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Alles, was ich bin

Roman

(21)

Ein Meisterwerk über Mut und Menschlichkeit

Das Deutschland der wilden Zwanziger und die politisch zerrissenen Jahre danach: Drei Menschen, drei Schicksale, die Flucht vor der Gestapo nach London, der leidenschaftliche Kampf um Freiheit und Leben: Basierend auf einer wahren Geschichte beleuchtet Anna Funder in ihrem Roman packend und mitreißend eine Liebesgeschichte in Zeiten großen Aufruhrs.

Portrait
Anna Funder lernte vor Jahren in Melbourne Ruth Blatt kennen, die eng mit Dora Fabian befreundet war, der Sekretärin des Schriftstellers und Revolutionärs Ernst Toller. In langen Gesprächen vertraute sie Funder die Geschichte ihres Lebens an, die zur Grundlage dieses Romans wurde. ›Alles, was ich bin‹ ist ein internationaler Bestseller, der allein in Australien mit sieben Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Anna Funder, 1966 geboren, studierte in Melbourne und Berlin. Sie ist Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Für ihr erstes Buch ›Stasiland‹ erhielt sie den Samuel Johnson Award. Ihr Werk ist in 25 Sprachen übersetzt. Sie lebt in Brooklyn.

Reinhild Böhnke wurde 1944 in Bautzen geboren und ist als literarische Übersetzerin in Leipzig tätig. Sie ist Mitbegründerin des sächsischen Übersetzervereins. Seit 1998 überträgt sie die Werke J. M. Coetzees ins Deutsche, weiter hat sie u. a. Werke von Margaret Atwood, Nuruddin Farah, D.H. Lawrence und Mark Twain ins Deutsche übertragen.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 26.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-19328-8
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19/12,3/2,7 cm
Gewicht 318 g
Originaltitel All that I am
Auflage 2
Übersetzer Reinhild Böhnke
Verkaufsrang 104.387
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Deutsche (unbekannte) Geschichte...“

Melina Nußhag, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Anna Funder hat nicht nur einen Roman geschrieben.
Sie erinnert auch an deutsche Geschichte, die sonst kaum erzählt wird.
Die Leben der Protagonisten beruhen auf echten Biographien.
Sie haben für die Freiheit vieler Menschen gekämpft - und wurden doch geschlagen.
Funder rekonstruiert Geschichte, hinterfragt vermeintliche Fakten.
Ein beeindruckendes Buch!
Anna Funder hat nicht nur einen Roman geschrieben.
Sie erinnert auch an deutsche Geschichte, die sonst kaum erzählt wird.
Die Leben der Protagonisten beruhen auf echten Biographien.
Sie haben für die Freiheit vieler Menschen gekämpft - und wurden doch geschlagen.
Funder rekonstruiert Geschichte, hinterfragt vermeintliche Fakten.
Ein beeindruckendes Buch!

„Schauplätze einer aufwühlenden Zeit...“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Anna Funder ist ein spannender Roman gelungen, der auf wahren Hintergründen basiert. Sie hatte die außerordentliche Gelegenheit eine letzte Überlebende des Freundeskreises um Ernst Toller kurz vor ihrem Tode zu interviewen und war so in der Lage ein Kapitel deutsche Widerstandsgeschichte aufleben zu lassen. Erzählt wird in Rückblenden, die Schauplätze sind Berlin, London und New York und man muss schon ganz dabei bleiben um alle Fäden zusammenzuhalten, das fällt einem allerdings nicht schwer, da die Geschichte so eindrucksvoll mehrere Ebenen anspricht: politisch, kulturell und realitätsnah ist das Porträt dieser Jahre - Verrat und Untreue sind allerdings das traurige Ende...trotz Kampf und Widerstand ! Anna Funder ist ein spannender Roman gelungen, der auf wahren Hintergründen basiert. Sie hatte die außerordentliche Gelegenheit eine letzte Überlebende des Freundeskreises um Ernst Toller kurz vor ihrem Tode zu interviewen und war so in der Lage ein Kapitel deutsche Widerstandsgeschichte aufleben zu lassen. Erzählt wird in Rückblenden, die Schauplätze sind Berlin, London und New York und man muss schon ganz dabei bleiben um alle Fäden zusammenzuhalten, das fällt einem allerdings nicht schwer, da die Geschichte so eindrucksvoll mehrere Ebenen anspricht: politisch, kulturell und realitätsnah ist das Porträt dieser Jahre - Verrat und Untreue sind allerdings das traurige Ende...trotz Kampf und Widerstand !

