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Spieltage

Die andere Geschichte der Bundesliga

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Taschenbuch
Am Beispiel eines einzigen Mannes erzählt Bestsellerautor Ronald Reng die wechselvolle und packende Geschichte der Bundesliga: Als Spieler, Trainer, Sportdirektor und Talentejäger ist Heinz Höher einer der ganz wenigen, die in 50 Jahren Bundesliga immer dabei waren. Ronald Reng ist eine famose Abenteuergeschichte über die Deutschen und ihr liebstes Spiel gelungen.
Rezension
"Spannend, authentisch, fleißig zusammengetragen. Ein bleibendes Buch der Fußball- und Gesellschaftskultur.", Märkische Allgemeine, 19.10.2013
Portrait
Ronald Reng, geboren 1970 in Frankfurt, lebte viele Jahre als Sportreporter und Schriftsteller in Barcelona. Seine Biografie über Robert Enke stand zehn Wochen unter den Top 5 der Spiegel-Bestsellerliste, sein Buch »Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga« erhielt den »NDR Kultur Sachbuchpreis« und wurde als »Fußballbuch des Jahres 2013« ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm »Mroskos Talente. Das erstaunliche Leben eines Bundesliga-Scouts«, das 2016 ebenfalls zum »Fußballbuch des Jahres« gekürt wurde und »Warum wir laufen«.
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  • "Höher."
    "Guten Tag. Hier ist Ronald Reng. Sie hatten versucht, mich anzurufen."
    "Herr Reng. Danke, dass Sie zurückrufen. Herr Reng, ich muss Sie treffen."
    "Worum geht es denn?"
    "Das kann ich Ihnen nicht am Telefon sagen."
    "Ach so."
    "Sie wissen schon, wer ich bin?"
    "Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht ganz "
    "Heinz Höher."
    "Ach, dann kenne ich Sie natürlich: der ehemalige Trainer des VfL Bochum und des 1. FC Nürnberg."
    "Entschuldigung, vielleicht hätte ich mich erst einmal richtig vorstellen sollen."
    "Keine Ursache. Aber wie Sie wissen, lebe ich in Barcelona. Das ist von Nürnberg nicht der nächste Weg. Ich bin ja gelegentlich in Deutschland, vielleicht melde ich mich dann einfach einmal?"
    "Ich weiß nicht."
    "Ich denke, es ist das Vernünftigste."
    "Ja, das Vernünftigste."
    Eine Stunde später:
    "Hallo."
    "Herr Reng, hier ist Höher."
    "Herr Höher?"
    "Herr Reng, ich habe jetzt einen Flug nach Barcelona gebucht. Ich komme diesen Donnerstag."
    "Diesen Donnerstag!"
    "Und bleibe bis Dienstag."
    "Bis Dienstag!"
    "Bitte, geben Sie mir nur ein paar Stunden Ihrer Zeit. Ich möchte Ihnen etwas erzählen. Ich muss Ihnen das erzählen."

    15. Februar 1976
    Glatteis im Strafraum
    Gegen zehn Uhr am Abend sagt Heinz Höher zu seiner Frau, die schon daran gewöhnt ist, dass er seine Handlungen selten erklärt, er gehe noch mal kurz raus. Es hat null Grad in Bochum. Schnee- und Eisreste, von den Räumdiensten tagsüber mit 180 Tonnen Salz und Sand bekämpft, gefrieren wieder. In der vergangenen Nacht verunglückten 65 Autofahrer. In der Dorstener Straße schlitterte ein 18-Jähriger mit seinem Wagen geradeaus in einen Laternenpfahl, in Stiepel schleuderte ein 20-jähriger Fahrer, wie vom Katapult geschossen, gegen eine Garagenwand.
    Heinz Höher schließt die Fahrertür seines silbernen 190er Mercedes auf. In den umliegenden Wohnungen leuchten hier und dort noch die Fernseher, obwohl die Übertragung der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele von Innsbruck vorüber ist. Ein Österreicher hat am Nachmittag beim Skispringen von der Großschanze eine der letzten Goldmedaillen gewonnen, Heinz Höher hat sich den Namen nicht gemerkt, obwohl er das Springen gesehen hat.
    In nicht einmal 15 Minuten erreicht er trotz der widrigen Straßenverhältnisse das Stadion an der Castroper Straße. Auto fährt er nach seinen eigenen Regeln. Niemals als Erster an einer roten Ampel zu stehen ist sein großer Ehrgeiz. Es geht ihm nicht darum zu rasen, sondern sich mit selbst gestellten Aufgaben die Zeit im Auto zu vertreiben. Einmal hat er auf der Autobahn versucht, permanent 150 km/h zu fahren, nicht im Schnitt, sondern durchweg, von Fürth bis Bochum, 440 Kilometer lang.
    Seine Helfer sind pünktlich am dunklen Stadion, August Liese und Erwin Höffken, die als Obmänner vom neuen Stürmer bis zur Kiste Bier alles für die Profielf des VfL Bochum organisieren. Sie brauchen kein Licht im Stadion. Der Schnee, der den Fußballplatz noch geschlossen bedeckt, erhellt die Nacht. In zwei Tagen, am Dienstagabend um halb acht, soll hier der VfL gegen Schalke 04 in der Bundesliga spielen. Heinz Höher, im vierten Jahr Trainer des VfL, hat seine Mannschaft gewissenhaft auf die Partie vorbereitet. Nun wird er dafür sorgen, dass das Spiel gar nicht stattfindet.
    Liese und Höffken wissen, wo der Platzwart, der alte Rickenberg, ein paar Eimer aufbewahrt. Sie füllen sie in den Duschen mit Wasser. Es gibt nur einen Duschraum im Stadion, nach dem Spiel müssen die Mannschaften zusammen duschen, Sieger und Verlierer, Treter und Getretene, wo gibt es das noch in der Bundesliga? Gibt es das überhaupt noch irgendwo in der Bezirksliga, im Jahr 1976?
    Zu dritt schleppen sie die Eimer auf den Fußballplatz. Die Kälte beißt in die Hände. Heinz Höher glaubt, der Metallhenkel des Eimers friere an seinen Fingern fest. Es muss doch kälter als null Grad sein.
    Sie fangen am rechten Strafraum an. Heinz Höher hat keinen detaillierten Plan. Er hatte einfach geda
  • 15. Februar 1976: Glatteis im Strafraum

