Ein multikriterielles fuzzy- und risikobasiertes Entscheidungsmodell für die Planung unterirdischer Infrastruktur

Bauwerke der unterirdischen Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur bedingen häufig technisch anspruchsvolle und kostenintensive Bauvorhaben. Hinsichtlich Technologie, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit stellen sie zumeist hohe Anforderungen an den Planungsprozess dar. Dies gilt insbesondere, wenn mehrere in ihrer grundsätzlichen Funktionalität gleichwertig erscheinende Bauverfahren in Bezug auf technische und ökonomische Kriterien miteinander konkurrieren. Im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes sind zudem verstärkt ökologische und sozio-kulturelle Randbedingungen zu berücksichtigen. Die planerische Entwicklung einer baulichen Infrastrukturmaßnahme ist demnach das individuelle Ergebnis des Zusammenwirkens vielschichtiger Planungsfaktoren, spezifischer Ziele, heterogener Einflussgrößen und persönlicher Entscheidungen der am Planungsprozess Beteiligten. Als ein Manko der derzeitigen Vorgehensweise ist häufig festzustellen, dass eine Entscheidung aufgrund eines unzureichend dokumentierten Planungsprozesses und der daraus resultierenden Nichtnachvollziehbarkeit der Bewertungsergebnisse oftmals nicht mehr prüfbar und somit intransparent ist. Die Berücksichtigung der ganzheitlichen Aspekte in ein Bewertungsverfahren und die Hinzunahme projektspezifischer den Anforderungen entsprechenden Bewertungskriterien fördert die Transparenz einer gemachten Entscheidung, so dass neben Bauherren und Planern auch Gruppen der Öffentlichkeit und Politik den Planungsprozess nachvollziehen können. Die Möglichkeit zur Kontrolle, Steuerung und Nachvollziehbarkeit der Planungsentscheidung ist Voraussetzung für einen effizienten Entscheidungsprozess. Ein Ziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung eines solchen transparenten Bewertungsverfahrens bei der Entscheidung zur Bestimmung des bestmöglichen Bauverfahrens. Eine effiziente und nachvollziehbare Planung erfolgt dann, wenn dem Planer ein Instrument zur Verfügung steht, das die heterogenen Zielvorgaben unter Beachtung der ökonomischen, ökologischen, technischen sowie sozio-kulturellen Randbedingungen bündelt. Die in dieser Arbeit untersuchten multikriteriellen Entscheidungsverfahren basieren auf mathematischen Grundlagen sowie einer stringenten Vorgehensweise. Die Vorgabe einer Methodik ermöglicht im Nachgang die vollständige Einsicht in die Kriterien und deren Gewichtung bei der Entscheidungsfindung. Dieser Kontrollmechanismus einer solchen multikriteriellen Methodik fördert die Transparenz der gemachten Entscheidung. Der Anlass zur Entwicklung eines ganzheitlichen Decision Analysis Modells geht somit von der bis dato kaum stattfindenden Anwendung dieser Methoden aus. In dieser Arbeit wird die multikriterielle AHP-Bewertungsmethode (Analytic Hierachy Process) als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Lösung komplexer Entscheidungssituationen angewendet. Durch Bündelung des vorhandenen Expertenwissens und durch Einbezug von Elementen der Fuzzy-Set-Theorie werden individuelle Entscheidungskonstellationen als Informationen abgebildet. Die bei allen Großprojekten immanenten Unsicherheiten und Risiken werden durch Verwendung unsicherer und unscharfer Daten in das Entscheidungsmodell einbezogen. In dieser Arbeit werden zunächst klassische Entscheidungsmodelle hinsichtlich ihrer Adaptierbarkeit für die vorliegende Problematik untersucht. Im Anschluss daran wird das Decision Analysis Modell entwickelt, das gegenüber den klassischen Modellen um die Faktoren Unsicherheit und Unschärfe erweitert wird. Das Forschungsziel der Arbeit ist die Entwicklung eines mit wissenschaftlichen Methoden hinterlegten Decision Analysis Modells, das durch die Integration unsicherer und unscharfer Aspekte eine transparente und für die Zukunft nachhaltige Entscheidung bei der Wahl des Bauverfahrens gewährleistet. Das erarbeitete Modell ist in die Entwicklung der selbst programmierten Software DEMUS² eingegangen, die an einem Beispielprojekt validiert wird. Die Anwendung des Entscheidungsmodells soll den Planungsprozess langfristig effektiver gestalten und zu einer Erhöhung der Projektakzeptanz führen. Es wird Projektbeteiligten ein Verfahren zur Verfügung gestellt, das die heterogenen Zielstellungen bezüglich technischer, wirtschaftlicher und nachhaltiger Aspekte unter Beachtung von wirtschaftlichen Risiken und unterschiedlichen Entscheiderperspektiven in einem Modell vereinen kann und langfristig die Transparenz des Entscheidungsprozesses gewährleistet.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 261
Erscheinungsdatum 18.12.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8440-2429-6
Verlag Shaker Media Verlag
Maße (L/B/H) 21,4/15,1/1,7 cm
Gewicht 392 g
Abbildungen 8 farbige Abbildungen
Auflage 1. Auflage
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