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Erste Hilfe

Roman

(12)
Von der Autorin des Bestsellers ›Was man von hier aus sehen kann‹

Die Erzählerin arbeitet aushilfsweise in einem Kleintierladen. Sie wohnt bei Sylvester, einem Frauenschwarm, der viel damit zu tun hat, sich vor seinen Verehrerinnen verleugnen zu lassen. Bei den beiden klopft eines Abends Matilda an, um zusammen mit dem größten Hund der Welt Unterschlupf zu suchen.
Matilda hat ein Problem: Sie glaubt, den Verstand zu verlieren. Das durch Not und Zuneigung zusammengeschweißte Trio macht sich auf, ein unsichtbares Ungeheuer zu besiegen. Mariana Leky gelingt es, diesen Kampf gegen schwindelerregende Windmühlenflügel klingen zu lassen wie eine Filmkomödie: ein ebenso vergnüglicher wie bewegender Roman über Panik und andere Plagen. Die Angst überwindet nur, wer sie herausfordert.
Mariana Lekys erster Roman erzählt von Freundschaft und Angst: ein Erste-Hilfe-Kasten für die Tücken des ganz alltäglichen Lebens. Ihre zaghaften Helden halten zusammen, weil sie sich anders gar nicht zu helfen wissen – und verweisen damit bereits auf das liebenswert skurrile Personal aus ›Was man von hier aus sehen kann‹.

Ein Gespräch mit Mariana Leky über ihren ersten Roman ›Erste Hilfe‹:

„Wie hilft man einer Freundin, die Angst davor hat, die Straße zu überqueren?
In Ihrem Roman ›Erste Hilfe‹ nehmen drei Freunde den Kampf mit einem unheimlichen Gegner auf."

ML: „In Freundschaften teilt man alles Schöne, und auch das, was unheimlich ist. Das unheimliche ist in diesem Fall eine Angst, die derartig an einem rüttelt, dass man glaubt, den Verstand zu verlieren. Mich hat interessiert, was geschieht, wenn eine so sperrige Angst in einer Freundschaft herumsteht – was man sich einfallen lässt, um das Leben wieder leichter zu machen."

„Es ist bemerkenswert, wie fürsorglich die drei Freunde miteinander umgehen und manchmal sehr lustig, auf welche Ideen sie kommen, bei dem Versuch die Angst zu bezwingen. Ist dieser Umgang mit psychischen Störungen in unserer Gesellschaft üblich?"

ML: „Nein, es ist ja auch nicht leicht, unverkrampft mit einer Verkrampfung umzugehen. Außerdem werden solche 'komischen' Ängste und Phobien ja oft als peinlich bewertet. Oder als kindisch. Deswegen passieren sie, solange es geht, im Stillen. Ich glaube, keiner, der Angst vor Supermärkten hat, wird sich Ihnen – wenn er überhaupt noch einkaufen geht – zwischen Kühlregal und Wursttheke mit den Worten 'Ich fürchte mich' in die Arme werfen. Solche Ängste laufen größtenteils unsichtbar ab."

„Matilda hat Angst davor, über die Straße zu gehen. Warum haben Sie gerade diese Angst gewählt, gibt es einen besonderen Grund?"

ML: „Ich habe mir diese Angst ausgesucht, weil man mit ihr sofort aufgeschmissen ist. Eine Mäusephobie oder eine Flugangst macht das Leben nur in bestimmten Situationen kleiner. Eine Angst vor Straßen lässt den Lebensradius sofort zusammenschrumpeln. Man kann dieser Angst kaum ausweichen. Außerdem hat mir diese Angst gleich eingeleuchtet (allerdings leuchten mir fast alle Ängste gleich ein). Straßen können zu Ungeheuern werden. Jeder, der – wie ich gestern – gefühlte fünf Minuten lang auf einer vierspurigen Straße stand, mit drei Einkaufstüten in den Armen, umrauscht von Autos, wird bestätigen können: schön ist was anderes."

„Man hat beim Lesen das Gefühl, dass diese Geschichte nur in einer Stadt spielen kann."

ML: „Stimmt, Matildas Angst benötigt ein städtisches, größeres Publikum. Aber vor allem brauchte ich für die Liebesgeschichte einen großzügigen Stadtplan."

„Apropos Liebe! Schon in Ihren Erzählungen ›Liebesperlen‹ schienen Ihre Figuren nicht besonders viel Glück mit der Liebe zu haben."

