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Die linkshändige Frau

Erzählung

Peter Handke

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Beschreibung

Marianne, dreißig Jahre alt, und ihr achtjähriger Sohn Stefan warten auf die Rückkehr Brunos, des Mannes und Vaters, von einer mehrmonatigen Geschäftsreise. Als er zurück ist, erzählt Bruno von seinem Allein- und Fremdsein in Finnland, von seiner Angst und der daraus resultierenden Verbundenheit mit Marianne und Stefan »auf Leben und Tod. . . und das Seltsame ist, daß ich sogar ohne euch sein könnte, nachdem ich das erlebt habe«. Am Tag darauf beschließen beide, sich zu trennen. »Für immer?« fragt Bruno. Und nach und nach hören sie auf, die Tage zu zählen, die sie allein sind. Die neue Form des Daseins beginnt sie zu schützen und zu stärken.

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Wunschloses Unglück (1972), Der kurze Brief zum langen Abschied (1972), Die linkshändige Frau (1976), Das Gewicht der Welt (1977), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Versuch über die Müdigkeit (1989), Versuch über die Jukebox (1990), Versuch über den geglückten Tag (1991), Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994), Der Bildverlust (2002), Die Morawische Nacht (2008), Der Große Fall (2011), Versuch über den Stillen Ort (2012), Versuch über den Pilznarren (2013).

Auf die Publikumsbeschimpfung 1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt, Kaspar. Von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee 1971), Die Unvernünftigen sterben aus (1974), Über die Dörfer (1981), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1990), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1992), über den Untertagblues (2004) und Bis daß der Tag euch scheidet (2009) über das dramatische Epos Immer noch Sturm (2011) bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012) zu Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße (2016).

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und ...

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 102 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.10.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783518735299
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Dateigröße 2656 KB
Verkaufsrang 41216

Buchhändler-Empfehlungen

Ein kompromissloses Buch

Ulrike Seine, Thalia-Buchhandlung Lingen

Es ist 35 Jahre her, da kaufte ich -Die linkshändige Frau- von Peter Handke. Vor wenigen Tagen habe ich es ein weiteres Mal gelesen und ich muß gestehen, die Begeisterung für dieses Buch hat sich nicht gemindert. Eine Beziehungsgeschichte wie man sie vielleicht nur in den siebziger Jahren schreiben konnte, emotional sehr reduziert, voller Tiefe und scharfem Blick auf das Wesentliche. Hervorragende deutsche Literatur und auch ein Stück Zeitgeschichte.

Kundenbewertungen

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Die linkshändige Frau, 1976
von einer Kundin/einem Kunden am 21.05.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Noch Monate nach der Lektüre der nur hundert Seiten dieser Erzählung spukten mir einzelne Szenen und Bilder durch den Kopf. Einen so langen Nachhall, insbesondere bei einem Text von solch geradezu unbefleckter Nüchternheit, habe ich bisher nicht oft erlebt. Doch trotz erzählerischer Kälte gelingt Peter Handke etwas nur schwer zu... Noch Monate nach der Lektüre der nur hundert Seiten dieser Erzählung spukten mir einzelne Szenen und Bilder durch den Kopf. Einen so langen Nachhall, insbesondere bei einem Text von solch geradezu unbefleckter Nüchternheit, habe ich bisher nicht oft erlebt. Doch trotz erzählerischer Kälte gelingt Peter Handke etwas nur schwer zu beschreibendes; die Zirkulation des Quadrats, Berührung zu schaffen ohne jede poetische Rundung. Große Literatur, wenn mich nicht alles täuscht.

Trennung
von Polar aus Aachen am 04.01.2008
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Zu behaupten, bei der Erzählung Die linkshändige Frau von Peter Handke handele es sich um typische Betroffenheitsliteratur der späten Siebziger Jahre, oder um ein Spiegelbild der Literatur der Bundesrepublik, die nach dem Ansturm der 68er sich gerne um sich selbst drehte, wird der Erzählung nicht gerecht, zumal Handke in ihr all... Zu behaupten, bei der Erzählung Die linkshändige Frau von Peter Handke handele es sich um typische Betroffenheitsliteratur der späten Siebziger Jahre, oder um ein Spiegelbild der Literatur der Bundesrepublik, die nach dem Ansturm der 68er sich gerne um sich selbst drehte, wird der Erzählung nicht gerecht, zumal Handke in ihr all das aufbietet, was ihn ausmacht: Einen wunderbaren Umgang mit der Sprache, so wie die Fokussierung auf ein Thema, das vielseitig beleuchtet wird. Auch geht der Erzählung jener philosophische Tiefgang ab, dem Handke in seinen späten Roman verfällt. Vielleicht läßt sich später einmal an dieser Erzählung die Veränderung in Handkes Werk feststellen, die ihn fort vom Alltag hin zur Suche nach der Poesie des unverstellten Blicks führte. Hier jedoch zeichnet er einmal mehr einen Menschen bei der Loslösung dessen auf, das ihn zuvor auszumachen schien. Er erzählt vom Scheitern der Beziehung, einem Thema, das auch in den Jahrzehnten danach in der Literatur immer wieder in den Mittelpunkt gerät. Selten so ausgereift wie hier.

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