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Katz und Maus

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Mit dieser Novelle über eine Jugend zwischen kleinbürgerlicher Normalität, nationalsozialistischer Ideologie und Kriegsfuror, zeige sich Günter Grass als Meister der kleinen Form, urteilte die Kritik. Einige jedoch hätten das Buch lieber indiziert gesehen: Ein pornographisches und blasphemisches Machwerk sei es, geeignet „Kinder und Jugendliche sittlich zu gefährden“. Die Novelle wurde ein überwältigender internationaler Erfolg. Auch über fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen hat die Geschichte von Joachim Mahlke, den sein riesiger Adamsapfel zum Außenseiter macht, nichts von ihrer Faszination verloren.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 184 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 23.04.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783869307183
Verlag Steidl
Dateigröße 1506 KB
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5,99
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Demian Stock, Thalia-Buchhandlung Düren

Eine Geschichte über den Tauchbegeisterten jungen Sonderling Mahlke, gleichzeitig aber auch eine Analogie für das Leben. Eine Maus wird wohl niemals zur Katze werden. Eine Geschichte über den Tauchbegeisterten jungen Sonderling Mahlke, gleichzeitig aber auch eine Analogie für das Leben. Eine Maus wird wohl niemals zur Katze werden.

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Meister der Novelle
von Giselle74 am 03.12.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wer meinen Blog verfolgt, hat ja eventuell schon meine Rezension zu Grass‘ „Hundejahre“ gelesen. Dort habe ich geschrieben, dass ich mich mit der ausufernden, männlich protzenden Schreibweise nicht anfreunden konnte. In „Katz und Maus“ nun erweist Grass sich als Meister der schlanken und punktgenauen Formulierung, als Meister der Novelle. Erzählt... Wer meinen Blog verfolgt, hat ja eventuell schon meine Rezension zu Grass‘ „Hundejahre“ gelesen. Dort habe ich geschrieben, dass ich mich mit der ausufernden, männlich protzenden Schreibweise nicht anfreunden konnte. In „Katz und Maus“ nun erweist Grass sich als Meister der schlanken und punktgenauen Formulierung, als Meister der Novelle. Erzählt wird von den Jugendjahren eines Joachim Mahlke im Danzig des 2. Weltkriegs. Mahlke, ein eher sonderbarer Einzelgänger, dessen Schwimmkünsten und Schwanzlänge seine Klassenkameraden eine eher unfreiwillige Bewunderung entgegen bringen, ringt um Aufmerksamkeit und Anerkennung. Dabei steigert er sich in einen religiösen Marienwahn und erhofft sich von der Erlangung des Ritterkreuzes eine Art Erlösung. Die Art, wie Grass den verzweifelten Jüngling und seine Umgebung portraitiert, wie er eine Bande pubertierender Jungs dem Ernst des Lebens gegenüber stellt, wie er insgesamt trotz Kürze der Form seine Charaktere ausformuliert, ist, ich schrieb es schon, meisterhaft. Kein Wort zu wenig, keins zuviel und trotzdem unverkennbar Grass. „Wenn Mahlke in Brustlage schwamm, tanzte ihm der Schraubenzieher deutlich, denn das Ding hatte einen Holzgriff, zwischen den Schulterblättern. Schwamm Mahlke auf dem Rücken, torkelte der Holzgriff auf seiner Brust, verdeckte aber nie vollkommen jenen fatalen Knorpel zwischen Kinnlade und Schlüsselbein, der als Rückenflosse ausgefahren blieb und eine Kielspur riß.“ Wortspiele, bildhafte Sprache, Bandwurmsätze, Anspielungen und Verknüpfungen zur „Blechtrommel“, das gesamte Grass’sche Programm wird aufgefahren, aber eben in gekürzter, gestraffter Form. Und in der Essenz zeigt sich, was für ein phantastischer Schriftsteller er war, selbst für einen Literaturlaien wie mich. Ich hätte mir mehr davon auch für die „Hundejahre“ gewünscht, mehr Straffung, mehr Zuspitzung und ja, mehr Mut zum reinen Erzählen. In dieser Novelle hatte er das alles, und erschafft mit Mahlke einen modernen Ritter von der traurigen Gestalt.