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Halbschatten

Roman

Königs Erläuterungen/Materialien 305

(5)
Eine junge Fliegerin, Marga von Etzdorf, erschießt sich im Mai 1933 in Aleppo, Syrien, nach einer Bruchlandung.
Sie ist 25 Jahre alt. Ihr Grab liegt auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Was hat sie hier, zwischen den Toten der preußischen Militärgeschichte, NS-Größen und zivilen Opfern der letzten Kriegstage, zu suchen? Gibt es eine Erklärung für ihren gewaltsamen Tod? Der Stadtführer, der Uwe Timms Erzähler über den Invalidenfriedhof geleitet, weist auf beunruhigende Nachbarschaften hin. Hier liegt nicht nur Scharnhorst, der Held der Befreiungskriege, sondern auch Heydrich, der Organisator des Holocaust, neben namenlosen Opfern aus dem Mai ’45. Die Toten beginnen zu reden, sich zu erklären, zu rechtfertigen. Unter den Stimmen, die zu dem Erzähler sprechen, ist auch die Marga von Etzdorfs.Auf einem ihrer spektakulären Langstreckenflüge hatte sie in Japan den jungen Diplomaten und ehemaligen Jagdflieger Christian von Dahlem kennengelernt und mit ihm eine ungewöhnliche Nacht verbracht – eine Nacht des Erzählens. Zusammen in einem Zimmer, aber getrennt durch einen Vorhang, waren die beiden sich fern und gewährten einander doch Nähe. In einem Augenblick innerer Preisgabe erzählen sie sich ihre Leben.Dieses Oratorium des Schreckens und der Liebe, in dessen Mittelpunkt Marga und von Dahlem stehen – eine unbedingte Liebe und ein Verrat –, beschwört zugleich die Dämonen und Engel der Geschichte und erzählt von Haltungen und Sichtweisen, von denen die deutsche Geschichte geprägt und gezeichnet ist. Vielstimmig und vielschichtig, gedanken- und anspielungsreich, klug und bewegend begibt sich dieser Roman auf ein Terrain, wo sich die Gewalt der Geschichte, der Zufall und das individuelle Schicksal begegnen, einander bestätigen, aber auch widersprechen – für den, der zu hören vermag.
Portrait
Uwe Timm, geboren 1940, freier Schriftsteller seit 1971. Sein literarisches Werk erscheint im Verlag Kiepenheuer & Witsch, zuletzt Vogelweide, 2013, Freitisch, 2011, Am Beispiel eines Lebens, 2010, Am Beispiel meines Bruders, 2003, mittlerweile in 17 Sprachen übersetzt, Der Freund und der Fremde, 2005, und Halbschatten, Roman, 2008. Uwe Timm wurde 2006 mit dem Premio Napoli sowie dem Premio Mondello ausgezeichnet, erhielt 2009 den Heinrich-Böll-Preis, 2012 die Carl-Zuckmayer-Medaille und den Schillerpreis 2018.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 272 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 05.03.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783462308822
Verlag Kiepenheuer & Witsch eBook
Dateigröße 1116 KB
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„Ein vielstimmiges und vielschichtiges Oratorium“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Der Ich-Erzähler dieses ungewöhnlichen Romans, Jahrgang 1940 wie Uwe Timm, wird von einem Stadtführer über den Invalidenfriedhof in Berlin geführt. Hier liegt nicht nur die Fliegerin Marga von Etzdorf sondern viele andere Tote aus Kriegszeiten, namentlich bekannte wie Heydrich, aber auch unzählige namenlose Tote aus dem Mai 1945. Die Toten beginnen zu reden, sich zu erklären, so auch Marga von Etzdorf, die ihre kurze dramatische Lebensgeschichte erzählt, eine Geschichte von Liebe und Verrat, die sich wie ein roter Faden durch alle anderen Stimmen zieht.
Ein vielstimmiges und vielschichtiges Oratorium, das ich leseerfahrenen Lesern ans Herz lege.

Der Ich-Erzähler dieses ungewöhnlichen Romans, Jahrgang 1940 wie Uwe Timm, wird von einem Stadtführer über den Invalidenfriedhof in Berlin geführt. Hier liegt nicht nur die Fliegerin Marga von Etzdorf sondern viele andere Tote aus Kriegszeiten, namentlich bekannte wie Heydrich, aber auch unzählige namenlose Tote aus dem Mai 1945. Die Toten beginnen zu reden, sich zu erklären, so auch Marga von Etzdorf, die ihre kurze dramatische Lebensgeschichte erzählt, eine Geschichte von Liebe und Verrat, die sich wie ein roter Faden durch alle anderen Stimmen zieht.
Ein vielstimmiges und vielschichtiges Oratorium, das ich leseerfahrenen Lesern ans Herz lege.

