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Gegenspiel

Roman

(8)

Maria ist achtzehn und möchte raus aus Portugal. Mitte der Siebzigerjahre bietet das Land einer jungen Frau wenig Perspektiven. Maria will nicht heiraten und Kinder kriegen, sie will mehr vom Leben. Als das neue Jahrzehnt anbricht, geht sie nach Berlin, beginnt ein Studium und eine Beziehung mit einem rebellischen Theatermacher, die bald scheitert. Allen Plänen vom unabhängigen Leben zum Trotz findet sich Maria schließlich als Ehefrau und Mutter in der nordrhein-westfälischen Provinz wieder und schaut ihrem Mann Hartmut beim Karrieremachen zu. Lang arrangiert sie sich mit den Verhältnissen, aber als die Tochter erwachsen ist, trifft Maria eine Entscheidung.
Lissabon nach der Nelkenrevolution, die Hausbesetzerszene in West-Berlin, die deutsche Provinz vor und nach der Wende: Stephan Thome erzählt in markanten, spannungsreichen Szenen eine bekannte Geschichte neu und völlig anders. Gegenspiel ist ein berührender und manchmal verstörender Roman über Aufbruch und Verantwortung, auch gegenüber dem eigenen Leben – ein Roman voller Empathie und psychologischer Raffinesse.

Rezension
»Wahrscheinlich hat seit dem jungen Martin Walser niemand mehr so genau über das Gefühlsleben der westdeutschen Mittelschicht geschrieben wie Thome in diesen beiden Büchern.«
Tobias Rapp, DER SPIEGEL 10.01.2015
Portrait

Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung ins Deutsche. Sein Roman Grenzgang gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman Fliehkräfte – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans Grenzgang den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 464 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.01.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783518739921
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 1591 KB
Verkaufsrang 17.233
eBook
11,99
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Ein sprachlich sehr guter Roman über die das Gefühlsleben der westdeutschen Mittelschicht, kurz vor und nach der Wende! Ein sprachlich sehr guter Roman über die das Gefühlsleben der westdeutschen Mittelschicht, kurz vor und nach der Wende!

Dirk Bluhm, Thalia-Buchhandlung Lünen

Großartiges Frauenporträt und Psychogramm einer Ehe. Besonders die Schilderungen der unruhigen 80er Jahre in Berlin entwickeln eine Sogwirkung. Lesenswert!
Großartiges Frauenporträt und Psychogramm einer Ehe. Besonders die Schilderungen der unruhigen 80er Jahre in Berlin entwickeln eine Sogwirkung. Lesenswert!

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Raffiniert wie die Figuren zueinander stehen. In Rückblicken begegnet der Leser Maria und ihren Träumen von der Zukunft und was daraus geworden ist. Gelungenes Psychogramm. Raffiniert wie die Figuren zueinander stehen. In Rückblicken begegnet der Leser Maria und ihren Träumen von der Zukunft und was daraus geworden ist. Gelungenes Psychogramm.

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Die Portugiesin Maria lebt seit Jahrzehnten in Deutschland, ist mit einem Deutschen verheiratet.Diese Ehe steht auf dem Prüfstand und Maria zieht Bilanz. Intelligent und emotional Die Portugiesin Maria lebt seit Jahrzehnten in Deutschland, ist mit einem Deutschen verheiratet.Diese Ehe steht auf dem Prüfstand und Maria zieht Bilanz. Intelligent und emotional