„Was ist wirklich 1935 in London passiert?“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Anna Funder ist eine 1966 geborene australische Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Ihr Erstling „Stasiland“ (Fischer Taschenbuch), eine Reisereportage in die ehemalige DDR, erhielt den Johnson Award. Durch ihre ungewöhnliche Freundschaft mit der zuletzt in Australien lebenden Deutschen Ruth Blatt (vormals Wesemann, 1906 - 2001) ist ihr die Idee zu diesem Roman gekommen.

Sie erzählt darin die Geschichte von Deutschen, die aus politischen Gründen Deutschland verlassen mussten und in England Zuflucht gefunden haben. Hauptsächlich ist es die Geschichte von Dora Fabian und Ernst Toller. Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Da ist zum einen Ruth und zum anderen Ernst Toller. Nach einem kurzen Kapitel, der vom Abend der Machtergreifung Hitlers erzählt, beginnt der Roman 2001 in Australien. Die 95jährige Ruth erhält überraschenderweise einen Brief von einem Hotel aus New York. Dieser Brief enthält Notizen und das überarbeitete Manuskript von Ernst Toller. Während sie darin liest, erinnert sie sich zurück an die Zeit vom 1. Weltkrieg bis 1935. Sie erzählt von ihrem Leben als junge, politische Frau, die immer zu ihrer etwas älteren Cousine Dora Fabian aufschaut. Beide Frauen sind Pazifistinnen und gehören der USPD an. Dadurch lernen sie auch den Autor Ernst Toller kennen. Dora arbeitet für ihn als Sekretärin und ist auch gleichzeitig seine Geliebte. Als Hitler an die Macht kommt, müssen sie fliehen. Sie alle landen in London, wo ihnen politische Agitation verboten ist, was sie aber nicht daran hindert, diese weiter zu betreiben. Gerade Dora Fabian ist hierbei sehr aktiv und steht dadurch sehr weit oben auf der Liste der Nationalsozialisten, die auch ihre Agenten in London haben. An Hand des Klappentextes wissen wir, dass sie angeblich 1935 mit ihrer Parteigenossin Mathilde Wurm Selbstmord begangen haben soll. Aber stimmt dies wirklich? Ruth Blatt hat dazu ihre berechtigen Zweifel.

Der zweite Erzählstrang spielt in einem Hotelzimmer in New York, wo Ernst Toller mit seiner Sekretärin Clara versucht, seine Erinnerungen „Eine Jugend in Deutschland“ zu überarbeiten. Er möchte darin die Rolle, die Dora Fabian in seinem Leben und in der Politik gehabt hat, stärker herausarbeiten. Und dadurch erfahren wir viel über das Leben von den beiden. Dieser Erzählstrang endet mit dem Selbstmord von Ernst Toller.

Die Autorin setzt das Leben dieser Menschen wie eine Kollage zusammen. Nach und nach erfährt man immer mehr über sie und das Leben in Deutschland von 1918 bis 1933. Mir war bis dahin z.B. nicht bewusst, dass die Deutschen in England nicht politisch aktiv sein durften und damit den Widerstand in Deutschland nicht unterstützen konnten. Und ich wusste auch nicht, dass Deutschland ins vermeintlich sichere Ausland geflohene Regimegegner dort hat umbringen lassen oder zurück ins Reich entführt hat. Da die Umstände um den Tod von Dora Fabian und Mathilde Wurm bis heute nicht eindeutig geklärt sind, hat sich die Autorin bewusst für die Romanform entschieden. Interessanterweise findet man im deutschsprachigen Internet kaum etwas über dieses Thema, wohl aber im englischsprachigen.

