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Altes Land

(gekürzte Lesung)

(48)
Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie

Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.
Portrait
Hannelore Hoger, geboren 1942 in Hamburg, ist eine der profiliertesten deutschen Schauspielerinnen. Sie arbeitete u.a. mit Alexander Kluge, Volker Schlöndorff und Helmut Dietl. Populär wurde sie vor allem durch ihre Rolle als TV-Kommissarin "Bella Block", für die sie den Grimme-Preis erhielt.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium MP3
Sprecher Hannelore Hoger
Erscheinungsdatum 16.02.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783837130904
Verlag Random House Audio
Spieldauer 313 Minuten
Format & Qualität MP3, 313 Minuten
Verkaufsrang 389
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Buchhändler-Empfehlungen

Lisa Mohr, Thalia-Buchhandlung Leuna

Düstere und schwere Themen wie der Verlust der Heimat werden in diesem Buch auf eine spannende Weise erzählt und lässt einen nicht mehr los. Düstere und schwere Themen wie der Verlust der Heimat werden in diesem Buch auf eine spannende Weise erzählt und lässt einen nicht mehr los.

Maja Günther, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein hartes Buch! Gewaltig düster & doch voll wunderbarer Bilder, die das Knorrige, das Stumme in dieser Generation habhaft werden lässt. Und das Thema ist überraschend aktuell. Ein hartes Buch! Gewaltig düster & doch voll wunderbarer Bilder, die das Knorrige, das Stumme in dieser Generation habhaft werden lässt. Und das Thema ist überraschend aktuell.

„Ein Meisterwerk!“

Bettina Hellwig, Thalia-Buchhandlung Fulda

Dies ist ein toller Roman und zurecht ein Bestseller.
Dörte Hansen schreibt eine spannende Geschichte, die während des 2.Weltkrieges beginnt und bis heute geht. Flucht, Vertreibung, Krieg, Traumatisierung, Neuanfang, starke Frauen, erstaunliche Männer, Drama, Natur, Liebe und Besonderheiten. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher!
Dies ist ein toller Roman und zurecht ein Bestseller.
Dörte Hansen schreibt eine spannende Geschichte, die während des 2.Weltkrieges beginnt und bis heute geht. Flucht, Vertreibung, Krieg, Traumatisierung, Neuanfang, starke Frauen, erstaunliche Männer, Drama, Natur, Liebe und Besonderheiten. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher!

„Frauenpower im Alten Land“

Andrea Kowalleck, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Anne zieht mit ihrem kleinen Sohn aus der Großstadt Hamburg in ein winziges Dörfchen im Alten Land zu ihrer Tante und wird mit so manchen Eigenheiten konfrontiert. Ein wunderschöner Roman über zwei total unterschiedliche Frauen, die trotz Höhen und Tiefen ihren Weg gehen müssen und mit der Zeit immer mehr zusammenrücken. Dörte Hansen lässt den Leser oft schmunzeln, mitfühlen, nachdenken und auch innehalten und steht mit diesem Buch zurecht schon seit Wochen auf der Bestsellerliste. Anne zieht mit ihrem kleinen Sohn aus der Großstadt Hamburg in ein winziges Dörfchen im Alten Land zu ihrer Tante und wird mit so manchen Eigenheiten konfrontiert. Ein wunderschöner Roman über zwei total unterschiedliche Frauen, die trotz Höhen und Tiefen ihren Weg gehen müssen und mit der Zeit immer mehr zusammenrücken. Dörte Hansen lässt den Leser oft schmunzeln, mitfühlen, nachdenken und auch innehalten und steht mit diesem Buch zurecht schon seit Wochen auf der Bestsellerliste.

„Vielschichtig!“

Bettina Krauß, Thalia-Buchhandlung Neuwied

Vom Stil her gut zu lesen, reicht der Inhalt von unterhaltsamen und bissigen Episode bis hin zu heftigen Kriegserinnerungen, die noch Jahrzehnte später ihre Auswirkungen zeigen - sowohl persöhnlich, als auch familiär. Es wird beschrieben, der Leser kann mitdenken und fühlen, es findet jedoch keine Anklage statt. Ein Buch, über das ich mir jetzt noch Gedanken mache. Vom Stil her gut zu lesen, reicht der Inhalt von unterhaltsamen und bissigen Episode bis hin zu heftigen Kriegserinnerungen, die noch Jahrzehnte später ihre Auswirkungen zeigen - sowohl persöhnlich, als auch familiär. Es wird beschrieben, der Leser kann mitdenken und fühlen, es findet jedoch keine Anklage statt. Ein Buch, über das ich mir jetzt noch Gedanken mache.

