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Wut

Plädoyer für ein verpöntes Gefühl

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Darf Wut sein? Ja, sie soll sogar. In unserer Gesellschaft ist Wut, diese heftige Gefühlsregung, geächtet und negativ bewertet. Sehr zum Schaden für ein gelingendes Zusammenleben. Denn wer dieses Gefühl immer im Zaum hält, schafft sich andere Ventile: Zynismus, der beleidigt und entwertet; psychosomatische Erkrankungen; chronisches Gekränktsein; oder der lange zurückgehaltene Wutstau entlädt sich in einem fatalen Affektdelikt. Heidi Kastner weiß als Gerichtspsychiaterin nur zu genau, wohin Wut führen kann, wenn sie nicht ins Alltagsleben integriert ist.
Anhand von Fallbeispielen und Rückgriffen auf Psychologie und Geschichte zeigt sie, wie sich die Spielregeln im Umgang mit Wut im Lauf der Zeit geändert haben und in welch engem Korsett der Gefühlsäußerungen wir heute leben.
Das Buch ist ein Plädoyer für die Geradlinigkeit des Ausdrucks und die Anerkennung der eigenen Emotionen - der „guten" wie der „bösen".
Portrait
Heidi Kastner, geboren 1962 in Linz, ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 1997 Gerichtspsychiaterin; Aufbau und Leitung dreier forensischer Nachbetreuungsambulanzen; seit 2005 Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklinik Linz; Gerichtsgutachterin für Strafrecht. Mehrere Buchveröffentlichungen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 128 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 06.10.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783218009492
Verlag Verlag Kremayr & Scheriau
Dateigröße 1067 KB
Verkaufsrang 45.599
eBook
9,99
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Kundenbewertungen

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Rezension
von einer Kundin/einem Kunden aus Salzburg am 21.11.2015
Bewertet: gebundene Ausgabe

Dies gelesene Buch gibt einen guten Überblick über das Thema Wut, Zorn und Aggression. Die drei Begriffe werden definiert und kann so der Unterschied erkannt werden. Praktische Beispiele zeigen dieses Thema welches immer wieder aktuell ist und bleibt auch in der Praxis auf. Vor allem wie es bewertet wird,... Dies gelesene Buch gibt einen guten Überblick über das Thema Wut, Zorn und Aggression. Die drei Begriffe werden definiert und kann so der Unterschied erkannt werden. Praktische Beispiele zeigen dieses Thema welches immer wieder aktuell ist und bleibt auch in der Praxis auf. Vor allem wie es bewertet wird, wenn derartige Gefühle, Gemütszustände bzw. Affekte Ursachen für kriminelle Handlungen werden. Die Autorin selbst fordert eine Neubewertung der Wut "Wut hat viele Funktionen, sie vermittelt klare Grenzen,setzt Warunung, befreit von der Spannung, die aus Kränkung entsteht, vermittelt einem jeden selbst präzise Einsichten in unsere Schwachstellen und fordert uns auf zu Veränderung, entweder an uns selbst oder an den Lebensumständen, sie fordert und fördert Lebendigkeit. Insgesamt ein sehr gutes Buch, verständlich zu lesen und durch die Kapitelunterteilung auf den jeweilig betrachteten Aspekt auf den Punkt gebracht.

Wut als Zeichen unserer Lebendigkeit
von Goldtime aus München am 13.11.2014
Bewertet: gebundene Ausgabe

Was ist Wut – und wie gehen wir damit um? Wie darf sie sich in unserer Gesellschaft äußern – und wie äußert sie sich tatsächlich? Was sollten wir im Umgang mit unserer Wut verändern? Diesen Fragen geht die renommierte österreichische Ärztin und Autorin Heidi Kastner im vorliegenden Fachbuch nach. Neben ihrer... Was ist Wut – und wie gehen wir damit um? Wie darf sie sich in unserer Gesellschaft äußern – und wie äußert sie sich tatsächlich? Was sollten wir im Umgang mit unserer Wut verändern? Diesen Fragen geht die renommierte österreichische Ärztin und Autorin Heidi Kastner im vorliegenden Fachbuch nach. Neben ihrer Tätigkeit als Gerichtsgutachterin leitet sie die forensische Abteilung im Psychiatrischen Landeskrankenhaus Linz. Frau Kastner beleuchtet die physiologischen Muster einer Wutreaktion, die Funktion der Wut für unser Überleben, die Folgen unterdrückter Wut für Körper und Seele – und die Extremfälle, in denen unterdrückte Wut zu einer plötzlichen und heftigen Entladung führt. Als strafrechtliche Gutachterin belegt Frau Kastner ihre Beobachtungen anhand von Fallbeispielen, die schockieren, manchmal auch amüsieren. Da wird ein unterdrückter Pantoffelheld zum Doppelmörder, ein bequemer Beamter nach einem Rüffel durch den Chef zum Rächer der Enterbten. Auch literarische und biblische Beispiele werden aufgeführt, was die Lektüre abwechslungsreich macht. Frau Kastner stellt Wut in Zusammenhang mit Kränkung und mangelnder Wertschätzung. Oft stecken jahrelange Leidenswege hinter einer Straftat – die man durch Konfliktlösungen und offene Gespräche oftmals hätte verhindern können. Die gesellschaftlich geforderte Unterdrückung der Wut, eine individuelle Opferhaltung und dauerhafte Konflikte führen oftmals dazu, dass ein bis dato harmlos wirkender Nachbar „urplötzlich“ ausrastet und ein Blutbad anrichtet. Die Autorin ruft dazu auf, die Wut endlich zu akzeptieren und zu ent-tabuisieren, so dass sie verbal und durch Gesten ausgedrückt und abgebaut werden kann – und darf. Mir hat dieses Fachbuch gut gefallen, da es leicht zu lesen ist und komplexe Zusammenhänge anschaulich erklärt. Auf psychoanalytische Fachbegriffe wurde weitgehend verzichtet, zugunsten einer alltagsnahen Sprache. Zu bemängeln habe ich zum Einen, dass mir die Fallbeispiele etwas zu kurz kamen, davon hätte ich mir mehr gewünscht, auch mehr Berichte über weibliche Täterinnen. Zum Anderen kamen mir die Tipps und Anregungen, wie wir denn nun mit der Wut umgehen sollen, viel zu kurz – sie blieben vage oder bildhaft („Im besten Fall ist die Wut ein uns dienliches Krokodil“; „...es soll ein Plädoyer sein für … die Kommunikation dieser Gestimmtheit in verträglicher, aber klarer und deutlicher Form“). Beispiele für eine gelungene Wut- Mitteilung fehlen – oder Hinweise auf psychologische Trainings wie z.B. die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Rosenberg. Das hat mir zur Abrundung und als positiver Ausblick gefehlt. Dennoch ist es ein interessantes Fachbuch, das scheinbar irrationales Verhalten gut erklärt. 4 von 5 Sternen!