Ein trauriges Fiasko

Koloniale Konzentrationslager im südlichen Afrika 1900-1908

Die Politik der Kolonialmächte bedeutete für Tausende Internierte der Lager in Südafrika und Deutsch-Südwestafrika den Tod, die Überlebenden wurden durch die Erfahrung von Deportation, Mangel, Krankheiten, Gewalt und Tod traumatisiert.
Ein Fiasko im Sinne von Misserfolg oder Reinfall waren die Konzentrationslager auch aus der Perspektive der Kolonisierer, denn in keinem der Fälle, die Jonas Kreienbaum untersucht, war das Massensterben der Internierten beabsichtigt. Die Lager waren nicht als Vernichtungslager geplant; sie dienten der Kontrolle der kolonisierten Bevölkerung und damit der effektiven staatlichen Durchdringung der Kolonie, sie fungierten als Haftstätten und Stätten der Erziehung und vor allem der Arbeitskräftebeschaffung.
Jonas Kreienbaum stößt mit seiner Untersuchung der kolonialen Konzentrationslager im südlichen Afrika in ein derzeit intensiv und kontrovers diskutiertes Forschungsfeld vor, das sich vornehmlich um die Frage dreht, ob von einer Kontinuität der kolonialen Lager unter deutscher Herrschaft in Südwestafrika bis zu den nationalsozialistischen Lagern des NS-Regimes auszugehen ist. Anhand verschiedener Kriterien vergleicht er die kolonialen und nationalsozialistischen Lager und stellt eindeutig fest, dass die Unterschiede in hohem Maße überwiegen. Der Primärzweck der kolonialen Lager war ein militärischer, intentionale Vernichtung gab es in den kolonialen Lagern nicht. Die vielfache Einrichtung von Konzentrationslagern um 1900 war (auch) ein Produkt von transnationalen Austauschprozessen, die die Konzentrationspolitiken allerdings im Zusammenspiel der strukturellen Faktoren vor Ort, der lokalen Traditionen und einer geteilten »kolonialen Kultur« beeinflussten. Dieses Zusammenspiel ist in der Forschung bislang nicht berücksichtigt worden.
Portrait

Jonas Kreienbaum arbeitet seit Dezember 2012 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Europäische und Neueste Geschichte der Universität Rostock. Er studierte Neuere und Neueste Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Nottingham. Von 2008 bis 2013 nahm er verschiedene Lehraufträge an der Humboldt-Universität wahr.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 02.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86854-290-5
Reihe Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts
Verlag Hamburger Edition
Maße (L/B/H) 21,6/13,9/2,5 cm
Gewicht 460 g
Abbildungen 5 Schwarz-Weiß- Abbildungen
Auflage 1. Auflage März 2015
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