„Vertreibung, Trennung und neue Heimat“

Colette Stamer, Thalia-Buchhandlung Bonn

Gespickt mit plattdeutschen Ausrücken erzählt Dörte Hansen die Geschichte des Flüchtlingskindes Vera aus Ostpreußen, das im alten Land bei Hamburg eine neue Heimat gefunden hat. Ihre Nichte Anne zieht nach einer Trennung zu ihr auf den Hof, mitsamt Sohnemann. So finden die beiden, was ihnen verloren gegangen ist: eine Familie. Weitere Figuren runden das Werk ab.

Der Stoff ist getränkt mit einer feinen, subtilen Note Humor. Leichtigkeit und Schwere des Seins wechseln sich ab, dennoch kein Lesefutter für allzu zarte Gemüter. Der joviale Erzählstil hat mir sehr gut gefallen.
Gespickt mit plattdeutschen Ausrücken erzählt Dörte Hansen die Geschichte des Flüchtlingskindes Vera aus Ostpreußen, das im alten Land bei Hamburg eine neue Heimat gefunden hat. Ihre Nichte Anne zieht nach einer Trennung zu ihr auf den Hof, mitsamt Sohnemann. So finden die beiden, was ihnen verloren gegangen ist: eine Familie. Weitere Figuren runden das Werk ab.

Der Stoff ist getränkt mit einer feinen, subtilen Note Humor. Leichtigkeit und Schwere des Seins wechseln sich ab, dennoch kein Lesefutter für allzu zarte Gemüter. Der joviale Erzählstil hat mir sehr gut gefallen.

„Einfach nur toll! “

Anika Meinhardt, Thalia-Buchhandlung Einbeck

"Altes Land" ist ein wundervoller Roman über Heimat und Herkunft und die Aufarbeitung der Vergangenheit.
Die beiden Protagonistinnen Vera und Anne könnten unterschiedlicher nicht sein und doch haben sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Dieser Roman spielt mit Ernsthaftigkeit und gleichzeitig einem einmalig trockenen Humor, sodass man ihn schwer wieder weglegen kann. Ein wunderbares Stück zeitgenössischer Literatur!
"Altes Land" ist ein wundervoller Roman über Heimat und Herkunft und die Aufarbeitung der Vergangenheit.
Die beiden Protagonistinnen Vera und Anne könnten unterschiedlicher nicht sein und doch haben sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Dieser Roman spielt mit Ernsthaftigkeit und gleichzeitig einem einmalig trockenen Humor, sodass man ihn schwer wieder weglegen kann. Ein wunderbares Stück zeitgenössischer Literatur!

„"Heimatroman 2015"“

Anette Dingeldein, Thalia-Buchhandlung Varel

Ein Heimatroman im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Auf höchst unterhaltsame und gleichzeitig nachdenkliche Weise kreist dieser Roman um das Thema Heimat und Familie. Ein Heimatroman im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Auf höchst unterhaltsame und gleichzeitig nachdenkliche Weise kreist dieser Roman um das Thema Heimat und Familie.

„Altes Land“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Als die fünfjährige Vera mit ihrer Mutter auf dem Altländer Hof landet, ahnt sie noch nicht, dass dieser Ort bis zu ihrem Lebensende ihr Zuhause werden wird. Als ihre Mutter von einem neuen Mann schwanger wird, zieht sie in die Stadt und Vera bleibt mit dem aus dem Krieg zurückgekehrten traumatisierten Bauernsohn zurück. Durch die Ablehnung der Dorfgemeinschaft wird sie eigensinnig und trotzig und fördert aber auch ihre Selbstbehauptung. Eine gescheiterte Beziehung lässt nach Jahren ihre Nichte Anne auf dem mittlerweile heruntergekommenen Hof erscheinen. Das Schicksal scheint sich zu wiederholen.... Die einfühlsame Geschichte erzählt in einer klaren Sprache über das Ankommen und der Suche nach Heimat. Als die fünfjährige Vera mit ihrer Mutter auf dem Altländer Hof landet, ahnt sie noch nicht, dass dieser Ort bis zu ihrem Lebensende ihr Zuhause werden wird. Als ihre Mutter von einem neuen Mann schwanger wird, zieht sie in die Stadt und Vera bleibt mit dem aus dem Krieg zurückgekehrten traumatisierten Bauernsohn zurück. Durch die Ablehnung der Dorfgemeinschaft wird sie eigensinnig und trotzig und fördert aber auch ihre Selbstbehauptung. Eine gescheiterte Beziehung lässt nach Jahren ihre Nichte Anne auf dem mittlerweile heruntergekommenen Hof erscheinen. Das Schicksal scheint sich zu wiederholen.... Die einfühlsame Geschichte erzählt in einer klaren Sprache über das Ankommen und der Suche nach Heimat.

„Eine Landschaft, die zwei Frauen hilft endlich ihren Platz zu finden....“

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Ettlingen

Dörte Hansen gelingt es mit schönen Beschreibungen der Landschaft und der Bewohner eine Sog zu erzeugen, mitten hinein in die Geschichte. Wir fühlen uns versetzt ins "Alte Land" mit all seinen Besonderheiten, Persönlichkeiten und einer Atmosphäre ruhigen Landlebens mit ganz vielen liebenswerten Beschreibungen.