ML: „Ich habe eher den Eindruck, dass die Figuren – bei aller Untröstlichkeit – trotzdem Glück in der Liebe haben; sie rütteln nur an den falschen Türen. Es stehen immer welche mit offenen Armen um sie herum."
Portrait
Mariana Leky wurde 1973 in Köln geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Im DuMont Buchverlag erschienen der Erzählungsband >Liebesperlen< (DuMont Taschenbuch 2010) sowie die Romane >Erste Hilfe< (2004) und >Die Herrenausstatterin< (2010). Zuletzt erschien >Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde< (DuMont Taschenbuch 2013).
Auszeichnungen Mit ihren ersten Erzählungen gewann sie den Allegra Preis 2000. Für den 2001 bei DuMont erschienenen Erzählband >Liebesperlen< wurde sie mit dem Niedersächsischen Literaturförderpreis und dem Stipendium des Landes Bayern ausgezeichnet. 2005 wurde sie für ihren Roman >Erste Hilfe< mit dem Förderpreis für junge Künstler in der Sparte Dichtung/Schriftstellerei des Landes NRW ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Erscheinungsdatum 14.11.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783832188030
Verlag DUMONT Buchverlag
Dateigröße 1142 KB
Verkaufsrang 2.395
eBook
7,99
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Buchhändler-Empfehlungen

Sabine Schmidt, Thalia-Buchhandlung Korbach

Der Plot dieser Geschichte ist in drei Sätzen schnell erzählt, doch die Art, wie Mariana Leky erzählt und mit Sprache umgeht ist schlicht überwältigend. Der Plot dieser Geschichte ist in drei Sätzen schnell erzählt, doch die Art, wie Mariana Leky erzählt und mit Sprache umgeht ist schlicht überwältigend.

Veronika Pesch, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Nachdem ich "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky gelesen hatte (super!), musste ich direkt auch die anderen lesen. Auch in diesem Buch ist der Schreibstil toll!
Nachdem ich "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky gelesen hatte (super!), musste ich direkt auch die anderen lesen. Auch in diesem Buch ist der Schreibstil toll!

„Seelentröster“

Judith-Lea Mönch, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Beeindruckend nimmt Mariana Leky in ihrem Roman „Erste Hilfe“ zu einem Thema Stellung, das in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Aktualität zugewinnt. Angstzustände und Panikattacken sind psychische Phänomene, die mittlerweile so weit verbreitet sind wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Matilda, Sylvester und die Ich-Erzählerin sind Charaktere, die durch ihre liebevolle, realistische und originelle Gestaltung auf ganzer Linie überzeugen und die Leserschaft verzaubern. „Erste Hilfe“ ist eine wunderschöne Erzählung über Freundschaft, Zusammenhalt, Akzeptanz und nicht zuletzt Toleranz. Lekys großes Talent besteht darin, schwierigen Situationen und Themen in einfacher und leichter Sprache zu begegnen, sodass den Leser trotz der ernsten Thematik eine humorvolle und kurzweilige Lektüre erwartet. Beeindruckend nimmt Mariana Leky in ihrem Roman „Erste Hilfe“ zu einem Thema Stellung, das in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Aktualität zugewinnt. Angstzustände und Panikattacken sind psychische Phänomene, die mittlerweile so weit verbreitet sind wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Matilda, Sylvester und die Ich-Erzählerin sind Charaktere, die durch ihre liebevolle, realistische und originelle Gestaltung auf ganzer Linie überzeugen und die Leserschaft verzaubern. „Erste Hilfe“ ist eine wunderschöne Erzählung über Freundschaft, Zusammenhalt, Akzeptanz und nicht zuletzt Toleranz. Lekys großes Talent besteht darin, schwierigen Situationen und Themen in einfacher und leichter Sprache zu begegnen, sodass den Leser trotz der ernsten Thematik eine humorvolle und kurzweilige Lektüre erwartet.

„Roman mit einem gewissen Charme“

Andrea Kowalleck, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Da ich von Mariana Leky ihrem Buch "Was man von hier aus sehen kann" total begeistert war, habe ich mir von ihr diesen Titel zur Hand genommen. Es ist ein kurzweiliger Roman mit viel Humor, etwas schräg und skurril, sehr unterhaltsam ohne viel großer Worte und dafür mit einem gewissen Charme, dass man Freude daran hat, dieses Buch zu lesen. Allerdings kommt es bei weitem nicht an ihren aktuellen Titel heran und man merkt, dass es ihr Erstlingswerk ist. Trotzdem besticht es auch wieder durch einen schönen,liebenswerten und sehr eigenen Schreibstil und durch seine bewegenden Schilderungen über Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt. Da ich von Mariana Leky ihrem Buch "Was man von hier aus sehen kann" total begeistert war, habe ich mir von ihr diesen Titel zur Hand genommen. Es ist ein kurzweiliger Roman mit viel Humor, etwas schräg und skurril, sehr unterhaltsam ohne viel großer Worte und dafür mit einem gewissen Charme, dass man Freude daran hat, dieses Buch zu lesen. Allerdings kommt es bei weitem nicht an ihren aktuellen Titel heran und man merkt, dass es ihr Erstlingswerk ist. Trotzdem besticht es auch wieder durch einen schönen,liebenswerten und sehr eigenen Schreibstil und durch seine bewegenden Schilderungen über Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt.

