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Wer die Nachtigall stört ...

Dies ist die Neuausgabe eines modernen Klassikers der Weltliteratur: ein packender Roman über Unrecht und Gerechtigkeit, über Rassismus und Fremdheit und ein flammendes Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen. 1960 in den USA publiziert, wurde «Wer die Nachtigall stört…» schnell ein Welterfolg und eroberte die Herzen von Generationen von Lesern im Sturm. Er liegt nun in einer vollständig von Nikolaus Stingl überarbeiteten und mit einem Nachwort von Felicitas von Lovenberg versehenen Übersetzung vor.

Harper Lee beschwört darin den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit tief im Süden der Vereinigten Staaten in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Geschwister Scout und Jem Finch wachsen in einer äußerlich idyllischen Welt heran, erzogen von ihrem Vater Atticus, einem menschenfreundlichen Anwalt. Auf den weiten Rasenflächen des fiktiven Örtchens Maycomb, Alabama, auf denen weiße Villen und tropische Bäume stehen, erfahren sie die Freuden und Geheimnisse des Heranwachsens. Doch durch die alte Gesellschaft des Südens ziehen sich tiefe Risse: zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Arm und Reich. Als Scouts Vater, der Anwalt, die Verteidigung eines schwarzen Landarbeiters übernimmt, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat, erfährt die Achtjährige staunend, dass die Welt viel komplizierter ist, als sie angenommen hat. Tapfer versucht sie, die demokratischen Gerechtigkeitsideale ihres Vaters gegen alle Anfechtungen hochzuhalten, und gerät selbst in Gefahr …

Menschliche Güte und stiller Humor, aber auch ein scharfer Blick auf die Welt durch Kinderaugen zeichnen diesen Roman aus, und vor allem: eine zeitlose, unverminderte Aktualität.

Aktuell war er auch schon zur Zeit seiner Entstehung. Er spielt zwar in den dreißiger Jahren, aber erschien 1960 mitten hinein in die Rassenunruhen im amerikanischen Süden, die infolge des Montgomery Bus Boycotts 1957 ausgebrochen waren. Eine Schwarze hatte sich auf einen Weißen vorbehaltenen Sitz gesetzt und sich geweigert, wieder aufzustehen. Sie wurde festgenommen, und ein Aufstand brach los. Diese Episode markiert den Beginn der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, in deren Verlauf die afroamerikanische Bevölkerung mit der National Association for the Advancement of Coloured People (NAACP), aus der später so bekannte Vertreter wie Martin Luther King und Malcolm X hervorgingen, zum ersten Mal eine ernstzunehmende eigene politische Interessenvertretung bekam. In den zehn folgenden Jahren wurde sozusagen der amerikanische Bürgerkrieg endgültig zugunsten des Nordens und der Gleichheit aller US-Amerikaner entschieden. Man kann mit Fug und Recht sagen, dieses Buch habe hinter den Kulissen, auf eine Weise, wie Bücher es im Glücksfall können, einiges dazu beigetragen. Ohne es wäre, zugespitzt formuliert, ein farbiger Präsident Obama heute nicht möglich. Es öffnete vielen Lesern in den USA die Augen über die Rassenungerechtigkeit und wurde schnell ikonisch, auch anderswo auf der Welt feierte es riesige Erfolge, wie auch der nach ihm gedrehte Film (1962) mit Gregory Peck in der Hauptrolle des weißen Anwalts, der drei Oscars einheimste.