Auch für alle, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind – die kleinen Einschübe sind verständlich in die Geschichte eingebunden und unterstützen das von Dörte Hansen mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählte# Die Autorin hat selbst über 40 Jahre im „Alten Land“ verbracht und so ist dieses Buch auch eine Liebeserklärung – an die Landschaft und die Menschen#

Für mich ein ganz besonderes Buch, gerne hätte ich noch weitergehört, Hannelore Hoger gibt diesem Hörbuch viel Atmosphäre, den eines ist auch klar – auch die nächste Generation wird diese Landschaft und die Häuser prägen!
Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nenn't ook noch sien# => = Dieses Haus ist meins und doch nicht meins, der nach mir kommt nennt es auch noch seins…
Dörte Hansen gelingt es mit schönen Beschreibungen der Landschaft und der Bewohner eine Sog zu erzeugen, mitten hinein in die Geschichte. Wir fühlen uns versetzt ins "Alte Land" mit all seinen Besonderheiten, Persönlichkeiten und einer Atmosphäre ruhigen Landlebens mit ganz vielen liebenswerten Beschreibungen.

Auch für alle, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind – die kleinen Einschübe sind verständlich in die Geschichte eingebunden und unterstützen das von Dörte Hansen mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählte# Die Autorin hat selbst über 40 Jahre im „Alten Land“ verbracht und so ist dieses Buch auch eine Liebeserklärung – an die Landschaft und die Menschen#

Für mich ein ganz besonderes Buch, gerne hätte ich noch weitergehört, Hannelore Hoger gibt diesem Hörbuch viel Atmosphäre, den eines ist auch klar – auch die nächste Generation wird diese Landschaft und die Häuser prägen!
Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nenn't ook noch sien# => = Dieses Haus ist meins und doch nicht meins, der nach mir kommt nennt es auch noch seins…

„Für Ihren eReader“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Zwei Frauen und ein altes Haus in Norddeutschland. Zwei, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Vera, Zahnärztin, die das alte Bauernhaus geerbt hat und Anne, die Musikerin, die eines Tages mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg abhaut, um einen Neuanfang zu wagen. Schon einmal,1945, nahm dieses alte Haus Flüchtlinge aus Ostpreußen auf. Ein anrührender Erinnerungs-Roman über Krieg, Vertreibung, Flucht und Vergangenheitsbewältigung. Zwei Frauen und ein altes Haus in Norddeutschland. Zwei, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Vera, Zahnärztin, die das alte Bauernhaus geerbt hat und Anne, die Musikerin, die eines Tages mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg abhaut, um einen Neuanfang zu wagen. Schon einmal,1945, nahm dieses alte Haus Flüchtlinge aus Ostpreußen auf. Ein anrührender Erinnerungs-Roman über Krieg, Vertreibung, Flucht und Vergangenheitsbewältigung.

„Lieblingsbuch 2015“

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Zwar ist das Jahr noch nicht weit fortgeschritten, allein, dieser Titel kann kaum getoppt werden. Ein außerordentliches Buch: sprachlich brilliant, inhaltlich emotional packend zieht Autorin Dörte Hansen mit ihrem ersten Roman die Leserin von Anfang bis Ende in ihren Bann. Zwischen damals und heute erzählt die Geschichte von Frauenleben, von harten und minder harten Schicksalen, von Vorurteilen und Verurteilten, aber immer und vor allem: von Einsamkeit und Gemeinsamkeit, von unverbrüchlicher Treue und Freundschaft, die das ganze Leben umspannen. Wir möchten unbedingt mehr von Ihnen lesen, Frau Hansen!! Zwar ist das Jahr noch nicht weit fortgeschritten, allein, dieser Titel kann kaum getoppt werden. Ein außerordentliches Buch: sprachlich brilliant, inhaltlich emotional packend zieht Autorin Dörte Hansen mit ihrem ersten Roman die Leserin von Anfang bis Ende in ihren Bann. Zwischen damals und heute erzählt die Geschichte von Frauenleben, von harten und minder harten Schicksalen, von Vorurteilen und Verurteilten, aber immer und vor allem: von Einsamkeit und Gemeinsamkeit, von unverbrüchlicher Treue und Freundschaft, die das ganze Leben umspannen. Wir möchten unbedingt mehr von Ihnen lesen, Frau Hansen!!

