Eis

Roman

(7)
Von Inseln im Eis, düsteren Sagen, einer jungen Familie und uralten Traditionen.

Auf den windumtosten Örar-Inseln, einem Archipel abseits der Schiffsrouten zwischen Finnland und Schweden, bricht Mitte der 1940er-Jahre eine neue Ära an: Mit der Ankunft des Pfarrers Petter Kummel geht ein Ruck durch die Gemeinde. Die Fischer und Bauern verfallen der optimistischen, aufgeklärten Ausstrahlung des jungen Pastors, seiner Frau Mona und ihrer kleinen Tochter Sanna ebenso schnell wie umgekehrt die Pfarrersfamilie dem rauen Charme der Landschaft und ihrer Bewohner. Doch auf dem Meer und dem Eis, das im Winter die Kirchinsel mit den Höfen verbindet, herrschen unsichtbare, uralte Mächte, für deren Warnungen die Zugezogenen keinen Sinn zu haben scheinen ...
Portrait
Ulla-Lena Lundberg, geboren 1947 auf den Åland-Inseln, zählt zu den bedeutendsten finnlandschwedischen Autoren. Seit ihrem Debüt im Alter von 15 Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Romane, Hörspiele und Sachbücher und wurde mit einer Reihe von Preisen geehrt. Die Übersetzungsrechte von "Eis" wurden in viele Länder verkauft; es ist der erste Roman der Autorin, der auf Deutsch erscheint.

Karl-Ludwig Wetzig studierte Germanistik und Skandinavistik an den Universitäten Bonn und Uppsala. Er war lange Reiseleiter und lebte viele Jahre in Island. Veröffentlichung von Bildbänden, u.a. im Bucher Verlag. Für den geplanten Band reiste er im März 2001 nach Kambodscha.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 528
Erscheinungsdatum 15.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-48317-4
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,8/11,8/4 cm
Gewicht 431 g
Originaltitel Is
Übersetzer Karl-Ludwig Wetzig
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Es sind Bücher wie dieses, die uns LeserInnen zu privilegierten Menschen machen. Dürfen wir doch eintauchen, in Zeiten und Orte, die uns im Leben verschlossen bleiben. In diesem Buch begleiten wir die Pfarrersfamilie Kummel kurz nach dem Krieg auf die Örar-Inseln, eine Inselgruppe zwischen Finnland und Schweden. Wir können miterleben, wie der liebenswürdige Pfarrer Petter und seine tatkräftige Frau Mona von den Inselbewohnern herzlich aufgenommen werden und dort eine neue Heimat und Freunde finden. Wir lernen die Inselbewohner und ihre Eigenarten kennen. Da ist Anton, der Kapitän des Postbootes, der die Zeichen der Geister des Meeres zu deuten versteht und deshalb sein Boot auch bei widrigsten Wetterbedingungen sicher ans Ziel bringt. Da ist die tieftraurige Ärztin Doktor Gyllen, die im Krieg ihr Kind in Russland zurücklassen musste und in dem Pfarrer erstmals einen Vertrauten findet. Wir dürfen teilhaben an den kleinen Scharmützeln und am Zusammenhalt der Inselbevölkerung, an ihrer Sangesfreude und an ihrer Gastfreundschaft. Und wir erfahren, wie zerbrechlich das Glück sein kann. Ein ganz, ganz großartiges Buch! Es sind Bücher wie dieses, die uns LeserInnen zu privilegierten Menschen machen. Dürfen wir doch eintauchen, in Zeiten und Orte, die uns im Leben verschlossen bleiben. In diesem Buch begleiten wir die Pfarrersfamilie Kummel kurz nach dem Krieg auf die Örar-Inseln, eine Inselgruppe zwischen Finnland und Schweden. Wir können miterleben, wie der liebenswürdige Pfarrer Petter und seine tatkräftige Frau Mona von den Inselbewohnern herzlich aufgenommen werden und dort eine neue Heimat und Freunde finden. Wir lernen die Inselbewohner und ihre Eigenarten kennen. Da ist Anton, der Kapitän des Postbootes, der die Zeichen der Geister des Meeres zu deuten versteht und deshalb sein Boot auch bei widrigsten Wetterbedingungen sicher ans Ziel bringt. Da ist die tieftraurige Ärztin Doktor Gyllen, die im Krieg ihr Kind in Russland zurücklassen musste und in dem Pfarrer erstmals einen Vertrauten findet. Wir dürfen teilhaben an den kleinen Scharmützeln und am Zusammenhalt der Inselbevölkerung, an ihrer Sangesfreude und an ihrer Gastfreundschaft. Und wir erfahren, wie zerbrechlich das Glück sein kann. Ein ganz, ganz großartiges Buch!

