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Landgericht

Roman

Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt »Landgericht« den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. »Landgericht«, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

Portrait
Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, seit 1974 zahlreiche literarische Veröffentlichungen: Theaterstücke, Gedichte, Hörspiele, Romane, Essays, zuletzt »Stark und leise«. Für ihre Romane »Shanghai fern von wo« und »Landgericht« wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Deutschen Buchpreis. Ursula Krechel lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 512
Erscheinungsdatum 14.07.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74649-1
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,8/11,8/3,8 cm
Gewicht 412 g
Verkaufsrang 68955
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Westdeutsche Nachkriegsgeschichte, 2012 zu Recht mit den Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Zu Recht, bitte lesen!

Kundenbewertungen

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15 Bewertungen
Übersicht
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"Er war angekommen. Angekommen, aber wo." (7)
von Miri am 01.02.2019

Schon der erste Satz deutet, dass es hier um keine leichte Geschichte geht, keine Happy-End Liebesgeschichte und schon gar nicht eine "gerechte". Wer also auf solche steht, wird hier enttäuscht, da es sich um eine dokumentarische Literatur handelt, ohne etwas schön zu reden. Wenn man sich das Setting ansieht: zerstörtes Deutschl... Schon der erste Satz deutet, dass es hier um keine leichte Geschichte geht, keine Happy-End Liebesgeschichte und schon gar nicht eine "gerechte". Wer also auf solche steht, wird hier enttäuscht, da es sich um eine dokumentarische Literatur handelt, ohne etwas schön zu reden. Wenn man sich das Setting ansieht: zerstörtes Deutschland, Emigration (Kuba), Trümmerexistenzen, Gerichtshof/Landgericht und komplett zerstörte Familien, kein Ankommen, kein Zurückkommen, Überlebenskampf, ewiger Kampf für Gerechtigkeit wird einem klar, dass es auch die entsprechende Sprache benötigt um die Atmosphäre wahrhaftig einzufangen und wie man sich schon vorstellen kann: politische bzw. Gerichtssprache ist nicht gerade erzählerisch stielvoll bzw. gefühlsvoll und flüssig. Für die, die kürzere und klare Sätze lieben, wird der Roman sehr schwierig und langatmig wirken, genauso, ging es mir auch am Anfang und zugegeben, manche Ausführungen trieben mich in die Langweile. Nichtsdestotrotz hat dieser Roman den Deutschen Buchpreis 2012 verdient, schon deshalb, weil er paradigmatisch allen vergessenen Remigrant*innen eine Stimme verleiht. Stimme, die sie leider so sehr benötigten als das zertrümmerte Deutschland/Europa wieder aufgebaut werden sollte. Es ist zum Schreien, wenn man Aussagen Typus: "Ich habe noch kein einziges Opfer des Faschismus zu sehen bekommen." (97) oder "...also kein Krieg, also keine Kellerexistenz, keine pfeifenden Granaten. Dann sind Sie ein glücklicher Mensch." (117f) liest. Meine Empfehlung hat dieses Werk auf jeden Fall, allerdings, wenn man einen Unterhaltungsroman mit schlüssigen und schönen Momenten lesen möchte, ist es weniger geeignet. Vielleicht kann man in solchem Fall auf den Film zurückgreifen, wenn man sich die Geschichte nicht entgehen lassen will und das sollte man auf jeden Fall nicht. Toller Beitrag zur Erinnerungskultur.

Großartig!
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 19.07.2016

Dieses Buch erschüttert, bewegt, entsetzt und berührt. Frau Krechel erzählt eine eindrucksvolle Geschichte aus einer unsäglichen Zeit - der Zeit vor und nach 1945. Dazu wählt sie Worte, die teils so nüchtern und sachlich anmuten, teils so treffend in ihrer knappen Poesie, dass ich an vielen Stellen mit angehaltenem Atem gelesen ... Dieses Buch erschüttert, bewegt, entsetzt und berührt. Frau Krechel erzählt eine eindrucksvolle Geschichte aus einer unsäglichen Zeit - der Zeit vor und nach 1945. Dazu wählt sie Worte, die teils so nüchtern und sachlich anmuten, teils so treffend in ihrer knappen Poesie, dass ich an vielen Stellen mit angehaltenem Atem gelesen habe. Ihre Erzählung folgte mir in meine Träume, trieb mich beinahe um, machte mich geradezu "angefasst". Das erlebe ich selten in dieser Form und bin der Autorin sehr dankbar für solch ein grandioses Leseerlebnis UND die Lehre, dass sich ein totalitäres Regime nicht einfach so abschafft, geschweige denn überwindet, sondern dass im Nachhall noch jede Menge Arbeit vonnöten ist. Wir sehen ja derzeit nicht zu knapp, wieviel immer noch in den Abgründen nachscheppert. Meines Erachtens sollte man Ursula Krechels "Landgericht" zur Pflichtlektüre in den Schulen machen!

von einer Kundin/einem Kunden aus Hagen am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Die Geschichte eines jüdischen Richters und seiner Familie. Nach dem 2. Weltkrieg kehrt er zurück und will als Richter am Landgericht Wiedergutmachung. Ein betörender Roman.