„Authentisch norddeutsch!“

Wiebke Renken, Thalia-Buchhandlung Günthersdorf

Das hat mir richtig gut gefallen! Vordergründig ein Familienroman, daneben aber auch ein Portrait Norddeutschlands mit seinen Leuten, Höfen und Charakterweisen. Schauplatz ein alter Hof im „Alten Land“ bei Hamburg, die Hauptfiguren Frauen unterschiedlicher Generationen. Hildegard von Kamcke ist 1945 mit ihrer Tochter Vera aus Ostpreußen geflüchtet, sie kommen auf dem Hof der Eckhoffs unter. Hildegard allerdings ordnet sich so gar nicht unter, heiratet in die Familie ein und die Fetzen fliegen zwischen ihr und ihrer Schwiegermutter. Vera, adoptierte Eckhoff, bleibt bei Karl, dem Ehemann und Hoferben, als Hildegard den Hof schließlich verläßt – in Richtung Hamburg zum nächsten Ehemann. Vera macht ein Einserabitur und wird Zahnärztin, entspricht aber sonst so gar nicht den üblichen Konventionen. Sie geht auf die Jagd, reitet ihre Trakehner, bleibt ohne Mann und kinderlos.
Ihre Nichte Anne steht eines Tages mit ihrem kleinen Sohn vor der Tür, den Lebensgefährten und Vater in flagranti erwischt und geflohen aus Hamburg-Ottensen aufs Land zur Tante.
Als Leser lernt man in verschieden Zeitebenen und Rückblenden einiges über die Beziehungen und Hintergründe der Familiengeschichten dieser Frauen kennen. Manchmal schmunzelt man über die Ironie der Autorin, die feinen Beobachtungen von Mitmenschen, die wohl jeder so kennt. Authentisch norddeutsch, ohne pseudoländlichen Klimbim – und wenn, dann wird eben dieser auch als solcher entlarvt. Sensibel und berührend ist der Roman, wenn es um familiäre Wahrheiten geht und dass man manchmal erkennen muss, dass Blut eben nicht dicker als Wasser ist. (Oder op platt: „Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nennt't ook noch sien.“)
Alles in allem ein gelungener Roman, mir als „Nordlicht“ hat er sehr gut getan!!!
Das hat mir richtig gut gefallen! Vordergründig ein Familienroman, daneben aber auch ein Portrait Norddeutschlands mit seinen Leuten, Höfen und Charakterweisen. Schauplatz ein alter Hof im „Alten Land“ bei Hamburg, die Hauptfiguren Frauen unterschiedlicher Generationen. Hildegard von Kamcke ist 1945 mit ihrer Tochter Vera aus Ostpreußen geflüchtet, sie kommen auf dem Hof der Eckhoffs unter. Hildegard allerdings ordnet sich so gar nicht unter, heiratet in die Familie ein und die Fetzen fliegen zwischen ihr und ihrer Schwiegermutter. Vera, adoptierte Eckhoff, bleibt bei Karl, dem Ehemann und Hoferben, als Hildegard den Hof schließlich verläßt – in Richtung Hamburg zum nächsten Ehemann. Vera macht ein Einserabitur und wird Zahnärztin, entspricht aber sonst so gar nicht den üblichen Konventionen. Sie geht auf die Jagd, reitet ihre Trakehner, bleibt ohne Mann und kinderlos.
Ihre Nichte Anne steht eines Tages mit ihrem kleinen Sohn vor der Tür, den Lebensgefährten und Vater in flagranti erwischt und geflohen aus Hamburg-Ottensen aufs Land zur Tante.
Als Leser lernt man in verschieden Zeitebenen und Rückblenden einiges über die Beziehungen und Hintergründe der Familiengeschichten dieser Frauen kennen. Manchmal schmunzelt man über die Ironie der Autorin, die feinen Beobachtungen von Mitmenschen, die wohl jeder so kennt. Authentisch norddeutsch, ohne pseudoländlichen Klimbim – und wenn, dann wird eben dieser auch als solcher entlarvt. Sensibel und berührend ist der Roman, wenn es um familiäre Wahrheiten geht und dass man manchmal erkennen muss, dass Blut eben nicht dicker als Wasser ist. (Oder op platt: „Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nennt't ook noch sien.“)
Alles in allem ein gelungener Roman, mir als „Nordlicht“ hat er sehr gut getan!!!

