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Kind, versprich mir, dass du dich erschießt

Der Untergang der kleinen Leute 1945

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Am 30. April 1945 schoss sich Adolf Hitler in Berlin eine Kugel in den Kopf. Zur selben Zeit strömten im Städtchen Demmin scharenweise normale Leute, Frauen, Männer und Kinder in Flüsse und Wälder, um sich dort umzubringen. Es war der größte Massenselbstmord in der deutschen Geschichte, der sich vielerorts ähnlich wiederholte. In welchen Abgrund hatten die Menschen geblickt, dass sie angesichts der Befreiung vom Dritten Reich nur im Tod einen Ausweg sahen? Die andere Reaktion auf den Sinnverlust von 1945 wirkt in der Generation der Kriegskinder und -enkel bis heute nach: das Schweigen, Verdrängen und Vergessen. Beidem lag dasselbe Motiv zugrunde, nämlich die Flucht vor dem Unerträglichen. Die tieferen Ursachen aber verbargen sich in der Innenwelt der Deutschen, die zwölf Jahre lang im emotionalen Ausnahmezustand gelebt hatten. Florian Huber entwickelt die Geschichte der Sinn- und Gefühlswelt der Menschen im Dritten Reich im Wechsel von historischer Reportage und Mentalitätsstudie - ein fesselnder Blick auf die Gefühle der kleinen Leute, die in ihren Untergang marschierten.
Rezension
»Nach dem Krieg hat niemand mehr über diese Selbstvernichtung sprechen wollen. Hubers Buch ist das erste, das dieses Thema in solcher Gründlichkeit behandelt. Und es ist vielleicht das erschütterndste und ergreifendste von den vielen, die in jüngster Zeit über den Zweiten Weltkrieg erschienen sind.«, Oranienburger Generalanzeiger, Uwe Stiehler, 16.01.2016
Portrait
Florian Huber, geboren 1967, promovierte als Historiker zur Besatzungspolitik der Briten in Deutschland. Er ist der Autor von historischen Büchern wie »Meine DDR. Leben im anderen Deutschland« und »Schabowskis Irrtum. Das Drama des 9. November«. Als Filmemacher hat Florian Huber preisgekrönte Dokumentarfilme zu zeitgeschichtlichen Stoffen produziert, darunter der Mauerfall, das mysteriöse Ende des Dichters Antoine de Saint-Exupéry sowie die Olympischen Spiele von 1936.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.02.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783827077882
Verlag EBook Berlin Verlag
Dateigröße 2133 KB
Verkaufsrang 53.783
eBook
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Was für ein Trauma der verlorene Krieg für viele Deutsche war, beschreibt dieses Buch sehr deutlich. Viele Dinge sind für uns heute unvorstellbar. Umso wichtiger darum zu wissen! Was für ein Trauma der verlorene Krieg für viele Deutsche war, beschreibt dieses Buch sehr deutlich. Viele Dinge sind für uns heute unvorstellbar. Umso wichtiger darum zu wissen!

Kundenbewertungen

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Kind, versprich mir, dass du dich erschießt
von Ikopiko aus Hesel am 23.12.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

1945, das Ende des Zweiten Weltkrieges ist sicher. Die Deutschen haben den Hass vieler Länder auf sich gezogen. Nicht nur durch die reinen Kriegshandlungen, sondern insbesondere durch die „begleitenden“ Greueltaten. Dass die verantwortlichen Machthaber davor Angst haben zur Rechenschaft gezogen zu werden, war mir klar. Allen vorweg Adolf Hitler, der... 1945, das Ende des Zweiten Weltkrieges ist sicher. Die Deutschen haben den Hass vieler Länder auf sich gezogen. Nicht nur durch die reinen Kriegshandlungen, sondern insbesondere durch die „begleitenden“ Greueltaten. Dass die verantwortlichen Machthaber davor Angst haben zur Rechenschaft gezogen zu werden, war mir klar. Allen vorweg Adolf Hitler, der sogar nach seinem Selbstmord den toten Körper verbrennen ließ, damit dieser den Siegermächten nicht in die Hände fällt. Darüber, dass auch tausende andere in der Bevölkerung solche Angst vor Rache, insbesondere der Russen hatten, dass sie sich das Leben nahmen, hatte ich nie nachgedacht. Die Flüchtlinge aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien, zu denen auch meine Vorfahren gehören, wurden von der Angst angetrieben: Der Russe kommt! Aber natürlich – warum sollte es den „Daheimgebliebenen“ besser ergehen … So thematisiert über die Ängste der Bevölkerung in den späteren „Ostblock-Gebieten“ habe ich nie gelesen. Wie viel Angst muss eine Mutter haben, wenn sie erst ihre Kinder, dann sich selbst erhängt? Was muss ein Mann fühlen, wenn er erst seine Frau, dann sich selbst erschießt? Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, wenn er sich in einem Gewässer ertränkt, in dem er stehen kann? Florian Huber hat die Schicksale einzelner Menschen und eines ganzen Dorfes aufgezeigt. Er hat versucht, die Gefühle und Gedanken dieser Verzweifelten in Worte zu fassen, die diese in den Tod trieben.