Ein sehr interessanter, spannender Roman, mit dem man einmal wieder Geschichtslücken auf angenehme Weise schließen kann.
Anna Funder ist eine 1966 geborene australische Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Ihr Erstling „Stasiland“ (Fischer Taschenbuch), eine Reisereportage in die ehemalige DDR, erhielt den Johnson Award. Durch ihre ungewöhnliche Freundschaft mit der zuletzt in Australien lebenden Deutschen Ruth Blatt (vormals Wesemann, 1906 - 2001) ist ihr die Idee zu diesem Roman gekommen.

Sie erzählt darin die Geschichte von Deutschen, die aus politischen Gründen Deutschland verlassen mussten und in England Zuflucht gefunden haben. Hauptsächlich ist es die Geschichte von Dora Fabian und Ernst Toller. Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Da ist zum einen Ruth und zum anderen Ernst Toller. Nach einem kurzen Kapitel, der vom Abend der Machtergreifung Hitlers erzählt, beginnt der Roman 2001 in Australien. Die 95jährige Ruth erhält überraschenderweise einen Brief von einem Hotel aus New York. Dieser Brief enthält Notizen und das überarbeitete Manuskript von Ernst Toller. Während sie darin liest, erinnert sie sich zurück an die Zeit vom 1. Weltkrieg bis 1935. Sie erzählt von ihrem Leben als junge, politische Frau, die immer zu ihrer etwas älteren Cousine Dora Fabian aufschaut. Beide Frauen sind Pazifistinnen und gehören der USPD an. Dadurch lernen sie auch den Autor Ernst Toller kennen. Dora arbeitet für ihn als Sekretärin und ist auch gleichzeitig seine Geliebte. Als Hitler an die Macht kommt, müssen sie fliehen. Sie alle landen in London, wo ihnen politische Agitation verboten ist, was sie aber nicht daran hindert, diese weiter zu betreiben. Gerade Dora Fabian ist hierbei sehr aktiv und steht dadurch sehr weit oben auf der Liste der Nationalsozialisten, die auch ihre Agenten in London haben. An Hand des Klappentextes wissen wir, dass sie angeblich 1935 mit ihrer Parteigenossin Mathilde Wurm Selbstmord begangen haben soll. Aber stimmt dies wirklich? Ruth Blatt hat dazu ihre berechtigen Zweifel.

Der zweite Erzählstrang spielt in einem Hotelzimmer in New York, wo Ernst Toller mit seiner Sekretärin Clara versucht, seine Erinnerungen „Eine Jugend in Deutschland“ zu überarbeiten. Er möchte darin die Rolle, die Dora Fabian in seinem Leben und in der Politik gehabt hat, stärker herausarbeiten. Und dadurch erfahren wir viel über das Leben von den beiden. Dieser Erzählstrang endet mit dem Selbstmord von Ernst Toller.

Die Autorin setzt das Leben dieser Menschen wie eine Kollage zusammen. Nach und nach erfährt man immer mehr über sie und das Leben in Deutschland von 1918 bis 1933. Mir war bis dahin z.B. nicht bewusst, dass die Deutschen in England nicht politisch aktiv sein durften und damit den Widerstand in Deutschland nicht unterstützen konnten. Und ich wusste auch nicht, dass Deutschland ins vermeintlich sichere Ausland geflohene Regimegegner dort hat umbringen lassen oder zurück ins Reich entführt hat. Da die Umstände um den Tod von Dora Fabian und Mathilde Wurm bis heute nicht eindeutig geklärt sind, hat sich die Autorin bewusst für die Romanform entschieden. Interessanterweise findet man im deutschsprachigen Internet kaum etwas über dieses Thema, wohl aber im englischsprachigen.