„Kriegskinder und Nachkriegskinder“

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Rauh und spröde geschrieben, nähert sich die Autorin den Schicksalen von Überlebenden des 2. Weltkrieges und der Erkenntnis, dass der Krieg nicht eben mal so vorbei ist, sondern sich die Erfahrungen, Verletzungen und charakterlichen Veränderungen dauerhaft auf das eigene Leben und der folgenden Generationen auswirkt.
Kann man vergessen, dass man den kleinen Bruder/ Sohn sterben lassen musste? Kann man neu lieben? Ein neues Zuhause finden? Kann man vergessen, dass die Mutter ein neues Leben anfängt und die Töchter die Erwartungen in keinster Weise erfüllen können?
So wird man selbst hart und gibt das an seine eigenen Kinder weiter. Und doch - als Vera (das Kriegskind) und Anne (ihre Nichte) aufeinandertreffen, gibt es noch Veränderung und Bewegung...
Toll geschrieben, mit rauhem Charme, erinnert mich das an Geschichten meines Vaters (selbst ein Kriegskind)
Rauh und spröde geschrieben, nähert sich die Autorin den Schicksalen von Überlebenden des 2. Weltkrieges und der Erkenntnis, dass der Krieg nicht eben mal so vorbei ist, sondern sich die Erfahrungen, Verletzungen und charakterlichen Veränderungen dauerhaft auf das eigene Leben und der folgenden Generationen auswirkt.
Kann man vergessen, dass man den kleinen Bruder/ Sohn sterben lassen musste? Kann man neu lieben? Ein neues Zuhause finden? Kann man vergessen, dass die Mutter ein neues Leben anfängt und die Töchter die Erwartungen in keinster Weise erfüllen können?
So wird man selbst hart und gibt das an seine eigenen Kinder weiter. Und doch - als Vera (das Kriegskind) und Anne (ihre Nichte) aufeinandertreffen, gibt es noch Veränderung und Bewegung...
Toll geschrieben, mit rauhem Charme, erinnert mich das an Geschichten meines Vaters (selbst ein Kriegskind)

„Polackenkind“

Ulrike Seine, Thalia-Buchhandlung Lingen

Im Frühjahr 1945 fliehen Hildegard und ihre kleine Tochter Vera aus Ostpreussen über das vereiste Haff in den Westen. Dort stehen sie eines Tages auf dem Hof der Eckhoffs im Alten Land und müssen sich als Polacken beschimpfen lassen. Hildegard zieht recht schnell nach Hamburg weiter und läßt ihre Tochter zurück. Und Vera fügt sich in dieses Leben, sie macht ihr Abitur, studiert Zahnmedizin, kehrt auf den Hof zurück und eröffnet eine Praxis in dem kleinen Ort. Sie bleibt eine Einzelgängerin, ihr Leben lang und der Hof den sie erbte gehört ihr nicht wirklich, sie gehört dem Hof. Viele Jahre später, Vera ist inzwischen eine alte Frau, steht eines Tages ihre Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn vor ihrer Tür und bleibt. Eine vorsichtige Annäherung beginnt als Anne mit der Renovierung des Hofes beginnt.
Eine wunderbare Geschichte über Frauen, Mütter und Töchter, Familie, Geborgenheit und Einsamkeit.
Es gibt auch herrlich humorvolle Abschnitte, z.B. über die wohlhabenden zugezogenen Hamburger.
Dörte Hansen ist ein sehr guter Roman gelungen, der noch lange in jedem Leser nachhallt.
Im Frühjahr 1945 fliehen Hildegard und ihre kleine Tochter Vera aus Ostpreussen über das vereiste Haff in den Westen. Dort stehen sie eines Tages auf dem Hof der Eckhoffs im Alten Land und müssen sich als Polacken beschimpfen lassen. Hildegard zieht recht schnell nach Hamburg weiter und läßt ihre Tochter zurück. Und Vera fügt sich in dieses Leben, sie macht ihr Abitur, studiert Zahnmedizin, kehrt auf den Hof zurück und eröffnet eine Praxis in dem kleinen Ort. Sie bleibt eine Einzelgängerin, ihr Leben lang und der Hof den sie erbte gehört ihr nicht wirklich, sie gehört dem Hof. Viele Jahre später, Vera ist inzwischen eine alte Frau, steht eines Tages ihre Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn vor ihrer Tür und bleibt. Eine vorsichtige Annäherung beginnt als Anne mit der Renovierung des Hofes beginnt.
Eine wunderbare Geschichte über Frauen, Mütter und Töchter, Familie, Geborgenheit und Einsamkeit.
Es gibt auch herrlich humorvolle Abschnitte, z.B. über die wohlhabenden zugezogenen Hamburger.
Dörte Hansen ist ein sehr guter Roman gelungen, der noch lange in jedem Leser nachhallt.

„Toller Roman!!!“

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Vera kommt mit ihrer Mutter Hildegard nach einer aufregenden und traumatischen Flucht aus Ostpreußen 1945 nach dem Krieg bei Ida Eckhoff auf einem Hof im Alten Land unter. Hier wird sie ihr Leben verbringen, und ihre Geschichte nie ganz loslassen können. Anne, Veras Großnichte aus Hamburg, braucht ein neues Zuhause und beschließt mit ihrem Sohn Leon bei Vera einzuziehen. Anne fängt an, das Haus zu renovieren, Leon "taut" Veras Herz ein wenig auf. Hier erwartet sie ein grandioser Familienroman mit Humor, der die letzten Jahre der deutschen Geschichte gut einfängt. Verpassen Sie diese Buch auf keinen Fall! Vera kommt mit ihrer Mutter Hildegard nach einer aufregenden und traumatischen Flucht aus Ostpreußen 1945 nach dem Krieg bei Ida Eckhoff auf einem Hof im Alten Land unter. Hier wird sie ihr Leben verbringen, und ihre Geschichte nie ganz loslassen können. Anne, Veras Großnichte aus Hamburg, braucht ein neues Zuhause und beschließt mit ihrem Sohn Leon bei Vera einzuziehen. Anne fängt an, das Haus zu renovieren, Leon "taut" Veras Herz ein wenig auf. Hier erwartet sie ein grandioser Familienroman mit Humor, der die letzten Jahre der deutschen Geschichte gut einfängt. Verpassen Sie diese Buch auf keinen Fall!

