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Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

Stefan Zweig

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Beschreibung

Eine »verschleierte Selbstdarstellung« hat Stefan Zweig sein Erasmus-Buch genannt, mit dem er »Größe und Grenzen des Humanismus« aufzeigt - Triumph und Tragik eines großen, aber zur Tat nicht entschlossenen Denkers, Erasmus von Rotterdam, »der erste bewusste Europäer, der erste streitbare Friedensfreund, der beredteste Anwalt des humanistischen, des weit- und geistesfreundlichen Ideals«, wurde durch seine Kritik an der Theologie und der Kirche zum Wegbereiter der Reformation. Doch er förderte sie nicht, distanzierte sich vielmehr mit seiner eigenen Ansicht über den freien Willen des Menschen von Luthers Meinung. Er riet, als Kurfürst Friedrich ihn im Glaubensstreit zwischen Luther und dem Papst um sein Votum bat, bei deutlicher Sympathie für die Erneuerung der Kirche, »angesehene und unverdächtige Richter« einzusetzen. Erasmus wollte und konnte seine eigene Meinung, vielleicht aus Furcht vor Verantwortung, nicht ausschlaggebend werden lassen. Der wohl berühmteste und gelehrteste Mensch seiner Zeit zog sich so in sich selbst zurück. Denn »der freie, der unabhängige Geist, der sich keinem Dogma bindet und für keine Partei entscheiden will, hat nirgends eine Heimstatt auf Erden«.
,Sendung und Lebenssinn' der Persönlichkeit des Niederländers Erasmus' werden einleitend zur Biografie dargestellt. Als Besonderheit von dessen Charakter stellt Zweig heraus, "dass er unter allen Schreibenden und Schaffenden des Abendlandes der erste bewusste Europäer gewesen sei, der erste streitbare Friedensfreund" und er betont Erasmus' immerwährende Ablehnung jeglicher Form von Fanatismus. Es ist eine Folge dieser Charaktereigenschaft, dass er nicht zu einer schillernden Figur der Geistesgeschichte wird, so Zweig - ganz im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Luther.
Bevor Zweig zur Figur Erasmus zurückkehrt, schildert er die Zeit um die Wende vom fünfzehnten zum sechzehnten Jahrhundert, in der Erfindungen und Entdeckungen eine Veränderung des Weltbildes mit sich bringen: Das Mittelalter endet mit der Entdeckung Amerikas, der Weltumsegelung und mit fundamentalen sozialen Umstrukturierungen. Die Alleinherrschaft der Kirche schwindet und die Wissenschaft beginnt, eine gleichberechtigtere Rolle zu spielen.

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und schied am 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.

Zweig wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf und studierte bis 1904 Philosophie, Germanistik und Romanistik in Berlin und Wien. Er unternahm Reisen in Europa, nach Indien, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika. 1917/18 bekannte er sich in Zürch u.a. mit Hermann Hesse, James Joyce und Annette Kolb als Kriegsgegner und pflegte Freundschaften mit Émile Verhaeren und Romain Rolland.
Von 1919 bis 1938 lebte er in Salzburg, unternahm jedoch 1928 eine Russlandreise und hielt sich ab 1935 häufig in England auf, bis er 1938 dann nach England emigrierte. Im Jahr 1940 zog es Zweig zunächst nach New York, bis er letzlich ab 1941 sein Zuhause in Petrópolis, Brasilien, fand. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten.

»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.« Marcel Reich-Ranicki

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 146 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.07.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783955014230
Verlag Andersseitig.de
Dateigröße 1805 KB

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