslosen einreihen.

Mich hat dieses Buch sehr überrascht. Es ist eine erschreckende Geschichte über eine Zeit, in der die Menschen ihren Halt verloren haben. Die Menschen sind ruhelos und auf der Suche. Sie tragen noch schwer an den Traumata des 1. Weltkriegs und der Schmach des Waffenstillstands. Viele Frauen stehen plötzlich ohne männlichen Beistand da. Es gibt zu wenig Arbeit. Und jeder muss sehen, wie er zurechtkommt. Mich hat erschreckt, welche Bedeutung die Sexualität in dieser Zeit hatte. Die Sexualität erscheint mir in diesem Buch weniger etwas zu sein, was die Menschen glücklich macht, sondern ein Machtinstrument, eine Droge und eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Fabian selbst bekommt mehr als einmal ein Angebot, bei dem er richtig ausgesorgt hätte. Er besucht ein Bordell, Clubs und Partys, bei denen es heiß hergeht, er erfährt von einem Männer-Bordell.

Es ist ein sehr bissiges Buch, dessen Ende mich sehr überrascht hat. 1. Kam es für mich zeitlich völlig überraschend. Ich dachte, ich hätte noch ca. 50 Seiten Roman vor mir. Und 2. Hätte ich auch inhaltlich nie mit diesem Ende gerechnet. Ich hatte mir dieses Buch anders vorgestellt. Auf Grund der Gedichte, die ich von Erich Kästner kannte, hatte ich mehr bissigen Humor und mehr deutlich wahrnehmbare Kritik an der politischen Situation erwartet. Ohne dass ich das Nachwort des Herausgebers Sven Hanuschek gelesen hätte, hätte ich dieses Buch weder als Satire noch wirklich als politisches Buch wahrgenommen. Insofern bin ich sehr glücklich, dass Sven Hanuschek einen auf ca. 20 Seiten (e-book) einen guten Überblick über die Hintergründe zu dem Roman liefert. Abgerundet wird das Buch noch durch sehr viele literaturwissenschaftliche Anhänge, wie den verschiedenen Nach- und Vorworten Erich Kästners, einer ausführlichen editorischen Notiz, was zum Ursprungsroman gehörte, was gestrichen, was ersetzt oder hinzugefügt wurde und einigen Literaturhinweisen und Siglen.

Ein faszinierendes Dokument über eine schwierige Zeit, die häufig in Buch und Film verharmlost dargestellt wird.
2013 war es eine ziemliche Sensation, dass der Schweizer Verlag Atrium endlich die originale Version des vormals unter dem Titel „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“ (ebenfalls im Atrium Verlag erhältlich) erschienen Werkes auf den Markt brachte. Der Autor Erich Kästner war zu diesem Zeitpunkt bereits 39 Jahre tot. Ich selbst bin jetzt durch den Fernsehfilm „Kästner und der kleine Dienstag“, den es bereits auf DVD gibt, endgültig auf dieses Buch neugierig geworden. Ich habe in der Kindheit natürlich „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“ und „Das doppelte Lottchen“ gelesen. Ebenso waren mir einige seiner Gedichte bekannt. An das Buch „Fabian“ hatte ich mich bisher nicht herangetraut, da mir der Untertitel „Geschichte eines Moralisten“ etwas Angst gemacht hatte. Moralist hörte sich für mich so moralinsauer an. Doch nun war ich neugierig geworden.

Erich Kästner erzählt in seinem Roman, den er ursprünglich 1931 bei seinem Verlag DVA abgeliefert hat, die Geschichte des Jakob Fabian, geboren und aufgewachsen in Dresden, jetzt in Berlin lebend. Am Anfang arbeitet Jakob, der im Buch zumeist nur als Fabian bezeichnet wird, als Propagandist für eine Tabakfabrik. Er ist ein Beobachter, der durch Berlin streift, viel wahrnimmt, aber sich wenig engagiert. Sein bester Freund ist Labude, ein junger Mann, der aus reichem Elternhaus stammt und auf seine Habilitation wartet. Entgegen Fabian ist Labude ein Mensch, der die Welt verändern will. Auf einem der Streifzüge lernt Fabian die junge Juristin Cornelia kennen. Und gerade, als er sich endlich einmal auf etwas einlassen möchte, ändert sich sein Leben komplett, und er muss sich in das Heer der Arbeitslosen einreihen.

