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Sturm über New Orleans

Ein Dave-Robicheaux-Krimi, Band 16

Dave Robicheaux

(2)
Hurrikan Katrina fegt über New Orleans hinweg und legt die Stadt in Schutt und Asche.
Mit all seinem Können, feinen Charakterbeschreibungen und dichten Schilderungen der Südstaatenatmosphäre widmet sich Burke in seinem facettenreichen "Sturm über New Orleans" dieser Katastrophe. Wer Burke liest, spürt die Hitze der Stadt, schmeckt den Geruch der Zerstörung, riecht den Dunst der Bars.
Inmitten des Chaos lässt er den eigenwilligen Dave Robicheaux seinen Job erledigen. Robicheaux ist Vietnam-Veteran und trockener Alkoholiker, der in seinem Leben diverse Schicksalsschläge hinnehmen musste. Als Cop folgt er seiner ganz eigenen Vorstellung von Moral und Gerechtigkeit.
Burke hat mit "Sturm über New Orleans" einen fulminanten Roman geschrieben. Der Leser taucht sofort in seine bildhafte Sprache ein und sieht einen Film vor seinem inneren Auge vorbeiziehen. Burke ist ganz großes Kino!
Rezension
Moritz Revermann, Literatur-Experte von Thalia, sagt:
Dem Pendragon Verlag und seinem Chef Günther Butkus sei es gedankt, dass einer meiner literarischen Helden eine Wiederauferstehung vom Feinsten feiert. Dave Robicheaux is back!
Große Preise hat James Lee Burke für die Krimis um diesen charmanten, eckigen und sturen Helden gewonnen. Und dann war er weg. Warum, bleibt mir und allen Krimi-noir-Fans bis heute ein Rätsel. Der bei Heyne Hardcore erschienene Roman «Regengötter» aus der Hackberry-Holland-Reihe wurde letztes Jahr mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.
Auch wenn «Sturm über New Orleans» Burkes 16. Roman um Dave Robicheaux ist, so kann man gut mit ihm einsteigen. Die Gruppe der wichtigen handelnden Personen ist überschaubar.
2005, Sturm Katrina rast über New Orleans hinweg und bringt Chaos und Verwüstung. Mindestens 2.000 Menschen sterben. Robicheaux wird - wie viele andere Polizisten aus der Umgebung - nach New Orleans beordert und ermittelt in verschiedenen Fällen eher lustlos, bis das Verbrechen auch vor New Iberia, seiner Heimatstadt, nicht mehr halt macht ...
Zehn Jahre ist das alles her - aber brandaktuell! Der Schwarz-Weiß Konflikt, die Unterdrückung und Diskriminierung der Schwarzen, die Macht des Geldes, die Umweltsünden ... Dies ist James Lee Burkes wütendster Roman mit einer direkten politischen Aussage. Krimi kann er sowieso. Lesen! Diesen und alle anderen von James Lee Burke. Amen.
Portrait
James Lee Burke wurde 1936 in Houston/Texas, geboren und wuchs in Louisiana an der Golf-Küste auf. Nach dem Studium schlug er sich mit diversen Jobs durch, unter anderem bei einer Ölfirma, als Journalist, Englischdozent und Sozial­arbeiter. Burke wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter als einer von wenigen Autoren gleich zwei Mal mit dem Edgar Allan Poe Award und mit dem Hammett Prize. Der Bestseller-Autor hat neben vielen anderen Romanen inzwischen 20 Dave-Robicheaux-Krimis geschrieben. Nach vielen Jahren erscheint mit "Sturm über New Orleans" endlich wieder ein Robicheaux in deutscher Sprache. In den nächsten Jahren werden weitere Robicheaux-Krimis im Pendragon Verlag erscheinen.
Burke wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, zuletzt 2015.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 576 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 03.02.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783865324634
Verlag Pendragon
Dateigröße 1082 KB
Übersetzer Georg Schmidt
Verkaufsrang 33.353
eBook
8,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Kein Wohlfühlbuch, aber richtig gut!
von Igelmanu66 aus Mülheim am 27.01.2018
Bewertet: Klappenbroschur