Lorena Lahrem, Thalia-Buchhandlung Berlin

Mariana Lekys Schreibstil kommt in einer angenehmen Nostalgie daher, in der man auf diesen knapp 100 Seiten für eine Zeit verschwinden möchte. Eine schön-melancholische Geschichte! Mariana Lekys Schreibstil kommt in einer angenehmen Nostalgie daher, in der man auf diesen knapp 100 Seiten für eine Zeit verschwinden möchte. Eine schön-melancholische Geschichte!

Vera Theus, Thalia-Buchhandlung Solingen

Es ist dieses lockerleichtskurrilalltägliche was Mariana Lekys Romane ausmachen. Sie zaubern einfach sofort ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers. Ich liebe jedes Wort von ihr! Es ist dieses lockerleichtskurrilalltägliche was Mariana Lekys Romane ausmachen. Sie zaubern einfach sofort ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers. Ich liebe jedes Wort von ihr!

„Herrlich!!!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Dieses großartige Buch darf in keinem Urlaubskoffer fehlen! Herrlich schräg und schrill! Wunderbar! Dieses großartige Buch darf in keinem Urlaubskoffer fehlen! Herrlich schräg und schrill! Wunderbar!

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein Roman mit Tiefe, die scheinbar schlichte Sprache hat einen ganz eigenen Rhythmus und ist gekonnt komponiert..Witzig, gefühlvoll- was will man mehr! Lesen! Ein Roman mit Tiefe, die scheinbar schlichte Sprache hat einen ganz eigenen Rhythmus und ist gekonnt komponiert..Witzig, gefühlvoll- was will man mehr! Lesen!

Silvana Martinez, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Eine dahintröpfelnde Geschichte mit schrulligen Charakteren, wie man sie von der Autorin kennt. Nicht schlecht, aber man merkt, dass es sich um ihr Erstlingswerk handelt. Eine dahintröpfelnde Geschichte mit schrulligen Charakteren, wie man sie von der Autorin kennt. Nicht schlecht, aber man merkt, dass es sich um ihr Erstlingswerk handelt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
7
2
3
0
0

"Glauben Sie, ich bin verrückt?"
von Dr. M. am 25.07.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wenn man das seinen Therapeuten fragt, will man wahrscheinlich getröstet werden und hofft auf eine negative Antwort. Als Matilda diese Frage stellt, windet sich die Dame ihr gegenüber geschickt aus dem geistigen Umklammerungsversuch. Sie hätte es nur mit verrückten Ängsten zu tun, lässt sie verlauten. Das beruhigt nur etwas,... Wenn man das seinen Therapeuten fragt, will man wahrscheinlich getröstet werden und hofft auf eine negative Antwort. Als Matilda diese Frage stellt, windet sich die Dame ihr gegenüber geschickt aus dem geistigen Umklammerungsversuch. Sie hätte es nur mit verrückten Ängsten zu tun, lässt sie verlauten. Das beruhigt nur etwas, denn Matilda zeigt klare Symptome einer heftigen Angststörung: Sie kann einfach nicht mehr über die Straße gehen. Was für Außenstehende einen gewissen Grad von Komik besitzen kann, erweist sich für Betroffene als blanker Horror. Sie kommen nicht gegen ihre Ängste an, obwohl sie genau wissen, dass es keinen wirklich begreifbaren Grund für sie gibt. Das erscheint ihnen dann tatsächlich wie der beginnende Wahnsinn. Leider schlägt sich Mariana Leky, ob nun gewollt oder nicht, auf die Seite der Komik. Man kann ihr dabei natürlich nicht vorwerfen, sich über Matilda lustig zu machen. Aber die Anlage ihrer Geschichte macht es dem Leser unmöglich, sich in Matilda zu versetzen, weil sie sie nicht aus deren Perspektive erzählt, sondern aus der Sicht einer Außenstehenden, die sich gemeinsam mit ihrem Wohngenossen zwar um Matilda kümmert, dabei aber recht ratlos ist. Auch die leicht skurrile Beziehung der beiden Ersthelfer wird von der komischen Seite her erzählt. Unterstützt und befördert wird dieser Stil von einer Sprache, die besonders in der Dialogform ins Extreme abgleitet. Was Marina Leky da zelebriert, erinnert an eine Bilderbuchsprache für Erstleser. Man kann so etwas sicher als Stilmittel einsetzen, muss es aber auch nicht auf die Spitze treiben. Was bleibt, ist eine merkwürdig erzählte Geschichte, die irgendwie komisch, aber nicht gerade zum Lachen ist, der Spannung fehlt, die den Horror einer Angststörung nicht wirklich wiedergibt, ihn aber wenigstens irgendwie beschreibt. Alles weder Fisch noch Fleisch, geschrieben in einer Sprache, die künstlich wirkt und auch hier bereits dennoch irgendwie originell. Wer so schreibt, muss auch ähnlich denken. Dadurch fällt bereits dieser Erstling aus dem Rahmen und macht auf die Autorin aufmerksam. Ihre späteren Werke sind deutlich besser.