Kundenbewertungen

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Eis
von I. Schneider aus Mannheim am 17.10.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Örar-Inseln sind eine kleine Gruppe von Schäreninseln, die zwischen Schweden und Finnland liegen und genau dorthin wird Petter Kimmel mit seiner Familie als Pfarrer eingesetzt. Die karge Schlichtheit der Landschaft und die Einheimischen mit ihrer liebenswerten, einfachen Art verzaubern den jungen und engagierten Pfarrer. Er schließt schnell Freundschaften,... Die Örar-Inseln sind eine kleine Gruppe von Schäreninseln, die zwischen Schweden und Finnland liegen und genau dorthin wird Petter Kimmel mit seiner Familie als Pfarrer eingesetzt. Die karge Schlichtheit der Landschaft und die Einheimischen mit ihrer liebenswerten, einfachen Art verzaubern den jungen und engagierten Pfarrer. Er schließt schnell Freundschaften, geht auf in seiner Arbeit als Pfarrer, obwohl er noch vor dem Pfarrerexamen steht. Auch seine geschäftige und tüchtige Ehefrau Mona und seine kleine Tochter Sanna fühlen sich sehr wohl auf der kleinen Kircheninsel, auf der sie ein kleines Haus, einen Stall mit zwei Kühen und Schafen ihr Eigen nennen. Zu seinen Freunden zählt Petter den Kantor, den Küster, die Ärztin und auch den jungen Pfarrer der benachbarten Insel, mit dem er regen Kontakt und Austausch pflegt. Alle sind glücklich und zufrieden bis ein großes Unglück über die Insel fegt und nichts mehr so ist wie vorher. Der Schreibstil der Autorin ist einerseits sehr beschaulich, fast langsam und etwas losgelöst, andererseits allerdings sehr gefühlvoll und mitreißend, man kann gar nicht aufhören zu lesen und möchte immer noch mehr über das Leben der Örar-Bewohner erfahren. Ein wunderschönes Buch!

Ein faszinierender und unglaublich intensiver Roman, der dem Leser Finnland und die Menschen näher bringt…
von Penelope1 aus Rheinland Pfalz am 25.11.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ulla-Lena Lundberg’s Roman „Eis“ wurde in Finnland bereits mit dem Finlandia-Preis – Finnlands wichtigstem Literaturpreis, ausgezeichnet. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und sie wurden nicht enttäuscht, soviel sei vorab verraten… Die Autorin beschreibt in diesem Roman das Leben in der Nachkriegszeit auf einer finnischen Inselgruppe in der Ostsee. Nahezu auf... Ulla-Lena Lundberg’s Roman „Eis“ wurde in Finnland bereits mit dem Finlandia-Preis – Finnlands wichtigstem Literaturpreis, ausgezeichnet. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und sie wurden nicht enttäuscht, soviel sei vorab verraten… Die Autorin beschreibt in diesem Roman das Leben in der Nachkriegszeit auf einer finnischen Inselgruppe in der Ostsee. Nahezu auf sich allein gestellt ist und nur durch Telefon und die mehr oder weniger regelmäßigen Fahrten des Fährschiffes mit der Außenwelt verbunden, folgt das Inselleben hier seinen eigenen Gesetzen. Die Autorin beschreibt sehr bildhaft Landschaft, Menschen und ihre Lebensumstände – ihr Misstrauen Fremden oder Neuem gegenüber, ihren Kampf ums tägliche Überleben, was besonders in den Nachkriegsjahren, in denen dieser Roman spielt, zum Tragen kommt. Gleichzeitig wird aber ebenso deutlich, wie sehr die Gemeinde zusammenhält, wie groß ihr Gottvertrauen ist, ihre Schicksalsergebenheit. „Es ist nun einmal so“, sagen sie, nehmen hin, was nicht zu ändern ist, tragen jedoch gleichzeitig auch tatkräftig das ihre dazu bei, wenn es gilt, etwas zu ändern, was eben doch zu ändern ist. So schnell bringt sie nichts aus der Ruhe, doch wehe wenn… Mittendrin Pfarrer Kummel mit seiner Familie, der sich – genauso wie der Leser – nach und nach einlebt in die eingeschworene Gemeinschaft, wobei ihm sein freundliches Naturell und seine Offenheit von großer Hilfe sind. Ebenso wie Petter und seine Familie fühlt sich auch bald der Leser auf der kleinen Insel zu Hause, nimmt Anteil am Schicksal der Figuren, trotzt Wind und Wetter und entwickelt seine eigenen Sympathien zu den einzelnen Bewohnern. Kein Wunder, denn einfühlsam und dabei unglaublich intensiv geht die Autorin auf die Menschen in der Inselgemeinde ein. Dabei lässt sie ebenso starke wie auch schwache Charaktere entstehen, die launisch, frohgelaunt, offen oder misstrauisch sind – sehr authentisch und menschlich. Das Zusammenspiel zwischen Naturgewalten, Gemeinde und persönlichen Schicksalen zieht den Leser nur allzu schnell in das Geschehen, das keineswegs spektakulär oder spannend ist, aber dennoch – oder gerade deshalb – einen Zauber auf den Leser ausübt, dem man sich kaum entziehen kann. Selbst Alltagsbeschreibungen werden zum Erlebnis, zum besinnlichen Ruhepunkt, bei dem man so manches über Land und Leute, Sitten und Gebräuche erfährt. Und wie im wahren Leben, so sind es auch in „Eis“ die kleinen Begebenheiten, die den Leser aufmerken lassen: die freudigen, hoffnungsvollen, zornigen oder traurigen Momente, die ans Herz gehen und den Roman zu einem unvergesslichen Leseerlebnis machen!