In Deutschland war es ebenfalls ein wichtiges Buch, weil die schuldbeladene, nach demokratischen Vorbildern lechzende Kriegs- und Nachkriegsgeneration es als Allegorie auf ihre eigene Situation lesen und darin die Verheißung einer wahrhaft ideologiefreien, nur dem Recht verpflichteten Gesellschaft finden konnte. Es gehört laut einer Umfrage zu den zehn meistgelesenen und bekanntesten Büchern in Deutschland; auch wer es nicht kennt, weiß oft mit dem Titel etwas anzufangen, der sich ins kollektive Bewusstsein gebrannt hat. In Zeiten von Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit liest es sich unvermindert modern und als ein Buch am Puls der Zeit. Es ist eben kein tagesaktueller Text, sondern eine zeitlose politische Allegorie und zugleich, wie der ihm ebenbürtige «Tom Sawyer», eine Geschichte vom Verlust der Kindheit und von den bitteren Erkenntnissen im Prozess des Erwachsenwerdens, und es ist ein Fanal für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Vor allem aber ist es ein großes Lesevergnügen von einer Sorte, die heute leider nicht mehr hergestellt wird.
Portrait
Harper Lee, geboren 1926 in Monroeville, studierte Jura an der University of Alabama, zog nach New York und begann zu schreiben. Sie war befreundet mit Truman Capote, der ihr Kindheitsfreund war und dem sie bei den Recherchen für «Kaltblütig» half. Nach dem Welterfolg ihres in 40 Sprachen übersetzten Romans «Wer die Nachtigall stört…», für den sie 1961 den Pulitzerpreis erhielt, zog sie sich aus dem literarischen Leben und weitgehend auch aus der Öffentlichkeit zurück. 2015 wurde eine frühe Manuskriptfassung von «Wer die Nachtigall stört …» gefunden und publiziert, die 50 Jahre lang als verschollen galt. Harper Lee starb 2016 in ihrer Heimatstadt Monroeville in Alabama.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 464
Altersempfehlung 14 - 17
Erscheinungsdatum 10.07.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03808-3
Verlag Rowohlt
Maße (L/B/H) 20,2/12,6/4 cm
Gewicht 474 g
Originaltitel To Kill a Mockingbird
Auflage 7. Neuausg.
Übersetzer Claire Malignon
Verkaufsrang 36262
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Ein amerikanischer Klassiker

Celine Harting, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Ein Roman der auch in unsere aktuelle Zeit passt. Dieser tolle Roman appelliert an unsere Menschlichtkeit, denn leider herrschen noch immer Ausgrenzungen und Feinselichkeiten in unserem Leben. Wir erleben dies hautnah durch die kleine Scout. Denn ihr Vater übernimmt als Anwalt den Fall eines vermeintlichen schwarzen Täters. Die Geschichte wird noch realer, weil die kleine Scout, das alles mit ihren 8 Jahren erleben muss. Es ist erschreckend, dass die kleinen Kinder schon so was miterleben müssen. Harper Lee ist ein großartiges Buch gelungen, was nicht nur von Erwachsenen gelsen werden kann, sondern auch von Jugendlichen. Am Anfang musste ich mich an den Schreibstil gewöhnen, aber ich kam nach kurzer Zeit schnell in die Geschichte rein. Dieses Buch ist eine Leseempfehlung von mir.

Lisa Kohl, Thalia-Buchhandlung Hagen

Ich gebe zu: Das war meine erste Lektüre der Nachtigall und ich bin sehr begeistert. Die 8-jährige Protagonistin ist großartig!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Eine Neuauflage, die man sich hätte sparen sollen.
von einer Kundin/einem Kunden am 20.01.2019

Wenn man sich im Nachwort für die Übersetzung entschuldigen muß ist es unbegreiflich, warum man diese Auflage überhaupt publiziert hat. Die Übersetzerin hat es leider vollständig verpasst die Botschaft, die Atmosphäre und Gefühle aus dem Original ins deutsche zu adaptieren. Man mußte bei der Korrektur sogar einige Namen wied... Wenn man sich im Nachwort für die Übersetzung entschuldigen muß ist es unbegreiflich, warum man diese Auflage überhaupt publiziert hat. Die Übersetzerin hat es leider vollständig verpasst die Botschaft, die Atmosphäre und Gefühle aus dem Original ins deutsche zu adaptieren. Man mußte bei der Korrektur sogar einige Namen wieder streichen, die die Übersetzerin ins deutsche mit übersetzte. Man erwartet das Buch "Wer die Nachtigall stört". Ein US amerikanischer Klassiker der Weltliteratur und bekommt stattdessen etwas, daß lieblos übertragen uns zusammengepresst wurde.