Ein sehr interessanter, spannender Roman, mit dem man einmal wieder Geschichtslücken auf angenehme Weise schließen kann.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
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5
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0
0

Alles was ich bin
von I. Schneider aus Mannheim am 06.07.2014
Bewertet: gebundene Ausgabe

Als Hitler 1933 an die Macht kommt müssen Dora Fabian, ihre Cousine Ruth Wesemann, deren Mann Hans Wesemann und Ernst Toller ins Exil nach London fliehen. Ernst Toller, ein erfolgreicher jüdischer Schriftsteller, der mit Dora immer mal wieder liiert ist, sowie Ruth, Fotografin, und ihr Mann Hans, ein Journalist,... Als Hitler 1933 an die Macht kommt müssen Dora Fabian, ihre Cousine Ruth Wesemann, deren Mann Hans Wesemann und Ernst Toller ins Exil nach London fliehen. Ernst Toller, ein erfolgreicher jüdischer Schriftsteller, der mit Dora immer mal wieder liiert ist, sowie Ruth, Fotografin, und ihr Mann Hans, ein Journalist, der gegen Hitler und Goebbels wettert, sind durch ihre Mitgliedschaft in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands gesucht und in Lebensgefahr. Aber auch von London aus schlagen die jungen Leute, ganz besonders Dora, die geheime Quellen und Informanten in Deutschland sitzen hat, gegen Hitler und seine Schergen. 1935 werden Dora und ihre Freundin Mathilde Wurm tot in Ruths und Hans Londoner Wohnung aufgefunden, es wird von Selbstmord gesprochen, wobei offensichtlich ist, dass die beiden Frauen von der Gestapo umgebracht worden sind. Aus der Sicht der überlebenden, schon weit über 90 Jahre alten Ruth, als auch von Ernst Toller, der durch Doras Tod ein gebrochener Mann war, wird der Roman packend und bewegend erzählt. Die Autorin Anna Funder hat Bekanntschaft mit der überlebenden Ruth gemacht, die ihr aus ihrem Leben und von ihrem bewegenden Schicksal erzählte. Nach dieser Vorlage ist der Roman entstanden und schenkt uns viele Jahre danach ein Stück Geschichte aus der Sicht von tapferen Widerstandskämpfern.

Spannend!
von Andrea Schwarz aus Pirmasens am 18.05.2015

Eine Gruppe von Freunden verlässt nach Hitlers Machtergreifung Deutschland und flieht nach London. Dort kämpfen sie um ihre Existenz und gegen die Widrigkeiten des Exilanten- Daseins. Sie versuchen der Welt die Augen zu öffnen, über die Realität in Hitlers Deutschland. Trotz des Verbots für Deutsche, sich politisch zu betätigen, organisieren... Eine Gruppe von Freunden verlässt nach Hitlers Machtergreifung Deutschland und flieht nach London. Dort kämpfen sie um ihre Existenz und gegen die Widrigkeiten des Exilanten- Daseins. Sie versuchen der Welt die Augen zu öffnen, über die Realität in Hitlers Deutschland. Trotz des Verbots für Deutsche, sich politisch zu betätigen, organisieren sie den Widerstand gegen die Nazis. Das ist gefährlich, denn einerseits sind sie ständig von Abschiebung bedroht, andererseits reicht der Arm der Gestapo weit. Der Mut der Männer und Frauen, mit dem sie für ihr Ideal einer friedlichen und gerechten Welt einstehen, nahm mich Seite um Seite mehr gefangen. Es entwickelt sich ein packender Thriller um Liebe, Freundschaft und Verrat. Spannend, dramatisch und bis zum Schluss atemberaubend. Anna Funder`s Roman basiert auf wahren Begebenheiten und hat völlig zu recht mehrere Preise gewonnen.