Mich hat dieses Buch sehr überrascht. Es ist eine erschreckende Geschichte über eine Zeit, in der die Menschen ihren Halt verloren haben. Die Menschen sind ruhelos und auf der Suche. Sie tragen noch schwer an den Traumata des 1. Weltkriegs und der Schmach des Waffenstillstands. Viele Frauen stehen plötzlich ohne männlichen Beistand da. Es gibt zu wenig Arbeit. Und jeder muss sehen, wie er zurechtkommt. Mich hat erschreckt, welche Bedeutung die Sexualität in dieser Zeit hatte. Die Sexualität erscheint mir in diesem Buch weniger etwas zu sein, was die Menschen glücklich macht, sondern ein Machtinstrument, eine Droge und eine Möglichkeit Geld zu verdienen. Fabian selbst bekommt mehr als einmal ein Angebot, bei dem er richtig ausgesorgt hätte. Er besucht ein Bordell, Clubs und Partys, bei denen es heiß hergeht, er erfährt von einem Männer-Bordell.

Es ist ein sehr bissiges Buch, dessen Ende mich sehr überrascht hat. 1. Kam es für mich zeitlich völlig überraschend. Ich dachte, ich hätte noch ca. 50 Seiten Roman vor mir. Und 2. Hätte ich auch inhaltlich nie mit diesem Ende gerechnet. Ich hatte mir dieses Buch anders vorgestellt. Auf Grund der Gedichte, die ich von Erich Kästner kannte, hatte ich mehr bissigen Humor und mehr deutlich wahrnehmbare Kritik an der politischen Situation erwartet. Ohne dass ich das Nachwort des Herausgebers Sven Hanuschek gelesen hätte, hätte ich dieses Buch weder als Satire noch wirklich als politisches Buch wahrgenommen. Insofern bin ich sehr glücklich, dass Sven Hanuschek einen auf ca. 20 Seiten (e-book) einen guten Überblick über die Hintergründe zu dem Roman liefert. Abgerundet wird das Buch noch durch sehr viele literaturwissenschaftliche Anhänge, wie den verschiedenen Nach- und Vorworten Erich Kästners, einer ausführlichen editorischen Notiz, was zum Ursprungsroman gehörte, was gestrichen, was ersetzt oder hinzugefügt wurde und einigen Literaturhinweisen und Siglen.

Ein faszinierendes Dokument über eine schwierige Zeit, die häufig in Buch und Film verharmlost dargestellt wird.

Kundenbewertungen

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DANKE!
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 09.05.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es ist gelungen.Worauf wir bei Fabian bereits Appetit bekamen,wird hier,in der ungekürzten Fassung endlich Wirklichkeit.All das,was Erich Kästner zu wüst,zu ungezwungen schien,dürfen wir hier lesen.Bereits beim Lesen des Fabian schimmerte es durch,wollten wir mehr wissen.Hier ist es nun.Und es ist und war gut.Unser Kästner,unser Schriftsteller,unser Wortakrobat.

Ein "echter" Kästner
von einer Kundin/einem Kunden am 14.11.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gott sei Dank, doch noch ans Licht gekommen, die Urfassung, die ungekürzte, und unter dem Titel den der Autor dafür vorgesehen hat. Die Rede ist von Kästners "Fabian", dessen Manuskript seinerzeit dem Verlag ob seiner Ungezügeltheit, seiner, fast möchte man sagen Wildheit, grosse Kopfzerbrechen bereitete, und der es dann... Gott sei Dank, doch noch ans Licht gekommen, die Urfassung, die ungekürzte, und unter dem Titel den der Autor dafür vorgesehen hat. Die Rede ist von Kästners "Fabian", dessen Manuskript seinerzeit dem Verlag ob seiner Ungezügeltheit, seiner, fast möchte man sagen Wildheit, grosse Kopfzerbrechen bereitete, und der es dann schlussendlich entschärfte, und unter dem Titel "Fabian" veröffentlichte. Kästner selbst sagte, dass dies kein Buch für Konfirmanden sei, und recht hatte er, einfach großartig!