Leben und Tod auf den Schären
von solveig am 27.08.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„Es gibt eine Tages- und eine Nachtseite, sie sind offen wie ein Buch und voller Heimlichkeiten … sind gut und boshaft. Nie bloß das eine oder das andere.“ Wer hier beschrieben wird, das sind die Bewohner der Örar, der in der Eiszeit geformten Inseln zwischen Finnland und Schweden,... „Es gibt eine Tages- und eine Nachtseite, sie sind offen wie ein Buch und voller Heimlichkeiten … sind gut und boshaft. Nie bloß das eine oder das andere.“ Wer hier beschrieben wird, das sind die Bewohner der Örar, der in der Eiszeit geformten Inseln zwischen Finnland und Schweden, die so weit ab im Meer liegen, dass sie im Atlas nicht mehr verzeichnet sind. Die Beschreibung der Autorin trifft allerdings genauso auf jeden von uns zu. Was mich an diesem Roman so gefesselt hat, ist Lundgrens Kunst, menschliche Eigenschaften und Handlungen wunderbar genau und liebevoll zu beobachten und auf sehr sensible Art zu erzählen. Der junge Pfarrer Kummel, der in den Nachkriegsjahren auf diesen abgelegenen Inseln mit Ehefrau Mona und Töchterchen Sanna seine erste Stelle antritt, ist ein offener, einfühlsamer Mann, der sich mit dem ruhigen, eigenwilligen Menschenschlag der Schären arrangiert und gut auskommt. Mit Elan und voll Freude erarbeiten sich beide die Achtung der Einwohner: Mona als praktische, kluge Haus- und Bauersfrau, der Pfarrer in teilnehmender Gemeindearbeit und aktiver Hilfe bei der Landarbeit. Ein zweites Kind wird geboren, die Pfarrersleute haben sich eingerichtet in ihrem neuen Leben und sind zufrieden. Aber dann geschieht ein schreckliches Unglück. Lundbergs Erzählton wirkt etwas spröde und sachlich, zurückhaltend, dem Wesen der Schärenbewohner angepasst. Gemächlich und ruhig entwickelt sich die Handlung, ähnlich dem Tagesablauf der Öraer, die in ihrem eigenen Rhythmus leben, dem Rhythmus, den ihnen die Jahreszeiten vorgeben. Die Existenz im Einklang mit der Natur ist hier überlebenswichtig; auf die Stimme der Natur zu hören, sich der Jahreszeit und dem Wetter anzupassen und auch den „uralten unsichtbaren Wesen“ die angemessene Achtung zu zollen. Detailliert bekommt der Leser Einblick in die geheimsten Gedanken einzelner Bewohner, lernt ihre Zweifel und Kümmernisse kennen, aber auch liebevolle Betrachtungen, die keine der Personen je offen aussprechen würde. Die Autorin hat keine Eile, lässt den Leser am Arbeitsalltag teilnehmen, der das Inselleben prägt. Der ruhige Erzählfluss zieht ihn unwiderstehlich mit sich. Lundgrens lebhafte Schilderungen lassen farbige Bilder im Leser entstehen; man hört förmlich die Wäsche im Wind auf der Leine knattern, sieht die Kühe zufrieden auf der Wiese wiederkäuen, riecht die kuhwarme Milch und das Heu - kann aber auch die unbarmherzige Kälte des nordischen Winters und die Konsistenz von Eis spüren. Wenn man sich darauf einlässt, ist der Roman tatsächlich ein Genießen mit allen Sinnen!