Alles fühlt

Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften. Mit einem Vorwort von Michael Succow

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In den Biowissenschaften wird zunehmend erkannt, dass Empfindungsvermögen, Innerlichkeit und Subjektivität keine auszuklammernden Sonderfälle, sondern elementare Eigenschaften des Lebens selbst sind. Als solche sind sie nicht nur dem Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und Materie an sich zu eigen: Alles fühlt. In persönlicher und poetischer Sprache lädt Andreas Weber auf eine Reise ein, die diesen Paradigmenwechsel in den Lebenswissenschaften sinnlich erfahrbar macht. Jenseits von materialistischem Darwinismus einerseits und irrationalem Kreationismus andererseits entwickelt der Biologe und Philosoph eine »Schöpferische Biologie«, die uns ins Fleisch der Welt einbettet. Die aktualisierte Neuausgabe dieses Grundlagenwerks wird durch ein Vorwort des renommierten Biologen, Naturschützers und Trägers des Alternativen Nobelpreises Michael Succow eingeleitet.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 260
Erscheinungsdatum 29.09.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-927369-86-3
Verlag Drachen Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/16,1/2,5 cm
Gewicht 534 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 41.228
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von Gudrun Wolf aus Berlin am 27.12.2013
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Zuerst liest es sich wie eine Abrechnung unter Biologen: „Die Biologie, die Wissenschaft vom Leben hat anderthalb Jahrhunderte auf die Frage geschwiegen, was Leben ist. Biologen hatten ein Konzept, … daß Organismen kleine Maschinen sind.“ (S.11) In diesem ersten Satz werden alle Biologen „in einen Sack gesteckt“. Aber dann... Zuerst liest es sich wie eine Abrechnung unter Biologen: „Die Biologie, die Wissenschaft vom Leben hat anderthalb Jahrhunderte auf die Frage geschwiegen, was Leben ist. Biologen hatten ein Konzept, … daß Organismen kleine Maschinen sind.“ (S.11) In diesem ersten Satz werden alle Biologen „in einen Sack gesteckt“. Aber dann tauchen da in der Einführung immer wieder Sätze auf, die mich elektrisieren: „Wir erleben die Welt nicht primär mit dem Geist, sondern mit den Sinnen. Menschen denken in Symbolen und Methapern.“ (S. 17f) „Die Natur ist kein Fluchtraum vor den Gefühlen. Sie gewährt uns eine Flucht ins Gefühl.“ (S. 27) Schließlich lese ich das Buch doch – mit unterschiedlicher Intensität kann ich mich in die einzelnen Abschnitte einfühlen. Andreas Weber wechselt zwischen persönlichen Erlebnissen, wissenschaftlichen Standpunkten und Gefühlsbeschreibungen. Das Wichtige an diesem Buch ist der Versuch einer neuen Interpretation der unterschiedlichen Kraftzentren menschlichen Lebens, der sich in der Natur und in den Zellen findet. Die einzelnen Abschnitte des Buches tragen die Botschaften: Zellen mit Zielen Die Sprache der Gefühle Ich bin Du Leben als Kunst Symbiosen Heilung Im ersten Abschnitt findet sich die fundamentale Erkenntnis: „Leben ist nicht wertfrei. …. Leben ist im Gegenteil das Erscheinen eines Wertes, der Körper geworden ist.“ (S. 32) So setzt A. Weber den Lebensdrang zum Grundaxiom in der Biologie. Dieses Streben nach Fortexistenz bewirkt, daß alles was lebt, mehr Leben will. Aufgrund seiner Beobachtungen kommt er zu dem zweiten Prinzip, daß sich dieses unmittelbare Lebensinteresse sehen läßt, daß sich in der Oberfläche der Organismen ihr Innenleben sehen läßt. Und schließlich stellt er fest, „nur im Spiegel anderen Lebens können wir uns selbst verstehen. Wir brauchen den Blick des Allerfremdestes.“ (S. 34) Ehrlich gesagt, seit der Auseinandersetzung mit dialektischem und historischem Materialismus überrrascht mich diese Erkenntnis gerade auch in der Biologie nicht besonders. Aber es liest sich wunderbar, von einem Fachmann konkret erklärt und „gezeigt“ zu bekommen, wie sich diese Prinzipien umsetzen und zu welchen Bewertungen unserer Lebenswirklichkeit sie führen können. Das letzte Kapitel „Heilung“ beginnt mit der Geschichte von einem Labor-Kaninchen und der Erkenntnis, mit welcher Rechtfertigung, täglich Tausende von Tiere geqält werden: „Vivisektion ist möglich, weil wir alles, was nicht in der Lage ist, unsere Sprache mit uns zu sprechen, als Sachen behandeln – die Tiere, die Pflanzen und bis vor kurzem auch Kinder, bevor sie sich artikulieren konnten. Diese Praxis hat eine lange Geschichte. Es ist die Geschichte unseres abendländischen Weltmodells. Jahrtausendelang stand diesem ein Gott vor, der die messerscharfe, vollkommene, unbestechliche Vernunft repräsentierte und sich zugleich außerhalb der Welt befand.“ (S. 281) Vergleichbar manchen Physikern, die die Weltformel suchen, fragt auch A. Weber weiter nach den notwendigen und möglichen Konsequenzen seiner Beobachtungen für menschliches Denken und Handeln. Sein vorläufiges Fazit lautet: „All das heißt, daß am Anfang kein logos war – kein abstraktes Wort. Die Wirklichkeit ist ebenso wenig „eigentlich Geist“ wie sie „bloß Materie“ ist. Vielleicht müßte es daher besser heißen, „am Anfang war Gefühl“ - gewiss jedoch das Potential dazu. … Gefühl ist Lust und Tragik der Materie.“ (S. 314)