Alles, was ich bin
von einer Kundin/einem Kunden aus Leer (Ostfriesland) am 25.04.2015
Bewertet: gebundene Ausgabe

Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich... Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich nach dem Krieg nach Australien auszuwandern. Dort traf sie auf Anna Funder, welcher sie ihre Lebensgeschichte anvertraute, die Grundlage dieses Romans wurde. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Ruth und Ernst Toller, dem Geliebten von Ruths Cousine Dora Fabian, geschildert. Dabei spielen Ruths Erzählungen zum einen in der Vergangenheit, zum anderen in der Gegenwart, in der sie sich mit dem Alter und einem allmählichen Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses konfrontiert sieht. Doch schnell wird klar, dass Ruth zunehmend in der Vergangenheit lebt, ihre Erinnerungen an die Geschehnisse vor ihrer Auswanderung nach Australien scheinen umso klarer zu werden, je weniger sie sich an die aktuellen Vorkommnisse erinnern kann. Ruth erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Beziehung zu ihrer Cousine Dora Fabian, welche sie wie eine große Schwester bewundert, und ihren anfänglichen politischen Aktivitäten, bei denen sie ihren Mann Hans Wesemann kennenlernte. Toller berichtet von seinem Hotelzimmer in New York aus von seiner Liebe zu Dora Fabian. Er versucht seine Biographie weiterzuführen, welche er mit Doras Hilfe zu schreiben begonnen hatte, und Doras Rolle in dieser gerecht zu werden. Die Gemeinsamkeit dieser beiden Menschen ist immer wieder Dora Fabian, welche so entschieden für ihre Ansichten eintritt und sich scheinbar vor nichts fürchtet. Ruth schildert ihre Flucht nach London, wo sie mit einigen anderen deutschen Widerstandskämpfern, unter anderem auch Dora Fabian und Mathilde Wurm, den Kampf gegen die Nationalsozialisten aufrechterhält. Doch sie müssen in ständiger Angst vor der Abschiebung nach Deutschland aufgrund ihrer politischen Aktivitäten leben. Schließlich ereignet sich ein schrecklicher Verrat und Ruths Welt wird in ihren Grundfesten erschüttert... Dieser Roman hat mich sehr bewegt, es ist eine der Geschichten, die in Vergessenheit geraten, weil ihre Akteure, wie hier Ruth Blatt, nur eine unbedeutende Rolle in der Geschichte spielen. Auch Ruth ist offenbar der Meinung nicht genug für den Widerstand getan zu haben und fragt sich in ihrem hohen Alter, warum ausgerechnet sie überlebt hat. Gerade deshalb finde ich es schön, dass Anna Funder diese Biographie in ihrem Roman niedergeschrieben hat, um zu zeigen, dass Ruth zwar nicht so viel erreichen konnte wie ihre Cousine Dora, dass ihre Geschichte es aber dennoch wert ist, erzählt zu werden. Trotz der Brisanz der beschriebenen Ereignisse hatte der Roman meiner Meinung nach einige Längen. Dies lässt sich vielleicht damit erklären, dass Anna Funder nur Bruchstücke der Geschehnisse von Ruth Blatt erfahren hat und um diese Bruchstücke eine Handlung konstruieren musste. Dies ist ihr meiner Meinung nach gut gelungen, alle Fakten scheinen gut recherchiert und ihre Quellen legt Anna Funder außerdem am Ende des Romans vor. Allerdings denke ich, dass es einen Unterschied macht, eine solche Geschichte von dem Menschen, der sie erlebt hat, erzählt zu bekommen oder sie in einem Roman nachzulesen. Die Informationen, welche Anna Funder für diesen Roman eingeholt hat, wirken meiner Meinung nach nicht so lebendig, wie andere und scheinen zum Teil als notwendiges „Füllmaterial“ für den Roman zu dienen. Demgegenüber zeichnet Anna Funder ein sehr lebendiges Bild von Ruth Blatt, die immer eine Metapher zur Beschreibung ihrer Umwelt und eine Weisheit auf Lager zu haben scheint, sodass man manche Schroffheit gegenüber ihren Mitmenschen leicht übersieht. Man lernt diese Frau zu mögen und bewundern, obwohl sie in der Vergangenheit machtlos gegenüber der Übermacht der Nationalsozialisten blieb. Abschließend möchte ich dieses Buch insbesondere denjenigen weiterempfehlen, die sich für Geschichte interessieren, aber auch allen anderen, da dieser Roman über eine bloße Erzählung der deutschen Geschichte hinausgeht.