»Die Zahl der Plünderer, Brandstifter und Gewalttäter nahm von Stunde zu Stunde zu, ohne dass wir sie irgendwo unterbringen konnten. Wir ließen Plünderer laufen, nur um sie zwei Stunden später in improvisierten Arrestarealen wiederzusehen. Einige der Festgenommenen waren wahrscheinlich Mörder, Drogendealer oder Soziopathen, die den Sturm ausgenutzt hatten, um... »Die Zahl der Plünderer, Brandstifter und Gewalttäter nahm von Stunde zu Stunde zu, ohne dass wir sie irgendwo unterbringen konnten. Wir ließen Plünderer laufen, nur um sie zwei Stunden später in improvisierten Arrestarealen wiederzusehen. Einige der Festgenommenen waren wahrscheinlich Mörder, Drogendealer oder Soziopathen, die den Sturm ausgenutzt hatten, um Konkurrenten zu beseitigen oder alte Rechnungen zu begleichen.« August 2005. Der Hurrikan Katrina, eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten, hat die Stadt New Orleans zerstört. Die Stadt ist überflutet, unzählige Menschen sind gestorben. In den Trümmern und verlassenen Häusern treiben Plünderer ihr Unwesen, in den gefluteten Straßen herrscht Gesetzlosigkeit. Schwelender Rassismus bricht allerorten auf, die Polizei ist hoffnungslos überfordert. Grund genug für eine selbst ernannte Bürgerwehr, das Gesetz selber in die Hand zu nehmen. Eines Nachts fallen wieder mal Schüsse und ein siebzehnjähriger Schwarzer ohne Vorstrafen stirbt. In unmittelbarer Nähe zu dem Haus einer weißen Familie, deren Tochter nach der Vergewaltigung durch mehrere Schwarze traumatisiert ist. Ein simpler Fall von Selbstjustiz? Cop Dave Robicheaux schaut genauer hin… Dieser Krimi ist kein Wohlfühlbuch, er ist hart und brutal. Das beginnt schon bei der Schilderung des Szenarios. Katrina ist zwar viele Jahre her, trotzdem habe ich noch die Fernsehbilder präsent. Die allerdings durch die Wortgewalt der Beschreibungen im Buch noch mal enorm verstärkt werden. Ein pures Albtraum-Szenario, man kann es nicht anders ausdrücken. Den Leser erfasst Zorn, ganz klar tritt hervor, wie die Opfer – vor allem die ohnehin schon ärmsten unter ihnen – im Stich gelassen werden. Fassungslos liest man von vergeblich auf Hilfe wartenden Menschen. Dass vor diesem Hintergrund Verbrechen und Gewalt blühen, wundert nicht, aber in seinem Ausmaß und der drastischen Darstellung schockiert es schon. Sensible Gemüter sollten besser die Finger von diesem Buch lassen. Die Protagonisten scheinen alle gegen persönliche Dämonen zu kämpfen. Dave Robicheaux ist ein traumatisierter Vietnam-Veteran und trockener Alkoholiker. Sein Freund Clete war mal sein Kollege, musste aber den Polizeidienst verlassen und arbeitet jetzt als eine Art Privatermittler. Er ist sensibel aber aggressiv, engagiert aber unbeherrscht und nach meiner Einschätzung aktiver Alkoholiker oder auf dem Weg, einer zu werden. Die Guten haben mächtig schlechte Seiten, die Bösen unterscheiden sich im Grad ihrer Grausamkeit, doch auch bei ihnen wird ein Blick hinter die Fassade gewagt, nach den möglichen Ursachen ihres verkorksten Lebenswegs gefragt. Darin steckt gleichzeitig eine Menge Gesellschaftskritik, mindestens bei einem der Bösen war ich am Ende geneigt zu glauben, dass sein Leben unter günstigeren Startbedingungen einen anderen Weg genommen hätte. Ich merkte, wie sich beim Lesen meine Empfindungen wandelten. Beispiel: Vier Plünderer nehmen ausgerechnet das Haus eines Unterweltbosses auseinander. Über die Plünderer erfährt der Leser, dass sie einige wirklich schwere und grausame Verbrechen begangen haben. Da schleicht sich ein fieser kleiner Gedanke in der Art von „Jungs, dieses Mal werdet ihr nicht ungeschoren davonkommen“ ein. Aber wenn es dann so weit ist, kommt fast Mitleid auf. Wie gesagt, der Grad der Grausamkeit macht den Unterschied. Man darf auch nicht darauf hoffen, dass am Ende alles gut ist. Dafür steckt viel zu viel Realismus in der Handlung und die wirkliche Welt ist oftmals keine nette. Es sind altbekannte Themen, die hier aufgebracht werden, Themen wie Gerechtigkeit, Rache, Vergebung und Schuld. Der Leser kommt nicht umhin, sich unangenehme Fragen zu stellen, die berühmten „was würde ich tun“ Fragen. Recht und Gerechtigkeit sind nun mal nicht immer eins. Und wenn es um die eigenen Kinder geht, übernehmen gerne Urinstinkte die Steuerung menschlichen Handelns. Ich mag Bücher, die einen als Leser vor solche gedanklichen Herausforderungen stellen. Trotzdem brauchte ich ein wenig, bis ich in der Handlung war, der Einstieg war manchmal verwirrend. Dazu trugen sicher der Umgangston und die vielen benutzten Slangausdrücke bei, deren Übersetzung nicht immer nahelag. Auch für die mehreren Erzählstränge benötigte ich eine kurze Orientierungszeit, nachdem das geschafft war, hat mich das Buch aber wirklich gefesselt. Fazit: Hart und brutal. Kein Wohlfühlbuch, aber richtig gut! »Diejenigen, die nicht aus dem Fenster gekommen sind, sind ertrunken«, sagte sie. »Sagen Sie das noch mal?« »Fast alle Leute auf dem Dachboden sind ertrunken. Ich hab die Kinder aus dem Fenster geworfen, aber ich hab sie im Wasser nicht mehr gesehn. Die meisten anderen waren zu alt oder zu dick. Ich hab sie einfach zurückgelassen und bin auf einen dicken Baum zugeschwommen, der vorbeigetrieben ist. Ich hab sie in der Dunkelheit brüllen gehört.«