Aktuelles Thema
von Michaela am 25.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Obwohl das Buch schon vor einiger Zeit erschien, ist das Thema Rassismus leider immernoch ein sehr aktuelles Thema. Harper Lee schreibt sehr fliessend, man findet sich schnell in der Geschichte ein. Man erlebt die Ungerechtigkeiten durch die Augen von Kindern, erlebt verschiedene Persönlichkeiten mit ihren Stärken und Schwäche... Obwohl das Buch schon vor einiger Zeit erschien, ist das Thema Rassismus leider immernoch ein sehr aktuelles Thema. Harper Lee schreibt sehr fliessend, man findet sich schnell in der Geschichte ein. Man erlebt die Ungerechtigkeiten durch die Augen von Kindern, erlebt verschiedene Persönlichkeiten mit ihren Stärken und Schwächen, mal freut man sich mit, mal ist man traurig und wütend. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss. Ich kann es jedem empfehlen.

Weise und humorvoll
von monerl aus Langen am 20.11.2017
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

Kurzmeinung: gehört und gelesen Handlung: Das Thema Rassismus und Ungleichheit von Menschen, beispielhaft an einem fiktiven Ort in Alabama dargestellt, als Weiße sich noch nicht für die Rechte schwarzer Bürger eingesetzt haben. Als das eigene Gefühl, höher geboren und wertvoller zu sein, noch über der Wahrheit stand. Als der ... Kurzmeinung: gehört und gelesen Handlung: Das Thema Rassismus und Ungleichheit von Menschen, beispielhaft an einem fiktiven Ort in Alabama dargestellt, als Weiße sich noch nicht für die Rechte schwarzer Bürger eingesetzt haben. Als das eigene Gefühl, höher geboren und wertvoller zu sein, noch über der Wahrheit stand. Als der ungerechtfertigte Tod eines Familienvaters keinen Aufschrei verursachte, da er doch nur ein Schwarzer war. Charaktere:Ich war von allen Figuren im Buch begeistert und bin ein großer Fan von Atticus und Scout geworden! Dieser trockene Humor, der sich insbesondere über Scout, trotz des ernsten Themas, durch den Roman zieht, ist das sogenannte i-Tüpfelchen. Die Autorin hat sich sehr viel Zeit gegeben, uns die Figuren nahezubringen, was ihr außerordentlich gut gelungen ist. Ich hatte eine genau Vorstellung der Figuren vor Augen, die diesen Roman auch zu einem wundervollen Hörerlebnis gemacht haben. Spannung: Die Hoffnung stirbt zuletzt und dadurch gibt es auch eine Spannung, die sich gesteigert durch die Seiten zieht. Atticus ist klug und wenn einer das Unmögliche möglich machen kann, dann ist es er, dieser alleinerziehende Mann mit so viel Weisheit und Verständnis für Menschen, ihre Nöte und Sorgen. Schreibstil: Harper Lee hat einen ganz besonderen Schreib- bzw. Erzählstil gefunden, der dieses Buch zu einem wahren Erlebnis machen. Eindrucksvoll beschreibt sie das Zusammenleben der weißen Bevölkerung mit der schwarzen. Sie nimmt sich der damaligen Probleme an und zieht sie ans Licht. Die Autorin schaffte es, dass ich mich in der Ohnmacht der damaligen Zeit gefangen fühlte. Es erschütterte mich, wie Menschen sich in all den Jahrhunderten und Jahrzehnten kaum nach vorne entwickeln, haben wir es in der heutigen Zeit mit ähnlichen Probleme, auf anderen Ebenen, zu tun. Ende: Wer sich fragt, warum das Buch diesen etwas seltsamen Titel trägt, sollte das Buch bis zum Schluss lesen. Am Ende wird der Bezug hergestellt und alles erklärt. Hörbuch: Eva Mattes verleiht auch diesem Buch ihre unverkennbare Marke und macht es zu einem besonderen Hörerlebnis. Sie wird den Kindern gerecht und materialisiert einen Atticus, den man sich gerne als Nachbar und Freund im eigenen Umfeld wünscht. Fazit: Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte, befasst er sich doch mit wichtigen Themen, die auch heute noch aktuell sind und ist ein Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen! Eine wunderbare Schullektüre, um Kinder durch die kindlichen Augen von Scout brisante Themen näher zu bringen und sie dafür zu sensibilisieren