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Ein Held unserer Zeit

Roman

Michail Lermontow

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Beschreibung

Langeweile und Lebensüberdruss prägen das Leben des adligen Offiziers und Lebemanns Petschorin. Längst hat er die edlen Ideale Anstand, Ehre und Aufrichtigkeit aufgegeben und treibt ein leichtfertiges und intrigantes Spiel mit der Liebe der Tscherkessin Bela und mit der Zuneigung der Petersburger Prinzessin Mary. Zu wahrem Gefühl scheint er unfähig ...
1841 erschien Michail Lermontows einziges vollendetes Prosawerk »Ein Held unserer Zeit«. Petschorin ist der Inbegriff des „überflüssigen Menschen“, dem wir später in den Werken von Tolstoj, Dostojewski, Turgenjew und Gontscharow wiederbegegnen. Lermontow zählt mit diesem Roman zu den Begründern des großen russischen realistischen Romans.

Michail Lermontow, geboren am 15. Oktober 1814 in Moskau, ist neben Puschkin der wichtigste Vertreter der russischen Romantik. Seine Lyrik ist stark von Byron beeinflusst. Ein Held unserer Zeit ist sein einziges vollendetes Prosawerk und der erste große russische realistische Roman. Lermontow starb am 27. Juli 1841 im Duell in Pjatigorsk.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 209
Erscheinungsdatum 15.09.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-36029-2
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 19/11,6/2,2 cm
Gewicht 238 g
Auflage 1
Übersetzer Günther Stein
Verkaufsrang 87386

Kundenbewertungen

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Ein Held alter Zeit
von Zitronenblau am 10.11.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Lermontows „Ein Held unserer Zeit“ (1840) gehört für mich zu den „geflügelten Titeln“ – die irgendwie jeder schon einmal gehört hat. In seinem Roman thematisiert Lermontow den Fatalismus: die schicksalhafte Bestimmtheit des Menschen. Der Fatalismus war seinerzeit ein beliebtes literarisches Thema... Held ist der Soldat Grigor... Lermontows „Ein Held unserer Zeit“ (1840) gehört für mich zu den „geflügelten Titeln“ – die irgendwie jeder schon einmal gehört hat. In seinem Roman thematisiert Lermontow den Fatalismus: die schicksalhafte Bestimmtheit des Menschen. Der Fatalismus war seinerzeit ein beliebtes literarisches Thema... Held ist der Soldat Grigorij Alexandrowitsch Petschorin – ein von Langeweile getriebener, der in verschiedenen Episoden jenes fatalistische Dasein beschwört. Der Roman untergliedert sich hierbei in zwei Teile. Im ersten Teil trifft der Erzähler des Romans auf den Stabskapitän Maxim Maximytsch. Dieser berichtet dem Narrateur von seiner Begegnung mit Petschorin. In dieser Geschichte geht es um einen Räuber, der ein edles Ross besitzt, das er einem Dritten verweigert, der jedoch dessen Schwester Bela dagegenhält (sozusagen als Tauschwert). Der Räuber lehnt dies ab, sodass Petschorin dem Dritten das Pferd verspricht, sofern er dafür die Schwester erhält. Der Plan gelingt und später – auf einer Festung verweilend und nach der etwas längeren Eroberungszeit der Holden – wird diese dann vom beraubten Räuber tödlich verletzt. Da der Soldat ihr überdrüssig geworden ist, bleibt er kühl und gehalten. Im zweiten Teil begegnen der Erzähler und der Stabskapitän Petschorin, der jedoch eilig und in seiner typisch unnahbaren, distanzierten Fassung davoneilt. Er hinterlässt hierbei aber Tagebucheinträge, die der Erzähler hiermit veröffentlicht (der Richtigkeit halber meint er im Vorwort, dass die Publikation erst nach dem Tode Petschorins erfolgt ist). Die Tagebücher beinhalten drei Episoden. Zuerst die romantisch-undinenhafte Begegnung des Soldaten mit einem jungen Mädchen, bei der Petschorin fast stirbt und ausgeraubt wird. Die zweite Episode ist das Herzstück des Romans: Petschorin ist in einer feineren Gesellschaft um eine Fürstin und deren begehrte Tochter. Er spielt in einem – ich sage mal dandy-artigen – Verhalten mit ihrer Liebe (erinnernd an Kierkegaards „Tagebuch eines Verführers“) und provoziert dabei einen Rivalen, sodass es zum „Shotdown“ kommt, da Petschorin sich diesem in einem Schießduell stellen muss. Da die Tagebücher vermutlich vor der „Bela-Zeit“ geschrieben wurden, muss an dieser Stelle nicht geschrieben werden, wie das Duell ausgeht. Der Tochter der Fürstin sagt er nur, dass er sie gar nicht liebe und sie auch nicht heiraten wolle. In der letzten Episode streitet Petschorin mit einem Mann um die fatalistische Frage. Es kommt zu einer Wette, in der der Mann russisches Roulette spielt und siegt, später dann aber doch durch einen Betrunken erschlagen wird – das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals. Dadurch, dass der Roman eine recht inkohärente Struktur hat, ist seine Interpretation nicht ganz einfach. Die ennui (Langeweile) erscheint mir fast noch wichtiger als die Determination, obschon diese hier eine Philosophie offenbart, an die sich die ennui konsequent knüpft: wenn mein Schicksal sowieso vorbestimmt ist, dann sind alle meine Handlungen sinnlos eingedenk des nicht existierenden freien Willens. Ohne Sinn bzw. Bedeutungen der Handlung, fehlt somit auch das Gefühl der Verantwortung für meine Handlungen: die Freude bei Gelingen, die Sorge/Trauer bei Misslingen: ich werde ihnen gegenüber gleichgültig. Petschorin scheint eine Art Prototyp des Camus’schen Meursault zu sein („Der Fremde“). Die Dekadenz (Dandytum) ist mir zu unausgeprägt, wäre auch zu anachronistisch.


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