Windzüge

Gedichte

»Doch das fließende Grenzgebiet, Wirklichkeit, wo ist’s?«

In der kompakten Form acht- und zwölfzeiliger Gedichte hatte Christian Lehnert seine »Pneumatologie« einer spirituellen Naturerfahrung zuletzt verdichtet (Aufkommender Atem, 2011), und mit derselben Form setzt er in seinem neuen, sechsten Gedichtband wieder an. Konsequent aber wächst die Form diesmal gegen die minimalistische Verdichtung auf, über Sonette hin zu dynamischen Zeilen und Strophen voll hexametrischer Rhythmen. Die Weitung der Form bedeutet zugleich eine Annäherung an größere Formationen der Wirklichkeit. Das Gedicht bewegt sich über die Erfahrung von Landschaft und Kulturnatur zielstrebig hinaus, arbeitet sich auf Schotter und Gleisen voran, passiert Transportmittel, Maschinenparks, Depots und Halden, durchquert Brachen und steuert durch Kanäle und Schleusen in Richtung eines vorerst imaginär bleibenden Stadtkerns. Wie die Mitte selbst aber erreichen? In einer Coda reißt Lehnert diese Frage mit drei Langgedichten zu drei Worten Martin Luthers als Sprachproblem auf: Dichtung als ein unablässiges Ringen um solche Worte und damit um den Zugang zur Mitte – ein unabschließbarer Versuch, doch ermutigt durch den festgegründeten Satz: »Solange ich Atem hole, ist Zeit.«
Portrait
Christian Lehnert, geboren am 20. Mai 1969 in Dresden, war Bausoldat in Prora und Merseburg. Er studierte Theologie, Religionswissenschaften und Orientalistik in Leipzig, Berlin und Jerusalem. Nach längeren Aufenthalten in Israel und Nordspanien (Santiago de Compostela) arbeitete er als evangelischer Pfarrer im Müglitztal bei Dresden, bevor er als Studienleiter für Theologie und Kultur an die Evangelische Akademie in Wittenberg berufen wurde. Seit 2012 leitet Lehnert das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands an der Universität Leipzig. Er ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste (seit 2013) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (seit 2014). Neben Gedichten und Dramen schrieb Lehnert Libretti u. a. für Hans Werner Henze (Phaedra, 2007; An den Wind, 2012) und wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Im Suhrkamp Verlag erschienen die Gedichtbände Der gefesselte Sänger (1997), Der Augen Aufgang (2000), Ich werde sehen, schweigen und hören (2004), Auf Moränen (2008), Aufkommender Atem (2011) und zuletzt die religionskritische essayistische Prosa Korinthische Brocken. Ein Essay über Paulus (2013).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 108
Erscheinungsdatum 08.02.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42469-8
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 20,3/13,1/1,7 cm
Gewicht 240 g
Auflage 1. Originalausgabe
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