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Arbeit und Struktur

Ungekürzte Lesung

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»Dann Telefonat mit einem mir unbekannten, älteren Mann in Westdeutschland. Noch am Tag der Histologie war Holm abends auf einer Party mit dem Journalisten T. ins Gespräch gekommen, dessen Vater ebenfalls ein Glioblastom hat und noch immer lebt, zehn Jahre nach der OP. Wenn ich wolle, könne er mir die Nummer besorgen.

Es ist vor allem dieses Gespräch mit einem Unbekannten, das mich aufrichtet. Ich erfahre: T. hat als einer der ersten in Deutschland Temodal bekommen. Und es ist schon dreizehn Jahre her. Seitdem kein Rezidiv. Seine Ärzte rieten nach der OP, sich noch ein schönes Jahr zu machen, vielleicht eine Reise zu unternehmen, irgendwas, was er schon immer habe machen wollen, und mit niemandem zu sprechen. Er fing sofort wieder an zu arbeiten. Informierte alle Leute, dass ihm jetzt die Haare ausgingen, sich sonst aber nichts ändere und alles weiterliefe wie bisher, keine Rücksicht, bitte. Er ist Richter.

Und wenn mein Entschluss, was ich machen wollte, nicht schon vorher festgestanden hätte, dann hätte er nach diesem Telefonat festgestanden: Arbeit. Arbeit und Struktur.«

August Diehl ist seit 2013 Ensemble-Mitglied am Burgtheater in Wien. Auf der Leinwand war er unter anderem in Filmen von Heinrich Breloer, Hans-Christian Schmid und Quentin Tarantino zu sehen. Seine Lesung von Wolfgang Herrndorfs "In Plüschgewittern" wurde auf Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste gewählt.
Portrait
Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren und 2013 in Berlin gestorben, hat Malerei studiert. 2002 erschien sein Debütroman "In Plüschgewittern", 2007 der Erzählband "Diesseits des Van-Allen-Gürtels", 2010 und 2011 folgten die Romane "Tschick" und "Sand", 2013 posthum das Tagebuch "Arbeit und Struktur".

August Diehl ist seit 2013 Ensemble-Mitglied am Burgtheater in Wien. Auf der Leinwand war er unter anderem in Filmen von Heinrich Breloer, Hans-Christian Schmid und Quentin Tarantino zu sehen. Mit der Lesung von Wolfgang Herrndorfs Roman "In Plüschgewittern" stand er auf Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste.

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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher August Diehl
Anzahl 8
Erscheinungsdatum 13.12.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783839813256
Genre Briefe, Tagebücher, nach 1945, Gegenwartsliteratur
Verlag Argon
Auflage 1
Spieldauer 639 Minuten
Hörbuch (CD)
27,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Tina Lehmann-Klein, Thalia-Buchhandlung Iserlohn

Beklemmend und realistisch schildert der Autor seine Krebserkrankung und seine Beweggründe, welche zum Freitod führten. Beklemmend und realistisch schildert der Autor seine Krebserkrankung und seine Beweggründe, welche zum Freitod führten.

„Auf Wiedersehen, Wolfgang Herrndorf“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