    1963: Mitfahrgelegenheit in die Bundesliga

    Das Jahr null: Die Mannschaft des Wirts

    Zur selben Zeit im Jahr null: Die Sekretärin am Plattenteller

    Die Sechziger: Motorbiene

    Von 1963 ins Jahr 1944: Damals

    Immer noch die Sechziger: Kalt

    1966: Männer und Frauen

    1968: Helden für einen Tag

    1968–1971: Auf der anderen Seite der Seitenauslinie

    6. Juni 1971: Echte Freunde

    Nach 1971, nach dem Skandal: Nur ein paar Zuschauer im kalten Grau der Betontribünen

    Die Siebziger: Und im Kopf ein Gefühl: Das war die große Zeit

    30. November 1974: Die Frauen kommen

    Die Siebziger, später: Unabsteigbar

    Das Ende der Siebziger: Ist es wirklich Zeit zu gehen?

    Das sind nicht mehr die famosen Siebziger: Von der Möglichkeit zu scheitern

    1980–1983: Das lange Haar weht nicht mehr

    Oktober 1984: Rebellion!

    9. Juni 1985: Nur eine Richtung: vorwärts

    Die Achtziger: Große Unterhaltung, bitte

    Am Ende der Achtziger: Der richtige Mann im falschen Job

    17. Mai 1990: Nur ein Augenblick

    Die frühen Neunziger: Einige Versuche weiterzuleben

    Mitten in den Neunzigern: Die Bundesliga sagt, sie sei nun modern

    17. Oktober 1996: Die Chance

    An der Wende eines Jahrtausends: Die unerträgliche Entdeckung der Raumdeckung

    1999–2002: Seine Jungs

    Die Nullerjahre: Gänsehaut

    2010 und danach: Doppelknoten für immer

    50 Jahre Bundesliga: Immer Höher

    Anmerkungen & Danksagung

    Bildnachweis

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 10.11.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30555-6
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19/12,1/3,2 cm
Gewicht 335 g
Abbildungen 32 schwarz-weiße Abbildungen
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 92794
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Eines der besten Fußballbücher überhaupt und ein Füllhorn an interessanten Anekdoten

M. Dupré, Thalia-Buchhandlung Limburg

Ronald Reng, Deutschlands bester Autor von Fußballsachbüchern, versucht sich in "Spieltage" an einer Gesamtbetrachtung der Bundesligageschichte aus ungewohnter Perspektive: Heinz Höher, ehemaliger Spieler bei Bayer Leverkusen und Trainer u. a. beim VfL Bochum und dem MSV Duisburg, hat über die Jahrzehnte die Bundesliga in verschiedenen Rollen mitbekommen. Als Spieler, als Trainer, als Spielerbeobachter und Talentförderer ist er stets live dabei, wenn Fussballgeschichte geschrieben wird. Und obwohl sich heute kaum noch jemand an ihn erinnert, hat Höher viele teils haarsträubende Anekdoten zu berichten, bei denen man als Leser oft laut lachen muss und die man noch nie gehört hat.

Kundenbewertungen

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Sehr empfehlenswertes Fußballbuch
von ech am 29.07.2016

Ronald Reng erzählt am Beispiel der Person Heinz Höher die Geschichte der Bundesliga in den Jahren 1963 bis 2013. Heinz Höher hat die Bundesliga aus der Sicht des Spielers, Trainers, Managers und zuletzt aus der eines Spielerberaters erlebt. Seine Lebensgeschichte beschreibt anschaulich und spannend die Wandlung der Liga in d... Ronald Reng erzählt am Beispiel der Person Heinz Höher die Geschichte der Bundesliga in den Jahren 1963 bis 2013. Heinz Höher hat die Bundesliga aus der Sicht des Spielers, Trainers, Managers und zuletzt aus der eines Spielerberaters erlebt. Seine Lebensgeschichte beschreibt anschaulich und spannend die Wandlung der Liga in den ersten 50 Jahren. In dem Buch finden sich jede Menge Anekdoten und interessante Details zu den kleinen und großen Geschichten, die der Fußball so schreibt. Absolut empfehlenswert für alle Fußball-Fans.

Immer Höher
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 10.04.2014
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Besser kann man dem Fan 50 Jahre Bundesliga kaum näherbringen. Leider ist es sicher auch geeignet, jungen hoffnungsvollen Talenten nahezubringen, dass man vielleicht doch besser was "Anständiges" lernt, anstatt voll auf die Profikarriere zu setzen. Es gibt halt nur 250 Arbeitsplätze im Profifußball, für Trainer noch viel weniger... Besser kann man dem Fan 50 Jahre Bundesliga kaum näherbringen. Leider ist es sicher auch geeignet, jungen hoffnungsvollen Talenten nahezubringen, dass man vielleicht doch besser was "Anständiges" lernt, anstatt voll auf die Profikarriere zu setzen. Es gibt halt nur 250 Arbeitsplätze im Profifußball, für Trainer noch viel weniger. Fazit: Frau Höher hatte es nicht leicht. Sie verdient den meisten Respekt. Selten ein besseres Fußballbuch gelesen.