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Philosophische Untersuchungen

Mit e. Nachw. v. Joachim Schulte

Bibliothek Suhrkamp 1372

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Ludwig Wittgenstein (1889–1951) schrieb zwei Hauptwerke, früh die strenge Logisch-philosophische Abhandlung (BS 1322), spät die offeneren, lebendig in immer neuen Anläufen vorgetragenen Philosophischen Untersuchungen, mit denen der Begriff des »Sprachspiels« in die Welt gekommen ist: »Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes ›Bedeutung‹ – wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung – dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.« In der Bibliothek Suhrkamp erscheint nun die erste Leseausgabe der Philosophischen Untersuchungen, die sich nach der definitiven, 2001 von Joachim Schulte herausgegebenen »kritisch-genetischen« Edition richtet.
Portrait
Joachim Schulte ist Autor mehrerer Bücher über Ludwig Wittgenstein und Mitherausgeber der Kritischen Editionen von Wittgensteins Hauptwerken.

Joachim Schulte ist Autor mehrerer Bücher über Ludwig Wittgenstein und Mitherausgeber der Kritischen Editionen von Wittgensteins Hauptwerken.

Ludwig Wittgenstein wurde am 26. April 1889 als Sohn des Großindustriellen Karl Wittgenstein in Wien geboren und starb am 29. April 1951 in Cambridge. Er erhielt zunächst Privatunterricht und besuchte ab 1903 eine Realschule in Linz. Er studierte von 1906 bis 1908 Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Charlottenburg und wechselte dann für weitere drei Jahre nach Manchester. Dort forschte er zur Aeronautik. Er begann, sich für philosophische Themen zu interessieren und trat 1912 in das Trinity College in Cambridge. Ab diesem Jahr begann Wittgenstein mit den Arbeiten an seinem ersten philosophischen Werk, der Logisch-philosophischen Abhandlung, die er in einem Tagebuch als Notizen bis 1917 festhielt. Auch während seiner Zeit als österreichischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg arbeitete er daran weiter, bis er das Werk schließlich im Sommer 1918 vollendete. Es erschien jedoch erst 1921 in einer fehlerhaften Version in der Zeitschrift Annalen der Naturphilosophie. 1922 wurde schließlich eine zweisprachige Ausgabe unter dem heute bekannten Titel der englischen Übersetzung veröffentlicht: Tractatus Logico-Philosophicus. Abgesehen von zwei kleineren philosophischen Aufsätzen und einem Wörterbuch für Volksschulen blieb die Logisch-philosophische Abhandlung das einzige zu Lebzeiten veröffentlichte Werk Wittgensteins. 1953 erschein posthum das Werk Philosophische Untersuchungen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Joachim Schulte
Seitenzahl 299
Erscheinungsdatum 22.09.2003
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-518-22372-7
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 18/11,8/2,5 cm
Gewicht 305 g
Auflage 8. Auflage
Verkaufsrang 21.523
Buch (gebundene Ausgabe)
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"Denn die philosophischen Probleme entstehen, wenn die Sprache feiert" (38)
von Zitronenblau am 04.12.2010

Der "alte Wittgenstein" hat mit seinen Philosophischen Untersuchungen ein bahnbrechendes Werk geschaffen, das der im 19./20. Jahrhundert, anknüpfend an die sprachlogischen und sprachanalytischen Vorgänger Frege und Russel, entwickelte phänomenologischen Strömung (ausgehend von Husserl und Heideger) den Rücken zukehrt und bis heute im analytischen Raum der Philosophie inspiriert und viele... Der "alte Wittgenstein" hat mit seinen Philosophischen Untersuchungen ein bahnbrechendes Werk geschaffen, das der im 19./20. Jahrhundert, anknüpfend an die sprachlogischen und sprachanalytischen Vorgänger Frege und Russel, entwickelte phänomenologischen Strömung (ausgehend von Husserl und Heideger) den Rücken zukehrt und bis heute im analytischen Raum der Philosophie inspiriert und viele Aspekte dieser hypostasiert. Spielball auf der philosophischen Wiese ist die Sprache selbst; eine Metaebene wurde also gebildet, die weg vom Reduzibilitätshoffen der Mathematiker und der jungwittgensteinschen Trakatslogik hin zur wesentlich umfänglichen Tiefengrammatik, der Sprachsyntax und vor allem auch Sprachsemantik wandert. Wittgensteins Sätze sind keine Theorie, keine Methode oder Heuristik. Sie sind bloße Gedankenspiele um die Sprache herum. Somit erkennt er das Sprachspiel. Wörter und Sätze werden gebraucht in der Lebensform: "Richtig und falsch ist, was Menschen sagen; und in der Sprache stimmen die Menschen überein. Dies ist keine Übereinstimmung der Meinungen, sondern der Lebensform." (241). Dieser Ansatz wurde in der Sprechakttheorie wieder aufgegriffen, in dem Sprachgehalt nach Geltung sucht und konsenspotent sein soll vor dem Hintergrund (transzendierender) Lebenswelten (s. Habermas) und der von Wittgenstein genannten Privatsprache des Einzelnen (obschon er diese als quasi-behavioristische Black Box enttarnt). In diesem o. g. "soll" steckt eo ipso der normative Gehalt von Regeln, also Verwendungs- bzw. Gebrauchsmodi der Sprache, um Konkordanzen und ergo konsensfähige Wahrheiten zu bilden. Dieses Regelprinzip wird ebenfalls in der Sprechakttheorie wieder aufgegriffen und erweitert um regulative und konstitutive Regeln. Die Vagheit der Sprache, die "familienähnlichen" Begriffe führen Wittgenstein aber nicht zum Schluss, das Präzision vonnöten sei, um diese Übereinstimmungen zu bilden, vielmehr werden diese als unzweckmäßig und strukturverfremdend gedeutet, obzwar dies heute - vor allem wissenschaftstheoretisch - weitgehend zurückgewiesen wird: wir leben in einer Zeit, in der die wissenschaftliche Präzisionssprache genau nach dieser "unzweckmäßigen" und eigentlich doch zweckmäßigen Exaktheit sucht, sie sich diese selbst erfindet und somit Semantik gar nicht im Begriff liegen kann, sondern nur vor dem Hintergrund des jeweiligen Kontextes entsteht. Kritisch wird aber schon, das Wittgenstein in ähnlich Weise gesehen hat, dass die Entlehnung von Begriffen, der überwiegend einseitige Transfer, zum Wandel der Alltagssprache führt und ihre (metaphysisch gesprochen) zeitlich-dynamische Vergessenheit offenbart. Die Sprache... "Wir sind, wenn wir [über sie] philosophieren, wie Wilde, primitive Menschen, die die Ausdrucksweise zivilisierter Menschen hören, sie mißdeuten und nun die seltsamsten Schlüsse aus ihrer Deutung ziehen." (194).