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Indianische Heilkunst. Pflanzen, Rituale und Heilungsbilder nordamerikanischer Schamanen

Pflanzen, Rituale und Heilungsbilder nordamerikanischer Schamanen

Rudolf Kaiser

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Buch (Taschenbuch)
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Beschreibung

Die indianische Spiritualität geht von der Erfahrung der Ganzheitlichkeit aus: Alle Lebewesen und Naturerscheinungen im Himmel und auf Erden sind miteinander verwoben. Vor diesem Hintergrund hat sich seit Jahrhunderten eine naturnahe Heilkunst entwickelt, die immer mehr Menschen im Westen fasziniert.

In diesem Buch stellt Rudolf Kaiser sachkundig und differenziert die Realität traditionellen indianischen Heilens dar: Die Einführung in das ganzheitliche Denken der Indianer und die Vorstellung bestimmter Zeremonien und Heilpflanzen werden dabei ergänzt durch zahlreiche Originaltexte und sakrale Abbildungen − ein umfassender Einblick in eine uralte Weisheitstradition.

Rudolf Kaiser, Dr. phil., ist Professor em. für Anglistik an der Universität Hildesheim. Er beschäftigte sich viele Jahre mit den Indianerkulturen Nordamerikas und lebte im Rahmen seiner Forschungsarbeiten auch selbst mit den Indianern zusammen.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 189
Erscheinungsdatum 10.06.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86374-167-9
Verlag Mankau Verlag
Maße (L/B/H) 19/11,8/2,2 cm
Gewicht 206 g
Auflage 1. Auflage (Originalausgabe erschienen 1996 bei Herder)
Verkaufsrang 95144

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Die indianische Medizin
von einer Kundin/einem Kunden aus Halfing am 16.08.2014

Der Kulturwissenschaftler und ehemalige Anglistikprofessor Dr. Rudolf Kaiser erzählt uns in seinem Buch, was es mit der Weisheits- und Heilungstradition nordamerikanischer Indianer auf sich hat. Es ist weniger ein Sachbuch als vielmehr ein eindrückliches Erlebnisbuch, indem der Autor aus eigener Erfahrung von seinen ethnologisc... Der Kulturwissenschaftler und ehemalige Anglistikprofessor Dr. Rudolf Kaiser erzählt uns in seinem Buch, was es mit der Weisheits- und Heilungstradition nordamerikanischer Indianer auf sich hat. Es ist weniger ein Sachbuch als vielmehr ein eindrückliches Erlebnisbuch, indem der Autor aus eigener Erfahrung von seinen ethnologischen Forschungen und Teilnahmen an Ritualen, Heilverfahren und zeremonien berichtet. Seine persönlichen Erfahrungen sammelte er in den Staaten Arizona und New Mexico, wo sich heute noch die größten indianischen Reservate befinden, etwa die der Hopi, der Pueblo, der Navajo, der Apachen und der Papago. Das differenzierteste und am häufigsten praktizierte traditionelle Heilsystem besitzen die Navajo-Indianer, an deren Heilzeremonien der Autor als Beobachter teilnehmen durfte und aus zahlreichen Gesprächen mit Schamanen, Medizinmännern, Medizinfrauen, Hexen, Zauberern und weißen Ethnologen Eindrücke aus erster Hand gewann. Der „indianischen Medizin“ haben wir vieles zu verdanken, nicht nur die indianische Pflanzenheilkunde. (Das aus dem roten Sonnenhut gewonnene Destillat „Echinacea“ haben die Indianer als Mittel zur Immunstärkung schon lange vor uns entdeckt) Denn der nordamerikanische Schamanismus kann getrost als erste ganzheitliche Medizin verstanden werden und bezieht psychologische, soziologische, ökologische und spirituell-religiöse Zusammenhänge als Gründe für Krankheit mit ein, hat also immer den ganzen Menschen im Blick. Was mich als Gestalttherapeut am meisten beeindruckt hat: Indianische Rituale und Heilungszeremonien haben vor allem bei der Behandlung psychosomatischer Beschwerden Erfolg. Es handelt sich bei den Ritualen in erster Linie um eine Art Psychotherapie, verbunden mit suggestiven Heilmethoden wie Trance und Ekstase. Die Schamanen und Medizinmänner haben als erste begriffen, dass die rein kognitiv vermittelte Information (wie es im westlichen Bildungssystem üblich ist) nicht im psychischen System des Menschen hängen bleibt. Wenn die Information jedoch in eine ganzheitliche Erfahrung eingebunden ist (Wahrnehmung, sinnliches Erleben, gefühlsmäßige Anteilnahme), ist der Lerneffekt nachhaltig. Im Anhang werden auf über 20 Seiten sehr viele indianische Heilungstexte (Medicine Songs) veröffentlicht, ein sehr nützlicher Mehrwert.


