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Magermilch und lange Strümpfe

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"Magermilch und lange Strümpfe waren äußerliche Zeichen von Entbehrungen, die ich als Kind nicht als solche empfand. Meine Generation hatte keine besseren Zeiten erlebt, wir kannten nur diese." - Bernd-Lutz Lange erzählt von einer kargen, aber dennoch glücklichen Kindheit nach dem Krieg, an die sich viele seiner Generation ähnlich erinnern werden. Ein Eimer Kartoffeln als Konfirmationsgeschenk war damals hoch willkommen, und Stoppeln besserte den bescheidenen Lebensmitteletat ein wenig auf. Die Menschen waren erfinderisch, wenn es darum ging, dem Mangel zu Leibe zu rücken. Glücklich nannte sich, wer einen Handwagen besaß, ein Fahrrad galt als größter Luxus. Und reisten westliche Altersgenossen an die Riviera, fuhr man hierzulande vielleicht mal zu Verwandten ins Thüringische ... Augenzwinkernd nimmt Bernd-Lutz Lange nicht nur die eigene Kindheit unter die Lupe; seine Erinnerungen sind verwoben mit Geschichten um die junge Republik. Stalinstadt war den Genossen eine besondere Errungenschaft, den Generalissimus zu ehren selbstauferlegte Verpflichtung. Polit-Kampagnen riefen Schüler zum Kampf gegen die Kartoffelkäfer, Parteiverfahren brachten manchen um die Möglichkeit, den Beruf auszuüben.

"Aber das schlimmste für unsereinen waren die langen Strümpfe mit dem gestrickten Leibchen ... eine Schande für jeden Jungen!"

Bernd-Lutz Lange erzählt von einer kargen, dennoch unbeschwerten Kindheit nach dem Krieg und in der jungen DDR. Fruchtschnee und Affenfett, Brausepulver und Muggefugg, Wattfraß und Kartoffelkäfer feiern in diesen Erinnerungen ihre fröhlichen Urständ.

Ein heiteres Zeitdokument: wie der Autor selbst, so steckte auch die Republik in den Kinderschuhen, und nicht alle Gehversuche endeten glücklich.

"Es ist die Schnellebigkeit unseres Jahrhundert, die solch ein Überlieferungsbuch wichtig macht." Die Zeit

Rezension
"Ein heiteres Zeitdokument: Wie der Autor, so steckte auch die Republik noch in den Kinderschuhen. Es ist die Schnellebigkeit unseres Jahrhunderts, die solch ein Überlieferungsbuch wichtig macht." (Die Zeit)
Portrait
Bernd-Lutz Lange, geboren 1944 in Ebersbach/Sa., wuchs in Zwickau auf. Nach ei-ner Gärtner- und Buchhändlerlehre studierte er an der Fachschule für Buchhändler in Leipzig. 1966 war er Gründungsmitglied des Kabaretts „academixer“, von 1988 bis 2004 trat er im Duo mit Gunter Böhnke auf, seitdem arbeitet er vorwiegend mit der Sängerin und Kabarettistin Katrin Weber. Von Bernd-Lutz Lange liegt inzwischen rund ein Dutzend Bücher vor. Im Aufbau Verlag sind „Dämmerschoppen“, „Magermilch und lange Strümpfe“, „Mauer, Jeans und Prager Frühling“, „Ratloser Übergang“, “Das Leben ist ein Purzelbaum” sowie „Davidstern und Weihnachtsbaum“ lieferbar.

Im Herbst 2013 erscheint im Aufbau Verlag „Nischd wie hin. Unsere sächsischen Lieblingsorte“ (zusammen mit Tom Pauls).

2014 erhielt Bernd-Lutz Lange das Bundesverdienstkreuz.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 218
Erscheinungsdatum 01.10.2003
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-1524-0
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 18,8/11,5/2 cm
Gewicht 182 g
Auflage 15. Auflage
Verkaufsrang 60.657
Buch (Taschenbuch)
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Ein Stück Zeitgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 28.01.2007

Ein Lesevergnügen erster Klasse. Humorvoll, leicht ironisch und eine unglaubliche Faktenfülle. (Auch eine Fleißarbeit). Das Buch bleibt eine Fundgrube der Geschichte kleiner Leute im geteilten Deutschland. Der Autor ist ein Naturtalent. So etwas kann man nicht lernen.