„"Landlust"“

Anka Ziegler, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Center

Eine gute Mischung aus Ernst und Humor!
Nachdenklich stimmen mich die Folgen der Vertreibung, die auch in den weiteren Generationen noch ihre Spuren hinterlassen. Vera spürt in sich das Eis,über das sie als Kind geflohen ist. Das finde ich eine treffende Beschreibung für ihr Gefühle.
Ein wenig kann ihre Nichte das Eis auftauen. Sie "flieht" mit ihrem kleinen Sohn aus der Stadt und findet Unterschlupf auf dem Land.
Amüsant finde ich auch die kleinen Spitzen zu Themen wie Ökos, Landleben, Städter, die mal "runterkommen" wollen usw. Dazu kommen dann noch ein paar eigenwillige und interessante Figuren, die
zusammen einen guten, unterhaltsamen Roman ergeben.
Eine gute Mischung aus Ernst und Humor!
Nachdenklich stimmen mich die Folgen der Vertreibung, die auch in den weiteren Generationen noch ihre Spuren hinterlassen. Vera spürt in sich das Eis,über das sie als Kind geflohen ist. Das finde ich eine treffende Beschreibung für ihr Gefühle.
Ein wenig kann ihre Nichte das Eis auftauen. Sie "flieht" mit ihrem kleinen Sohn aus der Stadt und findet Unterschlupf auf dem Land.
Amüsant finde ich auch die kleinen Spitzen zu Themen wie Ökos, Landleben, Städter, die mal "runterkommen" wollen usw. Dazu kommen dann noch ein paar eigenwillige und interessante Figuren, die
zusammen einen guten, unterhaltsamen Roman ergeben.

„Sympathischer Bilderbogen“

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

In einem farbigen Bilderbogen beschreibt Dörte Hansen Leben und Arbeit im Alten Land. Mir selbst ist dabei ein Teil der Figuren fremd geblieben. An dem Panorama an sich habe ich mich aber durchaus erfreut: an der Beschreibung der wortkargen Bauern, an der Darstellung der reichen Großstädter die kommen und gehen, in schicken Domizilen wohnen oder in „kaputtsanierten“ Häusern. Schön fand ich auch wie Frau Hansen das Muttersein in der modernen Großstadt und auf dem Land beschreibt. Das Alles verdichtet sich zu einem sympathischen, unaufgeregten Zeitenpanorama, dass die Autorin lakonisch und mit einem genauen Blick formuliert. In einem farbigen Bilderbogen beschreibt Dörte Hansen Leben und Arbeit im Alten Land. Mir selbst ist dabei ein Teil der Figuren fremd geblieben. An dem Panorama an sich habe ich mich aber durchaus erfreut: an der Beschreibung der wortkargen Bauern, an der Darstellung der reichen Großstädter die kommen und gehen, in schicken Domizilen wohnen oder in „kaputtsanierten“ Häusern. Schön fand ich auch wie Frau Hansen das Muttersein in der modernen Großstadt und auf dem Land beschreibt. Das Alles verdichtet sich zu einem sympathischen, unaufgeregten Zeitenpanorama, dass die Autorin lakonisch und mit einem genauen Blick formuliert.

„Frühjahrs-Highlight 2015“

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Frühjahr!
Habe selten so herbe und skurrile Figuren erlebt, die so warmherzig und liebevoll gezeichnet sind, dass sie dem Leser sofort ans Herz wachsen.
Absolut bezaubernd!!!
Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Frühjahr!
Habe selten so herbe und skurrile Figuren erlebt, die so warmherzig und liebevoll gezeichnet sind, dass sie dem Leser sofort ans Herz wachsen.
Absolut bezaubernd!!!

„Zwei Frauen, zwei Schicksale und ein Bauernhof“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Dörte Hansen ist eine Linguistin und Journalistin aus Husum/Schleswig-Holstein, die jetzt ihren ersten Roman veröffentlicht hat.