„Der Chronist deutscher Geschichte“

Gabriele Paschke-Quel, Thalia-Buchhandlung Wuppertal

Lassen Sie sich vom Titel nicht täuschen: Virtuos beleuchtet Uwe Timm den Lebensweg
der jungen Fliegerin Marga von Etzdorf. Um diesen Mittelpunkt arrangiert er vielschichtige Mosaiksteine zu einem eindringlichen Abbild der Zeit. Manchmal läuft beim Lesen vor dem Inneren Auge bereits ein Film ab, aber haben Sie schon mal Stimmen beim Lesen gehört ? Uwe Timm gelingt dies, über den Berliner Invalidenfriedhof spazierend, läßt er die Toten Geschichte erzählen und verleiht jedem Protagonisten eine eigene Stimme. Immer wieder schreibt Uwe Timm in seinen Romanen eine beeindruckende Geschichte des privaten Lebens .
Lassen Sie sich vom Titel nicht täuschen: Virtuos beleuchtet Uwe Timm den Lebensweg
der jungen Fliegerin Marga von Etzdorf. Um diesen Mittelpunkt arrangiert er vielschichtige Mosaiksteine zu einem eindringlichen Abbild der Zeit. Manchmal läuft beim Lesen vor dem Inneren Auge bereits ein Film ab, aber haben Sie schon mal Stimmen beim Lesen gehört ? Uwe Timm gelingt dies, über den Berliner Invalidenfriedhof spazierend, läßt er die Toten Geschichte erzählen und verleiht jedem Protagonisten eine eigene Stimme. Immer wieder schreibt Uwe Timm in seinen Romanen eine beeindruckende Geschichte des privaten Lebens .

Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
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Die Geschichte einer interessanten Frau
von J.G. aus Berlin am 01.11.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Halbschatten ist die Geschichte der Fliegerin Marga von Etzdorf, die im Jahre 1933 im Anschluss an eine Bruchlandung in Syrien Selbstmord begeht. Der Erzähler dieses ungewöhnlichen Buches befindet sich auf dem Berliner Invalidenfriedhof und hört dort die Stimmen von zahlreichen prominenten, weniger prominenten und fragwürdigen Persönlichkeiten, die dort beerdigt... Halbschatten ist die Geschichte der Fliegerin Marga von Etzdorf, die im Jahre 1933 im Anschluss an eine Bruchlandung in Syrien Selbstmord begeht. Der Erzähler dieses ungewöhnlichen Buches befindet sich auf dem Berliner Invalidenfriedhof und hört dort die Stimmen von zahlreichen prominenten, weniger prominenten und fragwürdigen Persönlichkeiten, die dort beerdigt sind. Hier erfährt der Leser die Lebensgeschichte der Langstreckenfliegerin von Etzdorf sowie einen Überblick der deutschen Geschichte. Dieser Roman ist keine einfache Literatur. Die einzelnen Stimmen stehen manchmal ohne sofort zu erkennende Bezüge nebeneinander, der Handlung zu folgen ist nicht immer einfach. Fazit: Ein einfühlsames Portrait einer Frau, die in einer männerdominierten Welt lebt. Ein besonderer Blick auf die deutsche Geschichte.

Eine außergewöhnliche Frau
von Verena Gwosdz aus Offenbach am 24.01.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

In fantasievoller Weise erzählt Uwe Timm vom bewegten Leben der Marga von Etzdorf, eine von zwei deutschen Fliegerinnen in den 20er und 30er Jahren. Entgegen aller Widrigkeiten, denen sich Frauen zu dieser Zeit gerade in der Männerdomäne "Fliegerei" beugen mussten, versucht Marga trotz allem Fuß zu fassen und schafft... In fantasievoller Weise erzählt Uwe Timm vom bewegten Leben der Marga von Etzdorf, eine von zwei deutschen Fliegerinnen in den 20er und 30er Jahren. Entgegen aller Widrigkeiten, denen sich Frauen zu dieser Zeit gerade in der Männerdomäne "Fliegerei" beugen mussten, versucht Marga trotz allem Fuß zu fassen und schafft schließlich das Unglaubliche: alleine fliegt sie die Langstrecke Berlin - Tokio. Timm verwebt gekonnt Fiktives mit Realem und führt den Leser durch die wundersame Welt einer starken, unbeugsamen Frau, die sich am Ende, mit nur 26 Jahren, das Leben nimmt. Ein berührendes Werk, dass die Geschichte dieser von Vielen vergessenen Frau wieder lebendig werden lässt.

Die Toten und die Lebenden..
von Inga Pokora aus Frankfurt am 13.09.2009
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Uwe Timm nimmt sich in seinem neuen Buch wieder der NS - Zeit an, diesmal jedoch mit deutlich phantastischem Einschlag. Die Toten auf dem Invalidenfriedhof Berlin erzählen (ungefragt) ihre Geschichte in einer sprachlich wunderbar umgesetzten Kakophonie. Wundersam, phantastisch, sehr lesenswert!