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Drei Dichter ihres Lebens

Casanova - Stendhal - Tolstoi

Stefan Zweig

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Beschreibung

Ihr Werk ist Selbstdarstellung, ihre eigene Existenz ihnen wichtiger als jede andere Wirklichkeit: Casanova bleibt dabei unbefangen und naiv auf der Oberfläche sinnlichen Erlebens, Stendhal durchsucht sein Seelenleben nach Handlungsmotiven, Tolstoi befragt sich darüber hinaus nach der Gesinnung, die ihn in seinem Tun bestimmt. Da ihre Perspektive allerdings auf das Innen beschränkt bleibt und Objektivität nicht erlangen kann, bleiben sie bei aller Beobachtung doch »Dichter ihres Lebens«.
Diese Biografie der drei Lebenskünstler und Schriftsteller Casanova, Stendhal und Tolstoi ist in typisch Zweigscher Manier wieder ein gelungenes Werk geworden. Zweig stellt hier unter der Idee, dass ein Fortschritt stattfindet zwischen dem Erleben, dem Sich-Selbst Beschreiben und dem Sich Selbst Hinterfragen, die angegebenen drei Dichter hintereinander. Casanova ist für ihn der Lebemensch. er schildert ihn uns in der gewohnten Weise, in dem er wieder und wieder um den Menschen Casanova herumgeht, in ihn hineinblickt, ihn für uns leben, sprechen, schreiben, lieben lässt. So sehen wir Casanova als den oberflächlichen Genussmenschen, der keine Chance auslies, sein Leben bunt zu erweitern, der aber die Begriffe Reue und Moral nie empfand oder lebte. Erst an seinem Lebensende verfasst er die Memoiren, für die er heute unvergesslich ist - aber diese sind keine Innenschau, sondern pure Beschreibung eines prallen Lebens.
Stendhal hingegen zeigt uns Zweig als den ersten Hineinschauer ins eigene Ich, als den, der akribisch seinen eigenen Empfindungen und Motivationen hinterherjagte. Der sensible, freie, ungebundene Beamte - ein Widerspruch? Nein, man lernt verstehen, was es Stendhal bedeutete, im Leben verankert zu sein und doch im Inneren nur zu leben - wir sehen ihn im Napoleonischen Feldzug, dann am Schreibtisch, vor dem Spiegel - sehen den grob gebauten bürgerlich anmutenden und sich dafuer hassenden Menschen, der zeitlebens die Frauen liebte, aber verschmäht wurde, der dann in einigen Romanen am Lebensende sich selbst festheilt und durchschaute.
Tolstoi schließlich steht vor uns als Moralist, der seine eigenen Handlungen hinterfragt. Lebend in einem Russland, in dem verschiedenste Kräfte wirkten, die eigenes moralisches Handeln oft erschwerten, fand Tolstoi die Aufgabe seines Lebens: Die Erschaffung einer neuen Jesus-bezogenen Religion und das Abbilden seines eigenen Ichs mit akribischer hinterfragen der eigenen Motive. Nicht nur Innenschau, sondern Vertiefung der Frage nach dem Grund der Empfindungen stand für Tolstoi im Vordergrund.
Dies ist der letzte der drei vollendeten Teile des Zyklus >Die Baumeister der Welt. Versuch einer Typologie des Geistes<. Die beiden anderen Teile sind >Drei Meister. Balzac, Dickens, Dostojewski< und >Der Kampf mit dem Dämon. Hölderlin, Kleist, Nietzsche<.

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und schied am 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.

Zweig wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf und studierte bis 1904 Philosophie, Germanistik und Romanistik in Berlin und Wien. Er unternahm Reisen in Europa, nach Indien, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika. 1917/18 bekannte er sich in Zürch u.a. mit Hermann Hesse, James Joyce und Annette Kolb als Kriegsgegner und pflegte Freundschaften mit Émile Verhaeren und Romain Rolland.
Von 1919 bis 1938 lebte er in Salzburg, unternahm jedoch 1928 eine Russlandreise und hielt sich ab 1935 häufig in England auf, bis er 1938 dann nach England emigrierte. Im Jahr 1940 zog es Zweig zunächst nach New York, bis er letzlich ab 1941 sein Zuhause in Petrópolis, Brasilien, fand. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten.

»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.« Marcel Reich-Ranicki

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 261 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.07.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783955014155
Verlag Andersseitig.de
Dateigröße 1147 KB

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