„Geschichte einer Ehe“

Birgit Wojtynowski, Thalia-Buchhandlung Gießen

Maria möchte weg aus Portugal. Sie will nicht das Leben leben , das hier für Frauen genau vorgezeichnet ist. Sie geht Anfang der Achtzigerjahre nach Berlin zum Studium. Maria lernt einen erfolglosen, rebellischen Theatermacher kennen. Durch ihn kommt sie in Kontakt mit der damaligen Hausbesetzerszene. Thome nimmt den Leser mit in das Berlin vor der Wende und fängt die damalige Stimmung ein. Maria träumt und studiert, ihre Beziehung zu dem Theatermensch scheitert. Mit Hartmut lernt sie einen ,neuen Partner kennen. Maria wird schwanger,heiratet Hartmut und zieht mit ihm in die westfälische Provinz. Hartmut bestreitet den Lebenunterhalt der kleinen Familie , Maria fällt in eine schwere Depression, von der sie sich nur langsam erholt. Maria arrangiert sich mit ihrem Familienleben, geht immer wieder Kompromisse ein, und läuft letztendlich doch in eine Sackgasse. Thome beschreibt in Gegenspiel sehr einfühlsam und beeindruckend die Ehe und Beziehung von Maria und Hartmut aus Marias Sichtweise. In Thomes vorherigem Roman "Fliehkräfte" (2012) erfährt der Leser alles über die Gefühle und Erfahrungen Hartmuts.
Um die Ansichten und Lebensumstände seiner Protagonisten besser beschreiben zu können, hat Stephan Thome in den jeweiligen Orten zum Beispiel: Lissabon oder Berlin gelebt. Beeindruckend ist auch die genaue Beschreibung der Gefühlslage von Hartmut und Maria. Ein Roman der nach innen geht.
Maria möchte weg aus Portugal. Sie will nicht das Leben leben , das hier für Frauen genau vorgezeichnet ist. Sie geht Anfang der Achtzigerjahre nach Berlin zum Studium. Maria lernt einen erfolglosen, rebellischen Theatermacher kennen. Durch ihn kommt sie in Kontakt mit der damaligen Hausbesetzerszene. Thome nimmt den Leser mit in das Berlin vor der Wende und fängt die damalige Stimmung ein. Maria träumt und studiert, ihre Beziehung zu dem Theatermensch scheitert. Mit Hartmut lernt sie einen ,neuen Partner kennen. Maria wird schwanger,heiratet Hartmut und zieht mit ihm in die westfälische Provinz. Hartmut bestreitet den Lebenunterhalt der kleinen Familie , Maria fällt in eine schwere Depression, von der sie sich nur langsam erholt. Maria arrangiert sich mit ihrem Familienleben, geht immer wieder Kompromisse ein, und läuft letztendlich doch in eine Sackgasse. Thome beschreibt in Gegenspiel sehr einfühlsam und beeindruckend die Ehe und Beziehung von Maria und Hartmut aus Marias Sichtweise. In Thomes vorherigem Roman "Fliehkräfte" (2012) erfährt der Leser alles über die Gefühle und Erfahrungen Hartmuts.
Um die Ansichten und Lebensumstände seiner Protagonisten besser beschreiben zu können, hat Stephan Thome in den jeweiligen Orten zum Beispiel: Lissabon oder Berlin gelebt. Beeindruckend ist auch die genaue Beschreibung der Gefühlslage von Hartmut und Maria. Ein Roman der nach innen geht.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
3
4
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Familien- und Geschichtsroman mit starkem Portugal-Bezug, der zugleich viel über die alte Bundesrepublik erzählt.

von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ich empfehle diesen Roman,weil Stephan Thome ein ausgezeichneter Beobachter ist und sich bei der Entwicklung seiner Charaktere Zeit lässt. Fazit sehr lesenswert!

Wie leben?
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 17.06.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Nichte stehen Maria und Hartmut nach enem eskalierenden Streit, kurz vor der Trennung. In Rückblenden erfahren wir beider Lebensgeschichten. Frühe 80-iger Jahre in Berlin, Hausbesetzerszene, Unikrawalle, freie Theaterszene. Danach junge Ehe mit Kind im Häuschen bei Bonn. Nach 20 Jahren Ehe will Maria aus... Auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Nichte stehen Maria und Hartmut nach enem eskalierenden Streit, kurz vor der Trennung. In Rückblenden erfahren wir beider Lebensgeschichten. Frühe 80-iger Jahre in Berlin, Hausbesetzerszene, Unikrawalle, freie Theaterszene. Danach junge Ehe mit Kind im Häuschen bei Bonn. Nach 20 Jahren Ehe will Maria aus ihrem kleinbürgerlichen Leben ausbrechen und geht zurück nach Berlin ansTheater. Die Beziehung steht vor einer Zereißprobe. Der Roman stellt existenzielle Fragen wie, wie viel Freiheit, Selbstbestimmung und Lüge verträgt die Ehe in unserer heutigen Zeit.