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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Roman

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.
Rezension
Anja Menne, Literatur-Expertin Thalia:
"Was für eine schreckliche Vorstellung: Man ist seit Jahren Teil einer engen Fünferfreundesclique und von einem Tag auf den anderen wollen die anderen Vier nichts mehr von einem wissen. Keine Antworten, keine Erklärungen. Man stürzt - ohne zu wissen warum - in den Abgrund. Genauso ergeht es Herrn Tazaki - und er bleibt erst einmal lange liegen in diesem Abgrund, verzweifelt, will sich umbringen, ist aus dem Leben katapultiert. Langsam, sehr langsam, fasst er wieder Fuß. Und irgendwann Jahre später macht er sich - unterstützt und inspiriert von einer neuen Liebe - auf, um die Freunde von damals zu befragen und sich seinen Dämonen zu stellen. Packend, manchmal kaum auszuhalten und furios erzählt."
Portrait
Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag.
Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe, außerdem Yoko Ogawa und Hiromi Kawakami. Für DuMont überträgt sie die Romane Haruki Murakamis ins Deutsche.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 318
Erscheinungsdatum 03.01.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9748-3
Verlag DUMONT Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,6/14,2/3,5 cm
Gewicht 517 g
Originaltitel Shikisaki wo motanai Tazaki Tsukuru to kare no junrei no toshi
Auflage 4. Auflage
Übersetzer Ursula Gräfe
Verkaufsrang 78647
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Eine atmosphärische Wucht!

Judith-Lea Mönch, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Nach einer langen Pause griff ich endlich einmal wieder zu einem Roman Haruki Murakamis und wurde hinsichtlich des von mir erwarteten Leseglücks nicht enttäuscht. Der japanische Autor ist bekannt für seine ruhigen und dennoch aufwühlenden Romane über Selbstfindung, Liebe und Sexualität und seinen unverwechselbaren Hang zum Geheimnisvollen und Verborgenen. Keinem anderen Schriftsteller gelingt es auf so selbstverständliche Art und Weise, fantastische Elemente als ganz alltäglichen Moment unseres Lebens in die Geschichten seiner Protagonisten einzubauen. In diesem Roman begegnen wir Tzukuru Tazaki, der in den Jahren seines jungen Erwachsenwerdens einem Selbstmord gefährlich nahe kommt. Verstoßen aus seinem engsten Freundeskreis aus Kindheitstagen verliert Tzukuru nicht nur jeglichen Halt im Leben, sondern auch den Glauben an zwischenmenschliche Beziehungen. Erst Jahre später wagt er es aufgrund der Begegnung mit Sara, einer zwei Jahre älteren Freundin, in die er sich verliebt, sich den Geschehnissen von damals zu stellen und den wahren Grund herauszufinden, weswegen ihn seine Freunde auf so brutale Weise aus ihrem Kreis verstoßen haben. In einem überaus ruhigen und angenehmen Erzählton nimmt uns Murakami auf Tzukurus Reise in die Vergangenheit mit und lässt uns selbst die eigenen Beziehungen und Freundschaften auf den Prüfstand stellen. Ein besonderes Highlight dieses Romans stellt Tzukurus Reise nach Finnland und die damit verbundenen Beschreibungen der Landschaft und des finnischen Lebensgefühls dar. Damit hat mich Murakami extrem überrascht und mir wieder einmal gezeigt, dass er trotz des japanischen Erzählzaubers eben auch ein globaler Autor ist, der uns immer wieder aufs Neue zu verzaubern und zu erstaunen weiß.

Die Reise zu sich selbst

S. Lamberty, Thalia-Buchhandlung Köln

Tsukuru Tazaki hat vor zwanzig Jahren seine Freunde verloren und dieser Verlust schmerzt Ihn immer noch, wie eine schlecht verheilte Wunde. Besonders da er nie erfuhr, warum sich seine damaligen Freunde von ihm zurück zogen. Seitdem schließt er nur schwer Freundschaften und vermeidet engere Beziehungen zu Frauen. Erst als er Sara trifft, kehrt wieder Farbe in sein Leben und es scheinen wieder tiefe Gefühle möglich zu werden. Doch zuerst muss er ergründen was damals geschah um ein neues Kapitel aufschlagen zu können. Eine Reise in die Vergangenheit und letztendlich zu sich selbst beginnt... Eine wunderschöne, ruhige Erzählung im unnachahmlichen Stil von Murakami erzählt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
79 Bewertungen
Übersicht
65
11
2
1
0

Ein schöner Roman ohne Highlight und Ende
von einer Kundin/einem Kunden am 15.02.2020

Dies war mein erstes Leseerlebnis von Murakami. Seine ruhige Erzählweise fand ich sehr ansprechend. Der Roman jedoch hat kein wirkliches Highlight und plätschert so vor sich hin. Und durch das relativ offene Ende kann der Leser selbst einen möglichen Ausgang interpretieren.