„Auf Wiedersehen, Haare...“ So schreibt einer, der mittlerweile zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellern gehört, über die Begleiterscheinungen seiner Bestrahlung. Er, der im März 2010 an einem bösartigen Hirntumor erkrankt und dem die Endlichkeit seines Lebens schnell bewusst wird, beginnt ein digitales Tagebuch im Internet zu schreiben. Als Therapie, als Aufschrei, als Schreiben gegen die Hilflosigkeit und auch Einsamkeit, denn Arbeit gibt ihm Struktur und damit Halt in einem Leben, dessen Dauer von heute auf morgen absehbar scheint. Zunächst ist dieses digitale Tagebuch nur für seine Freunde geplant, doch als er seine Einträge als Blog ins Internet stellt, wächst die Zahl seiner Leser schnell und sein Schreiben verändert sich, wird immer mehr zu einer literarischen Autobiographie.
Während er an seinen Büchern „Tschick“ und „Sand“ arbeitet, die in Fragmenten schon lange in seiner Schublade liegen, beschreibt er geradezu lakonisch die Therapien und medikamentösen Behandlungen, denen der sich unterzieht, nummeriert seine Ärzte durch und diskutiert mit seinem Nachbarn über dessen lautstarke und enervierende Musikleidenschaft. Ebenso knapp und distanziert schildert er seinen Alltag, erinnert sich an vergangene Begebenheiten. Und doch ist man tief berührt, während man ihn durch seine Träume begleitet und über seine Sätze lacht, die so oft durchsetzt sind von scharfzüngigem Humor. Dabei macht er auch nicht Halt vor Schriftstellerkollegen oder anderen bekannten Persönlichkeiten, nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt oft seine ganze Wut spüren. Aber auch seine Liebe zur Literatur, zu den Büchern, die ihm wichtig sind und die ihn geprägt haben. Er schreibt, als ob es um sein Leben geht, schreibt, weil es um sein Leben geht.
Im August 2013 nimmt er sich die letzte Freiheit, die er noch hat und setzt seinem Leben ein Ende. Auf Wiedersehen, Wolfgang Herrndorf...
„Auf Wiedersehen, Haare...“ So schreibt einer, der mittlerweile zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellern gehört, über die Begleiterscheinungen seiner Bestrahlung. Er, der im März 2010 an einem bösartigen Hirntumor erkrankt und dem die Endlichkeit seines Lebens schnell bewusst wird, beginnt ein digitales Tagebuch im Internet zu schreiben. Als Therapie, als Aufschrei, als Schreiben gegen die Hilflosigkeit und auch Einsamkeit, denn Arbeit gibt ihm Struktur und damit Halt in einem Leben, dessen Dauer von heute auf morgen absehbar scheint. Zunächst ist dieses digitale Tagebuch nur für seine Freunde geplant, doch als er seine Einträge als Blog ins Internet stellt, wächst die Zahl seiner Leser schnell und sein Schreiben verändert sich, wird immer mehr zu einer literarischen Autobiographie.
Während er an seinen Büchern „Tschick“ und „Sand“ arbeitet, die in Fragmenten schon lange in seiner Schublade liegen, beschreibt er geradezu lakonisch die Therapien und medikamentösen Behandlungen, denen der sich unterzieht, nummeriert seine Ärzte durch und diskutiert mit seinem Nachbarn über dessen lautstarke und enervierende Musikleidenschaft. Ebenso knapp und distanziert schildert er seinen Alltag, erinnert sich an vergangene Begebenheiten. Und doch ist man tief berührt, während man ihn durch seine Träume begleitet und über seine Sätze lacht, die so oft durchsetzt sind von scharfzüngigem Humor. Dabei macht er auch nicht Halt vor Schriftstellerkollegen oder anderen bekannten Persönlichkeiten, nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt oft seine ganze Wut spüren. Aber auch seine Liebe zur Literatur, zu den Büchern, die ihm wichtig sind und die ihn geprägt haben. Er schreibt, als ob es um sein Leben geht, schreibt, weil es um sein Leben geht.
Im August 2013 nimmt er sich die letzte Freiheit, die er noch hat und setzt seinem Leben ein Ende. Auf Wiedersehen, Wolfgang Herrndorf...

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Ursprünglich Internet-Blog des Autoren, welches er nach seiner Krebs-Diagnose ins Leben rief. Offen, ehrlich, schonungslos. Ursprünglich Internet-Blog des Autoren, welches er nach seiner Krebs-Diagnose ins Leben rief. Offen, ehrlich, schonungslos.

Lisa Golitsch, Thalia-Buchhandlung Münster

Herrndorfs Blog "Arbeit und Struktur" in Buchform. Natürlich oftmals bedrückend, aber absolut lesenswert für alle, die sich für Herrndorfs Schaffen interessieren. Herrndorfs Blog "Arbeit und Struktur" in Buchform. Natürlich oftmals bedrückend, aber absolut lesenswert für alle, die sich für Herrndorfs Schaffen interessieren.

Katja Engler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Schwer auszuhalten mit dem Wissen um das Schicksal des Autors, aber sehr bereichernd in jeder Hinsicht. Klug, direkt, persönlich, geistvoll und anregend. Ein besonderes (Tage)Buch. Schwer auszuhalten mit dem Wissen um das Schicksal des Autors, aber sehr bereichernd in jeder Hinsicht. Klug, direkt, persönlich, geistvoll und anregend. Ein besonderes (Tage)Buch.

Kundenbewertungen

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von Sibylle Steinhauer aus Darmstadt am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Mehr als ein Blog. Mehr als Literatur. Das Leben und der Tod. Trotzdem witzig und gut zu lesen.

von Victoria Richter aus Gotha am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Herrndorfs Blog, den er über seine Zeit der Erkrankung geschrieben hat, in Buchform. Sehr berührend, mit einigen persönlichen Bildern. Sehr zu empfehlen.

Ein zu Herzen gehendes "Abschiedsgeschenk" des Autors ist dieses Taschenbuch!
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 26.03.2015
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Herrndorf schrieb von März 2010 bis August 2013 in einem Internetblog über seine Krankheit (unheilbarer Gehirntumor), seine Arbeit (die Romane "Tschick" und "Sand") und seinen Entschluß, seinem Leben selber ein Ende zu setzen. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Buch "ganz große Literatur" ist! Dass es Bestand haben wird... Herrndorf schrieb von März 2010 bis August 2013 in einem Internetblog über seine Krankheit (unheilbarer Gehirntumor), seine Arbeit (die Romane "Tschick" und "Sand") und seinen Entschluß, seinem Leben selber ein Ende zu setzen. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Buch "ganz große Literatur" ist! Dass es Bestand haben wird über Jahrzehnte. Und ich bin immer wieder verblüfft, wie warmherzig und humorvoll der Text auch ist!!