Sie erzählt darin die Geschichte von zwei Frauen. Die eine Frau ist Vera, die 1945 als fünfjähriges Mädchen mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke aus Ostpreußen geflohen ist. Sie fanden eine Unterkunft auf einem Bauernhof im Alten Land bei Hamburg bei Ida Eckhoff und ihrem Sohn Karl. Karl kam aus dem Krieg mit einem steifen Bein zurück. Und auch psychisch haben die Kriegserlebnisse in Russland ihren Tribut gezollt. Die beiden Frauen Ida und Hildegard kommen nicht miteinander zurecht. Aber Hildegard von Kamcke lässt sich nicht unterkriegen und angelt sich Karl Eckhoff. Doch die Ehe hält nicht. Hildegard findet einen Mann, der besser zu ihr und ihrem Stand passt. Sie bekommt noch eine zweite Tochter, Marlene. Vera bleibt mit Karl auf dem Hof zurück. Sie wird Zahnärztin und gilt als sehr verschroben. Der alte Hof verkommt immer mehr.

Die zweite Frau ist Anna, die Tochter von Veras Halbschwester Marlene. Anna hat einen kleinen vierjährigen Sohn Leon, arbeitet als Erzieherin bei Musimaus, wo kleine Kinder eine musikalische Früherziehung bekommen. Sie ist mit dem Autor Christoph liiert. Als sie jedoch Christoph mit einer anderen Frau in Flagranti erwischt, wirft sie alles hin und zieht zu ihrer Tante ins Alte Land. Der Deal zwischen den beiden Frauen ist, dass Anna das sehr verwahrloste Bauernhaus auf Vordermann bringt und dafür mietfrei bei ihrer Tante wohnen darf.

Und so erzählt Dörte Hansen die Geschichte der beiden Frauen. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Kindheit und Jugend von Anna, sowie auf die Erfahrungen, die das Kind Vera auf der Flucht erlebt hat, und die sie nie wirklich vergessen konnte. Beide Frauen sind Frauen, die ihr Leben erkämpfen müssen. Doch als sie im Alten Land zusammenleben, entdecken beide Frauen mehr Gemeinsamkeiten, als sie gedacht hätten. Und sie finden in der jeweilig anderen eine Stütze, die ihnen selber hilft.

Es gibt einige wunderbare Nebenpersonen, die dem ganzen Roman etwas die Schwere und Traurigkeit nehmen. Da ist z.B. der direkte Nachbar von Vera, Heinrich Lührs, der zwar drei Söhne hat, von denen aber niemand seinen Hof übernehmen möchte. Dann ist da Dirk vom Felde, der ein studierter Landwirt ist und dieses ganze Biogedöns nicht verstehen kann. Und herrlich sind Burghard Weißwerth und seine Frau, die aufs Land geflüchtet sind, um dort in Ruhe neu anzufangen.

Die Sprache von Dörte Hansen ist wunderbar knapp, kommt schnell auf den Punkt und entspricht somit genau dem Wesen der spröden, norddeutschen Bauern, die kein Wort zu viel verlieren. Eingeflochten sind immer wieder plattdeutsche Sätze, die aber gut verständlich sind. Eine Übersetzung gibt es nicht. Sie beschreibt die Schwierigkeiten der Bauern im Alten Land sehr genau. Die alten Bauern verstehen nicht, dass die Kinder kein Interesse an den Höfen haben. Sie sogenannten Biobauern werden belächelt. Und auch wir Leser bekommen einen Eindruck davon, dass auch wir teilweise durchaus verhohnepiepelt werden. Ist die Marmelade vom Erlebnishof wirklich selbstgemacht? Auch die Eltern in einem In-Viertel wie Hamburg Ottensen werden aufs Korn genommen. Das Buch glänzt mit sehr viel Scharfsicht und einem sehr eigenwilligem trockenen Humor. Allerdings ist es teilweise auch sehr erschreckend und traurig, wenn es um die Flucht über die Ostsee und die Aufnahme der Flüchtlinge geht. Da kommt sehr viel von dem durch, was die Autorin Sabine Bode in ihren Büchern „Die vergessene Generation“ und „Kriegsenkel“ (beide Klett-Cotta Taschenbuch) beschreibt. Und ausgesprochen aktuell ist überraschenderweise, dass sich die Deutschen nicht geändert haben, was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht. Früher waren es die Vertriebenen, heute sind es die Asylbewerber.

Ein großartiger Roman mit viel trockenem Humor, der zum Nachdenken anregt.
Dörte Hansen ist eine Linguistin und Journalistin aus Husum/Schleswig-Holstein, die jetzt ihren ersten Roman veröffentlicht hat.

Sie erzählt darin die Geschichte von zwei Frauen. Die eine Frau ist Vera, die 1945 als fünfjähriges Mädchen mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke aus Ostpreußen geflohen ist. Sie fanden eine Unterkunft auf einem Bauernhof im Alten Land bei Hamburg bei Ida Eckhoff und ihrem Sohn Karl. Karl kam aus dem Krieg mit einem steifen Bein zurück. Und auch psychisch haben die Kriegserlebnisse in Russland ihren Tribut gezollt. Die beiden Frauen Ida und Hildegard kommen nicht miteinander zurecht. Aber Hildegard von Kamcke lässt sich nicht unterkriegen und angelt sich Karl Eckhoff. Doch die Ehe hält nicht. Hildegard findet einen Mann, der besser zu ihr und ihrem Stand passt. Sie bekommt noch eine zweite Tochter, Marlene. Vera bleibt mit Karl auf dem Hof zurück. Sie wird Zahnärztin und gilt als sehr verschroben. Der alte Hof verkommt immer mehr.

