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Heimat

Eine Suche

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Eine Kindheit wie aus dem Bilderbuch. Ein Junge wächst in den fünfziger Jahren im idyllischen Städtchen Gunzenhausen in Mittelfranken auf, als Arztsohn in einer vom Krieg scheinbar unberührten, ins Wirtschaftswunder aufbrechenden Welt. Erst Jahrzehnte später – schon als junger Mann hatte er der Provinz den Rücken gekehrt – stößt er auf ein furchtbares Kapitel der Stadtgeschichte: Am Palmsonntag 1934 fand hier das erste große Pogrom Nazi-Deutschlands statt; die SA hetzte unter Beteiligung eines erheblichen Teils der Bevölkerung gegen die jüdischen Bürger, zwei Männer kamen ums Leben. Und unversehens macht er noch eine weitere Entdeckung: Der von ihm bewunderte amerikanische Autor J.D. Salinger, Verfasser des weltberühmten Romans „Der Fänger im Roggen“, war nach Kriegsende im Ort stationiert, ein von den Erlebnissen an der Front schwer traumatisierter Mann.
Thomas Medicus wagt eine literarische Spurensuche: Aus Erinnerungen, Gesprächen und Dokumenten zeichnet er das sehr persönliche Porträt seiner Familie und seiner Heimatstadt, er geht dem mörderischen Verbrechen auf den Grund und rekonstruiert Salingers Welt. Geschichte wie unter dem Brennglas – von den Anfängen der Nazizeit über Krieg und Stunde Null bis weit in die junge Bundesrepublik hinein – und eine ebenso aufrichtige wie poetische Annäherung an das, was man Heimat nennt.
Portrait
Thomas Medicus geb. 1953 in Mittelfranken, war nach dem Studium der Germanistik, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Marburg/Lahn zunächst freier Journalist, dann Redakteur in verschiedenen Tageszeitungen. Seit September 2003 ist er Feuilleton-Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Berlin. Seit Mitte der achtziger Jahre unternimmt er ausgedehnte Reisen in Ostmitteleuropa.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 07.03.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783644116818
Verlag Rowohlt E-Book
Dateigröße 4426 KB
eBook
16,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Medicus geht klug auf Heimatsuche!
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 23.07.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Vorneweg: dieses Buch zu lesen ist ein Genuß! Auch wenn das Thema mich noch Tage danach bedrückt und umgetrieben hat. Außerdem befürchte ich, daß über fast jeden Ort in Deutschland ein solches Buch geschrieben werden könnte! (Mit Ausnahme des Aufenthalts von J.D.Salinger). Thomas Medicus, Jahrgang 1953, "flüchtet" früh aus... Vorneweg: dieses Buch zu lesen ist ein Genuß! Auch wenn das Thema mich noch Tage danach bedrückt und umgetrieben hat. Außerdem befürchte ich, daß über fast jeden Ort in Deutschland ein solches Buch geschrieben werden könnte! (Mit Ausnahme des Aufenthalts von J.D.Salinger). Thomas Medicus, Jahrgang 1953, "flüchtet" früh aus seinem Heimatort, einem kleinen Städtchen in Mittelfranken. Er kommt sehr ungerne dorthin zu Besuch und fühlt sich irgendwann doch wie ein "Heimatgefangener" (S.38). Er fängt an über "Sprüche", Redewendungen und Gemurmel (=Selbstgespräche ?) seiner Großmutter nachzudenken. Als er erfährt, daß der amerikanische Autor J.D.Salinger als Soldat, Agent eine zeitlang in seiner Heimatstadt gelebt hat, stellt er sich seinen unbehaglichen Gefühlen und stößt auf Begebenheiten (Morde? Selbstmorde?) aus der Nazizeit, an denen sein Großvater als medizinischer Gutachter "beteiligt" war. Ebenso Nachbarn und Freunde seiner Eltern. Was ist damals in der Kleinstadt passiert, als SA und Bevölkerung bereits 1934 Juden jagten und in den Tod trieben?? Medicus bereitet die Geschichte akribisch auf. Läßt sich immer wieder von Salinger anleiten, genau hinzusehen. Verfolgt Spuren. Und kann am Schluß dieses klugen Buches anerkennen, wie in den letzten Jahren in der Stadt die Vergangenheit aufgedeckt und betrauert, verarbeitet wurde. Ich würde jedem Ort eine Emmi Hetzner und so ein Schulprojekt wünschen!! Vielleicht ist dieses Buch der Anstoß für Sie, dem "Gemurmel" Ihrer Großmutter (endlich) mal nachzugehen??