Die Ehre des Scharfrichters

Meister Frantz oder ein Henkersleben im 16. Jahrhundert

(5)
Unter Mördern, Dieben, Dirnen: Schuld und Sühne in der frühen Neuzeit

Frantz Schmidt tötete fast 400 Menschen, unzählige weitere hat er gefoltert oder verstümmelt Und doch war er am Ende seines Lebens ein angesehener Mann. Ungewöhnlich ist nicht nur der Lebensweg des Meister Frantz, der im 16 Jahrhundert in Nürnberg als Henker arbeitete, sondern auch, dass er Tagebuch schrieb. Der Historiker Joel Harrington hat dieses einmalige Zeugnis nun erstmals umfassend ausgewertet und gibt in seinem packenden Buch seltene Einblicke in das Leben, Denken und Fühlen der Menschen zu Beginn der Neuzeit

Portrait

Joel F. Harrington ist Professor für Europäische Geschichte an der Vanderbilt University. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Sozialgeschichte, vor allem zur Zeit der Reformation und der Frühen Neuzeit in Deutschland. Für seine Forschung hat er zahlreiche Förderungen erhalten, darunter von der Fulbright-Hayes Foundation und vom DAAD. Harrington hat in Nordamerika und Europa gelehrt und war u.a. Fellow der American Academy in Berlin sowie Gastprofessor in Cambridge und an der Universität Erlangen-Nürnberg. Harrington ist Autor zahlreicher Publikationen darunter The Unwanted Child (2009), ein preisgekröntes Buch über Findelkinder, Waisen und jugendliche Kriminelle in der frühen Neuzeit.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 13.07.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74973-7
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,5/11,6/3 cm
Gewicht 334 g
Originaltitel The Faithful Executioner. Life and Death, Honour and Shame in the Turbulent Sixteenth Century
Abbildungen mit Abbildungen, schwarz-weiss Illustrationen
Übersetzer Norbert Juraschitz
Verkaufsrang 84.592
Buch (Taschenbuch)
12,99
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Mein Leseeindruck
von Diana Jacoby aus Bretten am 30.01.2016

Schon lange interessiere ich mich für die Geschichte und das Leben eines Scharfrichters im Mittelalter. Aus diesem Grund verbringe ich auch einen Teil meiner Freizeit in einer historischen Gruppe, die sich mit dem Leben und Wirken eines Scharfrichters befasst. Viele Mythen kreisen um das Aussehen und das Leben eines Meisters... Schon lange interessiere ich mich für die Geschichte und das Leben eines Scharfrichters im Mittelalter. Aus diesem Grund verbringe ich auch einen Teil meiner Freizeit in einer historischen Gruppe, die sich mit dem Leben und Wirken eines Scharfrichters befasst. Viele Mythen kreisen um das Aussehen und das Leben eines Meisters Frantz oder wie sie auch immer geheißen haben. Vieles wurde in diese Scharfrichter- und Henkerdynastien im Laufe der Jahre hinein interpretiert. Auch immer wieder kommt die Frage auf, hatte er nun eine Maske bzw. Haube oder nicht. Auch herüber streiten sich die Gelehrten. Heute liest sich die Geschichte eines Henkers immer spannend, dennoch war es ein Beruf wie jeder andere auch. Ohne diesen Berufszweig, der sich nicht nur mit der Vollstreckung des Rechtsspruch beschäftigte, wären viele Dörfer den Seuchen erliegen. Denn z. B. auch als Abdecker waren die Scharfrichter beschäftigt. All die toten Tier wurde aufgesammelt und wie man heute sagen würde, für Forschungszwecke verwendet. Damals hatte man eine andere Einstellung zu Mensch und Tier und auch die Kirche tat ihr Bestes, die Menschen in gut und böse zu unterteilen. Wichtige und nützliche Salben wurden im Hause des Scharfrichters hergestellt. Und auch so manches Pülverchen zur Schmerzlinderung hatte dort seinen Besitzer gewechselt. Im vorliegenden Buch beschreibt der Autor aber nicht nur das Arbeiten, Handeln und den Beruf, sondern auch das Leben und die Emotionen. Ein Scharfrichters war nicht so eiskalt, wie er heute ftmals in Film und Fernsehen dargestellt wird. Nein, oftmals hätten sie mit ihrem Gewissen, ihren Gefühlen und ihren Emotionen zu kämpfen wenn es darum ging, den Richterspruch auszuführen. Sehr schön beschreibt der Autor, wie der Sohn eines Scharfrichters schon in sehr jungen Jahren an das Wirken heran geführt wurde. Wie gelehrt wurde, aber auch mit welchen Gedanken die Dynastie fortgeführt wurde. -FAZIT - Mich hat dieses Sachbuch sehr begeistert. Es ist lebhaft dargestellt, ohne zuviel trockene, geschichtliche Handlungsstränge. Lehrreich und unterhaltend. ©Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

Tolles Sachbuch
von einer Kundin/einem Kunden aus Braunschweig am 10.09.2015
Bewertet: Buch (gebunden)

Hervorragendes, wissenschaftlich präzise recherchiertes Sachbuch. Kein "Roman" wie eine andere Bewerterin geschrieben hat ! Wer such für die Zeit und die Umstände interessiert, ist hier richtig

Unglaublich!
von einer Kundin/einem Kunden aus Eckental am 11.07.2014
Bewertet: Buch (gebunden)

Für diesen Roman las ich eine Rezension in der Zeitung mit den Hintergründen für die Entstehung desselben. Da ich bei Nürnberg lebe, lag für mich der Kauf und das Lesen nahe. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Ich kann den Roman nur wirklich jedem empfehlen! Die Vergangenheit wird darin lebendig.