Die zweite Frau ist Anna, die Tochter von Veras Halbschwester Marlene. Anna hat einen kleinen vierjährigen Sohn Leon, arbeitet als Erzieherin bei Musimaus, wo kleine Kinder eine musikalische Früherziehung bekommen. Sie ist mit dem Autor Christoph liiert. Als sie jedoch Christoph mit einer anderen Frau in Flagranti erwischt, wirft sie alles hin und zieht zu ihrer Tante ins Alte Land. Der Deal zwischen den beiden Frauen ist, dass Anna das sehr verwahrloste Bauernhaus auf Vordermann bringt und dafür mietfrei bei ihrer Tante wohnen darf.

Und so erzählt Dörte Hansen die Geschichte der beiden Frauen. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Kindheit und Jugend von Anna, sowie auf die Erfahrungen, die das Kind Vera auf der Flucht erlebt hat, und die sie nie wirklich vergessen konnte. Beide Frauen sind Frauen, die ihr Leben erkämpfen müssen. Doch als sie im Alten Land zusammenleben, entdecken beide Frauen mehr Gemeinsamkeiten, als sie gedacht hätten. Und sie finden in der jeweilig anderen eine Stütze, die ihnen selber hilft.

Es gibt einige wunderbare Nebenpersonen, die dem ganzen Roman etwas die Schwere und Traurigkeit nehmen. Da ist z.B. der direkte Nachbar von Vera, Heinrich Lührs, der zwar drei Söhne hat, von denen aber niemand seinen Hof übernehmen möchte. Dann ist da Dirk vom Felde, der ein studierter Landwirt ist und dieses ganze Biogedöns nicht verstehen kann. Und herrlich sind Burghard Weißwerth und seine Frau, die aufs Land geflüchtet sind, um dort in Ruhe neu anzufangen.

Die Sprache von Dörte Hansen ist wunderbar knapp, kommt schnell auf den Punkt und entspricht somit genau dem Wesen der spröden, norddeutschen Bauern, die kein Wort zu viel verlieren. Eingeflochten sind immer wieder plattdeutsche Sätze, die aber gut verständlich sind. Eine Übersetzung gibt es nicht. Sie beschreibt die Schwierigkeiten der Bauern im Alten Land sehr genau. Die alten Bauern verstehen nicht, dass die Kinder kein Interesse an den Höfen haben. Sie sogenannten Biobauern werden belächelt. Und auch wir Leser bekommen einen Eindruck davon, dass auch wir teilweise durchaus verhohnepiepelt werden. Ist die Marmelade vom Erlebnishof wirklich selbstgemacht? Auch die Eltern in einem In-Viertel wie Hamburg Ottensen werden aufs Korn genommen. Das Buch glänzt mit sehr viel Scharfsicht und einem sehr eigenwilligem trockenen Humor. Allerdings ist es teilweise auch sehr erschreckend und traurig, wenn es um die Flucht über die Ostsee und die Aufnahme der Flüchtlinge geht. Da kommt sehr viel von dem durch, was die Autorin Sabine Bode in ihren Büchern „Die vergessene Generation“ und „Kriegsenkel“ (beide Klett-Cotta Taschenbuch) beschreibt. Und ausgesprochen aktuell ist überraschenderweise, dass sich die Deutschen nicht geändert haben, was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht. Früher waren es die Vertriebenen, heute sind es die Asylbewerber.

Ein großartiger Roman mit viel trockenem Humor, der zum Nachdenken anregt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
48 Bewertungen
Übersicht
35
11
1
0
1

Wundervoller Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Dinkelscherben am 13.11.2018

Ein sehr gut geschriebener Roman über mehrere Generationen, verbunden durch eine Landschaft. Der Roman ist/war nicht umsonst Bestseller. Toll gelesen von Hanrelore Hoger

Fehlerhafte Datei
von einer Kundin/einem Kunden am 30.09.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Leider ist das eBook ab Seite 197 fehlerhaft. Es fehlen weitere Seiten, stattdessen sind nur noch Leseproben vorhanden. Ärgerlich. Ich würde sehr gerne wissen wie es weiter geht.

Sehr kurzweilig
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 15.11.2017
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Geschichte sehr gut vorgetragen von Hannelore Hoger, dennoch wäre mir die Buchform angenehmer gewesen, da viele Namen vorkommen bzw. die Familienverhältnisse in einem Buch für mich leichter nachzuvollziehen sind; im Buch blättere ich einfach "zurück". Fazit: es wiederholt sich alles im Leben.