Sieben Sprünge vom Rand der Welt

Roman. Ausgezeichnet mit dem Usedomer Literaturpreis 2015

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Was es bedeutet, die Heimat zu verlieren.

Ulrike Draesner kreuzt die Lebenswege der schlesischen Grolmanns mit dem Schicksal einer aus Ostpolen nach Wroclaw vertriebenen Familie. Vier Generationen kommen zu Wort. Virtuos entwirft der Roman ein Kaleidoskop der Erinnerungen, die sich zu immer neuen Bildern fügen. Sie zeigen, wie durch Zwangsmigration zugefügte Traumata sich auswirken, wie seelische Landschaften sich von einer Generation in die nächste weiterstempeln. Die Geschichten der Grolmanns und der Nienaltowskis werden zum Spiegel von hundert Jahren mitteleuropäischer Geschichte. Mitreißend und poetisch erzählt die Autorin von den Mühen und Seligkeiten der Liebe zwischen Eltern und Kindern, von Luftwurzeln, Freiheit und Migration.

Portrait
Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, eine der profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen, lebt in Berlin. Ihr Werk umfasst Lyrik, Prosa, Essayistik, Hörspiel. Für ihre Gedichte und Romane wurde Ulrike Draesner mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Usedomer Literaturpreis (2015), dem Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik (2014), dem Roswitha-Preis (2013), dem Solothurner Literaturpreis (2010) und dem Drostepreis (2006). Sie schreibt Romane, Erzählungen und Gedichte, und interessiert sich für Naturwissenschaften ebenso wie für kulturelle Debatten. Bis zum Herbst 2016 lehrt und arbeitet sie in Oxford.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 560
Erscheinungsdatum 11.01.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-71320-2
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,5/11,8/3,8 cm
Gewicht 444 g
Abbildungen schwarzweisse Abbildungen
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Starke Literatur zum Thema Flucht und Vertreibung
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 17.05.2016

Die Münchener Schriftstellerin Ulrike Draesner widmet sich in diesem Werk dem Thema Vertreibung und Flucht. Im Mittelpunkt steht die Familie Grolmann, die aus einer kleinen Stadt bei Breslau stammt und im Januar 1945 ihre Heimat fluchtartig verlassen musste. Der dreiundachtzigjährige Eustachius Grolmann, von Beruf Menschenaffenforscher, und seine Tochter Simone,... Die Münchener Schriftstellerin Ulrike Draesner widmet sich in diesem Werk dem Thema Vertreibung und Flucht. Im Mittelpunkt steht die Familie Grolmann, die aus einer kleinen Stadt bei Breslau stammt und im Januar 1945 ihre Heimat fluchtartig verlassen musste. Der dreiundachtzigjährige Eustachius Grolmann, von Beruf Menschenaffenforscher, und seine Tochter Simone, ebenfalls in dieser Wissenschaft tätig, sind typische Vertreter der Generationen Kriegskind/Kriegsenkel. Die oft schwierigen Verhältnisse zwischen Eltern, die als Kinder traumatisierende Erfahrungen machen mussten und ihren Kindern, die scheinbar eine schöne Kindheit in der westdeutschen Wirtschaftswunderzeit verlebten, wird hier ebenso beleuchtet wie das ambivalente Verhältnis der Vertriebenen zu Polen, hier in Gestalt des Psychologen Boris Nienhalt, den Simone um ein Gutachten über ihren vermeintlich unzurechnungsfähigen Vater bittet und sich dann in ihn verliebt. Der Roman ist sprachlich und stilistisch sehr eindrucksvoll und von hohem Anspruch. Erzählt wird die Geschichte nicht linear sondern es kommen die Protagonisten zu Wort, die ihre Sicht der Dinge darstellen. Es ist also ein Roman der Stimmen. Die Ereignisse der Gegenwart wechseln mit Erinnerungen an die dramatische Zeit bei Kriegsende, wobei besonders der Bericht von Lilly, der Mutter von Eustachius und dessen behinderten Bruder Emil,der bei der Flucht ums Leben kam, von verstörender sprachlicher Brillanz ist. Ein sehr empfehlenswertes starkes Buch, nicht leicht zu lesen aber dank des Könnens der Autorin ein großes Leseerlebnis über ein Thema, dass auch achtzig Jahre nach Kriegsende immer noch wichtig ist.

Angst vor Schnee
von einer Kundin/einem Kunden am 12.05.2014
Bewertet: Buch (gebunden)

Simone Großmann ist Professorin, Verhaltensforscherin, Mutter einer Tochter. Von Berufs wegen ein analytischer Mensch. Doch sie hat panische Angst vor Schnee. Die Angst ist tief in ihr, genauso tief wie der Breslauer Wald, durch den ihre Familie bei minus zwanzig Grad im Jänner 1945 stapfte. Siebzehn Jahre vor Simones... Simone Großmann ist Professorin, Verhaltensforscherin, Mutter einer Tochter. Von Berufs wegen ein analytischer Mensch. Doch sie hat panische Angst vor Schnee. Die Angst ist tief in ihr, genauso tief wie der Breslauer Wald, durch den ihre Familie bei minus zwanzig Grad im Jänner 1945 stapfte. Siebzehn Jahre vor Simones Geburt. Ein Roman über sich kreuzende Lebenswege zweier Familien, der fesselnder nicht sein könnte.