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  • (Auszug aus der Einführung)

    Der Begriff "Apparatemedizin" ist in den vergangenen Jahren geläufig geworden als eine negativ gemeinte Wortfügung für bestimmte Weisen der Behandlung von Krankheiten in unserer westlichen Kultur. Während frühere Generationen es dankbar begrüßten, wenn eine Maschine, eine Apparatur, eine technische Vorrichtung entwickelt wurde, die kranken Menschen Hilfe und Erleichterung versprach, zeigt sich heute im abwertenden Gebrauch dieses Begriffs, dass zahlreiche Menschen bei dieser "technischen Hochleistungsmedizin" etwas Wesentliches vermissen. Die negative Bedeutung des Begriffs scheint mittlerweile sogar auf den Begriff "Schulmedizin" überzugreifen.

    Viele Menschen meinen, dass unsere Medizin von einem falschen Menschenbild ausgehe, das sich auf den französischen Denker René Descartes (1596-1650) zurückführen lasse. Descartes hatte im Zusammenhang mit der menschlichen Natur zwei für die abendländische Geschichte außerordentlich einflussreiche Prinzipien formuliert: Zum einen lehrte er, dass der Körper und die Seele zwei strikt voneinander getrennte Substanzen seien (res extensa - res cogitans); zum anderen vertrat er die Auffassung, dass der so von der Seele isolierte Körper nicht als Organismus, sondern als eine Maschine zu verstehen sei. Damit war einer mechanistischen Erklärung aller Lebensvorgänge Tür und Tor geöffnet.
    (...)
    Umso häufiger hört man positiv gemeinte Gegenbegriffe, etwa "alternative Medizin", "sanfte Medizin", "Komplementärmedizin" oder "Ganzheitsmedizin". Dementsprechend eingestellte Mitglieder der Heilberufe - z.B. Homöopathen und viele Heilpraktiker - haben Zulauf; chinesische Formen der Heilkunst, wie Akupunktur oder Akupressur, genießen hohe Anerkennung; und wesentlich häufiger als in frühere Jahrzehnten diskutiert man über Geistheiler, Kräuterfrauen oder Schamanen. - Offensichtlich handelt es sich bei allen diesen Heilungsformen um Weisen der Medizin, die sich von der geläufigen "Schul- und Apparatemedizin" durch ihren stärker ganzheitlichen, Leib UND Seele ansprechenden Ansatz deutlich unterscheiden.
    "Indianische Medizin" wird in diesem Zusammenhang häufig als eine der Möglichkeiten alternativen Heilens genannt. Auch hierzulande hören und lesen wir von indianischen Medizinmännern und Medizinfrauen, von Schamanen/schamanistischen Heilpraktiken und von indianischen Heilungszeremonien.

    Was hat es damit auf sich?
    Wie sieht indianische Heilkunst heute aus?
    Wie sah sie früher aus?
    Worin unterscheidet sich indianische Medizin von der uns vertrauten "westlichen", wissenschaftlichen Medizin?

    Ich will in diesem Buch versuchen, Antworten auf diese Fragen zu geben.
  • INHALT

    Einführung

    1. Begegnungen - Erfahrungen - Erlebnissse
    2. Schamanen, Medizinmänner und Medizinfrauen
    3. Hexer, Hexen und Zauberer
    4. Die geistigen Hintergründe und die inneren Zusammenhänge indianischer Heilkunst
    5. Zum Verhältnis von "weißer" und indianischer Medizin
    6. Hózhó: Zur Weltsicht der Navajo-Indianer
    7. Eine (angebliche) Besonderheit indianischer Naturheilverfahren: Die "Ohrkerze" der Hopi-Indianer
    8. Indianische Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)
    9. Indianische Heilungsbilder: Navajo-Sandgemälde (Sand Paintings)
    10. Rituale des Lebens und Sterbens, des Abschieds und Überganges

    Anhang: Indianische Heilungstexte (Medicine Songs)
    Literaturverzeichnis