Nicht mein Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 29.05.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Eine Erzählung über das "zu sich selbst finden". Um in der Gegenwart bestehen zu können, muss Tazaki mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Leider nicht mein Roman, kam mit dem langatmigen Erzählstil überhaupt nicht klar.

"Ein großer Roman über Freundschaft und Liebe, Schmerz und Schuld"?
von Dr. M. am 20.12.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wenn man auf das Marketing-Getrommel zu diesem Buch hörte, dann wird man sich bis zur Hälfte des Textes mindestens einmal gefragt haben, was denn an diesem Buch eigentlich so besonders ist. Der Anlauf, den Murakami braucht, um seine Geschichte dahin zu bringen, wo sie seine Leser vielleicht nachdenklich werden lässt, ist erhebli... Wenn man auf das Marketing-Getrommel zu diesem Buch hörte, dann wird man sich bis zur Hälfte des Textes mindestens einmal gefragt haben, was denn an diesem Buch eigentlich so besonders ist. Der Anlauf, den Murakami braucht, um seine Geschichte dahin zu bringen, wo sie seine Leser vielleicht nachdenklich werden lässt, ist erheblich. Doch dann verdichten sich besonders im letzten Drittel des Buches Andeutungen und Lebensläufe zu einem Strang, der auf die eigentliche Frage hinausläuft, um die es hier geht. Tsukuru Tazaki hält sich für einen farblosen Niemand. Er lebt alleine, hat gelegentlich Sex mit Frauen, merkwürdige Phantasien und leidet unter seiner Einsamkeit und einer schmerzlichen Wunde aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit. Er hatte einmal vier enge Freunde in Nagoya, zwei Mädchen und zwei Jungen. Zwischen ihnen herrschte eine wunderbare Harmonie. Doch dann zog es Tsukuru nach Tokio zum Studium, während die anderen in Nagoya blieben. Während seiner Abwesenheit musste irgendetwas passiert sein, denn aus für ihn unerfindlichen Gründen wollten die anderen vier über Nacht nichts mehr mit ihm zu tun haben. Die Gründe für dieses abrupte Verhalten erfuhr Tsukuru nicht. Und er unternahm offenbar auch keine hartnäckigen Versuche, um sie zu finden. Vielleicht hatte er nicht den Mut, vielleicht fehlte ihm das nötige Selbstvertrauen, oder sein farbloses Selbstwertgefühl ließ ihn einfach kapitulieren. Und haben wir so etwas nicht auch schon selbst erlebt? Unsere Selbstwahrnehmung filtert unsere Sichtweise auf die Wirklichkeit. Wir sehen daher manche Dinge nicht. Vor allem können wir nicht begreifen, dass andere ein völlig anderes Bild von uns haben als wir selbst und uns aus Gründen, die wir nicht verstehen, mögen oder ablehnen. Erst als Sara in Tsukurus Leben tritt und ihn auffordert, endlich einmal den Dingen auf den Grund zu gehen, beginnen die von Tsukuru selbst geschaffenen Verdunklungen der Wirklichkeit langsam zu verschwinden. Seine aus Blindheit verlorenen Lebensjahre wird Tsukuru nicht zurückbekommen, aber vielleicht eine neue Chance. Ob er sie nutzen wird, erfährt der Leser nicht, denn dort bricht Murakami die Handlung ab. Wenn man sich auf dieses Buch einlässt, wird man sich vielleicht am Ende auch fragen, ob man selbst immer versucht hat, den Dingen auf den Grund zu gehen, oder ob nicht eine falsche Selbsteinschätzung den eigenen Blick trübte und man etwas übersah, was das eigene Leben in eine ganz andere Richtung geführt hätte. Westliche Leser mögen einige Stellen in diesem Buch als etwas merkwürdig oder gar befremdlich empfinden. Insbesondere wenn Murakami über Sex schreibt, liest sich das recht spröde und wenig romantisch. Das ist jedoch der japanischen Kultur geschuldet, die wir sicher nicht immer verstehen. Nach einem etwas holprigen Beginn hat mich dieser Roman besonders am Ende gefesselt und nachdenklich gemacht. Ich hätte das bis zur Hälfte nicht mehr erwartet.