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Der Illusionist

Roman

(2)
Was ist wahr, und was ist Illusion?
Erzählern ist zuweilen nicht zu trauen. Besonders wenn sie, wie Martin Strauss, an einer seltenen neurologischen Krankheit leiden, an der sogenannten Konfabulation: Konfabulierende sind Menschen, die objektiv falsche Dinge erzählen, in der festen Überzeugung, dass sie wirklich genau so geschehen sind. Es sind Menschen, denen die Erinnerung ein ums andere Mal böse Streiche spielt. Und die, ohne es selbst zu merken, sich immer weniger darauf verlassen können, genau zu wissen, was wahr ist und was falsch …
Als Martin Strauss von seinem Arzt erfährt, dass er an fortschreitenden und unheilbaren Erinnerungsstörungen leidet, versucht er sein Leben zu rekapitulieren, noch einmal festzuhalten, wie es wirklich war. Und es ist ein wahrhaft turbulentes Leben, auf das er zurückzublicken meint – ein Leben an der Seite des großen, weltbekannten Magiers und Entfesselungskünstlers Houdini. Harry Houdini, dem Anfang des 20. Jahrhunderts der sagenhafte Aufstieg von kleinen Hinterzimmerauftritten auf die ganz großen Bühnen der Welt gelang. Der von Arthur Conan Doyle bewundert wurde, der in das Visier von Scotland Yard geriet, dem Verbindungen zu der russischen Zarenfamilie nachgesagt wurden. Martin Strauss hat Aufstieg und Fall Harry Houdinis begleitet, glaubt er zumindest. Und er hat ihn getötet – glaubt er zumindest – und musste daraufhin sein ganzes bisheriges Glück und Leben aufgeben. Doch was ist wahr an Martin Strauss‘ Erinnerungen, und was ist Illusion?
Portrait
Steven Galloway wurde 1975 in Vancouver, Kanada, geboren und ist in Kamloops aufgewachsen. Er war Literaturprofessor an der University of British Columbia und hat bisher vier Romane publiziert. »Der Cellist von Sarajevo« war ein internationaler Bestseller, erschien in dreißig Ländern, kam u.a. auf die Longlist des Scotiabank Giller Prize und des IMPAC Dublin Literary Award. »Der Illusionist« kam auf die Shortlist des Rogers Trust Fiction Prize. Steven Galloway lebt in New Westminster, British Columbia.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 352 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 23.03.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783641153007
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Übersetzer Benjamin Schwarz
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Der Zauber der Erinnerung
von einer Kundin/einem Kunden am 27.04.2015
Bewertet: Buch (gebunden)

Martin Strauss hat ein grundlegendes Problem: Sein Gehirn erlitt einen Schaden, der seine Fähigkeit minderte, „Erinnerungen zu speichern und zu verarbeiten. Als Reaktion darauf wird Ihr Gehirn sich neue Erinnerungen ausdenken“, wie sein Arzt ihm erklärt. Nun ist ein Ich-Erzähler mit solch einer neurologischen Krankheit ein schwieriger Fall. Denn... Martin Strauss hat ein grundlegendes Problem: Sein Gehirn erlitt einen Schaden, der seine Fähigkeit minderte, „Erinnerungen zu speichern und zu verarbeiten. Als Reaktion darauf wird Ihr Gehirn sich neue Erinnerungen ausdenken“, wie sein Arzt ihm erklärt. Nun ist ein Ich-Erzähler mit solch einer neurologischen Krankheit ein schwieriger Fall. Denn wer aus seinem Leben erzählt, dabei aber selbst nicht zwischen Einbildung und Realität unterscheiden kann, ist ein wenig vertrauenswürdiger Erzähler – und genau das macht die besondere Spannung dieses Romans aus. Nach seinem Weltbestseller „Der Cellist von Sarajevo“ stellt Steven Galloway mit Martin Strauss einen bemerkenswerten Protagonisten ins Rampenlicht; jenes Rampenlicht, das auch für die zweite Hauptfigur des Romans ein lebenswichtiges Element ist: Harry Houdini. Martin Strauss schildert in chronologisch verschachtelter Form die Biografie des Illusionisten, der zu den weltweit prominentesten Menschen seiner Zeit gehörte. Von seinen prägenden Anfängen als Schlosser, über erste Bühnenerfahrungen bis hin zu den großen Tourneen, die ihn zusammen mit seiner Frau quer durch die Welt führten. Galloway mischt dabei zwischen die belegten Teile von Houdinis Lebenslauf auch Aspekte, die eher spekulativer Natur sind. So wird der weitreisende Illusionist vom amerikanischen wie auch britischen Geheimdienst als Spion herangezogen, um speziell in Russland seine Fühler auszustrecken, wo die zu dieser Zeit herrschende Zarenfamilie der Beeinflussung durch Spiritisten, wie unter anderem Rasputin, sehr offen gegenüber war. Auf elegante Weise wird das Leitthema des Romans in unterschiedlichen Variationen immer wieder eingeflochten: So wie das Publikum einer Zaubershow im Grunde weiß, dass es so etwas wie Magie nicht gibt und trotzdem nach dem Gefühl giert, in diesem Rahmen davon überzeugt zu werden, dass die Handlung auf der Bühne doch wahrhaftig magisch ist, genau so möchte sich Martin Strauss an die zentralen, Halt gebenden Erinnerungen seines Lebens klammern, obwohl im nach und nach klar wird, das bei Weitem nicht alle davon real sind. Auf gleiche Weise werden schrittweise die Lebenswege von Houdini und dem hinterfragenswerten Ich-Erzähler miteinander verschränkt, bis es am Ende zu einem „doppelten“ Mord kommt. Dieser unterhaltsame und gleichsam fordernde Roman spielt mit Fiktion und Illusion und der menschlichen Schwäche sich ebenjenen „Falschheiten“ bewusst hingeben zu wollen. Seine beiden charismatischen Hauptfiguren sind alles andere als eindimensional und vollführen im Verlaufe der Handlung verschiedene charakterliche Kehrtwendungen. „Der Illusionist“ kombiniert kurzfristige Vergnüglichkeit mit Tiefgang und macht durch seine besondere Wendung im Finale des Romans eine mehrmalige Lektüre besonders lohnenswert.