Wir Nachgeborenen

Kinder berühmter Eltern

Anatol Regnier

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Beschreibung

Anatol Regnier, Sohn von Charles Regnier und Pamela Wedekind, Enkel Frank Wedekinds und Autor spannender und unterhaltsamer erzählender Sachbücher, beleuchtet hier die Schicksale von Menschen, die aus berühmten Familien stammen und angesichts bedeutender Vorfahren einen eigenen Weg finden müssen.
Wie gehen die Töchter und Söhne mit ihrem Erbe um, das ihnen eine Ausnahmeposition zuweist, die nicht die eigene ist? Ist ein berühmter Name Türöffner oder Hindernis? Wieviel Mut erfordert es, sich auf Gebiete zu wagen, auf denen die eigenen Eltern oder Großeltern Bedeutendes geleistet haben? Und wieviel innerer Größe bedarf es, einzusehen, dass das eigene Talent nicht ausreicht?
Regniers Buch bietet amüsante und tragische Einblicke in eine Vielzahl von Schicksalen, darunter sein eigenes und das seiner Familie und, im Vorübergehen, in die Geschichte von Kunst und Gesellschaft der letzten siebzig Jahre. Fast immer geht es um Theater, Literatur oder Musik, aber auch um Politik und die deutsche Vergangenheit. Eine ganz eigene Rolle spielt das legendäre Ambach am Starnberger See, Regniers Heimatort.

Anatol Regnier ist Klassischer Gitarrist, Chansonsänger und freier Autor. Seine wichtigsten Veröffentlichungen: Damals in Bolechów (1997); Du auf deinem höchsten Dach - Tilly Wedekind und ihre Töchter (2003); Frank Wedekind - eine Männertragödie (2008). Regnier wurde 2005 mit dem Ernst Hoferichter Preis und 2012 mit dem Schwabinger Kunstpreis ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 12.09.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-66792-3
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 22,1/14,7/3 cm
Gewicht 578 g
Abbildungen mit 54 Abbildungen
Auflage 1

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Das Suchen und Finden eines eigenen Weges
von Michael Lehmann-Pape am 07.10.2014

Zu Zeiten der hohen Prominenz ihrer jeweiligen Eltern waren so gut wie alle „Nachkommen“ jener Eltern ebenfalls Teil des öffentlichen Interesses. Oft den ein oder anderen Artikel in den bunten Blättern wert, zumindest häufig am Rande mit erwähnt und mit abgelichtet. Es ist schon ein besonderes Aufwachsen im Schatten berühmte... Zu Zeiten der hohen Prominenz ihrer jeweiligen Eltern waren so gut wie alle „Nachkommen“ jener Eltern ebenfalls Teil des öffentlichen Interesses. Oft den ein oder anderen Artikel in den bunten Blättern wert, zumindest häufig am Rande mit erwähnt und mit abgelichtet. Es ist schon ein besonderes Aufwachsen im Schatten berühmter oder bekannter Väter oder Mütter. Im Fall von Charles Regnier zudem noch eines ebenso bekannten Großvaters. Und bei Weitem nicht immer waren die Eltern in der Realität zu zugewandt und verständnisvoll, wie sie es im öffentlichen Bild gerne darstellten. Die beiden Söhne von Helmut Kohl haben da in den letzten Jahren sehr ausführlich den Schleier über der privaten Ebene gelüftet. Auch Gero Erhardt kann da ein Lied von singen. „Ein Papa zum Anfassen war er nur in Anwesenheit der Presse“, ist seine lapidare Zusammenfassung der väterlichen Qualitäten von Heinz Erhardt. „Irgendwann habe ich den Gedanken an die Zukunft aufgegeben. Was soll ich (denn) hier noch leisten?“, fragte sich Thomas Frankenfeld noch lange, der erst nach dem Tod des Vaters Peter („Der Druck war weg“) seinen eigenen Weg und seine eigene Berufung gefunden hat. Ein Buch, in dem nicht nur die (teils alltäglichen, teils besonderen) Lebensläufe der Nachgeborenen erzählt wird, sondern das, natürlich, auch vielfache Informationen und Hintergründe über das gemeinsame Leben mit den entsprechenden prominenten Eltern liefert und zudem selbstverständlich auch privates über diese selbst zu berichten hat. All die Ängste, Zwänge, Bedenken, natürlich auch die Stärken, die Energie, die Kraft, all das wirkte sich auf die Kinder mit aus und bietet im gesamten ein differenziertes Bild dafür, dass das Leben als Nachkomme eines bekannten, oft vermögenden Prominenten „einfach“ so gut wie nie ist und war. „Das sind andere Welten, damit können wir uns nicht vergleichen“ ist daher eine wichtige, sich weitgehend durchziehende Erkenntnis im Leben der Kinder, die, jeder und jede für sich, am Ende ihren eigenen Weg gefunden haben. Unter dem Druck natürlich, sich irgendwann gegen besonders schwierige familiäre Umstände emanzipieren zu müssen. Wie lebt es sich als Kind berühmter Eltern? Wie findet man unter diesem teils „erdrückenden“ Talent die ganz eigenen Stärken und Wege? Wie kommt man unter Umständen mit der einem gegebenen “Mittelmäßigkeit“ dann zurecht? Und nicht allen gelang es, so schnell eine (gute) innere Distanz aufzubauen, wie es Benedikt Hoppe gelang. „Meine fröhliche Grundeinstellung…..schützte mich davon, mein Leben als zweitklassig zu empfinden“. Ein durchaus interessanter, wenn auch nicht „umwerfender“ Einblick in „ganz normale“ Leben, die dennoch ihre ganz persönlichen Stärken entwickelt haben und ein Einblick in die „Familienwelt“ von Menschen, von denen weitgehend nur das „Image“ bekannt wurde.


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  • Inhalt

     

    Einleitung

    1 Ein Besuch in Garmisch

    2 Woher wir kommen – Kindheit im Malvenhaus

    3 Diana Kempff – eine Erinnerung

    4 Gitarre spielen 

    5 Ein Vater zum Verlieben – Gwendolyn

    von Ambesser und ihre Eltern 

    6 Ambach (I)

    7 Unverbrüchlich –

    Marianne Hoppe und ihr Sohn Benedikt 

    8 Israel 

    9 Hans Fallada und seine Söhne – Ulrich und

    Achim Ditzen 

    10 Der lange Weg 

    11 Der Einzige und Letzte – Frido Mann 

    12 Ambach (II) 

    13 Lustige Väter (I) – Gero Erhardt 

    14 Lustige Väter (II) – Thomas Frankenfeld

    15 Australien 

    16 Den Größten zum Vater – Mathias und

    Manuel Fischer-Dieskau 

    17 Dem Vater folgen oder nicht? – Florian Prey

    und Rico Gulda 

    18 Bücher schreiben 

    19 Seines Vaters Sohn – Dominik Graf 

    20 Ambach (III) 

    21 Mein Vater Charles Regnier

    Bildnachweis 

    Literatur 

    Dank